Dampfloks in Stolberg – Fotoausstellung anläßlich „Stolberg goes history“

Anlässlich der unter dem Motto „Stolberg goes history“ stehenden 900-Jahr-Feier der Stadt Stolberg wurde in der Hauptfiliale Stolberg der Sparkasse Aachen in der Zeit vom 06. bis 22. Juni 2018 eine Ausstellung mit historischen Fotos aus Stolberg gezeigt.
Dabei  sollte auch die Eisenbahngeschichte der Kupferstadt zum Ausdruck kommen. Auf sieben Stellwänden bekam ich Gelegenheit, in diesem Rahmen rd. 40 Fotos zum Einsatz der Dampflokomotiven des Bw Stolberg in den Jahren 1974 bis 1976 sowie von verschiedenen Sonderfahrten zu zeigen.
Weil einige Eisenbahnfreunde keine Gelegenheit hatten, die Fotoausstellung zu den üblichen Geschäftszeiten  der Sparkasse zu besuchen, sollen die Fotos hier virtuell weiterhin ausgestellt werden.

Das Bahnbetriebswerk Stolberg setzte noch bis Ende September 1975 planmäßig Dampfloks ein und bespannte mit ihnen überwiegend Güterzüge auf den von Stolberg Hbf ausgehenden Nebenstrecken nach Münsterbusch, Jülich, Raeren und ins Wurmrevier, wo bis zuletzt die Gruben in Alsdorf und Siersdorf angefahren wurden. Stolberg wurde damit die letzte Einsatzstelle von Dampfloks im Bezirk der Bundes-bahndirektion Köln und gehörte auch im Netz der Deutschen Bundesbahn, die im Oktober 1977 ihre letzte Dampflok aufs Abstellgleis schob, zu denjenigen Orten, an denen die Epoche der Dampflok zuletzt endete.
Im Juni 1976 wurden die letzten vier Stolberger Dampflokomotiven nach Duisburg abgegeben.

Die nachfolgend gezeigten Fotos stammen aus der Zeit von 1974 bis 1976. Die Deutsche Bundesbahn präsentierte sich seinerzeit als intaktes und menschliches Eisenbahnwesen, das für Interessierte offenstand und gerne Einblick in ihren Eisenbahnbetrieb gewährte. Ohne die Unterstützung vieler Stolberger Eisenbahner, die den jungen Eisenbahnfotografen freundlich aufnahmen und ihn mit viel Idealismus in die Welt der Eisenbahn in Stolberg einführten, hätten die hier gezeigten Aufnahmen nicht entstehen können. Deshalb sollen diese Bilder auch als Dank und Anerkennung an die Stolberger Eisenbahner gesehen werden.

Nach dem Ende der Dampflokzeit behielt die Eisenbahn für mich ihre Faszination. Dies zeigt u.a. der Themenblock „Dampfloksonderfahrten rund um Stolberg“, in dem Fotos von Sonderfahrten mit verschiedenen Dampfloks im Zeitraum von 1975 bis heute zu sehen sind.

 

Dampfloks auf dem Stolberger Hauptbahnhof

Blick aus dem ehemaligen Stellwerk „St“ auf die Dampflok 053 031-1, die kraftvoll arbeiten muss, um einen Übergabezug aus dem Bezirk III in den Bezirk V des Stolberger Hauptbahnhofs zu schleppen (6. Februar 1975).

Einfahrt eines aus Raeren kommenden Militärzuges, aufgenommen aus der Sicht des Weichenwärters, der auf dem Stellwerk „St“ schräg gegenüber des Bahnhofsgebäudes arbeitete (Lok 051 789-6 / 6. Februar 1975). „Dampfloks in Stolberg – Fotoausstellung anläßlich „Stolberg goes history““ weiterlesen

Führung zum „eisernen Schatz von Raeren“ am 10. Juni 2018


Am Sonntag, 10. Juni 2018 traf sich um 10:00 Uhr eine stattliche Besuchergruppe zu einer rd. zweistündigen Führung über den Bahnhof Raeren. „brf“, der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, berichtet unter der Titelzeile „Eiserner Schatz“: Bahnhof Raeren muss denkmalgeschützt bleiben  auf seiner Nachrichtenseite und in einem Fernsehbeitrag , dass die Führung über das Areal des Bahnhofs am Sonntagmorgen in beeindruckender Weise deutlich machte, dass die Sorge um den Erhalt des sogenannten „Eisernen Schatzes“ am Bahnhof Raeren viele Menschen umtreibt.

Die Führung über die einzigartigen Anlagen des Bf. Raeren begann am historischen Bahnhofsgebäude, wo der bekannte Buchautor Volkhard Stern einen Teil der Besuchergruppe aufnahm. Für die Bildspende an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Der Bahnhof Raeren hat das Alleinstellungsmerkmal, dass er als einziger belgischer Bahnhof immer noch an den Gleisen des ersten, im Juni 1885 eröffneten Abschnitts der Vennbahn von Aachen nach Monschau liegt und über die Zweigstrecken von Raeren nach Eupen und von Stolberg nach Walheim immer noch an das öffentliche Gleisnetz anschlossen ist. Vor dem Hintergrund des drohenden Verlustes lag der Schwerpunkt der Führung auf den außergewöhnlichen Signalen und den – besonders in der Umgebung des Stellwerks „Cab 2“ – noch vorhandenen einzigartigen mechanischen Anlagen zum Stellen von Signalen und Weichen.

Eines der außergewöhnlichen Zeugnisse der Raerener Eisenbahngeschichte ist dieses Formsignal, das einerseits typische Bauteile der „ancienne Signalisation“ der SNCB zeigt, andererseits jedoch wegen des im Bf. Raeren beibehaltenen (deutschen)  Rechtsfahrbetriebes nicht nur rechts vom Gleis steht, sondern auch „spiegelverkehrt“ mit einem nach rechts weisenden Signalflügel versehen wurde (oben).  Auch die im Bereich des Stellwerks „Cab 2“ an einer Doppelkreuzungsweiche noch vorhandenen, für die Stellwerkstechnik der Bauart Saxby authentischen Zungenverschlüsse und Stellriegel fanden das besondere Interesse von einigen Teilnehmern (unten).

Zum „eisernen Schatz von Raeren“ gehören auch diese eisernen Stellstangen, mit deren Hilfe vom Saxby-Stellwerk „Cab 2“ aus Signale und Weichen gestellt werden konnten (Das Foto entstand bereits in der vegetationsarmen Zeit am 11. Februar 2018).

Zur Zeit stehen die Signale und Lichtmasten noch, die seit dem Umbau des Bahnhofs Raeren vor rd. 90 Jahren als Folge des Versailler Vertrags konstante Fixpunkte der Bahnhofsanlage sind. Der Prozess vor dem Staatsrat, ob der Denkmalschutz für den Bahnhof Raeren gültig verkündet und wirksam ist oder nicht, hat angefangen. Ein Urteil wird relativ bald erwartet. Gewinnt Infrabel, ist mit einer zeitnahen Beseitigung der Signale zu rechnen.
Da Infrabel als Infrastrukturunternehmen der belgischen Staatsbahn vorrangig für die Sicherheit und den zuverlässigen Fahrbetrieb auf dem Gleisnetz zuständig ist, wird ein Erhalt der Signalanlagen wahrscheinlich nur möglich sein, wenn es gelingt, Infrabel von den Kosten für die Erhaltung der betrieblich entbehrlichen, aber eisenbahntechnisch und verkehrsgeschichtlich unbedingt erhaltenswerten Anlagen zu entlasten. Die Veranstalter regten an, weiterhin das Gespräch mit Infrabel zu suchen und im Wege einer Drittfinanzierung durch öffentliche Fördergelder, Sponsoring, Crowdfunding oder ähnliche Lösungswege die Erhaltung des „eisernen Schatzes von Raeren“ zu ermöglichen.

Der Eisenbahnexperte Manfred Hirtz verstand es, die Besuchergruppe über zwei Stunden hinweg mit der Fülle der Besonderheiten des Bf. Raeren vertraut zu machen und ihren Denkmalwert detailliert zu erläutern.

Mit dem Schienenbus durch die Städteregion – zwei Sonderfahrten am 26. Mai 2018

Der Reiseveranstalter „AKE-Eisenbahntouristik“ aus Gerolstein lud am 26. Mai 2018 zu zwei nostalgischen Schienenbusreisen „rund um Aachen“ ein. Die erste Fahrt startete um 10:09 Uhr in Aachen Hbf, die zweite um 14:09 Uhr. Während den jeweils rund dreistündigen Fahrten wurde die Route Aachen Hbf – Aachen-West – Herzogenrath – Merkstein – Alsdorf – Stolberg Hbf – Stolberg-Altstadt – Breinig – Stolberg Hbf – Eschweiler-Aue – Eschweiler Talbahnhof – Weisweiler – Langerwehe – Eschweiler Hbf – Stolberg Hbf – Aachen Rothe Erde – Aachen Hbf befahren.  Wegen der ausgesprochen guten Nachfrage setzte die AKE-Eisenbahntouristik einen sechsteiligen Schienenbusverband der Vulkaneifelbahn ein, der über drei Motorwagen verfügte. Der Schienenbusverband hatte folgende Reihung: 796 690 + 996 299 + 996 309 +  796 802 + 998 863 + 796 784 und wechselte bei jeder Tour 3 x die Fahrtrichtung. Bei herrlichem Sonnenwetter meinte es der Wettergott allerdings etwas zu gut mit den Fahrgästen, die in den  vollbesetzten Schienenbussen mitunter zum Schwitzen kamen. Glücklicherweise sorgte der Veranstalter aber für ausreichend gekühlte Getränke.
Dank der großzügigen Unterstützung mehrerer Eisenbahnfreunde, denen ich an dieser Stelle für ihre Bildspenden ein herzliches Dankeschön sage, können hier viele Eindrücke von den Fahrten gezeigt werden:

Kurz vor 10 Uhr begegnete der Euregiobahn-Triebwagen 643 205 auf dem Aachener Hauptbahnhof dem 6-teiligen VT 98-Verband der Vulkaneifelbahn (VEB), mit der am 26. Mai 2018 zwei Schienenbussonderfahrten in der Region Aachen durchgeführt wurden.

Nah beim Scheitelpunkt der Steigungsrampe von Herzogenrath nach Kohlscheid fotografierte Franz-Josef Dovern die Begegnung des AKE-Schienenbuszuges mit einem in Richtung Aachen fahrenden Talent-Triebwagen der Euregiobahn.

Einen kurzen Film von der Fahrt des VT 98-Verbandes auf der Steigungsstrecke bei Alsdof-Kellersberg, das Manfred Thoma aufgenommen hat, gibt es hier zu sehen.

Während der ersten Tour fotografierte Stefan Danners  den Schienenbuszug u.a. auf dem Weg von Alsdorf nach Stolberg beim Flugplatz Merzbrück.

Von der Camp-Astrid-Brücke aus wurde der von der Ringbahn kommende AKE-Schienenbuszug bei der Einfahrt in den Stolberger Hauptbahnhof aufgenommen. Wieder war Franz-Josef Dovern der Fotograf.

Karlheinz Engelen hatte die Gelegenheit, dem Lokführer über die Schulter zu schauen und konnte aus dieser Schienenbus-typischen Perspektive die Einfahrt in den Bf. Stolberg-Altstadt (oben) und die Fahrt über den Rüsttal-Viadukt (unten) aufnehmen.

Die Fahrt über den Rüsttal-Viadukt hat Dieter Diesinger aus einem anderen Blickwinkel, aus dem der besondere Charakter dieses Brückenbauwerks gut zur Geltung kommt, aufgenommen.

Peter-Josef Otten hat den Sonderzug auf der ersten Tour beim Wenden in Breinig fotografiert.

Bei der Rückkehr aus Breinig nahm Franz-Josef Dovern den VT 98-Verband im Bf. Stolberg-Altstadt auf.

Zwischen Nothberg und Weisweiler nutzte Dieter Diesinger das Panorama des Indetals mit der Kirche und der Burgruine von Nothberg zu einem Foto des Sonderzuges.

Stefan Danners fotografierte den Schienenbusverband bei seiner ersten Tour auch vor der Kulisse des Braunkohlekraftwerks Weisweiler.

Als der Schienenbuszug in Langerwehe wieder auf das Netz der DB AG übergewechselt war, begegnete ihm zwischen Langerwehe und Eschweiler Hbf ein von Paris in Richtung Köln eilender „Thalys“.

Auf der Fahrt von Langerwehe nach Aachen Hbf stand Stefan Danners am Eschweiler Hauptbahnhof, um ein Foto aufzunehmen.

Am westlichen Portal des Eilendorfer Tunnel hatte sich Peter-Josef Osten zum Fotografieren aufgestellt.

Während der Wartezeit zwischen der ersten und zweiten Tour konnte der Schienenbus auf dem Aachener Hauptbahnhof mit belgischen Fahrzeugen ins Bild gesetzt werden (oben mit Thalys Nr. 4301, unten mit dem Elektrotriebwagen 658).

Auf der zweiten Tour stand Peter-Josef Otten am Stolberger Hauptbahnhof, um den VT 98-Verband beim Start zur zweiten Fahrt nach Breinig aufzunehmen.

Auf der zweiten Tour entstanden auch am ehemaligen Bf. Breinig Fotos vom Schienenbus (oben) und dem Riesenmenschenauflauf, den die vielen mitfahrenden Menschen dort erzeugten (unten).

Ganz typisch für den Schienenbusbetrieb ist das Umstecken der Schlussscheiben. Auch in Breinig konnte diese „Kulthandlung“ fotografiert werden.

Kurz vor dem Indeviadukt in Eschweiler-Aue nahm Franz-Josef Dovern den von Stolberg Hbf nach Langerwehe fahrenden VT 98-Verband nochmals auf.

Stefan Danners passte den Schienenbuszug auf der zweiten Tour u.a. im Indetal bei Nothberg ab (oben und unten).

Dankenswerterweise nahm Stefan Danners den VT 98-Verband auch auf dem Stolberger Hauptbahnhof auf…  ;-)

Nach dem Ende der zweiten Tour wurde der VT 98-Verband noch einmal beim Verlassen des Aachener Hauptbahnhofs fotografiert.

Das lebhafte Interesse der Fahrtteilnehmer und die rege Nachfrage belegt recht gut das Potenzial für Reisen dieser Art auf den Gleisen der Städteregion. Vielleicht geben die beiden Sonderfahrten einen Impuls, auf dem Schienennetz rund um Aachen ein regelmäßiges touristisches Angebot zu etablieren. Rechts und links der Strecken gibt es neben den landschaftlichen Schönheiten für Menschen mit Interesse an Eisenbahn- und Industriegeschichte  zudem immer noch viel zu sehen…

Mit 01 150 und dem „Feuerwerksexpress“ am 5. Mai 2018 durch die Region

Die „Eisenbahnfreunde Niederrhein/Grenzland e.V.“ veranstalteten am 5. Mai 2018 eine Dampfloksonderfahrt von Oberhausen über Mönchengladbach und Aachen nach Remagen, die wieder einmal die prächtige Schnellzuglok 01 150 in die Region führte. Während viele Eisenbahnfreunde, die  den Weg des Sonderzuges als Zaungäste säumten, eher ein kurzes, punktuelles Dampflokerlebnis hatten, bot sich dem Mitfahrer im Zug ein völlig anderer Blickwinkel. In Reisezugwaggons aus der Zeit des Wirtschaftswunders, die einen Reisekomfort boten, den man im alltäglichen Bahnbetrieb heute nicht mehr erleben kann, war es ein Genuss, die schnelle Fahrt der 01 150 am offenen Fenster mit allen Sinnen wahrzunehmen. Dank der Bildspenden einiger Eisenbahnfreunde, denen ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank ausspreche, lässt sich wieder ein vielseitiger Rückblick auf diese Fahrt zeichnen. Ein besonderer Dank gilt natürlich auch den „Eisenbahnfreunden Niederrhein/Grenzland e.V.“ , ohne deren Engagement diese Dampfloksonderfahrt nicht stattgefunden hätte.

Peter-Josef Otten fotografierte am Bahnhof Übach-Palenberg die Durchfahrt des von 01 150 gezogenen Sonderzuges.

Karl-Heinz Frohn lauerte der 01 150 südlich des Bahnhofs von Übach-Palenberg am Bahnübergang Bruchhausener Straße bei Schloss Rimburg auf (oben und unten).

In Herzogenrath wurde 01 150 u.a. vom Eisenbahnfreund Tom Schmidt erwartet, der sie dort bei der Einfahrt (oben) und bei der Ausfahrt (unten) fotografierte.

Dem RE 9 von Aachen nach Siegen folgend, lief 01 150 pünktlich um 14:31 Uhr in Stolberg Hbf ein (oben und unten), wo sich zahlreiche Fotografen versammelt hatten.

Vom Bahnsteig am Gleis 43 des Stolberger Hauptbahnhofs hat Marcus Voigt die majestätische 01 150 mit ihren Antriebsrädern von 2 m Durchmesser gut in Szene gesetzt.

Aus dem Zug heraus wurde bei Eschweiler Hbf die Einfahrt der 01 150 in den Ichenberger Tunnel und bei Düren die Fahrt über die Dreigurtbrücke (unten) eingefangen.

Peter-Josef Otten hatte die 01 150 bei der Einfahrt in den Bf. Düren (oben) und nach dem Abkuppeln vom Zug bei der Fahrt zum Wassernehmen (unten) auf einem Seitengleis des Bf. Düren fotografiert.

In Düren ergaben sich interessante Motive vom Zusammentreffen der Euregiobahn in Gestalt von 643 216 mit der nostalgischen 01 150 (oben) sowie vom Zusammentreffen der am Schluss des Sonderzuges angehängten Centralbahn-Lok 110 278 mit einer von der Rurtalbahn eingesetzten modernen Gravita (unten).

Stefan Danners hatte den Sonderzug bei der Einfahrt von Gleis 1 aus (oben) und bei der Ausfahrt von der Brücke Schoellerstraße aus (unten) fotografiert.

Nach dem Verlassen des Bf. Düren ergab sich gegen 16 Uhr im Bereich des ehemaligen Vorbahnhofs ein Zusammentreffen der kraftvoll beschleunigenden 01 150 mit dem ICE von Frankfurt/M. nach Brüssel.

Wenige Augenblicke später erfasste Peter-Josef Otten den vorbeidonnernden Sonderzug an der S-Bahn-Station Merzenich.

In der langen Kurve im Süden des Bf. Köln-West ließ sich 01 150 auch aus dem Sonderzug heraus gut in Szene setzen.

Nach einer flotten und authentischen Schnellzugfahrt kam das Fahrtziel Remagen viel zu schnell in Sicht. Gerne wäre man am Zughaken der 01 150 mit dem Sonderzug noch dem Lauf der linken Rheinstrecke gefolgt…

In Remagen wurde 01 150 abgespannt, um anschließend nach Köln-Nippes zurückzufahren und von dort aus andere Leistungen zu übernehmen. Beim Umsetzen in Remagen zeigte sich 01 150 den Fotografen nochmals von ihrer Sonnenseite.
Die Rückfahrt des Sonderzuges übernahm die Centralbahn-Lok 110 278, die bereits als Schlusslok am Sonderzug von Oberhausen nach Remagen mitgelaufen war.

Gegen 00:15 Uhr erhielt 110 278 mit dem Sonderzug Ausfahrt aus Remagen.

Gegen 2 Uhr nachts entstand beim Verkehrshalt in Stolberg Hbf das letzte Foto des Sonderzuges.

Vier Tage Volldampf bei Wind und Wetter – Rückblick auf das „Dampfspektakel 2018“

Nach vier Jahren Pause erfreute das Land Rheinland-Pfalz mit dem Nahverkehrszweckverband Rheinland-Pfalz Nord (Koblenz) die Eisenbahnfreunde in diesem Jahr wieder mit einem „Dampfspektakel“. Rund um Trier wurde auf sechs Strecken und mit mehreren Dampfloks  sowie acht Zuggarnituren vier Tage lang Volldampf geboten. Ein informatives Programmheft, das u.a. Bildfahrpläne für die jeweiligen Strecken und Einsatztage enthielt, bot gute Orientierung und ermöglichte eine individuelle Planung. Nur der Wettergott meinte es nicht so gut mit den Fotografen und Filmern. Dichte Wolken und teils heftige Regengüsse oder stetiger Wechsel von Sonnenschein und Wolken durchkreuzten manche Planung und machten die erfolgreiche Motivwahl oftmals zur Glückssache. Andererseits sorgten Frühtemperaturen von nur 4 Grad und das teils nasse Wetter für gute Dampfbildung. Nach vier Tagen „Disneyland für Eisenbahnfreunde“ konnte manch gutes Foto nach Hause gebracht werden. Hier gibt es einen Rückblick auf diese vier erlebnisreichen Tage zu sehen:

Samstag, 28. April 2018

Wer aus der Region Aachen durch die Eifel in Richtung Trier anreiste, konnte auf dem Weg dorthin schon einen zusätzlichen Sonderzug erleben, der von 01 150 über die Eifelbahn nach Saarburg gezogen wurde. Beim Bf. Blankenheim-Wald wurde 01 150 angetroffen, als sie mit blasenden Sicherheitsventilen die Steigung von Nettersheim heraufkam.

Nachdem 01 150 im Bf. Blankenheim-Wald von der örtlichen Feuerwehr mit frischem Wasser versorgt worden war, donnerte sie rd. eine Stunde später bei Schmidtheim dem Scheitelpunkt der Eifelbahn entgegen.

Peter-Josef Otten, dem ich hier für seine umfangreiche Bildspende danke, passte den Sonderzug nach Saarburg u.a. bei Birresborn ab, wo 01 150 (oben) und die von der Brohltalbahn beigesteuerte Schublok 218 396 (unten) in voller Fahrt nach Trier sausten.

Zuvor hatte Peter-Josef Otten nahe bei der Erlöserkirche in Gerolstein schon eine andere Schnellzuglok dieser Baureihe – 01 202 – mit einem Sonderzug aus Trier aufgenommen.

Bei Mürlenbach setzte Peter-Josef Otten 78 468 mit einem Sonderzug nach Trier bei Sonnenschein in Szene.

Wenige Kilometer weiter südlich hatte sich die Sonne schon rar gemacht, als 78 468 mit ihrem Zug das Kloster in St. Thomas passierte.

Nachdem 01 150 ihren Sonderzug bis in den Raum Trier gebracht hatte, verkehrte sie mit ihrem Wasserwagen als Leerfahrt nach Gerolstein. Auf dem Weg dorthin wurde sie hier an der Kyll kurz vor Densborn erwartet.

Stefan Danners, dem ich ebenfalls für seine zahlreichen Bildspenden danke, erwischte kurz vor dem Trierer Hauptbahnhof 03 1010, als sie dort mit einem Sonderzug aus Saarbrücken einlief.

Im Rahmen des Dampfspektakels gab es zusätzlich auch interessante Loks anderer Traktionsarten zu sehen, die dort als Reservefahrzeuge oder als Sonderzugloks unterwegs waren. So traf Stefan Danners in Trier u.a. die „Rheingold-Lok“ E 10 1239 an.

Leider wurde das „Dampfspektakel“ gleich am ersten Tag von einem Unfall überschattet, weil ein unaufmerksamer Besucher beim Fotografieren mit seinem Tablet auf dem Trierer Hauptbahnhof rückwärts vom Bahnsteig ins Gleis stürzte und bei der gerade vorbeirollenden 01 202 zwischen Lok und Tender geriet. Nachdem man den Tender angehoben hatte, konnte der Mann schwerverletzt geborgen worden. Anstelle der 01 202 kam deshalb V 200 033 auf der Eifelbahn zum Einsatz. Oben ist sie bei der Ausfahrt aus dem Kyllburger Tunnel zu sehen, unten an der Engstelle beim Kloster in St. Thomas, wo Peter-Josef Otten eigentlich die 01 202 erwartet hatte.

Stefan Danners hat der V 200 033 auf ihrer Rückfahrt von Gerolstein nach Trier in Kyllburg  aufgelauert. Hierzu wählte er den Fotostandpunkt auf dem nördlichen Portal des Kyllburger Tunnels.

 

Sonntag, 29. April 2018

Als 52 8195 am Morgen den Bf. Bitburg-Erdorf mit einem Sonderzug nach Gerolstein verließ, gab es eine kurze Regenpause. Das nasse und kalte Wetter ermöglichte dabei eine sehenswerte Dampfwolke.

Für die Rückfahrt der 52 8195 nach Trier wurde ein Fotostandpunkt bei dem kleinen Ort Usch gewählt, wo die Kamera im Schutz eines Regenschirmes zum Einsatz kam.

Am späten Vormittag hatte 78 468 einen Sonderzug von Trier nach Gerolstein gefahren. Nach der Ankunft im Bf. Gerolstein (oben) wurde die Lok abgekuppelt und zum Ergänzen der Vorräte sowie zum Drehen ins Bw Gerolstein gefahren. Auch wenn das Bw-Gelände für Besucher verschlossen war, konnten über den Zaun hinweg nahe der Drehscheibe dennoch Fotos von 78 468 geschossen werden (unten).

Kurz vor dem Bf. Gerolstein wurde 01 202 mit einem Sonderzug aus Trier am Kyllufer  erwartet. Auch wenn spielende Kinder Steine ins Wasser warfen, eine Entenschar vorbeischwamm und der Wind immer wieder für Wellenbildung sorgte – am Ende konnte doch eine ansprechende Spiegelung fotografiert werden.

Als 52 8195 an diesem Sonntag zum zweiten Mal einen Sonderzug nach Gerolstein bespannte, wurde erneut der Ort Usch aufgesucht. Allerdings wurde die Lok aus der entgegengesetzten Richtung aufgenommen.

Gegen 18 Uhr verließ 78 468 mit einem Zug nach Trier den Bf. Bitburg-Erdorf. Weil die Kurve in der südlichen Bahnhofsausfahrt dabei bestens im Sonnenlicht lag, hatte sich dort eine bunte Schar von Fotografen aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Großbritannien, Dänemark und Deutschland zum gemeinsamen Dampflokerlebnis eingefunden.

 

Montag, 30. April 2018

Am Vormittag sorgte 01 202 mit einem Sonderzug nach Saarbrücken bei der Ausfahrt aus Konz für reichlich Dampf und Rauch.

Bei Saarburg bot 03 1010 mit ihrem Sonderzug nach Trier ein ansprechendes Fotomotiv. Ein erst vor kurzem gerodeter Hang nahe beim dortigen Friedhof ermöglichte einen weiten Panoramablick ins Saartal und auf die Saarstrecke.

Auch wenn die Fotografen danach „sickenass“ waren, so entstanden im Saartal zwischen Konz und Saarburg am Nachmittag trotz schwieriger Witterungsbedingungen recht passable Fotos von 01 1075 mit einem Sonderzug nach Saarbrücken (oben) und von der nach Trier eilenden 01 202 (unten).

Als 01 1075 am nasskalten und trüben Abend gegen 19:35 Uhr den letzten Sonderzug des Tages nach Trier Hbf gebracht hatte, konnte bei den anschließenden Rangierarbeiten diese Szene mit der V 60 447 und der 01 1075 eingefangen werden.

 

Dienstag, 1. Mai 2018

Der Wonnemonat Mai begann mit Frühtemperaturen von rund 5 Grad und Sonnenschein. Ideale Bedingungen für Dampflokfotografen, die sich dann in großer Zahl auch bei der Burgruine Ramstein nahe Kordel einfanden, als dort 78 468 mit einem Sonderzug nach Trier vorbeidampfte.

Bei Kordel entstand auch das Foto der 52 8195, die am Vormittag mit einem Sonderzug nach Trier unterwegs war.

Der zum Haltepunkt rückgebaute Bf. Auw an der Kyll mit seinem im Baustil der 50er Jahre angebauten Stellwerk war ein willkommener Fotostandpunkt für ein Foto von der Durchfahrt der nach Gerolstein dampfenden 01 202.

Der Nachbarbahnhof Speicher  bot nachmittags die Kulisse für 78 468, die einen Sonderzug nach Bitburg-Erdorf brachte.

Der letzte „Dampfspektakel-Sonderzug“ wurde am Friedrich-Wilhelm-Tunnel nördlich von Speicher aufgenommen. 52 8195 hatte die Ehre, die letzten Dampfwolken über die Eifelbahn zu hauchen…

Für die gelungene Veranstaltung ist den Veranstaltern und allen Beteiligten Dank und Anerkennung auszusprechen. Es waren vier erlebnisreiche und angenehme Tage rund um Trier.

Da im Rahmen dieses Beitrages nur ein Ausschnitt des „Dampfspektakels 2018“ gezeigt werden konnte, ist für den „Frühschoppen für Eisenbahnfreunde“ am 17. Juni 2018 eine ausführliche Nachlese zu diesem Event geplant. Wer sich daran mit seinen Fotos bzw. Filmen beteiligen möchte, ist hierzu herzlich eingeladen.
Wegen der Zeitplanung wird um kurze Nachricht an „mail@eisenbahn-stolberg.de“ gebeten.