Die Ringbahnlücke zwischen Stolberg und Begau im Februar 2012

Am 11. Dezember 2011 nahm die „EVS“ den regelmäßigen Zugverkehr der Euregiobahn zwischen Alsdorf-Annapark und Alsdorf-Poststraße auf. Nach mehrmonatigen Instandsetzungsmaßnahmen, die einem Streckenneubau gleichkamen, wurde damit wieder ein längerer Streckenabschnitt der einstigen Bundesbahnstrecke Stolberg – Alsdorf – Herzogenrath reaktiviert. Nur der Streckenabschnitt zwischen Stolberg und der Brücke über die Autobahn A 44 bei Begau fehlt noch bis zur vollständigen Wiederbelebung der mittlerweile als „Ringbahn“ bezeichneten, traditionsreichen und einstmals wichtigsten Nebenstrecke im Aachener Nordkreis.

Wer in diesen Tagen von Stolberg-Atsch die Steinbachstraße entlangfährt, wird schon beim Bahnübergang der Steinbachstraße nahe der Stahlhandelsfirma Kerschgens sehen, dass die ersten Vorbereitungen für die Sanierung der Gleise zwischen Stolberg Hbf und dem neuen Haltepunkt Alsdorf-Poststraße bereits angelaufen sind: Ein Zweiwegebagger mit Anhänger und ein Container für Grünabfälle künden von den Aktivitäten einer Gartenbaufirma, die  begonnen hat, die Strecke wieder freizuschneiden. Wie an den Bahnübergängen zwischen Stolberg Hbf und Abzweigung Quinx zu erkennen ist, haben zwar noch keine Zugfahrten stattgefunden. Dennoch ist allerorten zu erkennen, dass die Reaktivierung der Strecke schon erste Fortschritte gemacht hat. Grund genug, mit einer kleinen Bilderreihe vom 05. und 11. Februar 2012 einmal den Zustand der Strecke in winterlichem Ambiente nachzuspüren…


Die Ringbahnstrecke bei der Ausfädelung aus dem Stolberger Hauptbahnhof bzw. beim ersten Bahnübergang der Steinbachstraße.  Noch ist vor dem Bahnübergang die Sh2-Tafel zur Streckensperrung aufgestellt.


Unmittelbar am ersten Bahnübergang der Steinbachstraße stellt  die beauftragte  Gartenbaufirma in den Arbeitspausen einen Zweiwegebagger mit Anhänger und einen Container für Grünabfälle ab.


Anhand des Zustandes der Gleis und der fehlenden Spurrillen im Bahnübergangsbereich konnte man am 05. Februar 2012 erkennen, dass bis dahin von Stolberg Hbf aus noch keine Zugfahrten auf dem Streckengleis stattgefunden hatten.


Wendet man seinen Blick in Richtung Alsdorf, so zeigt sich die Strecke vor der Kurve zur Unterquerung der Strecke Köln – Aachen schon wieder komplett freigeschnitten und scheinbar betriebsbereit.


Ein Blick auf das Walzzeichen der hier verlegten Schienen kündet indes von 45 Jahre altem Gleismaterial….


Die Unterführung der Ringbahn unter die Hauptstrecke Köln-Aachen, auf der gerade die COBRA-Lok 2823 mit einem Güterzug in Richtung Aachen unterwegs ist. Rechts ist das Planum des ehemaligen Ausziehgleises  des Rangierbezirks V des Stolberger Hauptbahnhofs noch zu erkennen.


Der Blick von der Unterführung in Richtung Einfahrsignal des Stolberger Hauptbahnhofs. Die Brücken dienen der Überquerung des Weckenpützsiefs, eines unscheinbaren Wasserlaufs, der in diesem Bereich aber immer wieder zu Überflutungen führt.


Neben dem ehemaligen Ausziehgleis sind 6 Splitterschutzbunker (Einmannbunker) aus dem Zweiten Weltkrieg achtlos abgelegt worden.


Das erst in den 1990erJahren neu errichtete Brückenbauwerk ist ähnlich eng geraten wie sein Vorgänger (oben). Im Vergleich mit der von Aachen kommenden 111 077 wird das enge Profil für die Ringbahnstrecke besonders deutlich (unten).


Blick vom Bahnübergang Trockenbuschweg in Richtung Stolberg Hbf. Im Hintergrund ist die Brücke zur Unterquerung der Strecke Köln – Aachen sichtbar.


Auch der Blick vom Bahnübergang Trockenbuschweg in Richtung Alsdorf zeigt freigeschnittene, befahrbare Gleise, die hier sogar mit Betonschwellen verlegt sind.


Der aufwändig eingefasste Bahnübergang am “Trockenbuschweg”  bzw. – wie viele Stolberger auch sagen: auf der “Schneise”. Gut sichtbar ist auch hier:  das Gleis wurde schon seit langen Zeit nicht mehr von Zügen befahren. Immerhin sind aber die Andreaskreuze noch vorhanden. Bald wird sich die Situation ändern…


Der freigelegte Bahndamm in der Kurve vor dem zweiten Bahnübergang der Steinbachstraße.


Auf den ersten Blick wirkt der Bahnübergang an der Straßenabzweigung nach Steinbachshochwald noch intakt…


… bei näherem Hinsehen offenbart sich aber, dass die Sicherungsanlagen erneuert werden müssen.


Blick vom zweiten, nördlichen Bahnübergang der Steinbachstraße auf das Gleis in Richtung Stolberg Hbf.


Beim Blick in die Gegenrichtung, zur Abzweigung Quinx hin, kann man wieder sehr  gut die Trasse  des bis Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre  hier vorhandenen zweiten Gleises erkennen (oben und unten).


Die verwitterte Blinklichtanlage zeigt noch das Ambiente der Deutschen Bundesbahn aus den 1970er Jahren. Im Zuge der Streckensanierung wird die EVS hier im Laufe des Jahres 2012 eine moderne Lichtzeichenanlage aufbauen.


Winterliches Stilleben – bald werden hier wieder Räder rollen…

2 Gedanken zu „Die Ringbahnlücke zwischen Stolberg und Begau im Februar 2012“

  1. Schöne Aufnahmen-vom Streckenausbau der Ringbahn. Erinnert mich an meine
    Jugend als ich fast täglich von Alsdorf aus nach Stolberg-und dann weiter nach
    Köln fuhr . Das war in den Sechzigern des letzten Jahrtausends.
    Da war Bahnfahren mit dem Schienenbus noch ein kleines Abenteuer.
    Ich freue mich jetzt schon auf die Inbetriebnahme der Ringbahn-damit Alsdorf
    wieder über Stolberg ans große Bahnnetz angeschloßen wird.
    Macht weiter so schöne Aufnahmen.
    Runnermanni
    Youtube.com/runnermanni’s Channel

  2. Das sind richtig schöne Aufnahmen der Strecke von Stolberg in Richtung Merzbrück.
    Das ganze bei winterlichen Witterungsbedingungen.
    Ich finde es immer faszinierend über Bahnstrecken was die an Geschichten zu erzählen haben.
    Macht weiter so tolle und schöne Aufnahmen.
    Fantastisch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.