Buchtipp „Dampflokomotiven des Eschweiler Bergwerks-Vereins“ – Bilder aus dem Aachener Revier – 1970 bis 1992

Buchtipp „Dampflokomotiven des Eschweiler Bergwerks-Vereins“ – Bilder aus dem Aachener Revier – 1970 bis 1992

Vor kurzem hat der Autor Eberhard Kuckert sein neues Buch „Dampflokomotiven des Eschweiler Bergwerks-Vereins“ – Bilder aus dem Aachener Revier – 1970 bis 1992  veröffentlicht. Dabei handelt es sich vorrangig um einen Bildband, der dem interessierten Leser jedoch auch viele Detailinformationen bietet.

In der Einleitung zeigt der Autor anhand von originalen Loklisten des Eschweiler Bergwerks-Vereins (EBV) aus den Jahren 1963, 1971 und 1979 die Entwicklung des Lokbestandes, der in dem thematisierten Zeitraum das Bild der Grubenbahnen des EBV geprägt hat. Anschließend werden die einzelnen Gruben und ihre Dampfloks und weitere Betriebsteile wie die Maschinenhauptwerkstätte in Mariadorf, die Ancitfabrik in Alsdorf oder das Kraftwerk in Siersdorf anhand vieler Fotos in durchweg guter Qualität eingehend vorgestellt. Dabei fällt angenehm auf, dass mit dem historischen Bildmaterial wertschätzend umgegangen wurde, indem die Aufnahmen weder durch eingerückte Bildtexte noch durch zweiseitige Abbildungen mit Falz beeinträchtigt werden. Die Bildauswahl enthält zudem viele Blickwinkel, die für Außenstehende nur schwer erreichbar waren und deshalb das vielleicht schon bekannte Spektrum ergänzen. Unter den abgedruckten Aufnahmen fallen insbesondere die Motive des Fotografen Pinguin Moschner auf, der es hervorragend verstanden hat, die Atmosphäre auf den Gruben und  Industrieanlagen und die von der Kohlegewinnung geprägte Umgebung in ausdrucksstarken Szenen einzufangen.
Im letzten Teil des Buches geht es um Sonderzugeinsätze und den Verbleib der ehemaligen EBV-Lokomotiven.

Auf der Rückseite des Buches heißt es „Der Eschweiler Bergwerks-Verein betrieb im Aachener Steinkohlerevier umfangreiche Gleisanlagen für seine dortigen Bergwerke und Kokereien. Bis zum Ende der Kohleförderung im Jahre 1992 wurden dort die Rangierdienste überwiegend mit Dampflokomotiven abgewickelt. Die bunt zusammengesetzte Lokflotte umfasste ehemalige Länderbahnloks, ELNA-Maschinen und klassische Industrielokomotiven.
Dieses Buch beschreibt in zahlreichen Farb- und SW-Aufnahmen die einzigartige Atmosphäre dieses Dampfbetriebs vor der Kulisse von Fördergerüsten, Kokereien, Kohle- und Bergehalden, Kraftwerken und Verladeanlagen. Dokumentiert werden weiterhin die Werkstattarbeiten der Loks, ihr Einsatz vor Sonderzügen sowie der Betrieb im Winter und bei Nacht.“
Diesem Anspruch wird der Bildband vollkommen gerecht. Auf 162 Seiten mit 131 Farbfotos und 134 Schwarzweißfotos erhält der Leser in guter Buchqualität und zu einem angemessenen Preis (44,80 €) eine wohltuende Lektüre, die dem Grubenbahnbetrieb des EBV und seinen Dampfloks ein würdiges Andenken bewahrt. Wer heute im „Energeticon“ in Alsdorf die dort als totes Denkmal hingestellte Lok „Anna Nr. 8“ anschaut, dem wird sich nach dem Lesen dieses Buches im Kopf ein anderes Bild dieser Lok und ihrer einstigen Arbeitswelt auftun.

Was dem Buch vielleicht fehlt, ist der Blick über die Lokomotiven hinaus auf die Menschen, die mit ihnen umgegangen sind und den Bahnbetrieb auf den Grubenbahnen durchgeführt bzw. „am Laufen gehalten“ haben.
Für jüngere Leser -soweit sie sich noch für die Bergbaugeschichte des Aachener Reviers interessieren – wird es spannend sein, die abgebildeten, meist „versunkenen“ Orte des Grubenbahnbetriebs aufzuspüren und die Fotostandpunkte zu verorten. Hätte man seinerzeit schon die Möglichkeit gehabt, Geodaten zu den Fotos mitzuliefern, wäre das heute eine wertvolle Unterstützung bei der Befassung mit dem Buchthema.
Über den einen oder anderen Schreibfehler oder unlogisch zusammengerückte Worte wird man gerne hinweglesen.

Meine Empfehlung: absolut lesens- und sehenswert!

Einen Vorgeschmack auf das Buch kann man auch hier bekommen:  https://www.verlag-kuckert.de/

Dampflokomotiven des Eschweiler Bergwerks-Vereins
Autor: Eberhard Kuckert
Hardcover Fadenheftung
A4 Querformat
160 Seiten mit 131 Farbfotos & 134 SW-Fotos,
16 Faksimiles, 2 Karten
ISBN: 978-3-9819136-3-7
Preis: 44,80 €

Verlag Eberhard Kuckert
Kuhlmannweg 35
51375 Leverkusen
0214  - 31 19 07 36
info@verlag-kuckert.de

Erinnerungen an die vergangene Reichsbahn der DDR

Der „Tag der deutschen Einheit“ regt immer wieder einmal zu Erinnerungen an Erlebnisse in der Deutschen Demokratischen Republik an. Zu den Merkwürdigkeiten dieses Gebiets gehörte es, dass dort der Name „Deutsche Reichsbahn“ von 1949 bis 1993 erhalten blieb. Doch die „Reichsbahn“ – wie sie in der Bevölkerung genannt wurde – war bei Eisenbahnfreunden ein beliebtes Reiseziel – und bot mittelbar viele Gelegenheiten, gleichzeitig auch Land und Leute kennenzulernen…

Der thüringische Eisenbahnknotenpunkt Saalfeld war in den 1970er und 1980er Jahren ein attraktives Reiseziel. Von einer Straßenbrücke aus hatte man einen guten Panoramablick auf den nördlichen Bahnhofsbereich und seinen lebhaften Betrieb. Am 28. Mai 1981 entstanden dort Fotos der mit einem stattlichen Güterzug ausfahrenden ölgefeuerten 44 0698 (oben) und der von der Saaletalbahn aus einfahrenden ölgefeuerten 44 0305 (unten).

Südlich von Saalfeld entstand an der Frankenwaldbahn beim thüringischen Ort Unterloquitz am Abend des 28. Mai 1981 das Foto der als Leerfahrt in ihr Heimatbetriebswerk Probstzella zurückkehrenden 95 0027. Wenige hundert Meter hinter der Fotostelle begann seinerzeit das Sperrgebiet der „Staatsgrenze West“.

Zu den Stars des Bw Saalfeld gehörten 1981 die letzten ölgefeuerten Schnellzugloks der BR 01.5. Am 30. Mai 1981 sollte die Bespannung von Schnellzügen mit Dampfloks auf der Saaletalbahn von Camburg bis Saalfeld planmäßig enden. Für die Beförderung des D 504 war an diesem Tag die 01 0531 eingeteilt, die hier in der Nähe von Kahla aufgenommen wurde.

Südlich des schon 1981 aufgelassenen Schrankenpostens 43 bei Kahla konnte man 1981 am Bahndamm mit einem Mastfundament Reste der Fahrleitung der Saaletalbahn entdecken, die noch kurz vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet und in Betrieb genommen wurde und dann 1945 den Demontagen der russischen Besatzung zum Opfer fiel. Am 30. Mai 1981 wurde 44 0601 an der denkwürdigen Stelle fotografiert.

Vor der Kulisse der Leuchtenburg bei Kahla entstand am 30. Mai 1981 ferner das Foto der ölgefeuerten 44 0393, die auf der Saaletalbahn einen Güterzug in Richtung Saalfeld brachte.

Auch wenn sich das fotografische Interesse vorrangig auf den Dampflokeinsatz fokussierte, so wurde das Bild vom Bahnbetrieb der Deutschen Reichsbahn erheblich von Dieselloks geprägt. Zum Bahnalltag auf der Saaletalbahn gehörte am 30. Mai 1981 ebenso dieser von 110 070 beförderte Reisezug.

Typisch für den Diesellokbetrieb der Deutschen Reichsbahn waren die für den Traktionswandel in großen Zahlen beschafften Großdieselloks aus der damaligen Sowjetunion. Auf der Strecke von Saalfeld nach Gera wurde nahe der Ortschaft Krölpa die „Taigatrommel“ 120 196 mit einem Güterzug nach Saalfeld aufgenommen, an dessen Spitze ein Eisenbahnkran eingestellt war.

Zu den „Russenloks“ der Deutschen Reichsbahn gehörte auch die „Ludmilla“ 132 096, die am 31. Mai 1981 auf dem Bf. Pirk mit einem Reisezug von Plauen (Vogtland) über Weischlitz und Adorf zum Grenzbahnhof Bad Brambach fotografiert wurde. Das Foto wird im Hintergrund von der Elstertalbrücke der Autobahn Hof – Zwickau – Chemnitz dominiert, die wegen des Zweiten Weltkriegs nicht mehr fertiggestellt wurde und die Zeit der DDR als Torso überdauerte. Nach der Wiedervereinigung wurde der historische Torso beim Lückenschluss der Autobahnverbindung als Basis für die heutige Elstertalbrücke verwendet.

In Haldensleben, einer kleinen Stadt an der Strecke vom ehemaligen DDR-Grenzbahnhof Oebisfelde nach Magdeburg, gab es 1981 einen größeren Abzweigbahnhof mit Betriebswerk. 1981 waren dort mehrere Dampfloks der BR 52.80 im Einsatz, zusätzlich kamen dort die im Bw Oebisfelde stationierten Dampfloks der BR 41 vorbei. Da Haldensleben nicht allzuweit vom Grenzübergang Helmstedt entfernt lag, wurde auch hier ein Fotostopp eingelegt. Am Abend des 02. Juni 1981 begegnete dem Fotografen dabei die aus Haldensleben in Richtung Oebisfelde ausfahrende 41 1231  (oben), und bei einem Besuch im Bw Haldensleben konnten dort die Loks 52 8150 und 52 8180 aufgenommen werden (unten).

Am Tag der Deutschen Einheit soll der Blick aber nicht nur auf die ehemalige DDR beschränkt bleiben. In der alten Bundesrepublik gab es entlang der „Zonengrenze“ zur DDR hin einen seinerzeit als „Zonenrandgebiet“ bezeichneten Raum, der nach der deutschen Teilung kaum am Wirtschaftswunder teilnehmen konnte und als strukturschwaches Gebiet zunehmend ins Hintertreffen geriet. Zum Zonenrandgebiet gehörten beispielsweise Teile von Oberfranken und die Stadt Hof, deren Hauptbahnhof Bedeutung als Grenzstation zur Reichsbahn hatte. Hier konnten sich bis 1973 die letzten kohlegefeuerten Bundesbahn-Dampfloks der Baureihe 01 behaupten. In der Umgebung gab es u.a. in Weiden (Oberpfalz) und Kirchenlaibach weitere Betriebswerke, die bis Mitte der 1970er Jahre Dampfloks einsetzten.

Auch im ehemaligen Zonenrandgebiet gibt es noch heute Orte, die nach der Wiedervereinigung keinen wirklichen Aufschwung erleben durften…

Im Jahre 1971 entstand das Foto von 001 126, die sich von Bamberg kommend bei Münchberg ihrem Zielbahnhof Hof Hbf nähert.

Innenansichten des EBV-Grubenbahnbetriebs – ein Literaturtipp

Innenansichten des EBV-Grubenbahnbetriebs – ein Literaturtipp


Obwohl das Heft 20 der Zeitschrift „Eisenbahn Klassik“ schon im März 2026 erschienen und damit seit einigen Wochen im Handel ist, soll hier (vor dem Erscheinen des Heftes 21) unbedingt ein Hinweis auf einen sehr lesenswerten Beitrag nicht fehlen.
Der auf der Titelseite präsentierte Bericht „Mit Anna und Emil durchs Aachener Revier“ enthält nicht – wie der Zusatz „Eschweiler Bergwerks-Verein: Dampf bis 1992“ vielleicht vermuten lässt, einen weiteren Aufguss von Berichten über Fototouren zum Bf. Alsdorf und zu den dort verkehrenden Grubenbahndampfloks des EBV.
Der Autor Klaus Prömper hatte das besondere Glück, während eines Praktikums beim Eschweiler Bergwerks-Verein und bei verschiedenen Ausbildungseinheiten sowohl den Rangierbetrieb rund um die Kokerei auf dem Gemeinschaftsbahnhof Alsdorf als auch den Grubenbahnbetrieb beim Bergwerk „Grube Emil Mayrisch“ in Siersdorf aus der Sicht eines EBV-Mitarbeiters hautnah mitzuerleben und daran teilzuhaben, mit welchem Engagement der EBV seinen Grubenbahnbetrieb durchführte und die betrieblichen Herausforderungen bewältigte. Zusätzlich hat Klaus Prömper auch die Instandhaltungsarbeiten an den Grubenbahnloks in der EBV-Hauptwerkstatt in Mariadorf miterlebt. Seine Schilderungen heben sich deshalb sehr deutlich von vielen anderen Berichten zum Thema EBV-Dampfloks ab. Gerade wegen dieser Mitarbeiter-Perspektive, seiner Nähe zu den Eisenbahnern des EBV  und seinem fotografischen Geschick hat Klaus Prömper hier ein Zeitdokument geschaffen, das unbedingt lesens- und sehenswert ist. Klaus Prömper versteht es excellent, den Idealismus der EBV-Grubenbahner, ihren Pragmatismus und ihr lösungsorientiertes Vorgehen im harten Grubenbahnalltag zu spiegeln und diese vergangene Bergbau-Arbeitskultur für die Nachwelt noch einmal sichtbar zu machen und das Andenken daran zu erhalten.

Das neue Heft 21 der Zeitschrift „Eisenbahn Klassik“ kommt wohl Anfang Juni 2026. Solange ist EK 20 in unserer Region beim Bahnhofsbuchhandel und – über Juni hinaus (!) – beim Modellbahncenter Hünerbein in Aachen und beim Energeticon in Alsdorf zu kaufen. Zusätzlich kann es online beim Verlag bezogen werden, solange der Vorrat reicht: Nord Süd Express | Eisenbahn-KLASSIK 20 Frühjahr 2026.

Frühlingsferien 2026 in Vogtland und Erzgebirge

In der Zeit vom 10. bis 20. April 2026 standen Frühlingsferien in Vogtland und Erzgebirge auf dem Programm. Neben Erholung und Kultur gab es – wie wohl kaum anders zu erwarten – auch einige Programmpunkte mit Bezug zur Eisenbahn.

Der vogtländische Eisenbahnknotenpunkt Adorf/Vogtland ist – wie viele Bahnhöfe heutzutage – sehr stark von Rückbaumaßnahmen gezeichnet. Das stattliche, der einstigen Bedeutung angemessene Bahnhofsgebäude von Adorf ist zwar noch erhalten. Es hinterlässt am 11. April 2026 aber keinen repräsentativen Eindruck mehr. Derzeit verkehren nur noch Regionalbahnen in die Richtungen Plauen/Vogtland und Bad Elster. Die Verbindung nach Klingenthal ist außer Betrieb. Die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterbrochene Strecke nach Roßbach (Hranice) und Asch ist längst abgebaut und ohne jede Hoffnung auf Reaktivierung. Seit 1975 ist ebenso die durchgehende Verbindung nach Aue wegen eines Talsperrenbaus bei Eibenstock unterbrochen und danach Opfer eines langsamen Niedergangs geworden.

Ausfahrt des VT 153 der Vogtlandbahn in Richtung Plauen/Vogtland. Die einstmals für den Fernverkehr in Richtung Eger, Karlsbad und Franzensbad ausgelegten langen Bahnsteige von Adorf wirken am 11. April 2026 für die kleinen Triebwagen völlig überdimensioniert. Immerhin gibt es hier aber noch die historischen langen, hölzernen Bahnsteigüberdachungen.

Das ehemalige Bahnbetriebswerk Adorf/V. ist glücklicherweise museal erhalten geblieben und rühmt sich, mittlerweile das letzte Bahnbetriebswerk im Vogtland zu sein. Hier widmet man sich u.a. der Bewahrung der Schienenbusse der DDR-Reichsbahn. Am Nachmittag des 11. April 2026 wurde im Bw Adorf aber nur kurz mit einer ehemaligen Werkslok der Plauener Firma „WEMA“  (Werkzeugmaschinenbau) rangiert.

Die wenigen fahrbereiten DDR-Schienenbusse werden im Ringlokschuppen aufbewahrt. Auf den Freigleisen stehen mehrere Trieb- und Beiwagen, die man eher als „Arbeitsvorrat“ bezeichnen kann.

Für Dampflokfreunde ist u.a. die in Adorf stationierte, nur rollfähig aufgearbeitete  86 1607 (86 607) interessant. Loks dieser Baureihe waren hier viele Jahre ortstypische Triebfahrzeuge (oben).
Sehenswert ist außerdem der Torso einer nur dreiachsigen ELNA-Lok (unten).

Wer mit offenen Augen auf dem Gelände des Bw Adorf unterwegs ist, kann dort Fotomotive entdecken, die an die DDR-Vergangenheit erinnern…

Der 17. April 2026 war aus Sicht des Eisenbahnfotografen ein „Brückentag“. Zunächst bot sich in der Gemeinde Theuma am Ortsausgang in Richtung Großfriesen und Plauen eine Brücke der ehemaligen, bereits 1973 abgebauten  Nebenstrecke von Plauen-Chrieschwitz nach Lottengrün und Falkenstein wegen ihrer Verkleidung mit dem hier ortstypischen „Theumaer Fruchtschiefer“ als Fotomotiv an.

Am späten Nachmittag des 17. April 2026 stand die monumentale, schon 1851 vollendete „Elstertalbrücke“ im Fokus. Das 279 m lange und 68 m hohe Bauwerk gilt neben dem Göltzschtalviadukt als zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt. Auf der unterhalb der Elstertalbrücke entlangführenden Elstertalbahn begegnete dem Urlauber der von Weischlitz über Plauen und Greiz nach Gera verkehrende VT 154 der Vogtlandbahn (oben). Von einem Standpunkt im Flussbett der weißen Elster gelang ferner das Foto eines anderen Triebwagens der Vogtlandbahn, der auf der über die Brücke führenden elektrifizierten Hauptstrecke von Hof über Reichenbach und Zwickau nach Chemnitz in Richtung Plauen oberer Bahnhof brummte (unten).

Der 18. April 2026 stand ganz im Zeichen der Dampfeisenbahn. Eine Fahrt ins westliche Erzgebirge führte zunächst über das vogtländische Schönheide. Beim Stopp im Ortstteil Wilzschhaus sorgte ein grantiger älterer Mann aus dem Team der dort tätigen Bahnenthusiasten dafür, dass das Interesse an einer Erkundung der Eisenbahnhistorie im Bereich des Bahnhofs Schönheide-Süd rasch versiegte. Anders war es dagegen am Bf. Schönheide Mitte, wo Gelegenheit bestand, die dort betriebsfähig erhaltene IV K-Lok 99 582 vor dem historischen Rechtecklokschuppen zu fotografieren. Erinnerungen an eigene Erlebnisse aus den Jahren 1974 und 1975 lebten wieder auf.

Am 18. April 2026 wurden zwei Rundfahrten mit der 58 311 von Chemnitz über Thalheim, Aue, Schwarzenberg, Markersbach, Schlettau, Annaberg und Wolkenstein zurück nach Chemnitz veranstaltet. Am Nachmittag konnte so bei Lössnitz die aus Richtung Zwönitz kommende und nach Aue fahrende 58 311 dabei beobachtet werden, wie sie durch zwei Hufeisenkurven den Höhenunterschied hinab ins Tal der Zwickauer Mulde bewältigte. Die erste, vor Lössnitz oberer Bahnhof liegende Hufeisenkurven verläuft großenteils durch eine offene Feldlandschaft, die sich hier schon frühlingshaft zeigte (oben und unten).

Diese erste Hufeisenkurve ermöglichte zudem auch noch fotogene Nachschüsse auf den talwärts rollenden Dampfloksonderzug mit weitem Blick in die Landschaft (oben und unten). Bis Mitte 1976 verkehrten die im Bw Aue stationierten Loks der BR 58.10, zu denen auch die 58 1111 alias 58 311 zählte, hier planmäßig.

Die Fahrt der 58 311 durch Markersbach wollten sich viele Eisenbahnfreunde nicht entgehen lassen. Die disziplinierten Fotografen ermöglichten gute Aufnahmen des Sonderzuges während seiner Fahrt durch den Bf. Markersbach und über den Markersbacher Viadukt (oben und 2x unten). Obwohl am Schluss des Sonderzuges  die V 100 003 nachschob, machte 58 311 ordentlich Dampf.


Auch nach dem Überfahren der Markersbacher Brücke musste 58 311 auf dem Weg zum Bf. Scheibenberg noch lange gegen die beständige Steigung ankämpfen. Wer sich in Markersbach etwas Zeit nahm, der konnte viele Minuten lang der weiterhin kräftig stampfenden 58 311 zuhören und sich an ihren Rauchwolken erfreuen.

Ein längerer Aufenthalt auf dem Bf. Schlettau zum Auffüllen der Wasservorräte der 58 311 ließ genug Zeit, gemütlich die zwischen Schlettau und dem Bf. Walthersdorf gelegene Zschopaubrücke aufzusuchen und den Sonderzug dort ein weiteres Mal zu fotogafieren.

Am 18. April 2026 verkehrte ein zweiter Dampfloksonderzug, der mit den Loks 86 1333 und 86 1744 der Pressnitztalbahn von Zwickau und Chemnitz über Aue und Johanngeorgenstadt nach Karlsbad und Komotau fuhr, um anschließend über Weipert, Cranzahl, Annaberg, Markersbach, Schwarzenberg und Aue wieder zu seinen Ausgangspunkten zurückzukehren. Im letzten Tageslicht des 18. April 2026 passierten die Loks 86 1333 (links) und 86 1744 (rechts dahinter) gegen 20:10 Uhr  mit einem eindrucksvollen Pfeifkonzert die Brücke über das Sehmatal in Cranzahl (oben und unten).

 

vor 50 Jahren: Dampflok-Abschiedsfest beim Bahnbetriebswerk Stolberg

Am 03. und 04. April 2026 ist es 50 Jahre her, dass die Bundesbahndirektion Köln dem Abschied vom Dampflokbetrieb in ihrem Bezirk mit einem großen Fest im Bahnbetriebswerk Stolberg einen würdigen Rahmen gab.

Mit diesem Plakat warb die Bundesbahndirektion Köln im März 1976 für das Dampflok-Abschiedsfest in Stolberg in den Bahnhöfen innerhalb ihres Direktionsbezirks (oben). Ergänzend dazu gab es in den örtlichen Printmedien Werbeanzeigen, die ein ähnliches Layout zeigten (unten).

Schon kurz nach der Öffnung des Veranstaltungsortes hatte sich das Bahnbetriebswerk Stolberg mit vielen Menschen gefüllt. Nach Schätzungen der Polizei und der Bahnpolizei sollen an den beiden Tagen zwischen 60.000 und 80.000 Besucher zum Dampflok-Abschiedsfest gekommen sein!

Mit zahlreichen und volksnah-preiswerten Sonderfahrten rund um Stolberg und bei Führerstandsmitfahrten im Bahnhofsbereich konnten die Besucherscharen noch einmal einen authentischen Eindruck von der Dampflokzeit bei der Eisenbahn bekommen und in Erinnerung behalten.

Auf der Homepage „www.eisenbahn-stolberg.de“ soll das Dampflok-Abschiedsfest am ehemaligen Veranstaltungsort einen virtuellen Erinnerungsort haben, an dem möglichst viel Material dazu kompakt zusammengefasst für interessierte Menschen zugänglich bleibt.

Schon heute gibt es dazu dieses thematische Angebot:

Lagebericht aus der Zeit von Januar bis März 1976

Vorbereitungen auf das Dampflokabschiedsfest am 29. März 1976

Vorbereitungen auf das Dampflokabschiedsfest am 02. April 1976

Erster Tag des Dampflokabschiedsfestes – 03. April 1976

Zweiter Tag des Dampflokabschiedsfestes – 04. April 1976

Der Tag nach dem Dampflokabschiedsfest – Rückblick auf den 5. April 1976

Das Dampflokabschiedsfest in der Presse

Dienstvorschriften der Deutschen Bundesbahn zur Durchführung des Dampflokabschiedsfestes

Informationsmaterial von Eisenbahnmuseen und Veranstaltern (zur Zeit in Bearbeitung)

 

Weitere Erinnerungen an das Dampflok-Abschiedsfest aus verschiedenen Fotosammlungen von Eisenbahnfreunden:

Fotosammlung Jürgen Schmitz,

Fotosammlung Hans-Wilhelm Giese

Fotosammlung Udo Bellingradt

 

Filme/Videos über das Dampflok-Abschiedsfest:

Video von Jürgen Court

Video „»Dampflok Abschiedsfest Aachen« von Bernd Geisler in WDR digit

Dampflok Abschiedsfest BW Stolberg 3-4 April 1976 Super 8 Filme von „vicivico“

Deutsche Bundesbahn Afscheid van de Stoomlok B W Stolberg 1976 von Bert Zieck / Ricofilm 1

DB 45 010 Dampflokabschied im Bw Stolberg von Manfred Kopka

 

Beiträge zum Dampflok-Abschiedsfest in anderen digitalen Medien:

Dampfabschied beim Bw Stolberg, Teil 1 (m. 15 B. in Farbe)
– Bericht von Martin Welzel mit 15 Fotos und diversen Ergänzungen, im Historischen Forum von Drehscheibe online, erschienen am 11.12.2006

Alle pilgerten nach Stolberg… – zum Dampfabschied in Stolberg am 03.04.1976 – Bericht von Klaus Heckemanns mit 23 Bildern im Historischen Forum von Drehscheibe online, erschienen am 23.12.2023 (mit weiteren bebilderten Ergänzungen im Thread)

Der große Dampf-Abschied in Stolberg 1/3: Lok-Zuführungen & Aufstellung ( 19 B )
– Bericht von Reinhard Gumbert mit 19 Bildern im Historischen Forum von Drehscheibe online, erschienen am 02.04.2026 (mit diversen weiteren bebilderten Ergänzungen im Thread)

Stolberg April 1976 – ich war auch dabei (mit 44 Fotos)
– Bericht von Hubert Fingerle mit 44 Fotos im Historischen Forum von Drehscheibe online, erschienen am 03.04.2026 (mit diversen weiteren bebilderten Ergänzungen im Thread)

Erinnerung anläßlich des 45-jährigen Jubiläums

Erinnerung im Jahre 2015

 

…vergangen, aber nicht vergessen… – was soll bleiben, wenn nichts mehr geblieben ist?

Im Mai 1983 wurde das Bahnbetriebswerk Stolberg mit allen Gebäuden und Anlagen abgebrochen und dem Erdboden gleichgemacht (oben). Im Jahre 2003 gab es an der Münsterbachstraße zwar noch Reste des ehemaligen Bw-Eingangs, aber dahinter erstreckte sich nur noch Wildnis (unten).

Heute ist vom Bw Stolberg und dem Zentrum des Dampflok-Abschiedsfestes nichts mehr geblieben. Auch der Stolberger Hauptbahnhof hat viel von seiner einstigen Größe eingebüßt.
Von den letzten Stolberger Dampfloks sind immerhin die Maschinen 50 622 und 50 3031  erhalten geblieben. Auch viele der anderen beteiligten Loks haben bis heute überdauert.

 

Aufruf zur Unterstützung

Aber auch wenn hier im Laufe der vergangenen Jahre schon verschiedentlich dazu berichtet wurde, so soll im Jahre 2026 aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums bei „www.eisenbahn-stolberg.de“ dem Dampflok-Abschiedsfest virtuell gedacht werden.

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie verschieden die Besucherinnen und Besucher ihre Erlebnisse während des Dampflok-Abschiedsfestes dokumentiert und in Fotos und Filmen festgehalten und welche Schwerpunkte sie dabei gesetzt haben.
Dazu gehören selbstverständlich auch die Geschehnisse kurz vor und nach dem Dampflok-Abschiedsfest, wie bspw. die An- und Abreise der ausgestellten Lokomotiven oder auch der Einsatz von Dampfloks am 05. April 1976 etwa vor Militärtransporten von Stolberg nach Raeren. Ebenso natürlich auch Fotos von den Eisenbahnern, die sich für das Dampflokabschiedsfest eingesetzt, die Organisationsaufgaben übernommen haben und die Loks gefahren sind. Ihnen gebührt nicht nur Dank für ihre gute Arbeit. Es wäre auch schön, wenn sie sichtbar würden und in Erinnerungen bleiben könnten.
Bestimmt gibt es noch Fotos oder Erinnerungsstücke, die bisher noch nicht öffentlich gezeigt worden sind oder die es wert sind, noch einmal ans Licht geholt zu werden….

Wer macht mit? Wer hat noch Bilder und Relikte aus dieser Zeit und mag diese für eine Rückschau auf dieser Homepage zur Verfügung stellen? Falls Sie mitmachen wollen, scheuen Sie sich nicht, Kontakt aufzunehmen (bspw. per E-Mail an => mail@eisenbahn-stolberg.de ).
Falls Interesse besteht, werden Ihre Fotos oder Dias auf Wunsch ggf. auch gescannt oder andere Relikte fotografiert, so dass niemand wertvolle Originale aus der Hand geben muss.


Kann das Projekt mit Leben gefüllt werden?

Über die eingehenden Beiträge wird hier berichtet werden…

 

 

Bearbeitungsstand: 04. April 2026