Ausstellung: 130 Jahre „Flitsch“ – Oleftalbahn Kall-Hellenthal

Fotos und Collagen von Marita Rauchberger
in der Galerie „Eifel Kunst“ in Gemünd

Ausstellung_Kall_Hellenthal_Vorderseite

In diesem Jahr wird die Eisenbahnstrecke von Kall nach Hellenthal (Oleftalbahn), die „Flitsch“, 130 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt Marita Rauchberger in der Galerie „Eifel Kunst“, Schleidener Straße 1, 53937 Schleiden-Gemünd, vom 29. Juni bis zum 3. August ihre Foto- und Fotocollagenausstellung zur Oleftalbahn.

2010_08_01_BfHellenthal_RSE_MAN_VT_x1_F

Marita Rauchberger schreibt zu ihrer Foto- und Fotocollagenausstellung:

Ausstellung_Kall_Hellenthal_Rueckseite

1884 – eine Bahnstrecke wird eröffnet. Sie soll wirtschaftlichen Segen in die Region bringen, kommt aber dafür um Jahre zu spät, denn die Unternehmen, die den Menschen Lohn und Brot brachten, sind schon lange weggezogen, weil es keine Bahnanbindung gab.
Die Flitsch ist nicht als strategische Bahn gebaut worden. Dennoch gingen der Erste und Zweite Weltkrieg nicht spurlos an ihr vorbei.
So diente sie zum Materialtransport der nicht unerheblichen Bauten des Westwalls und der monströsen NS-Ordensburg Vogelsang.
Während der beiden Weltkriege fuhren mit der kleinen Bahn auch unendlich viele Eifeler Männer in den Krieg. Fort aus der Eifel zu den Sammelplätzen und von dort weiter zu den Kampfplätzen hin. Zurück ließen sie Frauen, Mütter und Kinder, die ihnen nachweinten und die viele von ihnen auch nie wiedersahen. Und es kamen auch Soldaten und Kriegsmaterial mit dieser Bahn in Hellenthal an. Soldaten, die von dort weiter an die Front marschierten.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann die Bahnstrecke militärisch genutzt. Wir erinnern uns an die vielen Panzerzüge, die bis Höddelbusch fuhren und dann dort ihre Fracht nach Vogelsang schickten. Soldaten übten wieder für Kriege!
Nachdem 2005 der Truppenübungsplatz Vogelsang aufgegeben wurde, fand der militärische Nutzen der Bahnstrecke ein Ende.
Der 17,8 km lange Schienenstrang von Kall nach Hellenthal hat einiges zu erzählen.
1981 für den Personenverkehr stillgelegt, fristete die Flitsch einige Jahre einen Dornröschenschlaf und gab Spekulationen um Radweg, Umgehungsstraße und damit Abriss Nahrung. 1995 gründete sich die Bahn- und Businitiative Schleidener Tal mit der Absicht, die Bahnstrecke zu reaktivieren.
Erste Züge fuhren bis Olef, dann Höddelbusch, dann Schleiden und am 1. August 2010 konnte die komplette Strecke von Kall nach Hellenthal wieder befahren werden.
Die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) betreibt die Strecke mit Sonn- und Feiertagsverkehr von Mai bis November.
Die Flitsch hat einige Besonderheiten: die einzigartige Ortsdurchfahrt Olef und sie ist das längste Denkmal in NRW. Denn seit 2012 steht sie unter Denkmalschutz.
Die Ausstellung ist ein Rückblick auf eine vergangene Zeit, in der die Eisenbahn auch im Oleftal als Segen empfunden wurde. Zugleich möchte ich damit die Perspektive wagen, dass in Zukunft die Existenz der Eisenbahn im Oleftal wieder als Segen empfunden wird.
Ebenfalls wird die Skulptur der Künstlerin Christine Santema, Köln „ Ausgemustert I“ ausgestellt.
Klaus Ranglack, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schleiden, wird die Ausstellung eröffnen. Gisela Neveling, Vorsitzende der Bahn- und Businitiative Schleidener Tal (BuBI), wird ein Grußwort sprechen.
Hubert Jost wird die Ausstellungseröffnung musikalisch begleiten.

2011_09_11_Olef_VT95_x2_F

Herzliche Einladung zu dieser Ausstellung, die am 29. Juni 2014 um 15 Uhr in der Galerie „Eifel Kunst“, Schleidener Straße 1, 53937 Schleiden-Gemünd, eröffnet wird. Öffnungszeiten: freitags und sonntags von 14-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung: 0157 36941876.

Mit freundlichen Grüßen

Marita Rauchberger
Galerie „Eifel Kunst“ / Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.