Frühschoppen-Rückblick 2017

Kurzübersicht:

15. Januar 2017: Erörterung des Konzeptes für den Frühschoppen im Jahr 2017 und Fortsetzung des Themas „Alle reden vom Wetter… – der regionale Bahnbetrieb im Winter“.
19. Februar 2017: Vorführung eines Unfallverhütungs-Lehrfilms aus den 60er Jahren über Gefahren, die im Winter an den Arbeitsplätzen der Eisenbahner lauerten und einer Fotoserie über eine Winterfahrt in die Eifel anno 1982.
19. März 2017: „durch den Gemmenicher Tunnel…“ – Rückblick auf die Entstehung und die Entwicklung der Bahnstrecken Welkenraedt – Bleyberg – Gemmenich – Aachen-Templerbend und Aachen-West – Montzen.
23. April 2017: Unter dem Thema „Auf Meterspur durch Stolberg“ wurde an die Eröffnung der Straßenbahnlinie von Eilendorf über Atsch-Dreieck nach Eschweiler-Pumpe am 11. September 1897 erinnert.
21. Mai 2017: Zum Thema „Aktuelles rund um die Bahn“ wurden  aktuelle Planungen und Entwicklungen zur Eisenbahn in der Region betrachtet und von den Aktivitäten verschiedener Eisenbahnfreunde berichtet.
18. Juni 2017: Stefan Danners präsentierte den ersten Teil einer Bahnreise durch Österreich und widmete sich dabei ausführlich Niederösterreich und der Steiermark.  Die Fortsetzung der Bahnreise durch Österreich folgt vsl. am 20. August 2017.
16. Juli 2017: Die Bahn geht – das Ende des Bahnbetriebes auf der Strecke nach Münsterbusch mit den letzten Fahrten, dem Stilllegungsverfahren und dem Abbauzug. Mitglieder des niederländischen Modellbahnklubs „MSC Spijkspoor“ stellten ihr Projekt „Stolbergbahn“ vor, bei dem eine Spur 0-Anlage mit Motiven der Strecke nach Münsterbusch entsteht.
20. August 2017: Stefan Danners präsentierte den zweiten Teil seiner Bahnreisen durch Österreich und widmete sich dabei ausführlich der Steiermark sowie Vorarlberg und Tirol.
17. September 2017: Als regionale Jubiläen und Gedenktage wurde an die Eröffnung der Strecken Würselen – Kohlscheid (1.8.1892) und Raeren – Eupen (3.8.1887) sowie an die Schließung der Kokerei Anna in Alsdorf vor 25 Jahren (30.9.1992) erinnert.
22. Oktober 2017: Vor 40 Jahren –  Das Aus für die Bundesbahn-Dampfloks. Dietrich Nikel und Roland Keller erinnerten an das Ende des Dampflokeinsatzes bei der DB im Jahre 1977 und den Dampflokbetrieb beim Bw Rheine und auf der Emslandbahn.
19. November 2017: Reiseberichte von Franz-Rudolf Völl und Hans-Georg Dickmann und Vorführung eines Werbefilm aus den frühen 50er Jahren zum Fernverkehr der Bundesbahn.
17. Dezember 2017:  Erinnerung an die Stilllegungen der Kokerei in Alsdorf am 30. September 1992 und der Grube „Emil Mayrisch“ in Siersdorf am 18.12.1992.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 15. Januar 2017:

Zum Anfang des neuen Jahres wurden zunächst das Konzept des Frühschoppens und verschiedene Anregungen zur Änderung erörtert.  Um den munteren und fruchtbaren  Austausch im Teilnehmerkreis zu pflegen, sollen Vorträge zu größeren Themen künftig bei Bedarf ggf. auch auf zwei Termine verteilt werden. Vorträge werden sich auch weiterhin gerne an regionalen Themen orientieren, wobei überregionale „Highlights“nicht ausgeklammert werden sollen. Für das Jahr 2017 bieten sich einige Jubiläen oder „Gedenktage“, die im Rahmen des Frühschoppens einzeln oder gebündelt aufgegriffen werden könnten: 1872 Eröffnung der Strecke Aachen-Templerbend – Gemmenich – Bleyberg und die 1917 eröffnete Kriegsbahn Aachen-West – Montzen – Visé- Tongeren, 1887 die Eröffnungen der Strecken Stolberg – Münsterbusch und Eupen – Raeren, 1892 die Eröffnung des Lückenschlusses von Morsbach nach Kohlscheid (Kämpchen), 1897 die Eröffnung der Straßenbahnstrecke von Eilendorf über Atsch-Dreieck nach Eschweiler oder 1992 die Stillegung der EBV-Kokerei in Alsdorf und von „Emil Mayrisch“ in Siersdorf, der letzten EBV-Grube des Eschweiler Bergwerks-Vereins, die gleichzeitig auch das Ende des Dampflokeinsatzes im Deutschen Steinkohlebergbau markieren. Als Gemeinschaftswerk soll ferner die erste Regionalisierung einer Bahnstrecke in NRW, d.h. der Wechsel von der Deutschen Bundesbahn zur Dürener Kreisbahn auf den  Strecken Düren – Jülich und Düren – Heimbach im Frühschoppen thematisiert werden. Stefan Danners stellte außerdem einen Beitrag zum Bahnbetrieb am Erzberg (Österreich) in Aussicht. Im Jahr 2017 dürfte damit beim Frühschoppen für Eisenbahnfreunde keine Langeweile aufkommen.

Im Anschluss präsentierte Stefan Danners aus seiner Fotosammlung nochmals Motive vom regionalen Bahnbetrieb im Winter und vom Bahnbetrieb auf der Strecke Düren – Bedburg – Neuss.

Der Eisenbahnfreund Stefan Danners zeigte u.a. winterliche Eisenbahnmotive aus seiner Sammlung wie diese Aufnahme der Railion-Lok 152 023, die er am 30. Dezember 2010 auf dem Eschweiler Hauptbahnhof fotografiert hatte.

Der Eisenbahnfreund Arno Mörkens hatte aus seinem Fundus u.a. verschiedene Modelle von Schneepflügen im Maßstab 1:87 mitgebracht. Das fachkundige Publikum fand bei einem Modell (oben) sehr schnell die Unterschiede zum ehemaligen Schneepflug des Bw Stolberg (bzw. später Bw Aachen) heraus (unten, 1996 in Raeren aufgenommen).

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 19. Februar 2017:

Der Dürener Eisenbahnfreund Arno Mörkens präsentierte sein originalgetreues H0-Modell des Schrankenpostens 7 bei Vettweiß, mit dem er sich an einem Modellbauwettbewerb beteiligt.

Aus aktuellem Anlass folgte eine Fotoreportage über den Abtransport der ehemaligen EBV-Lok „Anna 9“ aus dem Tierpark Alsdorf am 18. Februar 2017.

Anschließend wurde ein Unfallverhütungs-Lehrfilm der Deutschen Bundesbahn aus den 1960er Jahren zu den Gefahren des Bahnbetriebes im Winter und eine Fotoserie über eine Winterfahrt auf der Strecke Gerolstein – Daun – Mayen und zurück aus dem Jahre 1982 gezeigt.
Blick aus einem Schienenbus auf die winterliche Eifelquerbahn bei Rockeskyll, aufgenommen am 16. Januar 1982.

290 310 am 27. März 1982 mit einer Übergabefahrt von Daun nach Wittlich im Bf. Hasborn.

Ergänzend folgte noch eine Fotoserie über eine Güterzugverfolgung entlang der Strecke Wittlich – Manderscheid – Daun. Danach informierte Gerd Mohr über die Möglichkeiten, die „Open Geo Data“ dem Eisenbahnfreund bietet.

Zum Ausklang wurde am 19. Februar  zusätzlich eine Fülle „analoges“ Material begutachtet.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 19. März 2017:


Im Fokus standen die zwischen 1870 und 1872 entstandenen Strecken von Welkenraedt über Moresnet und Plombières (bis 1919: Bleyberg), von Moresnet nach Kelmis (ehemals Neutral-Moresnet) und vom Aachener Bahnhof Templerbend über Gemmenich nach Plombières. Zusätzlich wurde auch die im Ersten Weltkrieg zwischen 1915 und 1917 errichtete Bahnstrecke von Aachen über Montzen und Visé nach Tongeren betrachtet, die bis heute Bestandteil der wichtigen Güterzugstrecke von den belgischen Seehäfen Antwerpen und Zeebrügge nach Deutschland ist. Der Eisenbahnfreund  Dietrich Nikel hatte packende Filmausschnitte aus den 60er Jahren vom Dampfbetrieb auf der Gemmenicher Rampe mitgebracht. Anschließend wurde
mit Hilfe von über 100 historischen und aktuellen Fotos eine virtuelle Reise entlang der Strecken, Bahnhöfe und Betriebsstellen unternommen. Als besonderen Gast konnte Herr Joachim Wirths begrüßt werden, der beim „Zweckverband Nahverkehr Rheinland“ den Bereich „SPNV-Investitionsförderung“ leitet und dem als Unterstützer vieler bedeutender Projekte der Schienenverkehr in Stolberg und in der Region Aachen vertraut ist.

Der heute verschwundene Bahnhof Bleyberg war einstmals ein bedeutender Bahnhof, auf dem die Bergisch-Märkische Eisenbahn Anschluss an das belgische Streckennetz, insbesondere an die Zinkerzgruben und die Zinkindustrie in Altenberg (Kelmis/La Calamine) und die Industrieregion um Lüttich fand.

Die Steigungsstrecke vom Bf. Aachen-Templerbend bzw. vom Bf. Aachen-West bis zum Gemmenicher Tunnel und auch der Tunnel selbst wurden bereits von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn im Zuge der 1872 eröffneten Bahnstrecke nach Bleyberg erbaut und von der 1917 eröffneten Strecke nach Tongeren mitbenutzt. Am 17. April 1990 wurden kurz vor dem Gemmenicher Tunnel die belgischen Dieselloks  5519 und 5506 mit einem Kohlenzug fotografiert.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom  23. April 2017:


Unter dem Thema „Auf Meterspur durch Stolberg“ wurde an die Eröffnung der Straßenbahnlinie von Eilendorf über (Stolberg-) Atsch-Dreieck nach Eschweiler-Pumpe am 11. September 1897 erinnert. Mit dieser Linie begann vor 120 Jahren die Geschichte der elektrischen Straßenbahn in Stolberg, mit ihrer Stillegung am 6. Oktober 1969 endete auch die Stolberger Straßenbahngeschichte wieder. Dazwischen war die Straßenbahn jahrzehntelang ein wichtiges Verkehrsmittel für die Stolberger Bevölkerung. Über diesen Frühschoppen wurde unter dem Titel „Die Geschichte der Tram wieder auferstehen lassen“ in den Lokalausgaben der Stolberger Tageszeitungen vom 25. April 2017 (Printausgabe) bzw. am 24. April 2017 online berichtet.

Rückblick auf den Frühschoppen vom  21. Mai 2017:

Zum Thema „Aktuelles rund um die Bahn“ wurden zunächst aktuelle Planungen und Entwicklungen zur Eisenbahn in der Region betrachtet. Wer sich damit noch einmal in Ruhe befassen möchte, findet hier die Quellen:
Gutachten zur „Ertüchtigung des Eisenbahnknotens Aachen“ von der „VIA Consulting & Development GmbH“ und anderen,
– Offenlage des Planfeststellungbeschlusses der Bezirksregierung Düsseldorf vom 27.03.2017 zum Um- und Ausbau des Flugplatzes Merzbrück sowie der Verschwenkung der Landebahn-(en),
Beschlussvorlage der Zweckverband Nahverkehr (-> SPNV & Infrastruktur – Rheinland) vom 24.03.2017, mit der die Verbandsversammlung einen Beschluss herbeigeführt hat, die Leistungsphasen 1 und 2 (= Grundlagenermittlung und Vorplanung) für die Elektrifizierung der EVS-Strecken zu finanzieren,
– Pressebericht der Stolberger Lokalzeitungen vom 4. Mai 2017 mit dem Titel „VSW strebt zusätzliche Lagerflächen am Hauptbahnhof an“.

Auszug einer auf Seite 51 des o.a. Gutachtens zur „Ertüchtigung des Bahnknotens
Aachen“ abgebildeten Skizze mit Vorschlägen zur Optimierung des Stolberger Hauptbahnhofs.

Anschließend berichteten mehrere Eisenbahnfreunde von ihren Aktivitäten in den vergangenen Wochen.

Peter Josef Otten gelang bei seinem Besuch in Bochum-Dahlhausen am 30. April 2017 dieses Foto einer Lokparade vor dem Ringlokschuppen des DGEG-Museums.

Stefan Danners hatte am 4. April 2017 auf dem Aachener hauptbahnhof das Glück, eine Überführungsfahrt von Belgien zum Siemens-Prüfcenter Wildenrath anzutreffen, bei der die Diesellok 1277.805-8 (ehem. NIAG-Lok 6) die SNCB–Triebwagen B-08587 und B-08586 im Schlepp hatte.

Mit einer historischen Fotoserie wurde außerdem an die Sonderfahrt eines ehemaligen  Trans-Europ-Express-Zuges über die Vennbahn am 4. Mai 1997 erinnert. Das Foto zeigt den TEE-Dieseltriebwagen auf dem Viadukt bei Büttgenbach.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 18. Juni 2017:


In der Stadt Stolberg wurde am Wochenende vom 9. bis 11. Juni 2017 das Kulturfest „Stolberg goes Österreich“ gefeiert. Der Frühschoppen für Eisenbahnfreunde griff dieses Thema auf. Stefan Danners präsentierte den ersten Teil einer Bahnreise durch Österreich und widmete sich ausführlich Niederösterreich und der Steiermark. Nach einer Vielzahl interessanter Fotos bildete ein von ihm selbst produzierter Film über den Bahnbetrieb in Selzthal und in der Umgebung von Erzberg und Gesäuse einen eindrucksvollen Abschluss.  Den zweiten Teil der Bahnreise durch Österreich wird er vsl. am 20. August 2017 präsentieren.
Am 08. August 1993 fotografierte Stefan Danners auf dem Bf. Eisenerz den ÖBB Schienenbus 5081.562 der Erzbergbahn vor seiner Rückfahrt nach Vordernberg Markt. Im Hintergrund steigt der imposante steirische Erzberg empor. In der Mitte im Bildhintergrund ist der Schichtturm zu sehen, der in der Frühzeit des Erzbergbaus die Bergleute zur „Schicht“ aufgerufen hat.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 16. Juli 2017:


An diesem Vormittag wurde das Ende der ehemaligen Güterzugstrecke von Stolberg Hbf nach Münsterbusch im Jahre 1982 betrachtet.  Anhand von Fotos und Dokumenten aus der Sammlung von Roland Keller aus den Jahren 1975 bis 1982 wurden die letzten Bahnkunden, das Bild der letzten Züge und der Rückbau der Gleisanlagen betrachtet. Als besondere Gäste konnten Richard Versteeg und Paul Ros vom niederländischen Modellbahnklub „Spijkspoor“ begrüßt werden, die eine rd. 240 km lange Fahrt von Spijkenisse bei Rotterdam nach Stolberg zurückgelegt hatten. Richard Versteeg stellte das Projekt „Stolbergbahn“ vor, bei dem der MSC Spijkspoor zur Zeit eine Spur 0-Anlage baut, die Motive der Strecke nach Münsterbusch aufgreift. Außerdem präsentierte Franz-Rudolf Völl von ihm eingefangene  Filmaufnahmen vom Abschluss der „Stoomtreindagen 2017“, die interessante Fahrzeugkombinationen und Rangierabläufe bei der ZLSM in Simpelveld zeigten.

Richard Versteeg vom MSC Spijkspoor erläutert das Projekt „Stolbergbahn“, bei dem im niederländischen Spijkenisse eine Spur 0-Anlage mit Motiven der Strecke Stolberg Hbf – Münsterbusch entsteht (oben und unten).
Das Fabrikgebäude, das noch heute am ehemaligen Gleisanschluss der „Aktienspinnerei Aachen“ (ASA) steht, wurde mit Hilfe von Lasertechnik authentisch ins Modell umgesetzt.

Als Dankeschön für ihren Besuch erhielten Richard Versteeg (links) und Paul Ros (rechts) ein Originalstück der Strecke nach Münsterbusch, das künftig vielleicht die Präsentation ihrer „Stolbergbahn“ bereichern kann.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 20. August 2017:

Schnappschuss vom Frühschoppen am 20. August 2017 mit einem ÖBB-Lokmodell aus der Sammlung von Silvia und Arno Mörkens.

Stefan Danners führte die Besucher beim zweiten Teil seines Berichtes über seine Bahnreisen durch Österreich zum „Erzberg“ in die Steiermark sowie nach Vorarlberg und Tirol.  Neben diversen Fotos führte er auch die beiden von ihm produzierten, jeweils rd. 20 Minuten langen Filme „Mit dem Schienenbus der Erzbergbahn von Eisenerz nach Vordernberg“ vom 8. August 1993 und „Mit dem Regionalzug 5517 und der 1020.004 an der Spitze von Bludenz nach St. Anton am Arlberg“ vom 6. September 1991 vor.


Am 20. August 2017 konnte der „Frühschoppen für Eisenbahnfreunde“ ein kleines Jubiläum begehen, denn es war der 25. Frühschoppen, der mittlerweile stattgefunden hat. Für ihr stetiges und reges Interesse sei an dieser Stelle allen Besuchern ebenso herzlich gedankt wie allen Unterstützern und Mitwirkenden, die zum guten Gelingen der Veranstaltungen beigetragen haben.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 17. September 2017:

Bevor das Jahr 2017 zu Ende geht, wurden im Rahmen des Themas „Regionale Jubiläen und Gedenktage“ drei erwähnenswerte historische Ereignisse aufgegriffen, die sich 2017 jähren: die Eröffnung der Strecke Eupen – Raeren, die vor 130 Jahren am 3. August 1887 gefeiert werden konnte und die Eröffnung der Strecke von Morsbach nach Kämpchen, die vor 125 Jahren am 1. August 1892 als Lückenschluss der Strecke von Stolberg über Würselen nach Kohlscheid stattfand.

Markante Punkte der Strecke von Morsbach nach Kämpchen waren der Wurmtalviadukt bei Würselen-Teuterhof und die im Hintergrund zu sehende Grube Gouley in Würselen-Morsbach (oben).

Am 3.8.1887 wurde zusammen mit der Vennbahnzweigstrecke Raeren – Eupen auch der neuerrichtete Bf. Eupen-Hook eröffnet. Im Bildhintergrund ist der aus Herbesthal kommende Eröffnungszug zu sehen.

Mit einem von Dietrich Nikel im Winter 1986 in Alsdorf gedrehten Film und einer Fotoserie von Roland Keller, die am 16. September 1992 in Alsdorf entstand, wurde außerdem an die Schließung der Kokerei Anna in Alsdorf am 30. 9.1992 erinnert.

Bis zum 30. September 1992 gehörten die alle 7 bis 10 Minuten aufsteigenden Dampfwolken vom Koksablöschen ebenso zur Alsdorfer Ortsbild wie der hohe Förderturm der Grube Anna und die mächtigen Kohletürme der Kokerei…

Zwei Wochen vor der Schließung der Kokerei Anna in Alsdorf konnte man auf dem Grubenbahnhof in Alsdorf immer noch Szenen wie diese einfangen: Die EBV-Lok Anna 8 rangiert am 16. September 1992 mit Koks beladene Waggons, während bei der Kokerei gerade eine Koksbatterie ausgedrückt wird und die glühende Koksmasse in einen Löschwagen fällt.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 22. Oktober 2017:

Dietrich Nikel und Roland Keller widmeten sich dem Thema „Vor 40 Jahren –  Das Aus für die Bundesbahn-Dampfloks“. Im Jahre 1977 endete bei der  Deutschen Bundesbahn der reguläre Einsatz von Dampflokomotiven. Schon am 28. Mai 1977 wurden die letzten Dampfloks des Ruhrgebiets beim Bw Gelsenkirchen-Bismarck abgestellt. Einige ölgefeuerte Loks der Baureihen 042 und 043 erlebten im Sommer 1977 vor Güterzügen auf der Emslandbahn zwischen Rheine und Emden eine letzte Gnadenfrist, bevor der „Traktionswandel“ bei der Deutschen Bundesbahn hier am 24. September 1977 seinen Abschluss finden sollte. Am 26. Oktober 1977 erlosch im Bw Emden schließlich das Feuer im Kessel der letzten Bundesbahn-Dampflok.

Dietrich Nikel präsentierte den rd. 45 Besuchern mit vielen Fotos und mehreren Filmen aus seinem Fundus einen faszinierenden Rückblick auf den Dampflokeinsatz beim Bw Rheine und auf der Emslandbahn.

Dietrich Nikel hatte das Bw Rheine auch zum dortigen Dampflok-Abschiedsfest (10./11. September 1977) besucht. So konnte er den Besuchern des Frühschoppens auch seine Eindrücke vom 11. September 1977 schildern.

Die geplante Umstellung der Emslandbahn auf elektrischen Fahrbetrieb gelang jedoch erst im Spätsommer 1980. Zwischen 1977 und 1980 mussten dort zunächst die bulligen Dieselloks der BR 221 die Leistungen der Dampfloks übernehmen. Zusätzlich wurde deshalb auch an die kurze Einsatzzeit der BR 221 rund um Rheine erinnert.

Vor den 4000 t-Erzzügen, die bis 1977 von zwei Loks der BR 043 von Emden nach Rheine geschleppt wurden, mussten von 1977 bis Ende September 1980 zwei V 200 zum Einsatz kommen. Am 02. August 1980 wurden an der Bk Mehringen 221 125 und 221 126 mit einem „langen Heinrich“ unter der zwar bereits fertig installierten, aber noch nicht unter Strom gesetzten Fahrleitung fotografiert.

Zu diesem Frühschoppen gab es in den Stolberger Tageszeitungen am 19. (online-Ausgabe) bzw. am 20. (Printausgabe) Oktober 2017 unter dem Titel „Ein Blick zurück in die Geschichte bei den Eisenbahnfreunden“ eine interessante und detaillierte Vorankündigung.
Zusätzlich erschien darüber in den Stolberger Lokalausgaben der Aachener Tageszeitungen (online am 26. Oktober / in den gedruckten Ausgaben am 27. Oktober) der vom Redakteur Toni Dörflinger verfasste ausführliche Bericht „Stolberger Eisenbahnfreunde: Historische Dampfloks zum Frühschoppen“.)

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 19. November 2017:

Der Eisenbahnfreund Gerd Mohr stellte ein von ihm konstruiertes Spezialstativ für Reproaufnahmen vor, mit dem insbesondere größere Pläne und Karten mit allen gängigen Kompakt- oder Spiegelreflexkameras auf einfache Weise digitalisiert werden können (oben und unten).  Damit wird es künftig wesentlich erleichtert, ein digitales Archiv der regionalen Eisenbahninfrastruktur und Verkehrsgeschichte aufzubauen. Wer dieses Projekt unterstützen und Material zur Digitalisierung zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne unter „mail@eisenbahn-stolberg.de“ melden.

Franz-Rudolf Völl berichtete von verschiedenen Bahnerlebnissen im September 2017, als er eine Reise unternahm, die ihn u.a. zum tschechischen Bf. Becov nad Teplou (oben) auf der Südseite des Erzgebirges sowie nach Cranzahl und Oelsnitz im Erzgebirge (unten) führte, wo er beim Karl-Liebknecht-Schacht die 52 8199 (unten) antraf.

Anschließend bot Hans-Georg Dickmann aus Zweifall mit einem von ihm im August 2011 gedrehten Film die Möglichkeit zu einer virtuellen Mitfahrt im exklusiven Sonderzug „Classic Courier“ von Würzburg über Leipzig, Dresden, Görlitz, Breslau und Gleiwitz nach Krakau.

Die Motive aus dem Film zeigen den Lokwechsel in Görlitz mit der PKP-Diesellok SU46-037 (oben) und die PKP-E-Lok EP07-242 am „Classic Courier“ in Breslau Hbf (unten).

In einem farbigen Werbefilm aus dem Jahre 1953 drehte sich anschließend eine halbe Stunde lang alles um den Fernverkehr der jungen Deutschen Bundesbahn, der von den „blauen F-Zügen“, schnittigen Dieselloks der Baureihe V 200 und Triebwagen der Baureihe VT 08 geprägt war.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 17. Dezember 2017:

Die Gäste des Frühschoppens blickten zurück auf die Stilllegungen der Kokerei in Alsdorf und der Grube „Emil Mayrisch“ in Siersdorf am Ende des Jahres 1992. Die Schließung dieser letzten Betriebe des Eschweiler Bergwerks-Vereins markiert gleichzeitig auch das Ende des Dampflokeinsatzes im Deutschen Steinkohlebergbau.

Neben einer  Reportage von der Schließung der Grube „Emil Mayrisch“ am 18.12.1992 und einem Bericht über den Abbruch der Bergwerksanlagen in Alsdorf wurde der vom Bergbau geprägte Betrieb auf den Schienenwegen nördlich von Aachen in der Endzeit des Steinkohlebergbaus beleuchtet. Über den Frühschoppen wurde am 20. Dezember 2017 auch in den Stolberger Lokalausgaben der regionalen Tageszeitungen berichtet.

Zwei Jahre nach der Schließung der Kokerei in Alsdorf wurden dort im September 1994 die beiden markanten Kohletürme gesprengt, die auf unzähligen Fotos von Eisenbahnfreunden als imposante Hintergrundkulisse festgehalten wurden.

Arno und Silvia Mörkens berichteten von ihren gemeinsamen Erlebnissen auf Fototouren in der Region. So hatten sie 1988 das Glück, spontan zu einer Mitfahrt auf einer Dampflok der Grube Anna eingeladen zu werden.

Auch Peter-Josef Otten fotografierte häufig den Bahnbetrieb in Alsdorf. An einem der gern besuchten Fotostandorte abseits des Grubenbahnhofs fotografierte er am 13. Mai 1988 nahe der Bergarbeitersiedlung an der Zollernstraße die EBV-Lok „Anna N 5“, die zum Umsetzen eines Leerzuges bis weit auf die Bundesbahnstrecke vorziehen musste..

 

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