Bedienung des Gleisanschlusses der Vereinigten Glaswerke im Bereich Eisenbahnstraße / Schnorrenfeld

Der Werksanschluss im Bereich Schnorrenfeld wurde schon seit mindestens 1974 nicht mehr bedient. Die letzten Sichtungen zur Nutzung dieses Gleisanschlusses sind mir aus der Zeit Ende der 1960er Jahre überliefert. Aber einmal, im Herbst 1985, geschah das Unvorstellbare. Wegen Sanierungsarbeiten an der Indebrücke beim Gleisanschluss Münsterbachstraße wurde dieser Gleisanschluss doch noch einmal für wenige Wochen reaktiviert! Ich zeige hier 4 Fotos von einer dieser äußerst seltenen Bedienungen, aufgenommen am 25. September 1985 mit der 261 197, die als Sperrfahrt von Stolberg Hbf aus am späten Nachmittag den Wagenaustausch mit der VEGLA besorgte:


Der Gleisanschluss war üblicherweise nicht nur durcheine Gleissperre und die verschlossene Weiche zur Strecke Stolberg Hbf – Raeren hin gesichert, sondern zusätzlich noch durch einen fest montierten Prellbock. Während der Reaktivierungsdauer wurde der zerlegte Prellbock am Gleis gelagert.
Die Aspaltfläche links im Vordergrund ist übrigens der letzte Rest der hier bis Anfang der 1960er Jahren bestehenden Werkseinfahrt, die von der Eisenbahnstraße aus mit einem Bahnübergang über die seinerzeit zweigleisige DB-Strecke und das Anschlussgleis hinweg indas betriebsgelände verlief.


Die typischen Bahnfrachten waren seit den 1970er Jahren überwiegend die Fertigprodukte, d.h. große Glasplatten oder Verglasungen für Kraftfahrzeuge (bspw. mit dem Produktnamen „Sekurit“), die in gedeckten Güterwaggons (Schiebewandwagen) verladen wurden. Die Rohstoffe bezog das Werk seinerzeit schon überwiewgend per LKW.


Die Anschlussweiche im Bereich Schnorrenfeld. Im Vordergrund ist der Schrankenbaum eines Bahnübergangs mit Anrufschranke, die auch heute noch existiert.


Ganz typisch für das Bild der Werksbahn waren bis in die 1980er Jahre diese zweiachsigen Glastransportwaggons, auf denen die Gerüste zur Lagerung der Glasplatten aufmontiert waren. Die Glasplatten wurden anschließend mit Planen geschützt. Später kamen vierachsige Flachwagen zum Einsatz, auf denen die in Folie verpackten Glasplatten ohne eine weitere äußere Schutzhülle verladen wurden. Zuletzt, bis etwa 2007 ? gab es außerdem Spezialwaggons, auf denen die Glasplatten unter Schutzhauben transportiert wurden.

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