Rückblick: Winterreise in die Eifel vor 35 Jahren

Für den 16. Januar 1982 verkündete der Wetterbericht für die Eifel  seinerzeit sonniges Winterwetter. Auf der Eifelquerbahn gab es im Winterfahrplan 1981/82 noch bis in den Samstagnachmittag hinein Reisezugverkehr. Und mit meinem „Tramper-Monats-Ticket“ konnte ich damals nach Lust und Laune spontan über die Schienen der Deutschen Bundesbahn cruisen. Da ich in jenen Jahren außerdem gerade dabei war, die Eisenbahnen in der Eifel zu erkunden, nutzte ich jenen Samstag für eine Tour in die winterliche Eifel….

Der Eifeler ist es ja gewöhnt, sich im Winter zu behaupten. Da machten die Eisenbahner keine Ausnahme. Im Bw Gerolstein stand der Schneepflug an der Drehscheibe in Bereitschaft, um jederzeit kurzfristig eingesetzt zu werden. Am 16. Januar 1982 war es zwar knackig kalt, aber der Schneepflug musste nicht zum Einsatz kommen.

Nach der Anreise von Stolberg über Köln und Euskirchen stieg ich in Gerolstein um. Mit einem sechsteiligen Schienenbusverband ging es auf der eingleisigen Eifelquerbahn von Gerolstein zunächst bis Daun. Für die Fahrt durch die winterliche Vulkaneifel war der Schienenbus mit seinem Panoramablick natürlich wie geschaffen. Bei Rockeskyll bot sich dieser Blick auf die stetig ansteigende Strecke.

Da der Fahrplan für die Nebenbahntour genügend Zeitreserven bot und an fast jeder Station Reisende ein- und ausstiegen, hatte das freundliche Zugpersonal nichts dagegen, das während der planmäßigen Halte flott Fotos gemacht wurden. Wegen der Zugmeldung an den Bf. Daun blieb auch am Hp Rengen Zeit, um mit der gebotenen Vorsicht dieses Motiv aufzunehmen. Erst hier fiel auf, dass von der vorangegangenen Fahrt noch die Schlussscheiben vor den Lampen waren…

In Daun gab es einen längeren Halt, weil dort der Schienenbusverband in zwei Dreiteiler getrennt wurde. Während der eine Schienenbus wieder nach Daun zurückfuhr, wählte ich den anderen zur Weiterfahrt bis zum Bf. Mayen-Ost. Beim Aufenthalt in Daun bot sich die Gelegenheit, auch die 290 329 aufzunehmen, die mit einem Güterzug von Ehrang über Wengerohr und Wittlich auf der Mosel-Maare-Bahn bis nach Daun gekommen war. Hier wartete sie nach dem Abschluss ihrer Rangierarbeiten auf die Rückfahrt. Bis es soweit war, gab es für die Eisenbahner im Büro des Fahrdienstleiters aber noch einen warmen Pott Kaffee…

Auf der Weiterreise von Daun nach Mayen kreuzten sich im Bf. Darscheid zwei Schienenbusse.

Halt im 520 m über NN gelegenen Bf. Uersfeld/Eifel. Auch hier wurde die Zeit, die der Zugführer für die Zugmeldung benötigte, für ein Foto vom Halt des Schienenbusses genutzt. Die gepflegten Bahnanlagen und der vorbildliche Zustand des winterlichen Bahnhofs sind aus heutiger Sicht beachtenswert – damals war es das alltägliche Bild der Deutschen Bundesbahn.

Bei der Rückfahrt reichte im Bf. Darscheid die Zeit für ein Foto, weil auch dort wieder eine Zugmeldung an den Bf. Daun erforderlich war. Jetzt war anstelle des Schienenbusses aber ein Zug aus vier Umbauvierachserwaggons im Einsatz, der von 211 219 nach Gerolstein gezogen wurde.

Halt im Bf. Dockweiler-Dreis, der mit 561 m über NN der höchstgelegene Bahnhof der von Gerolstein (381 m) über Daun (405 m) nach Mayen-Ost (271 m) verlaufenden Eifelquerbahn ist.  Weil es von hier aus nur noch bergab ging, hatte der Lokführer der 211 219 keine Einwände, auch hier noch das Fotografieren zu ermöglichen.

Wer Lust bekommen hat, noch mehr Fotos von dieser stimmungsvollen Winterfahrt in die Eifel zu sehen, ist herzlich eingeladen, zum Frühschoppen für Eisenbahnfreunde zu kommen, der am 19. Februar 2017 ab 10:30 Uhr im Servicepunkt des Stolberger Hauptbahnhofs stattfindet. Dort besteht Gelegenheit, diese Fahrt über die winterliche Eifelquerbahn virtuell noch einmal  zu unternehmen.

Ein Gedanke zu „Rückblick: Winterreise in die Eifel vor 35 Jahren“

  1. Schöne Bilder! Das mit „die gepflegten Bahnanlagen und der vorbildliche Zustand des winterlichen Bahnhofs“ stimmt. Wenn sogar in Uersfeld beide Bahnsteige teilsweise schneefrei sind… ich frage mich ob es mehr als einmal täglich dort ein Zugkreuzung gab, wenn überhaupt 🙂

    Reinout

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