670.000 € für die Vennbahntrasse…

Unter der Schlagzeile „Erdwall an der Vennbahn muss wieder weg“ berichteten die online-Ausgaben der regionalen Tageszeitungen am 03. Mai 2013 über einen teuren Schildbürgerstreich der Stadt Aachen.

Der hässliche und den Blick auf die umliegende Natur ohnehin versperrende Erdwall, der entlang der Vennbahnstrecke zwischen der Monschauer Straße in Schmithof und der belgischen Grenze aufgeschüttet worden ist und ursprünglich der Kostenersparnis dienen sollte, muss auf Kosten der Steuerzahler wieder beseitigt werden. Wie man bei der Bezirksregierung und den zuständigen Abfall- und Bodenschutzbehörden, den Landschaftsschutz- und den Wasserbehörden wohl erst jetzt bemerkt hat, befindet sich die Trasse des Vennbahnradweges dort in einem Wasserschutzgebiet. Die dafür geltenden Vorschriften gebieten es, das Bodenmaterial des Erdwalles – immerhin rd. 9.200 m³ bzw. 18.400 to. – wie belasteten Abfall zu behandeln. Deshalb muss das vor einem Jahr erst für den Bau des Vennbahnradweges abgetragene und wenige Meter seitlich daneben wieder aufgeschüttete Bodenmaterial aus Fels und verwittertem Ton nun wieder entfernt werden. Der Aufwand für den Abtransport der Bodenmaterials, die Entsorgung und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes wird mit 670.000 Euro veranschlagt.

2012_08_03_beiSchmithof_Vennbahnradweg_x1_F
Die Vennbahntrasse mit Gleis, Radweg und abgekipptem Bodenmaterial nahe der Monschauer Straße bei Schmithof, aufgenommen am 03. August 2012
2012_08_03_beiSchmithof_Vennbahnradweg_x2_F

Um den schwarzen Peter für diese peinliche Panne weiterzugeben, wird zur Ablenkung in der Presse erklärt, dass die Ursache für die Aufschüttung des Erdwalles eine Forderung der EVS gewesen sei, wonach der Radweg aus Sicherheitsgründen mindestens einen halben Meter unterhalb der Schienenoberkante liegen soll. Hätte die EVS nicht diese Forderung erhoben, so soll suggeriert werden,  ja dann hätten die Bürokraten auch alles richtig gemacht….. 😉

Was könnten die Eisenbahnfreunde Grenzland e.V. wohl alles bewirken, würde man ihnen 670.000 € zur Verfügung stellen…..

2012_08_03_zwRaeren_u_Schmithof_Vennbahnradweg_x3_F

4 Gedanken zu „670.000 € für die Vennbahntrasse…“

  1. Hallo zusammen,

    na das war mal wieder der „Brüller“ in Sachen Vennbahnradweg. Nicht das ich was dagegen habe, aber 670.000 Euro für einen Erdwall, der jetzt wieder weg muss.
    Nee man kann nur noch den Kopf schütteln!!!!
    Die bauen einen Radweg wo das zweite Gleis lag und den Aushub kippt man daneben!!!! Wundert sich dann dass dies Altlasten sind! Hier zeigt sich das ganze Ausmaß von der geballten Kompetenz, die uns in Aachen verwaltet.
    Mal abgesehen davon, hätte man mit dem Geld auch den Viadukt in der Rüst sanieren können.

    Nee – Radwege sind ja zur „Rettung“ des Weltklimas in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen…auch wenn diese nur für ein paar Monate genutzt werden, wie viel Tonnen Co2 spart dieser Weg eigentlich ein!??????? Gibt es darüber verbindliche Zahlen.
    Was würde die Vennbahn heute leisten können im Nah- und Ausflugsverkehr? Wie schnell wäre man von Walheim über Brand in Aachen??? Wieviele Bürger würden umsteigen auf die Bahn, weil diese autark ist und sich nicht Verkehrsraum mit dem Auto teilen muss usw. usw….

    Nee wenn man überlegt, dass diese Stadtverwaltung eine Campusbahn bauen wollte und schon einen Radweg nicht realisieren kann…dann muss man mal nach deren Kompetenzen fragen!

  2. Nochmal danke für das Einstellen der Bilder Herr Keller.

    Man beachte die Materialstärke des Fahrbahnbelags!!!

    Zumal würde ich gerne wissen, wie die zwischen Brücke und Gleis mit den Lkws durchkommen wollen!???

    MFG Michael

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.