Fotosammlung zur Linie 25 (Brand – Büsbach – Stolberg-Markt)

Die Linie 25 wurde von Brand aus nach Stolberg vorangetrieben. Am 31. August 1909 wurde der elektrische Straßenbahnbetrieb zwischen Brand und Büsbach eröffnet. Die Verlängerung von Büsbach nach Stolberg-Markt, die bei Finkensief auf die Strecke nach Vicht-Dreieck traf, wurde am 15. Dezember 1910 eröffnet. Am 08. Januar 1967 wurde der Straßenbahnbetrieb zwischen Stolberg-Markt und Brand eingestellt.

Nach einigen Fotos aus der Vorkriegszeit folgt die Darstellung der Fotos überwiegend dem Streckenverlauf von Stolberg-Markt nach Brand.
Der überwiegende Teil der Aufnahmen entstammt dem Sammlungen von Bernd Mertens, Hans Kreitz und Reiner Bimmermann sowie dem Stadtarchiv Stolberg, denen ich an dieser Stelle einen besonderen Dank für ihre Unterstützung bei der Bewahrung des „fotografischen Erbes“ der Linie 25 ausspreche.


Eine der ältesten Straßenbahnfotografien der Linie zwischen Brand und Finkensief ist diese zwischen 1910 und 1914 entstandene Aufnahme des Triebwagens 178, der sich von der Kirche St. Hubertus kommend dem Büsbacher Markt nähert.


Den Blick vom Büsbacher Markt entlang der Hauptstraße zur Pfarrkirche St. Hubertus mit einem entfernten Straßenbahntriebwagen zeigt auch diese historische – leider undatierte – Aufnahme.


Zwischen den Haltestellen Finkensief und Stolberg-Markt nutzten die Straßenbahnen von bzw. nach Brand das Streckengleis gemeinsam mit den Straßenbahnen von bzw. nach Vicht-Dreieck. Schon vor 1914 entstand diese Postkartenansicht mit dem gemeinsam genutzten Gleis in der Zweifaller Straße.


Etwa 1925 ist der Triebwagen 476 auf dem Stolberger Markt aufgenommen worden. Die Aufnahme läßt nicht zweifelsfrei erkennen, ob er wirklich auf der Strecke nach Brand im Einsatz ist.


Bei genauerem Betrachten dieser Aufnahme ist ihre Entstehung in den 30er Jahren deutlich erkennbar. Auch die Liniennummer 31 ist klar sichtbar. Von 1909 bis 1933 fuhren die Straßenbahnen der Linie 31 in Aachen von der Haltestelle Kaiserplatz über Forst und Brand bis Stolberg-Markt.

An der Haltestelle Stolberg-Markt gab es nur eine zweigleisige Ausweiche, die auch von den Straßenbahnen der Linie 8 genutzt wurde. Hier endeten lange Zeit die Straßenbahnen der von Aachen über Brand und Büsbach kommenden Linie 25. Da war es nicht ungewöhnlich, dass hier regelmäßig „Straßenbahntreffen“ stattfanden.


Am 15. Juli 1956 wurde eine solche Situation mit Blick in Richtung Finkensief sehr anschaulich fotografiert. Von links nach rechts sind im Einzelnen zu sehen: Tw 6434 mit Bw 105 als Linie 25, Tw 5216 mit Bw 455 zur Fahrt auf der Linie 8 nach Stolberg Hbf und Tw 6211 mit Bw 458 auf der Linie 8 zur Fahrt nach Zweifall.

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Im Jahre 1965 zeigte sich schon ein anderes Bild. Nach der Stillegung der Linie 8 wurde die noch mit einem Ausweichgleise ausgestattete Haltestelle Stolberg-Markt nur noch von den Triebwagen der Line 25 angefahren.  Zur Weiterfahrt in die Stolberger Stadtmitte, zum Hauptbahnhof oder anderen Zielen mussten die Fahrgäste in den Bus umsteigen. Interessant ist auf diesem Foto auch der zweiachsige, halb verdeckte Triebwagen, bei dem es sich um einen Arbeitsfahrzeug des Depots Brand handelte.


Am verregneten 15. Juli  1956 wurde an der Straßenecke  ZweifallerStrasse / Finkensiefstrasse der auf der Linie 25 von Aachen nach Stolberg fahrende Tw 6434 mit dem Bw 107 fotografiert. Um in der nur zweigleisigen Ausweiche an der Haltestelle Stolberg-Markt sowohl die Kreuzung von Bahnen der Linie 8 als auch das Wenden der Linie 25 zu ermöglichen, mussten die Bahnen der Linie 25 an der Finkensiefstraße auf die aus Richtung Vicht-Dreieck kommenden Straßenbahnen der Linie 8 warten, diese vorlassen und dahinter zum Stolberger Markt folgen.


Im Jahre 1957 begann auf der Linie 25 der Einsatz der neuen, von der Aachener Firma Talbot für die ASEAG gebauten Großraumtriebwagen. Irgendwann Ende der 1950er Jahre wurde der Triebwagen 1004 mit dem angehängten, deutlich älteren Beiwagen 452 vor der Abfahrt in Richtung Aachen an der Haltestelle Stolberg-Markt fotografiert.


Typisches Design der Wirtschaftswunderzeit hat der Fotograf hier am 22. März 1960 im Fokus gehabt, als er den Talbot-Triebwagen 1003 und den Ford Taunus 12 M mit dem Kennzeichen des Landkreises Monschau verewigte.

Im Bereich Binsfeldhammer nutzte die Straßenbahnlinie 25 auf dem Weg nach Büsbach zunächst die Finkensiefstraße. Auf einer eigenen Brücke überquerte die Straßenbahnstrecke den Bahnhof Stolberg-Hammer bzw. die Eisenbahnstrecke Stolberg Hbf – Walheim – Raeren. Neben der Straßenbahnbrücke befand sich eine schmale Straßenbrücke, die nur eine Fahrbahn breit war und keinen Begegnungsverkehr auf der Straße zuließ.


Am 05. April  1960 wurde der Talbot-Triebwagen 1001 auf der Überführung an der Finkensiefstraße im Bild festgehalten. Direkt neben der Straßenbahnbrücke gab es eine schmale Straßenbrücke, die sich mit der Zunahme des Straßenverkehrs schon in den frühen 1960er Jahren zu einem Nadelöhr entwickelte.

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Aus anderer Perspektive wurde die Straßenbahnbrücke am 21. Februar 1961 fotografiert. Die direkt neben der Straßenbahnbrücke liegende Brücke der Finkensiefstraße diente zum Aufnahmezeitpunkt vor allem dem Autoverkehr zum Parkplatz für die Werksangehörigen der Firma Prym und dem Fußgängerverkehr nach Büsbach. Besonders zum morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr bzw. bei Schichtwechsel wurde es – wie das Foto deutlich belegt – an dieser Stelle so eng, dass die Fußgänger gerne auf die Strassenbahntrasse auswichen.

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Als im Juli 1961 dieses Bild des von Büsbach in Richtung Finkensief fahrenden Talbot-Triebwagens 1002 entstand, gab es neben der Straßenbahnstrecke nur einen  Feldweg, der vor allem als fußläufige Verbindung zu den Fabriken an der Zweifaller Straße diente. Die einzige Straßenverbindung von Büsbach nach Oberstolberg bildete seinerzeit die rechts oberhalb der Böschung verlaufende Aachener Straße.


Am 25. Februar 1962 ging es dem Fotografen dieser Aufnahme mehr um die neu ausgebaute, kurz vor der Eröffnung stehende Finkensiefstraße als um den vorbeihuschenden, unerkannt gebliebenen Talbot-Triebwagen, der die Steigung hinauf nach Büsbach erklimmt.

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In der Gegenrichtung endete die zeitgemäß großzügig ausgebaute Finkensiefstraße vor der engen Straßenbrücke über die Gleise des Bf. Stolberg-Hammer. Am 27. Februar 1962 entstand dieses Bild mit einem unbekannten Talbot-Großraumwagen der Aachener Straßenbahn.


Am 19. März 1964 entstand diese Aufnahme des Lehmkaulweges mit dem Blick auf die Kreuzung Bischofstraße. Die Straßenbahnstrecke hatte hier teilweise einen mit Randsteinen abgesetzten eigenen Bahnkörper erhalten.  Schon 1959 gab es eine Modernisierung der eingleisigen Straßenbahnstrecke, als die ASEAG zwischen Brand und Finkensief eine Lichtsignalanlage installierte.


Im Jahre 1958 wurde die Strecke zwischen Finkensief und Büsbach zusammen mit dem Neu- bzw. Ausbau von Finkensiefstraße und Lehmkaulweg grundlegend erneuert. Bei den Bauarbeiten wurde am 12. Juli 1958 der Arbeitstriebwagen TGL 23 auf dem Lehmkaulweg fotografiert.


Aus den 1960er Jahren stammen diese beiden Aufnahme eines zwischen dem Büsbacher Markt und der Büsbacher Kirche verkehrenden Talbot-Triebwagens (oben und unten).


Am 8. Dezember 1960 fuhr der 1956 bei der Aachener Firma Talbot gebaute Großraumtriebwagen 1002 von Brand nach Büsbach, als er bei der Haltestelle “Am Oberstein” fotografiert wurde.


Am 4. Dezember 1963 waren eigentlich die Bauarbeiten am neuen Hauptsammler in der Straße Am Oberstein der Anlass für dieses Foto. Nebenher verdanken wir dem Fotografen diese interessante Aufnahme vom Einsatz des Triebwagens 7302. Da sein Zielschild „Büsbach Stolberg“ anzeigt, musste er wohl wegen des auf dem Straßenbahngleis stehenden LKWs und dem etwas gleisnah geparkten VW-Käfer einen außerplanmäßigen Halt einlegen.


Im Oktober 1959 entstand diese Aufnahme des zwischen Elgersmühle und Büsbach-Kirche in Richtung Stolberg-Markt fahrenden ASEAG-Triebwagens 1010 mit dem Beiwagen 304. Im Hintergrund, jenseits des Gedautals,  rauchen die Schlote der Industrie im Stadtteil Münsterbusch.

Die Strecke von Brand über Büsbach bis Stolberg-Markt zählte zu den steigungsreichsten Strecken im Netz der Aachener Straßenbahn. Von Brand aus verlief die Trasse zunächst entlang der Freunder Landstraße hinab ins Tal des Münsterbaches, wie die  Inde hier genannt wird, stieg dann wieder hinauf nach Büsbach und fiel von dort wieder hinab ins Tal der Vicht.


Auf dieser Aufnahme vom 02. Dezember 1958 wird diese Situation gut sichtbar. Der hier fotografierte Triebwagen 1008 hatte einige Minuten vorher noch die im Hintergrund sichtbare St. Hubertus-Kirche in Büsbach passiert, fuhr anschließend unterhalb der ebenfalls sichtbaren Halde nach Elgersmühle, wo er den Münsterbach überquerte und bewältigte anschließend entlang der Freunder Landstraße, wo das Foto entstand, die Steigung nach Brand. Die seitlich verlaufende Straßenbahnstrecke ist durch Randsteine als eigener Bahnkörper von der Straße abgesetzt.

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Im Sommer 1958 wurde die Freunder Landstraße zwischen dem Straßenbahndepot Brand und der Ausweiche Freund ausgebaut und aus diesem Anlass auch die Straßenbahnstrecke erneuert. Vom Stand der Bauarbeiten am 28. August 1958 sind einige Fotos überliefert, die zwar keine Straßenbahntriebwagen zeigen, aber schon alleine wegen der neugestalteten Straßenbahnstrecke sehenswert sind (oben und unten). Beide Fotos entstanden aus der Birkenstraße heraus in Blickrichtung zum Depot Brand.
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Diese Baustellenszene wurde am 28. August 1958 nahe der Goertzbrunnenstraße mit Blick in Richtung Birkenstraße bzw. Stolberg aufgenommen. Die Straßenbahnstrecke ist offensichtlich komplett erneuert worden. Neben dem Bordward-LKW ist auch die seinerzeit moderne elektrische Baustellenampel bemerkenswert.


Wenige Tage vor der Betriebseinstellung der Linie 25, die am 8. Januar 1967 erfolgte, entstand am 29. Dezember 1966 dieses Bild des Triebwagens 1011 an der Haltestelle Stolberg-Markt. Es gehörte einstmals zu einem Pressebericht über die bevorstehende Umstellung aus Busbetrieb.

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Am 03. Juli 1967 berichteten die „Stolberger Nachrichten“ über die Nachnutzung der stillgelegten Straßenbahntrasse. Immer noch gab es an dieser Stelle nur die schmale Straßenbrücke. Bis zu einem großzügigen, bedarfsgerechten Neubau der Straßenbrücke Finkensiefstraße wurden die Straßenbahngleise mit einer Asphaltschicht überzogen und als Fußgängerweg genutzt, um den Engpass für den Straßenverkehr ein wenig zu entschärfen.

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Nach der Stillegung der Straßenbahnlinie 25 und der Demontage der elektrischen Fahrleitung ist dieses Foto der Kreuzung Zweifaller Straße/Finkensiefstraße entstanden. Zum Aufnahmezeitpunkt war die Anbindung der Strecke nach Vicht-Dreieck schon beseitigt und es lagen alleine die Gleise der Linie 25 noch im Straßenraum.

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Wie dieses im Oktober 1975 entstandene Foto zeigt, wurde die Straßenbahntrasse nach dem Rückbau der Gleise entlang der Finkensiefstraße von den Beschäftigten der Oberstolberger Industriebetriebe, die den Weg zur Arbeit immer häufiger mit dem  eigenen PKW  zurücklegten, als Parkplatz genutzt. Für Fußgänger blieb auf dieser Straßenseite kein Raum.

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Im Oktober 1976 hatte sich das Bild etwas geändert. Auf Teilen der einstigen Straßenbahntrasse war nun ein breiter Bürgersteig angelegt worden. Dennoch wurden Teile der Trassenfläche weiterhin zum Parken genutzt.

 

Falls auch Sie Fotos von der Linie 25 oder anderen Straßenbahnen in Stolberg haben, würde ich mich freuen, wenn Sie es ermöglichen würden, diese zu kopieren und hier ebenfalls zu zeigen (=> mail@eisenbahn-stolberg.de ).

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