vor 40 Jahren: Stolberger Dampfloks vor dem Ende

Am 27. September 1975 endete beim Bahnbetriebswerk Stolberg der planmäßige Dampflokeinsatz. Anfang September 1975 konnte man in Stolberg noch folgende Dampfloks antreffen:
050 023, 164, 185, 622, 788, 806,
051 421, 462, 494, 565, 789, 864,
052 167, 474, 549, 692, 916, 928
053 031

Auch wenn im September 1975 – damals gab es noch keine Sommerzeit – schon früh am Abend das Licht für gute Fotos fehlte und einige trübe Tage zu verzeichnen waren, so spürte ich dennoch den Stolberger Dampfloks nach. In kurzer Zeit sollte die Dampflokzeit Vergangenheit sein…

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Schon am 28. August 1975 konnte ich die 051 494 erwischen, als sie nachmittags auf der Brücke der Verbindungsbahn die Strecken nach Walheim und Münsterbusch sowie die Rhenaniastraße und die Probsteistraße überquerte.

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Vom „Hausbahnsteig“ aus fotografierte ich am Nachmittag des 3. September 1975 die 050 806, als sie mit einem Übergabezug zum Bezirk V das Gleis 1a benutzte.

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Nahe des Stellwerks „Sa“ konnte ich – mehr schlecht als recht – 050 164 abpassen, als sie über die Verbindungsbahn in den östlichen Teil des Stolberger Hauptbahnhofs überwechselte. Das Bild hält zumindest die Erinnerung an die damalige Eisenbahnatmosphäre und die Stimmung wach…

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Der letzte fotografische Versuch an jenem 3. September 1975 galt der Ausfahrt der 050 622 in Richtung Aachen, die ebenfalls vom „Hausbahnsteig“ aus – gegenüber des Stellwerks „St“ – miterlebt wurde.

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Am 9. September 1975 gönnte ich mir einen intensiveren Fotoausflug in das Bahnbetriebswerk Stolberg. Eine Tagesversicherung war die „Eintrittskarte“. Ein Erinnerungsstück, das bis heute aufbewahrt wurde!

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Im Bahnbetriebswerk gab es zwischen der Lokleitung und dem Sozialgebäude sogar eine kleine und recht gepflegte Grünanlage – Arbeitskultur á la Deutsche Bundesbahn…

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Auf dem Weg vom Lokschuppen zum Bahnhofsbezirk IV musste 050 164 die Drehscheibe benutzen.

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Blick aus dem Ringlokschuppen auf 050 164, die zwischen der Lokleitung (links) und dem Sozialgebäude (rechts) auf das Ausrücken zu einem neuen Einsatz wartete.

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Auf den Abstellgleisen zwischen Bekohlungsanlage und Wagenhalle standen die Dampfloks, die als „Kaltreserve“ vorgehalten wurden. Hier konnten 051 462 und 050 023 angetroffen werden. Hinter der 051 462 stand außerdem noch die Lok 050 185.

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An der Bekohlung war gerade 052 167 eingetroffen – seinerzeit die schönste Dampflok des Bw Stolberg. Vom Dampflokabschied beim Bw Mayen Ende Mai 1975 hatte sie noch aufgemalte silberne Kesselringe und rote Griffstangen behalten.

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Nach dem Ausschlacken und der Versorgung mit Kohlen, Wasser und Sand wurde die 052 167 im Bereich des Ringlokschuppens abgestellt. Über die Drehscheibe erreichte sie den ihr zugedachten Standplatz.

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Auf den im Bw Stolberg „die Freiheit“ genannten Gleisen im Bereich des im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstörten Teiles des Ringlokschuppens waren bereits die Loks 050 164 und 051 565 geparkt. Links davon lauerte im Lokschuppen schon die 215 047, Teil der Dieselkonkurrenz, die wenige Wochen später den Betrieb übernehmen sollte.

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Blick von der Lokleitung aus auf Drehscheibe und Lokstände des Bw Stolberg. Eine unvergessene Erinnerung…

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Am 25. September 1975 entstand dieses Foto vom Rangierbezirk V und seinem Stellwerk „Sif“. Im Hintergrund ist auf den Gleisen noch eine Lok der BR 50 zu sehen. Zwei Tage später endete der planmäßige Einsatz der Dampfloks beim Bahnbetriebswerk Stolberg.

40 Jahre ist es nun her. Neben der beeindruckenden Eisenbahnatmosphäre ist vor allem auch die Freundlichkeit und die angenehme Wesensart der Stolberger Eisenbahner in Erinnerung geblieben. Ohne ihre Offenheit für Eisenbahnfreunde, ihre Freude an der Arbeit als Eisenbahner und ihre Hilfsbereitschaft wäre es heute nicht möglich, diese Rückblicke auf die Stolberger Eisenbahngeschichte zu zeigen.

Wer Fotos aus der Dampflokzeit in Stolberg hat, die er zur Erinnerung an diese Epoche auch einmal anderen Menschen mit einem Herz für die Stolberger Eisenbahngeschichte zeigen würde, ist jederzeit herzlich eingeladen, seine Schätze hier zu zeigen. Fotos von Loks und Bahngebäuden oder Gleisanlagen sind ebenso willkommen wie Bilder aus dem Arbeitsalltag der Eisenbahner. Eine kurze Nachricht an mail@eisenbahn-stolberg.de genügt. Selbstverständlich wird auch gerne beim Kopieren (Scannen bzw. Digitalisieren) geholfen, so dass die Originalfotos natürlich beim Eigentümer/bei der Eigentümerin verbleiben können.

Erinnerungen an den 3. und 4. April 1976

Am 3. und 4. April 1976 veranstaltete die Bundesbahndirektion Köln in Stolberg ihr Dampflokabschiedsfest, das mehrere zehntausend Menschen anlockte und das Bahnbetriebswerk Stolberg für zwei Tage in das Licht der Öffentlichkeit zog. Für viele Stolberger Eisenbahnfreunde ist es nicht ungewöhnlich, an diesem Gedenktag in Ihre Fotosammlung zu schauen und die Eindrücke von damals wieder einmal aufleben zu lassen. Auch nach nunmehr 39 Jahren kann man noch das Glück haben, bei Eisenbahnfreunden auf bislang unbekannte Bilder davon zu stoßen. So danke ich hier Herrn Bellingradt, dass er es ermöglicht, die nachfolgenden sechs Fotomotive aus seiner Sammlung zu zeigen:

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89 7159 (die „Moll´sche T3“) am 3. April 1976 auf der Drehscheibe des Bw Stolberg, in dem seinerzeit die Besucherscharen dicht gedrängt die Vorführungen verschiedenster Dampfloks verfolgten.

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Blick von den Lokbehandlungsanlagen auf die Lokleitung und den Ringlokschuppen am 3. April 1976. Mit den drei links zu sehenden Loks der BR 50 wurden Führerstandsmitfahrten angeboten, ganz rechts stand die riesige Güterzuglok 45 010, die mit ihrer Achsfolge 1´E 1´ und ihren Dimensionen auch als kalte Lok faszinierte.

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Zu den Gästen gehörten mit 044 216 und 044 508 auch zwei Dreizylinderloks, die unter Dampf standen und mit ihrem Drillings-Sound für akustische Abwechslung sorgten.

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Zwischen Stolberg Hbf und Aachen Hbf verkehrte eine große Zahl von Pendelzügen, die beiderseits mit Loks der BR 50 bespannt waren und den Besuchern noch einmal das Reisegefühl aus der Dampflokzeit vermittelten. Hier verlässt ein solcher Zug am 3. April 1976 mit der vom Bw Duisburg-Wedau nach Stolberg entsandten 050 651 den Stolberger Hauptbahnhof.

Während der 3. April 1976 ein sonniger Frühlingstag war, zeigte sich der 4. April trüb und regnerisch. In der zweiten Tageshälfte breitete sich Dauerregen aus.

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Zwischen dem Nirmer und dem Eilendorfer Tunnel dampfte 050 164 am Vormittag des 4. April 1976 mit einem der Pendelzüge in Richtung Aachen Hbf.

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Im Laufe des 4. April 1976 wurde der Regenschirm unentbehrlich. Dennoch ließen sich die Besucher nicht davon abhalten, noch einmal dem Dampflokbetrieb beizuwohnen und im Bahnbetriebswerk zu beobachten, wie die Dampfloks (hier 051 462) mit Kohle und Wasser versorgt und entschlackt wurden.

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Szene an der Ausschlackgrube des Bw Stolberg. Nach Abschluss der Versorgungsarbeiten verlässt 051 462 das Betriebswerk. Links wartet 98 727 , bis das Gleis für sie frei ist.

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Am Vormittag des 4. April 1976 startete 053 031 mit fünf Waggons des Rheingold-Zuges von 1928 von Stolberg Hbf aus nach Raeren.

Im Jahre 2016 gibt es den 40. Jahrestag des Dampflokabschiedsfestes der Bundesbahndirektion Köln zu feiern. Wer weiß, welche Fotos es dann vielleicht noch zu sehen gibt….

50 Jahre E 03 – auch in der Region Aachen…

(letzte Ergänzung: 10. März 2015)

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103 240 am 24. September 1988 auf dem Stolberger Hauptbahnhof.

Am 11. Februar 1965 lieferte die Firma Henschel in Kassel die Lok E 03 002 an die Deutsche Bundesbahn aus. Sie war die erste Vorserien-Lokomotive einer Baureihe, die zur Legende werden sollte. Im März 1965 wurde die E 03 001 übergeben, der bis Juni 1965 die Loks E 03 003 und 004 folgten. Von dieser schweren sechsachsigen, für den schnellen Reisezugverkehr konstruierten „Schnellfahrlokomotive“ wurden zunächst nur diese vier Prototypen gebaut, um sie eingehend zu erproben. 1968 erhielten die vier Vorauslokomotiven die Loknummern von 103 001 bis 103 004. Erst als die vier Loks ihre Serienreife unter Beweis gestellt hatten, wurden von 1970 bis 1974 insgesamt 145 Serienlokomotiven gebaut, die als 103 101 bis 245 in Betrieb genommen wurden. Als erste Serienlokomotive wurde 103 109 am 27. Mai 1970 ausgeliefert, als letzte wurde am 11.Juli 1974 die 103 245 abgenommen.

Die Loks der BR E 03 bzw. 103 gehören neben den Dieselloks der BR V 200 und den Dieseltriebwagen der BR VT 11.5 zu den markantesten Loks der Deutschen Bundesbahn. Mit einer Dauerleistung von 7.440 kW (10.116 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h waren sie seinerzeit die stärksten einteiligen Lokomotiven der Welt. Die dynamisch wirkende Kopfform der Lokomotiven wurde von der TH Hannover durch Versuche im Windkanal ermittelt. Am 26. Juni 1965 erreichte ein fahrplanmäßiger, mit Reisenden besetzter Zug der Deutschen Bundesbahn zwischen München und Augsburg zum ersten Mal eine Geschwindigkeit von 200 km/h – bespannt von einer der ersten vier Loks der BR E 03! Ein Stück Zeitgeschichte erlebte auch die E 03 002 am 25. Juni 1966. Mit einem Sonderzug von München nach Mülheim an der Ruhr beförderte sie die legendären „Beatles“ während ihrer einzigen Deutschlandtour, der „BRAVO-Beatles-Blitztournee“, zu ihren beiden Konzerten in der Essener Grugahalle.

Ihr Haupteinsatzgebiet waren zunächst die exklusiven Trans-Europ-Express-Züge. Als die Deutsche Bundesbahn Anfang der 70er Jahre das „Intercity“-Netz aufbaute, prägten die Loks der BR 103 das Gesicht dieses revolutionären neuen Zugangebots. Bis heute ist die BR 103 die leistungsstärkste Loktype, die eine deutsche Staatsbahn je im Liniendienst eingesetzt hat. Über 25 Jahre lang waren diese Loks vor schweren, aus 10 bis 14 Waggons gebildeten Intercity-Zügen über lange Strecken mit planmäßigen Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h im Dienst. Sie erreichten durchschnittlich Laufleistungen zwischen 35.000 und 42.000 km pro Monat bzw. rd. 350.000 km im Jahr. 103 157 fuhr im Juli 1972 an 31 Betriebstagen 50.251 km und hält damit bis heute den Rekord der höchsten erbrachten Laufleistung in Deutschland.

Bereits in den 1970er Jahren wurde die 103 118-6 mit einem geänderten Getriebe ausgestattet und für eine Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h zugelassen. Am 12. September 1973 erreichte sie zwischen Gütersloh und Neubeckum eine Höchstgeschwindigkeit von 252,9 km/h. Am 14. Juni 1985 stellte die mit einer speziellen Getriebeübersetzung versehene 103 003 mit einem Versuchszug des Bundesbahnzentralamtes Minden zwischen Brackwede und Neubeckum mit einer Geschwindigkeit von 283 km/h einen bis 1993 gültigen Geschwindigkeitsrekord auf deutschen Schienen auf.

Ab dem Sommerfahrplan 1988 gingen die Zugleistungen der Baureihe 103 erstmals zurück, weil die ersten Serienexemplare der ebenfalls 200 km/h schnellen Baureihe 120 mit Drehstromantrieb in Dienst gestellt wurden. Die zahlreichen Tunnel auf der neuen Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg setzten den Einsatz druckertüchtigter Fahrzeuge voraus, wozu die 103 nicht zählte. Mit der schrittweisen Einführung des ICE ab Mitte 1991 verlor der InterCity allmählich seinen Status als Spitzenprodukt der Deutschen Bahn, und damit sank die Bedeutung der Baureihe 103 weiter. Ab 1997 begann die Ausmusterung der legendären Loks. Im Jahre 2003 endete ihr regulärer Einsatz. Einige Loks sind lange Jahre darüber hinaus betriebsfähig erhalten geblieben (bspw. 103 113, 103 184, 103 235, 103 245) und wurden im Sonderreiseverkehr und sogar vor Planzügen eingesetzt. Selbst nach 50 Jahren kann man im Jahre 2015 noch einzelne „E 03“-Loks im Betrieb erleben.

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Bis zum Dezember 2014 wurde das Zugpaar IC 118/119 zwischen Stuttgart und Münster planmäßig mit einer Lok der BR 103 bespannt. Am 11. September 2014 wurde dabei 103 235 im Einsatz vor dem IC 118 auf dem Bonner Hauptbahnhof fotografiert.

 

Aus diesem Grund soll hier einmal den Spuren der Baureihe 103 in der Region Aachen nachgegangen werden.

Als die Strecke Köln – Aachen – Lüttich im Mai 1966 auf elektrischen Fahrbetrieb umgestellt wurde, verkehrten die festlich geschmückten Sonderzüge noch mit Loks der BR E 10 und belgischen Mehrsystemloks. Auch bei der Aufnahme des elektrischen Fahrbetriebes zwischen Aachen und Mönchengladbach im Mai 1968 wurden die Eröffnungssonderzüge „nur“ mit Loks der BR E 10 bespannt.
Doch schon im Juli 1967 sorgte die Schnellfahrlok E 03 004 für Aufsehen, als sie bei Hochgeschwindigkeitsmessfahrten zwischen Aachen und Stolberg zum Einsatz kam, bei denen im Bereich des neu gebauten Nirmer und des Eilendorfer Tunnels die Druckverhältnisse bei Zugbegegnungen in Tunnelröhren untersucht wurden.

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Im Juli 1967 wurde die damals gerade zwei Jahre alte 103 004 im Bezirk III des Stolberger Hauptbahnhofs vor dem Start zu einer Messfahrt in Richtung Aachen im Bild festgehalten.

Wann und mit welchen Zugleistungen die ersten Loks der BR 103 planmäßig nach Aachen Hbf bzw. in die Region kamen, ist mir nicht genau bekannt. Gleichwohl dürften sie vor TEE-Zügen und internationalen Fernreisezügen schon Anfang der 70er Jahre in Aachen anzutreffen gewesen sein. Einen tragischen Hinweis auf den frühen Einsatz der BR 103 liefert das Eisenbahnunglück vom 29. Februar 1972, bei dem die vor dem E 1766 (Hamburg – Aachen) eingesetzte 103 173 im Bf. Kohlscheid auf  215 044 prallte, die kurz zuvor eine Schubleistung erbracht hatte.
Meine ersten Bilddokumente von Loks der BR 103 in Stolberg sind im Februar 1975 entstanden.

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Am 06. Februar 1975 fotografierte ich aus dem Stellwerk „St“ heraus, wie 103 154 mit dem D 240 (Moskau – Paris) durch den Stolberger Hauptbahnhof raste.

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre gehörte die BR 103 für mich zum alltäglichen Erscheinungsbild der Deutschen Bundesbahn. Wenn keine „standesgemäßen“ Züge als Rückleistungen bereitstanden, konnte man diese Loks mit „Füll-Leistungen“ selbst vor Eil- und Nahverkehrszügen beobachten.

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Bei diesem Foto diente die Lok der BR 103 nur als ansprechender Vordergrund bei der Bildgestaltung. Dennoch zeigt das Foto vom 28. August 1975, dass die BR 103 schon zu dieser Zeit zwischen Aachen und Köln auch vor Eil- und Nahverkehrszügen eingesetzt wurde.

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Als am 03. und 04. April 1976 im Bw Stolberg das Dampflokabschiedsfest der Bundesbahndirektion Köln veranstaltet wurde, hatte man dort 103 217 als Vertreterin der modernen Bundesbahn ausgestellt. Sie dürfte allerdings zu den am wenigsten fotografierten Loks dieser Veranstaltung gehört haben.

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Am 15. September 1978 wurde 103 189 in Düren an der Dreigurtbrücke über die Rur mit einem D-Zug fotografiert. An zweiter Stelle läuft ein Waggon der SNCF.

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Auf dem Bf. Düren entstand am 15. September 1978 auch das Foto von  103 240, die dort mit einem zeittypischen, aus „Silberlingen“ gebildeten Eil- oder Nahverkehrszug einem Akkutriebwagenverband mit 815 710 begegnete.

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Der D 435 „Parsifal“ gehörte zwischen Aachen und Köln auch einmal zu den Stammleistungen der BR 103. Am 09. Oktober 1979 wurde der D 435 wegen der Lokführerschulung auf die neuen, für die S-Bahn Rhein-Ruhr beschafften Loks der BR 111 aber von 111 139 durch Stolberg Hbf gezogen, während 103 130 – ohne Stromabnehmer am Fahrdraht – nur mitgeschleppt wurde.

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Selbst vor Expressgutzügen mussten sich die Loks der BR 103 zwischen Köln und Aachen verdingen, wie das am frühen Morgen des 23. Dezember 1981 auf dem Stolberger Hauptbahnhof aufgenommene Foto von 103 239 belegt.

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Als die Deutsche Bundesbahn im Jahre 1985 das Jubiläum „150 Jahre Eisenbahn in Deutschland“ feierte, war der Ruhm von Fahrzeugen wie dem einstigen TEE-Triebwagen 601 001 und 601 005 ebenso wie der 103 216, die am 18. August 1985 auf dem Aachener Hauptbahnhof zusammentrafen, schon verblasst. Mit dem ersten Prototyp des ICE und den ersten Serienfahrzeugen der Drehstromlok BR 120 waren ihre Konkurrenten bereits auf den Plan getreten.

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Der zwischen Aachen und Hamburg verkehrende IC „Karolinger“ gehörte in den 80er Jahren zu den Starzügen auf der Strecke Köln – Aachen. Am Morgen des 23. April 1986 brauste 103 193 vor diesem IC durch den Stolberger Hauptbahnhof.

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Ein für die 80er Jahre alltägliches Bild des Aachener Hauptbahnhofs. Loks der BR 103 waren auf dem Grenzbahnhof häufig anzutreffen. Am 24. Juni 1986 war 103 191 neben den an ihrer Ladestation aufgestellten Akku-Steuerwagen 815 784 und 815 782 geparkt.

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Ab 1979 kamen die Vorserienloks der BR 103 in den Versuchsdienst und wurden von den Bundesbahnzentralämtern Minden und München aus eingesetzt. Hier absolvierten sie auch verschiedenste Versuchs- und Messfahrten für die Erprobung neuer Eisenbahnfahrzeuge. Erst 1997 endete der Versuchsbetrieb mit der letzten Vorserienmaschine 750 001, der ehemaligen E 03 001. Bei einem solchen Einsatz konnte 103 001 am 25. Juni 1986 auf dem Aachener Hauptbahnhof angetroffen werden.

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Am Abend des 10. September 1987 wurde 103 205 mit dem langen, nach Aachen Hbf verkehrenden N 3012 bei der Einfahrt in den Eschweiler Hauptbahnhof fotografiert.

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Am 24. September 1988 feierte man das hundertjährige Bestehen des Stolberger Hauptbahnhofs mit seinem 1888 errichteten Bahnhofsgebäude. Auch zu diesem Anlass wurde mit 103 240 eine der seinerzeit schon legendären Loks der BR 103 ausgestellt. Der Lokführer der 103 240 schaut offenbar etwas irritiert auf den Schienenbus des Eisenbahnamateurklubs Jülich herab, der in den Farben lackiert war, die seinerzeit dem hochwertigen Reisezugverkehr vorbehalten waren…

In den 90er Jahren erlebten die Loks der BR 103 vor Interregiozügen auf der Strecke Aachen – Herzogenrath – Mönchengladbach ihre letzte Blütezeit in der Region. Doch auch auf der Strecke Köln – Aachen war sie zu dieser Zeit vor den internationalen D-Zügen von Köln nach Oostende noch regelmäßig anzutreffen.

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Als Düren noch belgische Garnisonsstadt war, hielten die zwischen Köln und Oostende verkehrenden D-Züge regelmäßig dort. Der Eisenbahnfreund Arno Mörkens, dem ich für seine Bildspenden an dieser Stelle herzlich danke, hat an einem Sommerabend im Jahre 1986 fotografiert, wie 103 235 mit einem solchen, aus Köln kommenden Zug gegen 20:30 Uhr auf Gleis 1 des Dürener Bahnhofes einläuft (oben). An einem anderen Sommerabend 1986 nutzte Arno Mörkens das gute Licht, um einen von Oostende kommenden Zug in Düren aufzunehmen. Zuglok dürfte hier 103 154-0 gewesen sein.
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103 167 in klassischer Lackierung, mit aufgeschraubtem DB-Keks aus Aluminium auf den Stirnseiten und mit Pufferverkleidungen, auf der Rangierfahrt vom oder zum Zug in der Halle des Aachener Hauptbahnhofs, aufgenommen im Jahre 1988.

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Zu den „Exoten“ unter den Loks der BR 103 gehört auch die 103 233, die als einzige ihrer Baureihe einen Anstrich in „verkehrsrot“ erhielt. Diese Lackierungsvariante geht auf eine Marketingaktion des Modelleisenbahnherstellers „Roco“ zum Abschied der BR 103 aus dem regulären Betriebseinsatz zurück. Im September 2000 konnte man sie als Teil einer in der Region Aachen bis heute wohl einzigartigen Fahrzeugschau  („Dampf 2000“) auf dem Bf. Aachen-West bestaunen. Für die Bildspende bedanke ich mich an dieser Stelle bei dem Eisenbahnfreund Karl-Heinz Frohn.

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Im Jahre 2002 waren die meisten Loks der BR 103 im seinerzeit aktuellen Farbschema in rot und mit „Lätzchen“ unterwegs. So konnten  auf dem Stolberger Hauptbahnhof am 12. Januar 2002 vor einem aus SNCB-Waggons gebildeten D-Zug von Köln nach Oostende 103 217 (oben) und am 20. April 2002 vor einem D-Zug in die Gegenrichtung die 103 122 (unten) angetroffen werden.2002_04_20_StolbergHbf_103122_SNCB_DZug_x1F4_F

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An einem verregneten Tag im September 2002 entstanden auf dem Aachener Hauptbahnhof die Fotos von 103 126 bei der Begegnung mit einem der beim Start der Euregiobahn dort eingesetzten dreiteiligen Talenttriebwagen der BR 644 (oben) und in voller Breitseite (unten).
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Ein im September 2002 alltäglicher Schnappschuss aus dem am Kölner Betriebsbahnhof vorbeifahrenden Zug nach Aachen: die mit einem Intercity bereitgestellte 103 144 wartete auf das Einrücken in den Kölner Hauptbahnhof.

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Für Einsätze vor einem speziellen  DB-Touristikzug hatte 103 220 eine exotische Sonderlackierung erhalten. Nachdem dieses gefloppte Zugangebot sang- und klanglos wieder beerdigt worden war, blieb 103 220 noch jahrelang mit ihrer einzigartigen Lackierung im regulären Betriebsdienst. Im November 2002 konnte sie mit dem schon recht verblichenen Farbdesign vor einem Interregio auf dem Kölner Hauptbahnhof fotografiert werden.

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Nach der Ausmusterung der meisten Loks der BR 103 wurden die Loks 103 113, 103 184 und 103 235 häufig in Köln für Sondereinsätze bereitgehalten. Zeitweise pendelten sie auch mit einem nostalgischen zweiklassigen IC im Stil der 80er Jahre zwischen Köln und Norddeutschland. Zum Waschen wurde diese Zuggarnitur mehrfach nach Aachen Hbf gebracht. Am Abend des 20. September 2011 gelang auf dem Stolberger Hauptbahnhof der Schnappschuss von 103 184 bei einer solchen Überführungsfahrt.

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Zu den Paradeleistungen der verbliebenen betriebsfähigen Loks der BR 103 gehören zweifellos Einsätze vor dem Nostalgie-Trans-Europ-Express „Rheingold“, der zusammen mit dem Aussichtswagen („Domecar“) ein stimmiges Ensemble bildet. Am 03. Juni 2012 beehrte 103 235 den Stolberger Hauptbahnhof mit dem Zwischenhalt dieses Zuges und sorgte wenige Minuten lang für außergewöhnliche Eisenbahnatmosphäre.
Im Januar 2015 ist 103 235 allerdings aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und hat nun beim Eisenbahnmuseum in Koblenz eine neue Heimat gefunden.

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Eine schöne Frau kann nichts entstellen – eine schöne Lok aber wohl doch…
Am Abend des 19. Februar 2015 konnte man im Vorfeld des Kölner Hauptbahnhofs die mittlerweile von der Firma „railadventure“ betriebene 103 222 antreffen. So lobenswert es sein mag, dass die Lok von dieser Firma betriebsfähig erhalten und eingesetzt wird – über das Farbkonzept sollte man sich dort noch einmal Gedanken machen!  🙁

 

www.eisenbahn-stolberg.de ist für Hinweise, Ergänzungen und weiteres Bildmaterial stets dankbar und wird dies (soweit Sie damit einverstanden sind) gerne an die Leserschaft weitergeben…

Jugenderinnerungen – Stolbergs Eisenbahn vor 40 Jahren

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Dampflokatmosphäre im Bw Stolberg! – Bei einem Besuch des Bw Stolberg am 08. April 1974 gelang mir mit gerade einmal 13 1/2 Jahren dieser Schnappschuss. 1974 waren solche Szenen leicht einzufangen. Es waren einfach Fotomotive vom alltäglichen Bahnbetrieb. Man musste sie nur mit der Kamera einfangen…

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Wenn gerade nichts anderes zur Hand war, wurden Rangierarbeiten im Bw Stolberg anno 1974 einfach mit einer der reichlich vorhandenen Loks der BR 50 erledigt. Hier zieht 051 530 (rechts) die kalte 052 549 aus dem Lokschuppen.

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Nah bei der Lokleitung stehend, wurde dieses Foto aufgenommen. Rechts steht 051 530. Weil es so vieles zu sehen gab, wurde die Nummer der Lok auf der Drehscheibe nicht aufgeschrieben.

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Den bei einem Bombenangriff zerstörten  und nicht wiederaufgebauten Teil des Ringlokschuppens mit 6 offenen Lokständen nannten die Stolberger Eisenbahner betriebsintern „Freiheit“.

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1974 wurden im Bw Stolberg neben den Rangierloks der Baureihen 260 und 261 regelmäßig auch Loks der BR 215 abgestellt. Der Kontrast zwischen moderner Diesellok und nostalgischer Dampflok war aber kein sehr beliebtes Fotomotiv. Am liebsten wurde „Dampflok pur“ fotografiert.

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Szene vom Betriebsalltag – der Blick geht von der Freiheit in Richtung Lokleitung. Im Hintergrund ist außerdem ein Abdrücksignal des Ablaufberges im Rangierbezirk IV zu sehen.

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Immer wieder schön – Drehscheibe, Ringlokschuppen, die strahlenförmig angeordneten Lokstände und reichlich Betrieb im Bw…

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Die Eisenbahner im Bahnbetriebswerk waren von angenehmer Wesensart. Sie ließen auch den jungen Eisenbahnfreund gewähren, beantworteten geduldig viele Fragen, gewährten gerne interessante Einblicke in die Bahntechnik und freuten sich, wenn man Interesse an ihrer Tätigkeit hatte…

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Nicht selten bot sich auch Gelegenheit, auf einer rangierenden V60 mitzufahren. Besonders am Bahnübergang Steinbachstraße ergab sich leicht eine Gelegenheit, sein Ansinnen an den Lokführer heranzutragen. Bei einer solchen Tour entstand im Rangierbezirk V auch dieses Erinnerungsfoto vom jugendlichen Treiben. Die Deutsche Bundesbahn der 70er Jahre war ausgesprochen jugendfreundlich!

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Von der Rangierlok aus konnte man natürlich auch Fotomotive aufnehmen, die sonst nicht erreichbar waren. Nahe des Stellwerks „Sif“ wurde so die Stolberger 051 302 eingefangen.

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Dampfloks konnte man 1974 auch auf allen Strecken rund um Stolberg fotografieren. Bei einer Fahrradtour in den Würselener Stadtwald entstand am 04. Mai 1974 das Foto der aus Richtung Alsdorf kommenden Stolberger 051 530, die am Bahnübergang Trockenbuschweg dem jugendlichen Fotografen begegnete.

Das zerstörte Bw Stolberg im Mai 1944 / historische Recherche mit Fragen

Unter dem Titel „Das zerstörte Bw Stolberg im Mai 1944 (m 2 B) und Fragen“  wird im Internetforum „www.drehscheibe-online.de“ derzeit versucht, einen Aspekt aus der Geschichte des Bahnbetriebswerkes Stolberg zu beleuchten und eine Lok der BR 50 zu identifizieren bzw. aufzuklären, was diese merkwürdige Lok in das Bw Stolberg führte. Der Beitrag enthält auch diese zwei Fotos des kriegszerstörten Bahnbetriebswerks Stolberg, die bislang noch nicht veröffentlicht worden waren:

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Das von zwei Sprengbomben getroffene Bahnbetriebswerk Stolberg kurz nach dem Angriff, über die Inde hinweg von der Eschweilerstraße aus fotografiert. Der eingestürzte Teil des Lokschuppens  mit 6 Lokständen  bildete später die sog. „Freiheit“
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Blick in das Innere des zerstörten Lokschuppens, ebenfalls kurz nach dem Luftangriff aufgenommen. Kennt evtl. jemand die beiden rechts am Bildrand abgebildeten Persone
n?

Die Initiatoren dieser Recherche, zu denen ich auch gehöre, freuen sich über alle Hinweise und Ergänzungen zum Thema, ebenso wie über weiteres Bildmaterial zum Bahnbetriebswerk Stolberg (aus allen Zeitepochen), die nicht nur über www.drehscheibe-online.de, sondern selbstverständlich auch auf www.eisenbahn-stolberg.de bzw. mail@eisenbahn-stolberg.de beigesteuert werden können.