Aus der Fotosammlung von Hans-Wilhelm Giese

Hans-Wilhelm Giese begleitete 1976 seinen Vater , der beim Dampflokabschiedsfest in Stolberg dem Publikum als Techniker mit der Aufgleisausrüstung „Lukas“ die Arbeit der Eisenbahner rund um einen Hilfszuggerätewagen demonstrierte.


Am 03. April 1976 stand die vom Bw Duisburg-Wedau nach Stolberg entsandte 050 651 zeitweise mit dem Hilfszuggerätewagen bei der Bekohlungsanlage. Ein Motiv, dass bei Aufnahmen vom Dampflokabschiedsfest in Stolberg eher selten zu sehen ist.

 

Hans-Wilhelm Giese hat 1976 zeitlos schöne Schwarz-Weiß-Fotos aufgenommen. Besonders gut sind ihm die Porträtaufnahmen verschiedener Dampfloks gelungen.

 


Auch Hans-Wilhelm Giese war von der Komposition mit der bayerischen Schnellzuglok 18 505 und dem Rheingoldzug, die am 03. April 1976 am Bw-Eingang an der Münsterbachstraße aufgestellt worden war, sehr angetan (oben und unten).


Die größte Güterzuglok der Einheitsbauart, die 1´E1´-Lok der BR 45, war gewiss ebenso beeindruckend wie die Schnellzuglok der Baureihe 01 mit ihren Treibrädern mit 2 m Durchmesser.  Hans-Wilhelm Giese hat deshalb natürlich die 45 010 (oben) und die 01 008 (unten) ebenfalls fotografiert.

 

Zu den Stars des Dampflokabschiedsfestes zählte auch für Hans-Wilhelm Giese die Lok 56 3007, die er mehrfach ablichtete.


56 3007 „mitten im Getümmel“ des Dampflokabschiedsfestes in ungünstiger Fotoposition zwischen der Wagenhalle und der Drehscheibe.


Am Mittag des 03. April 1976 rückte 56 3007 aus dem Bw Stolberg aus, um vom Stolberger Hbf aus einen Sonderzug nach Jülich und auf die Gleise der Jülicher Kreisbahn zu fahren. Zwischen dem Bw und dem Stellwerk „Sl“ erwischte er die Lok in günstigerer Fotosituation (oben und unten).


56 3007 am 03. April 1976 bei der Abfahrt mit dem Sonderzug nach Jülich.

 

Die kleinen Tenderloks hat Hans-Wilhelm Giese ebenso in Szene gesetzt…

 


Die „Moll´sche T 3“ – benannt nach dem Lokführer Gerhard Moll, der diese Lok als eine der ersten Museumsloks in Deutschland in privater Initiative gerettet und betriebsfähig aufgearbeitet hat. Lokführer Moll hatte damit vorbildhaft nachgewiesen, dass man Dampfloks durchaus in privaten Händen zu zuverlässigen Museumsloks wiedererwecken und im Betriebseinsatz erhalten kann. Anfang der 1970er Jahre war die 89 7159 deshalb bei den Dampflokfreunden ein Star gewesen.


Die Deutsche Museumsbahn in Darmstadt-Kranichstein hat die ehemalige bayerische Tenderlok vom Typ BB II , die 98 727, erhalten. Auf dieser dynamischen Aufnahme hat Hans-Wilhelm Giese die flinke Tenderlok in Mallet-Bauart beim Stellwerk „Sl“ und vor dem Gebäude des Rangiermeisters vom Bezirk IV festgehalten.


Der preußischen T3 sehr ähnlich ist diese zuletzt beim Steinkohlenbergwerk „Walsum“ im Ruhrgebiet eingesetzte Lok namens „Walsum 5“. Das Foto entstand im Bw Stolberg etwa in Höhe der Lokleitung. Die Fotografen im Hintergrund stehen auf dem Ablaufberg des Rangierbezirks IV.


Eine vereinheitliche , im Baukastenprinzip für die unterschiedlichen Bedürfnisse der vielen Kleinbahnen kombinierbare Dampflok wollte die Deutsche Lokomotivindustrie in den 1920er Jahren kreieren. Der „Engere Lokomotiven-Normungs-Ausschuss“ entwickelte dazu verschiedene Typen, denen aber nur ein bescheidener Erfolg zuteil wurde. Die „Butzbach-Licher-Eisenbahn“ hatte sich eine Lok des Typs ELNA 4 zugelegt und unter der Nr. 146 eingesetzt. Sie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte erhalten und in den 1970er Jahren unter ihrer alten Bezeichnung „BLE 146“ intensiv eingesetzt. Hier wurde sie im Bezirk III des Stolberger Hauptbahnhofs fotografiert.

 

Von der Güterzuglok der Baureihe 50 wurden über 3.000 Exemplare gebaut. Sie war bis zuletzt bei der Deutschen Bundesbahn weit verbreitet. Obwohl die BR 50 eine sog. „Einheitslok“ mit vereinheitlichten Bauteilen war, so gab es dennoch eine Vielzahl von Bauartänderungen, die fast jeder Lok ein individuelles Aussehen gaben.  Erst mit der Ausmusterung vieler anderer Dampflokbaureihen gerieten diese „Feinheiten“ der BR 50 aber in das Blickfeld der Dampflokfans.
Bei der vom Bw Duisburg-Wedau zum Dampflokabschiedsfest nach Stolberg abgeordneten Lok 053 075 waren es vor allem der Wannentender und das geschlossene Führerhaus, die sie zu einem Exoten unter den Loks der BR 50 machten. Als letzte 50er mit Wannentender im Bestand der Deutschen Bundesbahn fand sie auch die Aufmerksamkeit von Hans-Wilhelm Giese.

 


Am Vormittag des 03. April 1976 entstanden diese beiden Aufnahmen der 053 075  zwischen der Besandungsanlage und dem Kohlenkran des BwStolberg (oben und unten).


Im Laufe des 03. April 1976 war die 053 075 zu Führerstandsmitfahrten eingeteilt, bei denen sie vom Gleis hinter der Lokleitung startete und auf dem Lokverkehrsgleis bis zum östlichen Ende des Bezirks IV pendelte. Dieses Foto entstand hinter der Lokleitung.


Die ebenfalls vom Bw Duisburg entsandte Lok 050 761 war mit dem sog. Kabinentender gekuppelt, der auch bei den Stolberger Loks der BR 50 stark verbreitet war. Auch die 050 761 war zu Führerstandsmitfahrten eingesetzt worden (oben und unten).


An der Einfahrt zum Bw Stolberg und mit dem Stellwerk „Sl“ entstand auch dieses Foto der in das Bw einrückenden 053 075.

 

Das Dampflokabschiedsfest in Stolberg war für viele Menschen ein sehr emotionales Erlebnis. Der Abschied von dem altvertrauten Stück Eisenbahn, das die Dampflok verkörperte, berührte viele Menschen auch deshalb, weil sich persönliche Erlebnisse mit Eisenbahnfahrten und damit einhergehendem Erleben der Dampflok verbunden hatten. Das Geräusch der Dampflok und die am Abteilfenster vorbeiziehenden Dampfschwaden gehörten für sie genauso zur Eisenbahn wie das Klappern der Räder auf den Schienenstößen  oder die Telegrafenmasten entlang der Strecken.

 


Da fahren sie dahin – ein symbolhaftes Bild vom Dampflokabschied, das die Stimmung jener Tage gut vermitteln kann…

 

 

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