Streckensanierung zwischen Alsdorf-Annapark und dem einstigen Hp. Hoengen-Begau

Im Dezember 2011 soll die Euregiobahn über den heutigen Endpunkt Alsdorf-Annapark hinaus bis zum neuen Haltepunkt Alsdorf-Poststraße verkehren. Schon seit mehreren Monaten laufen die Bauarbeiten zur Sanierung dieses Streckenabschnittes. Die einstige Strecke der Deutschen Bahn AG wurde zwischenzeitlich vollständig abgetragen. Anschließend wurde das Planum von Grund auf erneuert. Mittlerweile wurde eine Grundschicht aus Schotter aufgetragen, auf der die neuen Schwellen und Schienen verlegt worden sind. Hier eine Fotoreportage zum Stand der Streckensanierung am 26. August 2011:


Der sanierte Streckenabschnitt endet nördlich der Brücke über die Autobahn A 44 (Aachen – Düsseldorf). Im Vordergrund ist hier der Bahnübergang der Aachener Straße (L 136) zu sehen. Links vom Gleis befand sich zuletzt der Bahnsteig des Haltepunktes Hoengen-Begau für Züge in Richtung Stolberg.


Rund 100 Meter nördlich der Autobahnbrücke liegt das Ende der Ausbaustrecke mit einem „rustikalen“ Übergang zur alten Strecke.


Der Übergang von neuer auf alter Strecke im Detail. Kein Modellbahner würde seine Gleise in dieser Weise verlegen… 😉


Nördlich des Bahnübergangs Poststraße im Alsdorfer Stadtteil Hoengen entsteht der neue Haltepunkt Alsdorf-Poststraße. Links vom Gleis entsteht die neue Bahnsteigkante. Bis hier sollen im Dezember 2011 die Talent-Triebwagen der Euregiobahn fahren.


Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Mariadorf wird heute als Moschee genutzt. Die Euregiobahn wird hier nicht mehr halten. Der ehemalige Hausbahnsteig ist zwar noch erhalten geblieben, alle anderen Anlagen des Bf. Mariadorf sind aber beseitigt worden. Vom Bahnübergang Blumenrather Straße bot sich dieser Anblick.


Südlich des einstigen Bahnhofs Mariadorf, zwischen den Bahnübergängen Blumenrather Straße und Straßburger Straße, entsteht ein neuer Haltepunkt für Mariadorf. Am 26. August wurde gerade der Untergrund für die Bahnsteigkante betoniert (oben und unten).


Bauarbeiten waren am 26. August auch im Bereich des Bahnübergngs Schopenhauerstraße zu beobachten. Der Kran im Hintergrund links dient dem Bau einer neuen, überdimensionierten Brücke über die verwilderte Trasse der stillgelegten und abgebauten Strecke Aachen-Nord – Jülich. Anstelle des kostenaufwändigen Brücken-Neubaus hätte es gewiss auch ausgereicht, den dortigen Einschnitt zu verfüllen.


Auf dem Streckenstück von Alsdorf-Annapark bis zur Brücke Mariagrube wird das neue Gleis bereits eingeschottert. Hierzu wird der Schotter mit LKWs vom Stolberger Hauptbahnhof aus bis nach Alsdorf zu einer provisorischen Verladestelle nahe des Energeticons transportiert, um dort mit einem Radlader in Fc-Waggons verladen zu werden. Anschließend werden die Schotterwaggons mit einer ehemaligen V 100 der Deutschen Reichsbahn auf die neuen Gleise transportiert. Man fragt sich, warum man den Schotter nicht gleich in Stolberg in Waggons verlädt und auf der Schiene nach Alsdorf transportiert. Ob das mit den öffentlichen Fördermitteln zusammenhängt…??


Für die Beförderung der Bauzüge und die Rangierarbeiten an der Verladestelle wird die Lok 14 der Erfurter Firma Kleys Bau  (alias 293 902) eingesetzt (oben und unten).


Panoramafoto der Verladestelle mit dem Energeticon im Hintergrund.


Das Umladen des Schotters erfolgt mit Hilfe eines großen Radladers.


Beim Verschub des beladenen Bauzuges produziert die Diesellok während des Anfahrens kurzzeitig deutlich sichtbare Abgasfahnen.


Begegnung des Bauzuges mit einem in Richtung Herzogenrath fahrenden Euregiobahnzug (oben und unten). Das Gleis des Bauzuges, das bis vor kurzem noch als Stumpfgleis am Bahnsteig des Haltepunktes Alsdorf-Annapark endete, ist bereits mit einer zweiten Weiche an die Ringbahn angeschlossen und erlaubt es, die Bauzüge unabhängig vom Euregiobahnverkehr zu fahren.


Der Bahnübergang der Bahnhofstraße in Alsdorf wurde komplett umgekrempelt. Die Bahnhofstraße wurde hier wegen der Kreuzungs- und Einmündungssituation zu einem doppelten Kreisverkehr umgebaut. In einem Kreisverkehr, der eher die Form eines Ovales hat, wurde ein beschrankter, zweigleisiger Bahnübergang der Ringbahn eingefügt (oben und unten). Während die Straßen- und Schienenübergänge bereits fertiggestellt sind, fehlten die technischen Sicherungsanlagen des Bahnübergangs am 26. August noch weitgehend.


Blick vom Bahnübergang der Bahnhofstraße auf das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Alsdorf (oben und unten). Das Bahnhofsgebäude wird heute als Wohngebäude genutzt, der Mittelbahnsteig und die Gleisanlagen des einstigen „Personenbahnhofs“ Alsdorf sind restlos entfernt. Lediglich ein Rest des ehemaligen Hausbahnsteiges hat die Streckensanierung überlebt und wird als rückwärtige Erschließung des ehemaligen Bahnhofsgebäudes weitergenutzt.


Am Bahnübergang Broicher Straße an der einstigen Nordseite des Alsdorfer Personenbahnhofes bieten die nah am Gleis stehenden Bergarbeiterhäuser an der Zollernstraße  einen vertrauten Anblick. Hier werden die Bewohner sich wieder an den künftigen Eisenbahnverkehr gewöhnen müssen. Im Gegensatz zu den bis 1992 hier verkehrenden Kohlenzügen und dem lautstarken Rangierdienst der Dampfloks des Eschweiler Bergwerksvereins werden die Talent-Triebwagen aber kaum hörbar sein.


Einen Hauch der einstigen Atmosphäre der vom Steinkohlebergbau geprägten Stadt Alsdorf kann man an wenigen Punkten der neuen „Ringbahn“ noch spüren.
Aber das sind nur noch nostalgische Gefühle. Der Steinkohlebergbau ist verschwunden und mit ihm auch die Bedeutung der Strecke von Stolberg über Alsdorf nach Herzogenrath.
Wer sich einmal einen Fahrplan aus den 1960er Jahren anschaut, wird staunen, dass schon die Deutsche Bundesbahn einen Schienenbusverkehr mit fast stündlicher Zugfolge angeboten hatte. Daneben verkehrte aber zusätzlich noch eine ebenso große Zahl von Zügen mit leeren und beladenen Kohlenwaggons von und zu den Bahnhöfen Mariadorf, Mariagrube, Alsdorf und Merkstein, an denen die Bergwerke lagen. Die Leistungsfähigkeit der Bundesbahnstrecke Stolberg – Alsdorf – Herzogenrath erreicht die Ringbahn nach ihrer Sanierung nicht mehr. Hier wird zwar mit Millionen-Aufwand eine stillgelegte und verwahrloste Eisenbahnstrecke wieder reaktiviert und an die Bedürfnisse der heutigen Zeit angepasst. Aber im Jahre 2011 gibt es kaum Bedarf an einem Schienen-Güterverkehr. Den vielen Menschen, die in der Region keine Arbeitsplätze mehr finden, bietet die wiederbelebte Strecke aber die Möglichkeit, als Berufspendler in anderen Regionen Beschäftigung zu finden. So wird die Funktion der neuen Ringbahnstrecke alleine im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr liegen, wo zuverlässige und schnelle Verbindungen benötigt werden.

10 Gedanken zu „Streckensanierung zwischen Alsdorf-Annapark und dem einstigen Hp. Hoengen-Begau“

  1. Schön da diese alte historische Eisenbahnstrecke wiederbelebt wird, ich hoffe dass man nach Fertigstellung der Ringbahn auch mal den Haltepunkt Stolberg-Breinig in Angriff nimmt!

    1. Die Anbindung von Breinig an das Euregiobahnnetz wäre gewiss sehr zu wünschen, ebenso wie die Sanierung der Falkenbachbrücke und eine Reaktivierung der Strecke über Walheim und Raeren bis nach Eupen.

      Leider sieht aber der AVV kein Bedürfnis für einen Schienennahverkehr nach Breinig und zögert, entsprechende Zugfahrten zu bestellen. Wahrscheinlich muss die Bevölkerung bei jeder Gelegenheit den Wunsch nach einer Euregiobahnanbindung von Breinig zum Ausdruck bringen, um einen Meinungsumschwung zu bewirken und das Feld für eine Reaktivierung der Strecke zu bestellen.

      Am 10. und 11. September 2011 wird es übrigens wieder zwei Tage lang einen Zugverkehr nach Breinig im Stundentakt geben. Ich bin sicher, dass dann wieder jeder einzelne Zug gut gefüllt sein wird….

  2. Ja das denke ich auch dass die Sonderfahrten nach Breinig wieder gut angenommen werden. Die Breiniger stehen „Ihrer Bahn“ sehr positiv gegenüber und wünschen sich seit Jahren eine Anbindung!

    Übrigens: Schöne Bilder von der „Alsdorfer Baustelle“! Danke dafür!!!

    Schöne Grüße:
    Josef

  3. Hallo bin mal wieder auf eure Seite gestoßen-schöne Aufnahmen.
    Bin selber leidenschaftlicher Videofilmer Youtube.com/runnermanni’s Channel
    dort habe ich Videos von alsdorf und der Euregio veröffentlicht.
    Habe im Feb. bei Schnee den Altzustand der Strecke Alsdorf-Begau-bis Annapark
    gedreht und danach die Fortschritte der Bauarbeiten bis diese Woche die Stopfmaschine
    da war. Bis jetzt ca. 20min. Videomaterial.Werde versuchen die weitern Fortschritte
    zu filmen bis zur Eröffnung Mitte Dez. Dannach denke ich werde ich nach dem Feinschnitt-den Film veröffentlichen. Wenn ihr wollt mail ich euch sobald der Film
    online ist.
    Ich wünsche euch für eure Arbeit weiterhin alles Gute und viel Erfolg.
    Werde 2012 beginnen die Strecke von Mariagrube-bis Siersdorf zu filmen-dort
    könnten ja in absehbarer Zeit evtl Züge bis Baesweiler fahren.(die Politik ist schon in
    den Startlöchern)
    Grüße aus Alsdorf
    Manfred
    nline

  4. Hallo zusammen,

    erstmal wieder ein Dankeschön für das einstellen der Bilder!!!

    Ja ich finde es ist auch an der Zeit, dass der Ringschluß endlich realisiert wird!!

    Breinig wird kommen, da bin ich mir sicher….auch in den Medien wird dies jetzt schon zaghaft erwähnt. In einem Schreiben an Herrn Sistenich wurde mir schon durch die „Blume“ mit geteilt. Natürlich hier unter gewissen Voraussetzungen wäre man bereit Breinig anzubinden. Kommt eben alles mit und mit wieder! Man wird sehen wie schnell und wann dies real wird.

    Mein Traum wäre eine Verbindung der alten Vennbahn von Rothe Erde über Brand, Kornelimünster und Walheim die Trasse liegt!

    Wer eine Campusbahn in Aachen haben will, der sollte sich erstmal die vorhanden Strecken und Trassen ansehen. Gerade diese Strecke würde wieder Sinn machen über Aachen hinaus weiter über den Campus nach Avantis nach Heerlen und Sittard.

    MFG

    Michael

  5. Hallöle,
    schönen Dank für die schönen Bilder. Bald werde ich selber dort lang fahren und darauf freue ich mich am meisten, riesig. Ich bin als Kind oft an der Strecke gewesen und habe immer davon geträumt, selber dort zu fahren. Heut mach ich es. Freu mich am meisten auf Mariadorf und Poststrasse…meine alte Heimat!!!!
    Nachmals danke für die super Info´´s..Habe es bei Facebook gepostet..Solche Mühe müssen mehrere sehen! Klasse!
    Gruß
    B. Kanzler-Lokführer DB-Regio-NRW

  6. Hab mir gerade noch einmal die Bilder angesehen…einfach KLASSE! Ja auch ich fahre jetzt bei DB Regio und freu mich wenn es weiter geht mit der Euregiobahn und generell mit der Eisenbahn in der Region….was dass allerdings mit der Vennbahn und dem Radweg soll????? Alles irgendwie nicht wirklich mehr durchdacht!!!! Reaktivieren auf der einen Seite und dann Abbau in Richtung Eifel auf der anderen Seite!!!

    Na mal sehen was noch wird….ich denke….das mit dem Radweg könnte auch wieder in eine Eisenbahnstrecke umgewandelt werden….sollen die mal wieder Rothe Erde -Walheim aufmachen!!!! Bei den täglichen Pendlern aus der Südregion ist das überfällig!

    MFG

    Michael

  7. Eine Reaktivierung der Vennbahntrasse vom belgischen Raeren über Roetgen, Konzen nach Malmedy ist nicht-Betonung nicht- mehr möglich.
    Dort wird ein kombinierter Fuß- und Radwanderweg angelegt.
    Stand vor zweiTagen sogar ein kurzer Bericht in der AZ geschrieben, dass derzeit die Senke an der Himmelsleiter(B258)verfüllt wird.
    Die Strecke Stolberg-Eupen wird nicht-Betonung nicht- angetastet, da möglicherweise irgendwann in der Zukunft doch wieder Züge zwischen Stolberg-Eupen verkehren sollen.
    Ein Unternehmen aus Breinig wünscht sich auch einen Bahnanschluss.
    Vielleicht in den nächsten 3-5 Jahren das sich was auf der Strecke regen wird.

  8. Ich bin schon lange ein Befürworter der Euregiobahn und bin ein Gegner der Campusbahn, die ja im Bürgerentscheid abgewählt wurde. Es sollten mehr Mittel in die Euregiobahn gesteckt werden. Es sollte nicht nur in die Niederlande (Heerlen und Avantis) sondern auch nach Belgien (Eupen) die RB 20 verkehren. Auch der Bahnhof Aachen Nord sollte wieder reaktiviert werden. Ich hoffe das nun endlich der Ringschluss im Jahr 2014 vollendet wird. Auch das dritte Gleis zwischen Langerwehe und Düren ist längst überfällig.

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