10. Über diese Seite und ihren Autor

Als im Jahre 1960 geborener und an einer Bahnstrecke aufgewachsener Stolberger hat mich der Bahnbetrieb seit meinen Kindertagen begeistert. Doch schon in den 1970er Jahren, die noch zu den besseren Zeiten der Eisenbahn in Stolberg zählten, befand sich das Bahnwesen in einem tiefgreifenden Wandel. So habe ich bereits im Jahre 1973 begonnen, das Ende der Dampflokeinsätze zu fotografieren und damit ein Stück Eisenbahn in Stolberg zu dokumentieren. Aus der Zeit, als aus meiner kindlichen Begeisterung für die Eisenbahn langsam eine ernsthafte Beschäftigung mit der Eisenbahn in Stolberg wurde, stammt dieses Foto, das mich am 5. März 1973 bei meinem ersten Besuch des Bahnbetriebswerks Stolberg zeigt:
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Es liegt mir am Herzen, mit dieser Seite den Bogen vom Heute zum Gestern zu schlagen und die Erinnerung an das Stolberger Eisenbahnwesen als historisches und kulturgeschichtliches Erbe meiner Heimatstadt wach zu halten.

Meine Heimatstadt Stolberg war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits Standort einer vielfältigen und umfangreichen Industrie. So verwundert es nicht, dass Stolberg schon im Jahre 1841 seinen ersten Bahnhof erhielt, als die Rheinische Eisenbahngesellschaft die Strecke von Köln nach Aachen erbaute.
Mit dem Wachstum der Industrie entwickelte sich Stolberg bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Eisenbahnknotenpunkt, an dem fünf Zweiglinien in die Hauptstrecke Köln – Aachen einmündeten. Allein der im Jahre 1888 errichtete neue Stolberger Hauptbahnhof, dessen Bedeutung überwiegend im Güterverkehr lag, verfügte in seinen besten Zeiten über eine Gleislänge von rd. 40 km. Zudem entstand in Stolberg ein Bahnbetriebswerk mit Ringlokschuppen, das zeitweise mehr als 30 Lokomotiven in seinem Bestand zählte. Die Eisenbahn bot in Stolberg noch Anfang der 1970er Jahre mehrere hundert Arbeitsplätze.

Heutzutage ist auch in Stolberg der Niedergang des Eisenbahnwesens deutlich sichtbar. Obwohl der stark rückgebaute Stolberger Hauptbahnhof immer noch einer der bedeutendsten Bahnhöfe der Region Aachen mit einem vergleichsweise regen Verkehrsaufkommen ist, vermittelt er kaum noch etwas von der einstigen Bedeutung der Bahnstrecken für die Stadtentwicklung und als Transportwege der prosperierenden Industrie. Das markante, unter Denkmalschutz stehende, aber weitgehend ungenutzte Empfangsgebäude des Stolberger Hauptbahnhofs war lange Jahre keine Visitenkarte mehr für die Stadt Stolberg. Sein vernachlässigter Zustand belegte deutlich, welch geringen Stellenwert das Eisenbahnwesen als kulturelles Erbe heute in Stolberg hat. Erst durch den Verkauf des Bahnhofsgebäudes im Juni 2010 und die anschließend begonnene Sanierung ändert sich hier wieder das Bild. (In wenigen Monaten soll hier einmal die Leitstelle der EVS-Strecken ihren Sitz bekommen.)
In den heimatkundlichen oder industriegeschichtlichen Museen Stolbergs findet die Eisenbahngeschichte kaum Beachtung. Ein vom Vennbahnverein e.V. eingerichtetes Eisenbahnmuseum musste seine Pforten wieder schließen, weil man glaubte, die Räume profitabler vermieten zu können. Die im Stadtgebiet vorhandenen Denkmallokomotiven sind von Vandalismus gezeichnet (Museum Zinkhütter Hof) oder von der Öffentlichkeit abgeschirmt und kaum zugänglich (Werklok der Firma St. Gobain an der Nikolausstraße). Ansätze, die von Stolberg ausgehenden Bahnstrecken touristisch zu nutzen, sind bislang erfolglos geblieben (Vennbahn, Dampfbahn Rur-Wurm-Inde). Stolberg könnte im Jahre 2011 mit Stolz auf 170 Jahre Eisenbahngeschichte zurückblicken…………….

Das „Jetzt und Heute“ des Bahnbetriebes kann jeder Interessierte selbst erkunden. Ein Anliegen dieser Seite ist es, das Wachstum und den Niedergang der Eisenbahn in Stolberg möglichst umfassend darzustellen und der Entwicklung nachzugehen, die zum heutigen Erscheinungsbild geführt hat. Ein anderes Anliegen dieser Seite soll es sein, einen Überblick über das aktuelle Geschehen und die immer noch bestehende, vergleichsweise große Vielfalt bei der Eisenbahn in Stolberg zu vermitteln.

Diese Seite ist im November 2008 „geboren“ worden und befindet sich im Aufbau. Sie soll stetig ergänzt werden und wachsen. Selbstverständlich kann dieses Projekt aber nur durch das Zusammenwirken vieler Menschen zur vollen Blüte gelangen. Für jedwede Ergänzung und Bereicherung bin ich deshalb dankbar. Scheuen Sie nicht, mit mir Kontakt aufzunehmen (=> mail@eisenbahn-stolberg.de ), wenn Sie etwas besitzen, das zur Bereicherung der Stolberger Eisenbahngeschichte beitragen kann. Ermöglichen Sie es bitte, Ihre Bilder, Dokumente und Aufzeichnungen zu kopieren oder Ihnen gehörende Gegenstände bspw. abzufotografieren, um so den Besuchern dieser Seite ein noch detaillierteres Bild von der Eisenbahn in Stolberg zu vermitteln. Es wäre zu schade, wenn interessantes Material in Privatarchiven ungenutzt bleibt oder irgendwann vielleicht achtlos entsorgt werden würde. Selbst manches unscheinbare Bild im Familienalbum kann nebenbei interessante Details enthalten, die anderswo noch nicht fotografiert worden sind. So sind beispielsweise Bahnsteigszenen von den Bahnhöfen Stolberg-Mühle oder Stolberg-Hammer offenbar sehr rar, obwohl von dort aus doch sehr viele Reisen und Ausflüge angetreten worden sind…

Ein herzliches Dankeschön sage ich allen, die sich bereits mit der Stolberger Eisenbahngeschichte befasst haben und der Nachwelt ihre Erkenntnisse hinterlassen haben. Auf ihrem Werk baut meine Seite auf. Ihr Werk soll damit eine zeitgemäße Ergänzung finden.

Besonderer Dank gebührt aber den Stolberger Eisenbahnern. Ich habe sie als freundliche und aufgeschlossene Menschen kennengelernt, die einerseits häufig mit ganzem Herzen und einer Portion Stolz ihren verschiedenen Berufen bei der Eisenbahn nachgingen. Andererseits  freuten sie sich fast immer über mein Interesse an ihrer Tätigkeit und gewährten mir auf unkomplizierte Weise häufig Einblicke in die Stolberger Eisenbahnwelt. Sie nahmen sich geduldig die Zeit, die vielen Fragen eines jungen Eisenbahnfreundes zu beantworten und ihm die Abläufe des Bahnbetriebs  zu erklären. Selbst unter den heutigen, von weitgehendem Personalabbau und tiefgreifenden Rationalisierungen geprägten Bedingungen, hat sich daran wenig geändert.
Sicherlich wirkt dieser Geist bei der Entstehung meiner Homepage ein Stück weit mit und hat es erst ermöglicht,  heute diese Seiten in der dargestellten Form zeigen zu können.

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