In der Zeit vom 10. bis 20. April 2026 standen Frühlingsferien in Vogtland und Erzgebirge auf dem Programm. Neben Erholung und Kultur gab es – wie wohl kaum anders zu erwarten – auch einige Programmpunkte mit Bezug zur Eisenbahn.
Der vogtländische Eisenbahnknotenpunkt Adorf/Vogtland ist – wie viele Bahnhöfe heutzutage – sehr stark von Rückbaumaßnahmen gezeichnet. Das stattliche, der einstigen Bedeutung angemessene Bahnhofsgebäude von Adorf ist zwar noch erhalten. Es hinterlässt am 11. April 2026 aber keinen repräsentativen Eindruck mehr. Derzeit verkehren nur noch Regionalbahnen in die Richtungen Plauen/Vogtland und Bad Elster. Die Verbindung nach Klingenthal ist außer Betrieb. Die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterbrochene Strecke nach Roßbach (Hranice) und Asch ist längst abgebaut und ohne jede Hoffnung auf Reaktivierung. Seit 1975 ist ebenso die durchgehende Verbindung nach Aue wegen eines Talsperrenbaus bei Eibenstock unterbrochen und danach Opfer eines langsamen Niedergangs geworden.
Ausfahrt des VT 153 der Vogtlandbahn in Richtung Plauen/Vogtland. Die einstmals für den Fernverkehr in Richtung Eger, Karlsbad und Franzensbad ausgelegten langen Bahnsteige von Adorf wirken am 11. April 2026 für die kleinen Triebwagen völlig überdimensioniert. Immerhin gibt es hier aber noch die historischen langen, hölzernen Bahnsteigüberdachungen.
Das ehemalige Bahnbetriebswerk Adorf/V. ist glücklicherweise museal erhalten geblieben und rühmt sich, mittlerweile das letzte Bahnbetriebswerk im Vogtland zu sein. Hier widmet man sich u.a. der Bewahrung der Schienenbusse der DDR-Reichsbahn. Am Nachmittag des 11. April 2026 wurde im Bw Adorf aber nur kurz mit einer ehemaligen Werkslok der Plauener Firma „WEMA“ (Werkzeugmaschinenbau) rangiert.
Die wenigen fahrbereiten DDR-Schienenbusse werden im Ringlokschuppen aufbewahrt. Auf den Freigleisen stehen mehrere Trieb- und Beiwagen, die man eher als „Arbeitsvorrat“ bezeichnen kann.
Für Dampflokfreunde ist u.a. die in Adorf stationierte, nur rollfähig aufgearbeitete 86 1607 (86 607) interessant. Loks dieser Baureihe waren hier viele Jahre ortstypische Triebfahrzeuge (oben).
Sehenswert ist außerdem der Torso einer nur dreiachsigen ELNA-Lok (unten).

Wer mit offenen Augen auf dem Gelände des Bw Adorf unterwegs ist, kann dort Fotomotive entdecken, die an die DDR-Vergangenheit erinnern…
Der 17. April 2026 war aus Sicht des Eisenbahnfotografen ein „Brückentag“. Zunächst bot sich in der Gemeinde Theuma am Ortsausgang in Richtung Großfriesen und Plauen eine Brücke der ehemaligen, bereits 1973 abgebauten Nebenstrecke von Plauen-Chrieschwitz nach Lottengrün und Falkenstein wegen ihrer Verkleidung mit dem hier ortstypischen „Theumaer Fruchtschiefer“ als Fotomotiv an.
Am späten Nachmittag des 17. April 2026 stand die monumentale, schon 1851 vollendete „Elstertalbrücke“ im Fokus. Das 279 m lange und 68 m hohe Bauwerk gilt neben dem Göltzschtalviadukt als zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt. Auf der unterhalb der Elstertalbrücke entlangführenden Elstertalbahn begegnete dem Urlauber der von Weischlitz über Plauen und Greiz nach Gera verkehrende VT 154 der Vogtlandbahn (oben). Von einem Standpunkt im Flussbett der weißen Elster gelang ferner das Foto eines anderen Triebwagens der Vogtlandbahn, der auf der über die Brücke führenden elektrifizierten Hauptstrecke von Hof über Reichenbach und Zwickau nach Chemnitz in Richtung Plauen oberer Bahnhof brummte (unten).

Der 18. April 2026 stand ganz im Zeichen der Dampfeisenbahn. Eine Fahrt ins westliche Erzgebirge führte zunächst über das vogtländische Schönheide. Beim Stopp im Ortstteil Wilzschhaus sorgte ein grantiger älterer Mann aus dem Team der dort tätigen Bahnenthusiasten dafür, dass das Interesse an einer Erkundung der Eisenbahnhistorie im Bereich des Bahnhofs Schönheide-Süd rasch versiegte. Anders war es dagegen am Bf. Schönheide Mitte, wo Gelegenheit bestand, die dort betriebsfähig erhaltene IV K-Lok 99 582 vor dem historischen Rechtecklokschuppen zu fotografieren. Erinnerungen an eigene Erlebnisse aus den Jahren 1974 und 1975 lebten wieder auf.
Am 18. April 2026 wurden zwei Rundfahrten mit der 58 311 von Chemnitz über Thalheim, Aue, Schwarzenberg, Markersbach, Schlettau, Annaberg und Wolkenstein zurück nach Chemnitz veranstaltet. Am Nachmittag konnte so bei Lössnitz die aus Richtung Zwönitz kommende und nach Aue fahrende 58 311 dabei beobachtet werden, wie sie durch zwei Hufeisenkurven den Höhenunterschied hinab ins Tal der Zwickauer Mulde bewältigte. Die erste, vor Lössnitz oberer Bahnhof liegende Hufeisenkurven verläuft großenteils durch eine offene Feldlandschaft, die sich hier schon frühlingshaft zeigte (oben und unten).

Diese erste Hufeisenkurve ermöglichte zudem auch noch fotogene Nachschüsse auf den talwärts rollenden Dampfloksonderzug mit weitem Blick in die Landschaft (oben und unten). Bis Mitte 1976 verkehrten die im Bw Aue stationierten Loks der BR 58.10, zu denen auch die 58 1111 alias 58 311 zählte, hier planmäßig.

Die Fahrt der 58 311 durch Markersbach wollten sich viele Eisenbahnfreunde nicht entgehen lassen. Die disziplinierten Fotografen ermöglichten gute Aufnahmen des Sonderzuges während seiner Fahrt durch den Bf. Markersbach und über den Markersbacher Viadukt (oben und 2x unten). Obwohl am Schluss des Sonderzuges die V 100 003 nachschob, machte 58 311 ordentlich Dampf.


Auch nach dem Überfahren der Markersbacher Brücke musste 58 311 auf dem Weg zum Bf. Scheibenberg noch lange gegen die beständige Steigung ankämpfen. Wer sich in Markersbach etwas Zeit nahm, der konnte viele Minuten lang der weiterhin kräftig stampfenden 58 311 zuhören und sich an ihren Rauchwolken erfreuen.
Ein längerer Aufenthalt auf dem Bf. Schlettau zum Auffüllen der Wasservorräte der 58 311 ließ genug Zeit, gemütlich die zwischen Schlettau und dem Bf. Walthersdorf gelegene Zschopaubrücke aufzusuchen und den Sonderzug dort ein weiteres Mal zu fotogafieren.
Am 18. April 2026 verkehrte ein zweiter Dampfloksonderzug, der mit den Loks 86 1333 und 86 1744 der Pressnitztalbahn von Zwickau und Chemnitz über Aue und Johanngeorgenstadt nach Karlsbad und Komotau fuhr, um anschließend über Weipert, Cranzahl, Annaberg, Markersbach, Schwarzenberg und Aue wieder zu seinen Ausgangspunkten zurückzukehren. Im letzten Tageslicht des 18. April 2026 passierten die Loks 86 1333 (links) und 86 1744 (rechts dahinter) gegen 20:10 Uhr mit einem eindrucksvollen Pfeifkonzert die Brücke über das Sehmatal in Cranzahl (oben und unten).




























