Der „Tag der deutschen Einheit“ regt immer wieder einmal zu Erinnerungen an Erlebnisse in der Deutschen Demokratischen Republik an. Zu den Merkwürdigkeiten dieses Gebiets gehörte es, dass dort der Name „Deutsche Reichsbahn“ von 1949 bis 1993 erhalten blieb. Doch die „Reichsbahn“ – wie sie in der Bevölkerung genannt wurde – war bei Eisenbahnfreunden ein beliebtes Reiseziel – und bot mittelbar viele Gelegenheiten, gleichzeitig auch Land und Leute kennenzulernen…
Der thüringische Eisenbahnknotenpunkt Saalfeld war in den 1970er und 1980er Jahren ein attraktives Reiseziel. Von einer Straßenbrücke aus hatte man einen guten Panoramablick auf den nördlichen Bahnhofsbereich und seinen lebhaften Betrieb. Am 28. Mai 1981 entstanden dort Fotos der mit einem stattlichen Güterzug ausfahrenden ölgefeuerten 44 0698 (oben) und der von der Saaletalbahn aus einfahrenden ölgefeuerten 44 0305 (unten).

Südlich von Saalfeld entstand an der Frankenwaldbahn beim thüringischen Ort Unterloquitz am Abend des 28. Mai 1981 das Foto der als Leerfahrt in ihr Heimatbetriebswerk Probstzella zurückkehrenden 95 0027. Wenige hundert Meter hinter der Fotostelle begann seinerzeit das Sperrgebiet der „Staatsgrenze West“.
Zu den Stars des Bw Saalfeld gehörten 1981 die letzten ölgefeuerten Schnellzugloks der BR 01.5. Am 30. Mai 1981 sollte die Bespannung von Schnellzügen mit Dampfloks auf der Saaletalbahn von Camburg bis Saalfeld planmäßig enden. Für die Beförderung des D 504 war an diesem Tag die 01 0531 eingeteilt, die hier in der Nähe von Kahla aufgenommen wurde.
Südlich des schon 1981 aufgelassenen Schrankenpostens 43 bei Kahla konnte man 1981 am Bahndamm mit einem Mastfundament Reste der Fahrleitung der Saaletalbahn entdecken, die noch kurz vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet und in Betrieb genommen wurde und dann 1945 den Demontagen der russischen Besatzung zum Opfer fiel. Am 30. Mai 1981 wurde 44 0601 an der denkwürdigen Stelle fotografiert.
Vor der Kulisse der Leuchtenburg bei Kahla entstand am 30. Mai 1981 ferner das Foto der ölgefeuerten 44 0393, die auf der Saaletalbahn einen Güterzug in Richtung Saalfeld brachte.
Auch wenn sich das fotografische Interesse vorrangig auf den Dampflokeinsatz fokussierte, so wurde das Bild vom Bahnbetrieb der Deutschen Reichsbahn erheblich von Dieselloks geprägt. Zum Bahnalltag auf der Saaletalbahn gehörte am 30. Mai 1981 ebenso dieser von 110 070 beförderte Reisezug.
Typisch für den Diesellokbetrieb der Deutschen Reichsbahn waren die für den Traktionswandel in großen Zahlen beschafften Großdieselloks aus der damaligen Sowjetunion. Auf der Strecke von Saalfeld nach Gera wurde nahe der Ortschaft Krölpa die „Taigatrommel“ 120 196 mit einem Güterzug nach Saalfeld aufgenommen, an dessen Spitze ein Eisenbahnkran eingestellt war.
Zu den „Russenloks“ der Deutschen Reichsbahn gehörte auch die „Ludmilla“ 132 096, die am 31. Mai 1981 auf dem Bf. Pirk mit einem Reisezug von Plauen (Vogtland) über Weischlitz und Adorf zum Grenzbahnhof Bad Brambach fotografiert wurde. Das Foto wird im Hintergrund von der Elstertalbrücke der Autobahn Hof – Zwickau – Chemnitz dominiert, die wegen des Zweiten Weltkriegs nicht mehr fertiggestellt wurde und die Zeit der DDR als Torso überdauerte. Nach der Wiedervereinigung wurde der historische Torso beim Lückenschluss der Autobahnverbindung als Basis für die heutige Elstertalbrücke verwendet.
In Haldensleben, einer kleinen Stadt an der Strecke vom ehemaligen DDR-Grenzbahnhof Oebisfelde nach Magdeburg, gab es 1981 einen größeren Abzweigbahnhof mit Betriebswerk. 1981 waren dort mehrere Dampfloks der BR 52.80 im Einsatz, zusätzlich kamen dort die im Bw Oebisfelde stationierten Dampfloks der BR 41 vorbei. Da Haldensleben nicht allzuweit vom Grenzübergang Helmstedt entfernt lag, wurde auch hier ein Fotostopp eingelegt. Am Abend des 02. Juni 1981 begegnete dem Fotografen dabei die aus Haldensleben in Richtung Oebisfelde ausfahrende 41 1231 (oben), und bei einem Besuch im Bw Haldensleben konnten dort die Loks 52 8150 und 52 8180 aufgenommen werden (unten).

Am Tag der Deutschen Einheit soll der Blick aber nicht nur auf die ehemalige DDR beschränkt bleiben. In der alten Bundesrepublik gab es entlang der „Zonengrenze“ zur DDR hin einen seinerzeit als „Zonenrandgebiet“ bezeichneten Raum, der nach der deutschen Teilung kaum am Wirtschaftswunder teilnehmen konnte und als strukturschwaches Gebiet zunehmend ins Hintertreffen geriet. Zum Zonenrandgebiet gehörten beispielsweise Teile von Oberfranken und die Stadt Hof, deren Hauptbahnhof Bedeutung als Grenzstation zur Reichsbahn hatte. Hier konnten sich bis 1973 die letzten kohlegefeuerten Bundesbahn-Dampfloks der Baureihe 01 behaupten. In der Umgebung gab es u.a. in Weiden (Oberpfalz) und Kirchenlaibach weitere Betriebswerke, die bis Mitte der 1970er Jahre Dampfloks einsetzten.
Auch im ehemaligen Zonenrandgebiet gibt es noch heute Orte, die nach der Wiedervereinigung keinen wirklichen Aufschwung erleben durften…
Im Jahre 1971 entstand das Foto von 001 126, die sich von Bamberg kommend bei Münchberg ihrem Zielbahnhof Hof Hbf nähert.
















































