Hochgeschwindigkeitsversuchsfahrten zwischen Stolberg Hbf und Bf. Aachen-Rothe Erde im Juli 1967

Seit je her strebte die Eisenbahn nach einer Erhöhung der Reisegeschwindigkeit im Zugverkehr. Die Deutsche Bundesbahn entwickelte nach der Beseitigung der Kriegsschäden und einer Festigung der Verkehrsverhältnisse in den 1960er Jahren ebenfalls Bestrebungen, ihren Reisezugverkehr deutlich zu beschleunigen und auf einer Vielzahl von Hauptstrecken Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h zu erreichen. 1961 begann die Deutsche Bundesbahn mit der Entwicklung einer neuen Schnellfahrlokomotive, die dann 1965 in Form der schweren, sechsachsigen Loks der Baureihe E 03 erschien. Zunächst wurden 4 Vorserienloks dieser prestigeträchtigen Schnellfahrlok der Baureihe E 03 gefertigt, die von Anfang an für eine Geschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt wurden, obwohl es erst wenige Streckenabschnitte gab, auf denen dieses Tempo überhaupt erreicht werden konnte.


Auch im Ausland fand die neue deutsche Schnellfahrlok reges Interesse

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15. September 1944 – Tieffliegerangriff auf einen Zug bei Hücheln

Zur Geschichte der Eisenbahn gehören nicht nur Glanzpunkte wie die Einführung neuer Zugverbindungen oder der Einsatz spektakulärer Fahrzeuge, sondern ebenso Schattenseiten wie etwa Zugunglücke oder andere menschliche Tragödien. Auch auf der Strecke Köln – Aachen hat es solche Katastrophen gegeben. So waren bei der Entgleisung des D 23 Paris – Köln – Berlin – Warschau am 25. August 1929 im Bf. Buir 13 Tote, 40 Schwer- und 60 Leichtverletzte zu beklagen. 5 weitere Unfallopfer erlagen später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Und am 27. Mai 1983, als der Wien-Oostende-Expreß mit 130 km/h beim Bf. Großkönigsdorf im Bereich des aufgeschlitzten ehemaligen Königsdorfer Tunnels in einen Erdrutsch raste, gab es 6 Tote und 18 Verletzte.

Zu den eher vergessenen oder unbekannten Tragödien der Eisenbahn rund um Stolberg gehört der Tieffliegerangriff auf einen Flüchtlingszug, den es noch schlimmer traf, als er am 15. September 1944 kurz nach seiner Abfahrt vom Eschweiler Hauptbahnhof bei Hücheln von Tieffliegern der US-Air Force angegriffen wurde. Auch wenn die Zahl der Opfer dieses Tieffliegerangriffes hier nicht exakt angegeben werden kann (für ein Gedenken an dieses grässliche Kriegsgeschehen letztlich aber auch nicht von ausschlaggebender Bedeutung ist), so ist dennoch festzuhalten, dass an jenem 15. September 1944 bei Hücheln mehr Menschen getötet worden sind als bei den anderen schweren Eisenbahnunglücken auf der Strecke Köln – Aachen. Obwohl die amerikanischen Jagdbomber den Zug nicht auf dem Gebiet der Stadt Stolberg angegriffen hatten, waren die meisten der Opfer Frauen und Kinder aus Stolberg, die nach Westfalen evakuiert werden sollten, weil die Frontlinie an diesem Tag bereits mitten durch Stolberg verlief.

Mit diesem Beitrag soll der Versuch unternommen werden, mehr als 65 Jahre danach noch einige Mosaiksteinchen von diesem Schicksalstag zusammen zu tragen. „15. September 1944 – Tieffliegerangriff auf einen Zug bei Hücheln“ weiterlesen

30. Mai 1980 – Stillegung der Strecken Jülich – Hochneukirch und Aachen Nord – Jülich

Das Amtsblatt Nr. 15 der Bundesbahndirektion Köln vom 03. April 1980 enthielt unter den laufenden Nummern 133 und 134 die offizielle Ankündigung der dauernden Einstellung des Reisezugbetriebes auf den Nebenbahnen Aachen Nord – Jülich und Jülich – Hochneukirch. Mit Ablauf des 30. Mai 1980 sollte auf beiden Strecken der Reisezugbetrieb auf Busbedienung umgestellt werden.

In diesem letzten Fahrplanabschnitt wurde die Nebenstrecke Aachen Nord – Jülich unter der Kursbuchnummer 454 geführt. Über der Fahrplantabelle fand sich bereits der eingerahmte Hinweis „Mit Einstellung des Schienenverkehrs muss jederzeit gerechnet werden“. Die Nebenstrecke Jülich – Hochneukirch wurde zusammen mit der Strecke Stolberg – Jülich (- Mönchengladbach) unter der Kursbuchnummer 455 geführt. Alle in den Fahrplänen aufgeführten Reisezüge waren mit dem Symbol „a“ versehen und verkehrten nur von Montag bis Freitag. Obwohl der Winterfahrplan 1979/80 erst am Samstag, den 31. Mai 1980 endete, verkehrten auf den beiden Strecken also schon am Freitag dem 30. Mai 1980 die letzten Züge.

Am Nachmittag des 30. Mai 1980 wurde auf dem Bahnhof Jülich mit 515 625 letztmals ein Triebwagen nach Aachen Nord bereitgestellt.

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Der dampfgebügelte Büstenhalter – Lausbubengeschichten vom Schienenstrang

Die Spielwelt der Kinder aus den 60er und den frühen 70er Jahren ist nicht mehr mit derjenigen von Kindern und pubertierenden Jugendlichen von heute zu vergleichen.  Die Erzählungen muten deshalb schon wie Geschehnisse aus einer anderen Welt an. Heutzutage würden die beschriebenen Ereignisse wohl als schwerer Eingriff in den Schienenverkehr gewertet und hätten erhebliche strafrechtliche Konsequenzen. Und zur Nachahmung sind sie natürlich nicht empfohlen! – waren sie seinerzeit übrigens auch schon nicht ;-)
Aber nach 30 Jahren sind die meisten Schandtaten wohl verjährt.

Zudem ist die Eisenbahn von heute auch gefährlicher geworden. Waren die lauten Dampfloks schon von weitem zu hören, so sind die heutigen Lokomotiven und Triebwagen erheblich leiser und vor allem auch wesentlich schneller. Gleichzeitig sind die Menschen heute stärker abgelenkt. Mit dem Kopfhörer von MP3-Player oder Handy im Ohr ist ein herannahender Zug schließlich kaum noch wahrzunehmen. Außerdem ist heute leider auch das Bewusstsein für die Gefahren des Bahnbetriebs längst nicht mehr so ausgeprägt wie vor 30 Jahren, weil sich die Eisenbahn aus vielen Gebieten zurückgezogen hat und damit aus dem Blickfeld der Menschen verschwunden ist.

Diese Geschichten spielten sich an der Bahnstrecke Stolberg Hbf – Münsterbusch ab, einer unbedeutenden Güterzugstrecke, auf der die wenigen Züge nur mit Geschwindigkeiten von 15 – 25 km/h verkehrten. Sie könnten sich in jenen Jahren aber ebenso an vielen anderen Nebenstrecken oder Anschlussbahnen in anderen Städten zugetragen haben.

Blicken wir also zurück in jene Zeit, als Wohnen und Arbeiten noch dicht beieinander lagen und solche Schienenwege völlig selbstverständlich zum Wohnumfeld dazugehörten…

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Wie war vor 35 Jahren – am 17. März 1975 – das Wetter in Stolberg?

Das interessiert heute sicherlich keinen mehr. Vielleicht aber diese kleine Fotoreihe, die gerade wegen des Wetters entstanden ist. Von Frühling war damals keine Spur! Als die Stolberger Dampflok 052 928 am 17. März 1975 gegen 16 Uhr nachmittags den Übergabezug von Stolberg Hbf nach Münsterbusch beförderte, geriet sie nahe dem Bahnübergang Spinnereistraße in einen Schneeschauer.

Weil ich damals kaum Gelegenheit hatte, Fotos von Stolberger Dampfloks im Schnee aufzunehmen, war mir gerade diese Stimmung die folgenden vier Fotos wert: