Zeitreise entlang heimatlicher Schienen (Teil 2)

Hier wird zu einer Zeitreise eingeladen, die vom Jahr 2018 aus Rückblicke auf einzelne Ereignisse in die vergangenen 60 Jahre bietet. Dabei wurde der Blick im ersten Teil zunächst in die Jahre von 2003 bis 1983 gerichtet. Von dort aus gibt es anschließend mehrere Zeitsprünge im Turnus von 5 oder 10 Jahren. Da die Motive des Jahres 1983 und dabei insbesondere das Motiv eines Übergabezuges auf der Strecke Hochneukirch – Ameln vor der Kulisse des Bf. Immerath auf großes Interesse gestoßen sind, folgen in diesem zweiten Teil aber zunächst noch einige weitere Motive aus dem Jahr 1983.
Lassen Sie sich überraschen, welche Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Veränderungen sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zeigen. Hier stehen nicht die spektakulären Höhepunkte der Eisenbahngeschichte, sondern eher die alltäglichen und kleinen Ereignisse im Fokus. Gleichwohl wird ein buntes Bild entstehen, das den Wandel im heimatlichen Schienenverkehr deutlich macht.

1983

An der Strecke von Hochneukirch nach Jülich gab es neben der Windmühle beim Bf. Immerath eine zweite Windmühle, die sich als Motiv für Eisenbahnfotos gut eignete. Dies war die im Streckenabschnitt zwischen Titz und Ameln gelegene Düppelsmühle. Am 05. August 1983 (unten) und am 18. August 1983 (oben) wurde diese hölzerne Bockwindmühle als Standpunkt für Fotos des Übergabezuges von Ameln nach Hochneukirch ausgewählt.

(Anmerkung: Kennt eigentlich jemand noch andere Eisenbahnfotos mit der Düppelsmühle und der Immerather Windmühle? Es ist eigentlich erstaunlich, dass diese excellenten Fotomotive in der gängigen Eisenbahnliteratur nicht präsent sind…)

Am 28. September 1983 gab die angekündigte Schließung der Güterabfertigung Eschweiler Hbf Anlass, dort ein paar Fotos aufzunehmen. Am Nachmittag dieses Tages wurde die „Ga“ samt den dort zur Beladung stehenden Güterwaggons für ein Foto der 151 056 mit ihrem Güterzug genutzt (oben). Zur Überraschung des Fotografen lief dieser Zug allerdings auf Gleis 1 des Eschweiler Hauptbahnhofs ein. Jetzt hieß es, schnell zum Bahnsteig an den Gleisen 3/4 zu sprinten, um die anstehende Überholung in Szene zu setzen. Wenig später preschte dann 140 585 mit ihrem westwärts fahrenden Containerzug vorbei (unten). Güterzugüberholung in Eschweiler Hbf – ein Motiv mit Seltenheitswert.

Am 15. Oktober 1983 entstand auf dem Stolberger Hauptbahnhof das Foto des Stellwerks „St“ mit der „gewollt“ ins Bild fahrenden 110 483 (oben). Schräg gegenüber des Stellwerks „St“ wuchs damals schon dessen Konkurrenz heran.  Am 15. Oktober 1983 war von dem späteren DrS 600-Stellwerk „Sf“ allerdings erst der Rohbau fertig (unten). 1986 ersetzte das neue Stellwerk „Sf“ alle mechanischen Stellwerke in Stolberg Hbf.

Am 23. Oktober 1983 entstand vom Wolfsberg in Eilendorf aus das Foto einer unerkannt gebliebenen SNCB-Lok der Reihe 16, die mit einem D-Zug die Lücke zwischen dem Nirmer und dem Eilendorfer Tunnel passierte.

 

1978

Blick in das Bahnbetriebswerk Stolberg – als diese Aufnahme am 15. April 1978 entstand, wurden nur noch der Ringlokschuppen mit Drehscheibe und die Gleise zur Dieseltankstelle genutzt. Die Gleise, auf denen die Dampfloks des Bw Stolberg bis Mitte 1976 versorgt wurden, rosteten still vor sich hin.

Auf den Nebenstrecken rund um Stolberg wurden 1978 im Güterzugdienst überwiegend Dieselloks der Baureihen 215 und 290 eingesetzt. Als der Fotograf am Nachmittag des 21. April 1978 nahe des Bahnübergangs Steinbachstraße am Einfahrsignal der Strecken von Herzogenrath und Würselen stand, war das Motiv mit der aus Alsdorf kommenden und in den Stolberger Hauptbahnhof einfahrenden 290 330 völlig alltäglich.

Am 27. Mai 1978 endete der planmäßige Einsatz von Uerdinger Schienenbussen (Bauart VT 95) beim Bw Düren. Vor dem Beginn der letzten Schienenbusfahrt von Herzogenrath nach Stolberg posierten der Triebwagenführer Karl Kreischer und sein Zugbegleiter Willi Brück für ein Erinnerungsfoto vor 795 240.

Nachdem die letzte Schienenbusfahrt von Herzogenrath nach Stolberg mit dem solo fahrenden 795 240 absolviert war, wurde anschließend im Bw Stolberg noch ein Beiwagen abgeholt, bevor es als Leerfahrt zum Heimat-Bw Düren ging. Im Bw Stolberg bot sich dabei diese „Parade“ zum Abschiedsfoto: v.l.n.r.: 995 562 + 795 240, 290 330, 290 306, 290 307 und 290 173.

Am 9. September 1978 wurde das 75-jährige Jubiläum der Strecke Düren – Heimbach gefeiert. Neben einem aus drei TEE-Waggons gebildeten Sonderzug war als Gast ein aus 634 618 + 934 564 + 634 617 gebildeter Dieseltriebwagenzug auf der Jubiläumsstrecke unterwegs. Im Bf. Düren wurde dieses im „Rurgebiet“ seltene Fahrzeug im Bild festgehalten.

Zu den Stars einer Fahrzeugschau auf dem Bf. Düren gehörte die aus Duisburg-Wedau entsandte Dampflok 051 724, die bis Februar 1977 zu den letzten betriebsfähigen Bundesbahn-Dampfloks der BR 50 zählte. Alle Versuche, für ein Foto das Werbeschild für die Bockwurst wenigstens für ein paar Minuten etwas zur Seite zu rücken, scheiterten damals am hartnäckigen Widerstand eines griesgrämigen Verkäufers. Von der anderen Seite her fehlte leider das rechte Fotolicht (oben und unten). Der Eisenbahnamateurklub Jülich hat die Lok nach dieser Ausstellung mit Hilfe der Kreissparkasse Düren erwerben können, so dass sich im Laufe der folgenden Jahre immer wieder Gelegenheiten ergaben, bessere Fotos von dieser Lok aufzunehmen. ;-)

Am 28. Oktober 1978 stand die damalige Werklok 1 der Stolberger Glashütte von „St. Gobain“ im Fokus des Fotografen. Wer genau hinschaut, kann dahinter auch die 1913 gebaute Hanomag-Werklok der Glashütte erkennen, die seinerzeit als Denkmallok auf dem unbenutzten Gleisanschluss im Bereich von Schneidmühle und Schnorrenfeld aufgestellt war.

 

1973

Am 15. Januar 1973 berichteten die „Stolberger Nachrichten“ mit diesem Foto über den Stand der Bauarbeiten an der neuen Überführung der Finkensiefstraße, die seinerzeit auf der Südseite des Bf. Stolberg-Hammer errichtet wurde.

Die Mitarbeiterzeitung „Die Bundesbahn“ berichtete in ihrer Ausgabe 11/1973 stolz über den neuen Zugbahnfunk auf der Strecke Köln – Aachen und die Pionierleistungen bei dessen Einführung. Die Strecke Köln – Aachen kann damit zu den Vorreitern dieser heute selbstverständlichen Einrichtung gezählt werden. Wie in dem Bericht zu lesen ist, verkehrten auf der Strecke vorerst nur 100 E-Loks der BR 140, die mit  Zugbahnfunk ausgerüstet waren.

Auch das war ein Beitrag aus der Ausgabe 11/1973 der Mitarbeiterzeitung „Die Bundesbahn“…

 

1968

Im März 1968 ereignete sich nahe das Bahnübergangs Nikolausstraße dieser eigenartige Unfall, bei dem ein Autofahrer von der Eisenbahnstraße aus den schmiedeeisernen Zaun der Bahnstrecke Stolberg Hbf – Walheim durchbrach. Wie das links im Hintergrund sichtbare Andreaskreuz mit dem Linkspfeil zeigt, lag nur wenige Meter entfernt davon der Bahnübergang Nikolausstraße, der eine komfortablere Überquerung der Bahnstrecke ermöglicht hätte. Ob der Autofahrer vielleicht das im Hintergrund sichtbar Umleitungsschild falsch gedeutet hatte oder was ihn sonst zu seinem Fahrmanöver bewogen hat, ist nicht überliefert. Bemerkenswert ist allerdings der Zustand des PKW nach diesem Unfall!
Heute verhindert der hier befindliche Bahnsteig des Haltepunktes Stolberg-Schneidmühle eine Wiederholung des Unfallgeschehens…

Als der Stadtteil Mühle noch eine überwiegend christlich geprägte Wohngegend war, fanden die jährlich von der Pfarre St. Maria Himmelfahrt veranstalteten Pilgerfahrten nach Kevelaer stets großen Anklang bei den Gemeindemitgliedern. Bei der großen Nachfrage konnte man einen eigenen Gesellschaftssonderzug füllen, so dass der ehemalige Bf. Stolberg-Mühle einmal im Jahr aus seinem Dornröschenschlaf erwachte. Das Foto zeigt das Besteigen des Sonderzuges, der 1968 vom Bf. Stolberg-Mühle aus in den niederrheinischen Wallfahrtsort fuhr.

Im August 1968 wurde von der Überführung Schellerweg aus diese Szene von Gleisbauarbeiten der Bahnmeisterei Stolberg im Bereich des ehemaligen Bf. Stolberg-Mühle aufgenommen.  Während sich die Gleisstopfmaschine auf dem Streckengleis von Stolberg Hbf nach Stolberg-Hammer befindet, ist davor noch ein Anschlussgleis des großenteils rückgebauten Bf. Stolberg-Mühle zu sehen.

Bauarbeiten gab es 1968 auch im Bereich des damaligen Bahnübergangs Cockerillstraße, wo an der Strecke von Stolberg Hbf nach Walheim der Schrankenposten 6 lag. Seinerzeit verlief die Hauptverkehrsachse von Eilendorf über Münsterbusch noch in Richtung Mühlener Kreuzung und Eschweiler Straße, so dass die Cockerillstraße hier wegen der stetigen Zunahme des Straßenverkehrs ausgebaut werden musste. Heute hat man mit der Europastraße einen „Bypass“ für die Mühlener Kreuzung geschaffen. Den Bahnübergang gibt es – in modernisierter Form – indes immer noch.

Wie sich die Bilder gleichen… – im Dezember 1968 berichteten die „Stolberger Nachrichten“ mit diesem Foto über die Ausbauarbeiten an der Rhenaniastraße im Bereich der Stolberger Hauptbahnhofs, wo rechts der Straße neue Parkplätze für Bahnkunden angelegt wurden. Seinerzeit konnte man bei der Fahrkartenausgabe Stolberg Hbf eine Parkkarte für die neugeschaffenen Parkplätze erwerben – solange der Parkraum ausreichte. Inhaber von Wochen- oder Monatskarten konnten auch entsprechende Wochen- oder Monatsparkkarten erwerben und hatten einen gewissen Vorrang.

 

1963

Am 30. April 1963 verabschiedete man in Düren die Straßenbahn. Das Foto zeigt den würdig geschmückten  Straßenbahntriebwagen 10 der Dürener Kreisbahn vor dem Start zur letzten Fahrt. Die Dürener Kreisbahn war seinerzeit ein vielseitiger Schienenverkehrsbetrieb, der neben dem Betrieb einer Straßenbahn im Stadtgebiet von Düren und auf einer Überlandlinie bis Nörvenich (zeitweise sogar bis kurz vor Zülpich) auch einen umfangreichen Güterverkehr für die Industriebetriebe in Düren abgewickelt hat.

1963 konnte die Aachener Waggonfabrik Talbot auf 125 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Mit dieser Werbeanzeige präsentierte sich Talbot in einigen regionalen Publikationen.

Ende März 1963 wurden am Bahnübergang Eisenbahnstraße die Schranken erneuert. Nachdem einerseits die Talbahnstrecke zwischen Stolberg Hbf und dem Bf. Stolberg-Mühle auf ein Gleis zurückgebaut war und andererseits keine Rücksicht mehr genommen werden musste auf die Fahrleitungsanlagen der 1959 stillgelegten Straßenbahnlinie 8, wurde der Bahnübergang seinerzeit grundsaniert.

Mitte Juni 1963 bot sich entlang der Landstraße von Vicht nach Zweifall dieser Blick auf die demontierte Straßenbahnstrecke. Auf der Trasse sind lediglich Schotterreste zurückgeblieben.

Am 11. Dezember 1963 berichteten die „Stolberger Nachrichten“ mit diesem Foto über den Ausbau der Straße „Steinbachshochwald“ zum gleichnamigen Gut Steinbachshochwald. Nebenbei zeigt das Foto aber auch die Bundesbahnstrecken von Stolberg Hbf in Richtung Alsdorf und Würselen nach ihrem Umbau. Kurze Zeit vorher verliefen im Hintergrund noch zwei Gleise, die ungefähr dort, wo die Strecke im Hintergrund hinter den Bäumen verschwindet, in einer Abzweigstelle getrennt wurden. 1963 hatte man die Abzweigstelle Quinx schon in die Nähe der Überführung der Autobahn Köln – Aachen verlegt und erst dort die Streckentrennung eingerichtet.

 

1958

Warum der Fotograf der „Stolberger Nachrichten“ Anfang Februar 1958 am Stolberger Hauptbahnhof diesen Briketthaufen fotografierte (oben und unten), ist hier nicht bekannt. Unbeabsichtigt hat er der Nachwelt damit aber einen Eindruck vom Zustand des Bahnhofsumfeldes in jenen Jahren hinterlassen. Wie die nachfolgenden beiden Fotos zeigen, werden die Eisenbahner bestimmt dankbar gewesen sein, dass sie Ende Februar auf diese Reserve zurückgreifen konnten.

Am 27. Februar 1958 informierten die „Stolberger Nachrichten“ ihre Leser mit diesem Foto über die Strapazen des Winters. Nach heftigen Schneefällen wird auf der Rathausstraße in Stolberg der Schnee nicht nur beiseite geräumt, sondern per LKW weggefahren. Der LKW steht übrigens genau auf den Straßenbahngleisen. Die Linie 8 wurde seinerzeit noch in beiden Richtungen im 15-Minuten-Takt befahren…

Auf dem Posthof an der Rathausstraße zeigt ein Postmitarbeiter die Spuren der vorangegangenen Schneefälle. Sein heckangetriebener VW-Transporter T 1 „Bulli“ dürfte allerdings selbst bei diesem Wetter ein zuverlässiger Helfer im Postdienst gewesen sein.

Im August 1958 wurde die zum Einsatz vor einem Pilgersonderzug nach Kevelaer liebevoll und aufwendig geschmückte 50 3033 zu früher Morgenstunde im Bw Stolberg vor dem Ausrücken fotografiert.

Im September 1958 entstand von der Hermann-Ritter-Straße aus diese Aufnahme des Bf. Stolberg-Mühle. Zwischen den Gärten befindet sich die Zufahrtstraße zu den Ladegleisen dieses Bahnhofs und zu der seinerzeit dort ansässigen Stahlhandelsfirma Kerschgens. Die auf der Mauer aufgebrachte Parole „Butter statt Kanonen“ bezieht sich zwar auf die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und die Gründung der Bundeswehr (1955) sowie auf die Einberufung der ersten Wehrpflichtigen ab 1957, die seinerzeit zu erheblichen politischen Auseinandersetzungen führten. Die Forderung hat aber über die Jahre hinweg nichts von ihrer Aktualität verloren…

 

Ende

 

 

 

 

Zeitreise entlang heimatlicher Schienen (Teil 1)

Hier wird zu einer Zeitreise eingeladen, die vom Jahr 2018 aus Rückblicke auf einzelne Ereignisse in die vergangenen 60 Jahre bietet. Dabei wird  der Blick zunächst in das Jahr 2003 gerichtet. Von dort aus gibt es anschließend mehrere Zeitsprünge im Turnus von 5 oder 10 Jahren. Lassen Sie sich überraschen, welche Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Veränderungen sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zeigen. Hier stehen nicht die spektakulären Höhepunkte der Eisenbahngeschichte, sondern eher die alltäglichen und kleinen Ereignisse im Fokus. Gleichwohl wird ein buntes Bild entstehen, das den Wandel im heimatlichen Schienenverkehr deutlich macht.

2003

An einem Abend im Juni 2003 wurde 294 517 beobachtet, wie sie von der Bedienung des Gleisanschlusses der Stahlhandelsfirma „Kerschgens“ zurückkehrt und über Gleis 43 in den östlichen Teil des Stolberger Hauptbahnhofs wechselt (oben und unten). Die Bilder zeigen recht deutlich, in welchem Zustand die Firma „EVS“ ihre Infrastruktur von der Deutschen Bahn AG übernommen hatte. Große Teile des ehemaligen Bezirks V und Flächen entlang des Gleises 43 waren stark verwildert. Das Empfangsgebäude zeigte sich ebenso vernachlässigt und war längst kein Aushängeschild mehr für ein modernes Verkehrsunternehmen. Immerhin bot das Vordach am Bahnsteiggleis 43 den Reisenden aber einen guten Schutz vor Regen und Schneefall. Heute ist das Gebäude zwar instandgesetzt und hat eine neue Nutzung als Firmensitz der EVS und Leitstelle für deren Infrastruktur bekommen. Die schon seit vielen Jahren fehlende Bahnsteigüberdachung und die westliche Fassade des ehemaligen Expressgutschuppens mit einem fehlenden Fenster und mehreren kaputten Glasscheiben vermitteln jedoch eher einen nachkriegsähnlichen Charme…

Nostalgie und Progress am Haltepunkt Stolberg-Schneidmühle im Juni 2003. Die 1913 von Hanomag gebaute Werksbahn-Dampflok „St Gobain“ und der erst wenige Jahre alte Talent-Triebwagen boten dem Fotografen einen reizvollen Kontrast. Heute ist die mittlerweile über 100 Jahre alte Dampflok zwar hübsch restauriert, aber wer sie als Eisenbahnfreund einmal aus der Nähe und von allen Seiten betrachten möchte, stößt auf verschlossene Türen und wird kaltherzig weggeschickt…

Im November 2003 konnte man zwischen Köln und Aachen noch einzelne Züge antreffen, die mit den bewährten Bundesbahn-Loks der BR 110 (hier 110 302) und Reisezugwaggons der Bauart „n“ („Silberlinge“) gebildet waren. Auch wenn solche Zuggarnituren im Jahre 2003 schon rd. 35 bis 40 Jahre im Einsatz standen, so vermittelten sie deutlich mehr Komfort als die heute hier anzutreffenden Elektrotriebwagen der BR 442 von DB-Regio.

 

1993

Zu den Highlights des Jahres 1993 gehörte der Einsatz der ölgefeuerten Dampflok 50 3666 bei der touristischen Vennbahn, die vom Belgischen Verein „Vennbahn V.o.E.“ betrieben wurde. Oben dampft sie im Dezember 1993 bei Konzen in Richtung Mützenich, unten erreicht sie den Bahnhof Kalterherberg. Wer hätte damals gedacht, dass er es noch einmal erleben könnte, regelmäßig mit einem Dampfzug auf dieser außergewöhnlichen Bahnstrecke durch die Eifel- und Vennlandschaft zu fahren. Für Eisenbahnfreunde gab es damals zwischen Rurtal, Vulkaneifel und Hohem Venn nicht nur rosarote, sondern goldene Zeiten…

1988

Der Intercity „Karolinger“ von Aachen über Köln nach Hamburg gehörte mehr als ein Jahrzehnt lang zum Premiumangebot auf der Strecke Köln – Aachen. An einem Morgen im Mai 1988 wurde er im ersten Licht der tiefstehenden Morgensonne auf dem Eschweiler Hauptbahnhof fotografiert.

Wer im Mai 1988 von Aachen Hbf ins niederländische Maastricht reisen wollte, konnte zwar schon „Elektromobilität“ ohne Fahrleitung und bei vorzüglicher Laufruhe erleben. Er musste aber mit der aus kunstlederbezogenen Sitzbänken bestehenden spartanischen Innenausstattung des Akkutriebwagens Vorlieb nehmen. Für Reisende mit Fahrkarten für die erste Klasse gab es nur ein einziges Abteil, das allerdings eine plüschige Wohnzimmeratmosphäre bot. Oben schnurrt 515 654 an einem Morgen im Mai 1988 von Aachen Hbf in Richtung Maastricht, unten hat 515 516 am 30. April 1988 auf seiner Tour von Maastricht nach Aachen gerade das Einfahrsignal des Bf. Simpelveld passiert .

Für den regionalen Verkehr von Aachen Hbf nach Welkenraedt bot auch die SNCB ihren Kunden nur einen sehr dürftigen Komfort. Der Dieseltriebwagen 4608, der im Mai 1988 bei der Ankunft auf dem Aachener Hauptbahnhof aufgenommen wurde, gehörte seinerzeit schon zu den ältesten Dieselfahrzeugen, die die SNCB im Reisezugverkehr aufzubieten hatte.

Als die SNCB-E-Lok 2740 im April 1988 mit einem D-Zug von Köln nach Oostende fotografiert wurde, gab es in Aachen westlich des Buschtunnels noch die um 1965 aus einer Abzweigstelle hervorgegangene Gleisführung für den Wechsel vom  Rechts- zum Linksverkehr (oben und unten).

Der Güterverkehr auf der „Montzenroute“ war 1988 fest in der Hand der Dieseltraktion. Der Eisenbahnfreund konnte sich abwechselnd vom heulend-kernigen Motorsound der SNCB-Loks der Reihe 55 oder vom bulligen Sound der DB-Loks der BR 215 faszinieren lassen (oben SNCB 5512, unten DB 215 120 im April 1988 bei Botzelaer).

Typisch für den Güterverkehr zwischen Montzen und Aachen-West waren 1988 u.a. die langen Kohle- und Kokszüge aus dem Aachener Revier. Im April 1988 wurden 215 113 und eine unerkannt gebliebene Schwesterlok mit einem langen Leerwagenzug bei Botzelaer aufgenommen, der einige Stunden später mit neuer Ladung die Rückfahrt zur Belgischen und Luxemburgischen Stahlindustrie antreten wird.

Am 15. September 1988 wurde im Gleisanschluss der Ancitfabrik Alsdorf (Rüttgers-Werke) mit der firmeneigenen Krupp-Diesellok (Fabriknummer 4435) rangiert. Während es 1988 in der Region Aachen noch eine größere Zahl von Betrieben gab, die mit eigenen Loks auf ihren innerbetrieblichen Gleisanlagen rangierten, gibt es 2018 nur noch wenige Firmen, die über eigene Loks verfügen. Dafür müssen  Betriebe wie das Siemens-Prüfcenter Wildenrath oder die Firma Talbot Services GmbH in Aachen mit ihren eigenen Loks oft längere Wege im DB-Netz zurücklegen, um ihre Frachten abzuholen oder auszuliefern.  

 

1983

Am 13. März 1983 zeigte die Falkenbachbrücke nahezu vollständig ihre ganze Schönheit und individuelle Charakteristik. Mittlerweile ist die Brücke weitgehend zugewachsen und nur noch bruchstückhaft wahrzunehmen. Heute besteht kein Interesse mehr, die Ästhetik und Ingenieurkunst dieser größten Brücke im Zuge der ursprünglichen Vennbahn und ihre mahnenden Wunden aus dem Zweiten Weltkrieg  sichtbar zu machen.

Wenige Kilometer weiter westlich wartete am 2. Mai 1983 die SNCB-Stangenlok 8407 auf dem Bf. Raeren mit einem vom Nahgüterzug aus Stolberg Hbf übernommenen Stückgutwagen auf den Abfahrauftrag in Richtung Lammersdorf, Monschau und Kalterherberg.

Einen ähnlichen Kurzzug gab es am 15. Juli 1983 auch in Linnich zu sehen. Hier hatte 260 589 einen Güterwagen vom örtlichen Landwarenhandel abgeholt, um ihn zunächst nach Jülich zu bringen. Von dort aus wurde er mit dem restlichen,  rund um Jülich zusammengesammelten Wagenaufkommen später nach Düren und Köln befördert.

Die einstmals von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn (BME) erbaute Strecke von Hochneukirch über Jülich nach Stolberg bzw. Düren war 1983 schon zwischen Jülich und Ameln stillgelegt. Auf dem nördlichen Abschnitt konnte man mit etwas Glück allerdings noch die bedarfsweise zwischen Hochneukirch und der Zuckerfabrik in Ameln verkehrenden Übergabezüge antreffen. Am 18. August 1983 passierte eine Lok der BR 333 mit zwei Waggons auf dem Weg nach Ameln die niederrheinische Windmühlen-Idylle am Bf. Immerath.

Auf dem Südteil der vorgenannten BME-Strecke gab es 1983 zwischen Frenz, Weisweiler, Eschweiler und Stolberg noch lebhaften Güterverkehr. So schleppte die farblich arg ausgeblichene 290 195 am Abend des 3. August 1983 einen stattlichen Übergabezug vom Bf. Eschweiler-Aue aus nach Stolberg.

Am Abend des 27. September 1983 wurde der von Herzogenrath über Alsdorf nach Stolberg Hbf verkehrende Akkutriebwagen 515 615 bei der kleinen Ortschaft Begau am Übergang von der ländlichen Umgebung zum Aachener Bergbaurevier aufgenommen (oben und unten).

Blick vom Bahnsteig des Personenbahnhofs Alsdorf westwärts zur Kokerei der Grube Anna und dem vorgelagerten Gemeinschaftsbahnhof von Deutscher Bundesbahn und Eschweiler Bergwerksverein, der an diesem 27. September 1983 wegen der Grubenbahn-Dampfloks ein gern besuchtes Reiseziel von Eisenbahnfreunden aus nah und fern gewesen war….

Fortsetzung folgt…

 

 

Fotokalender 2018 zur „Eisenbahn in Stolberg“

Für das Interesse an dieser Homepage und die Mitwirkung bzw. Unterstützung bei der Erstellung von Beiträgen und Berichten gibt es bei  www.eisenbahn-stolberg.de wie schon in den vorangegangenen Jahren  als „Dankeschön“ wieder einen Fotokalender zur Eisenbahn rund um Stolberg.

Der Kalender für das Jahr 2018 enthält erneut  13 Motive vom Stolberger Bahnbetrieb. Der Blick richtet sich auf den aktuellen  Eisenbahnbetrieb, wie er 2017 erlebt werden konnte und zum Teil wohl auch im Jahre 2018 zu sehen sein dürfte. Aber das Bild der Eisenbahn rund um Stolberg ist einem stetigen Wandel unterworfen.  Was uns heute noch alltäglich erscheint, kann sich ändern und bald schon Geschichte werden. Ob es der Ersatz der heutigen Behelfsbrücke durch eine dauerhafte und barrierefreie Überführung, die angestrebte Elektrifizierung großer Teile des EVS-Netzes  oder der Ausbau des Stolberger Hauptbahnhofs zu einem regionalen Güterverkehrszentrum ist, Veränderungen sind absehbar. Deshalb sollte gerade auch das, was alltäglich und deshalb belanglos erscheint, immer wieder ein Foto wert sein.

Vielleicht kann der Fotokalender für das Jahr 2018 nebenbei den einen oder anderen Denkanstoß zur Eisenbahnsituation in Stolberg, zur Beschäftigung mit dem Hobby oder zum Umgang mit Erinnerungen und zur Bewahrung von Zeugnissen der Eisenbahngeschichte liefern…

Der Kalender wird hier als pdf-Datei mit einer Größe von rd. 16 MB zum download angeboten, so dass jeder Eisenbahnfreund die Vorlage  zu einem gedruckten Kalender mit Spiralheftung oder in anderer Form eigenhändig oder mit Hilfe der Dienste eines Grafikshops weiterverarbeiten kann.

Hier geht es zum download:

Kalender 2018

 

Ich wünsche viel Spaß beim Anschauen – möge der Kalender einmal mehr ein gerne gesehener Begleiter durch das Jahr 2018 sein….

Roland Keller

Erinnerungen an das Wurmrevier

Vor 25 Jahren stellte der Eschweiler Bergwerksverein (EBV) die Kohleförderung auf seiner letzten Grube im Aachener Bergbaurevier ein. Am 18.Dezember 1992 wurde auf der Grube „Emil Mayrisch“ in Siersdorf die letzte Steinkohle gefördert. Die Grube „Sophia Jacoba“ durfte noch bis 1997 Steinkohle fördern und musste als letztes Bergwerk des Aachener Reviers die Kohleförderung einstellen.
Weil diese erlebte Gegenwart , die rasant schnell Vergangenheit wurde, nicht nur für Eisenbahnfreunde, sondern für viele Menschen in der Region eine eindrucksvolle und immer wieder gerne betrachtete Erinnerung bleibt, soll hier noch einmal eine virtuelle Reise in das „Land der schwarzen Berge“ angeboten werden. Anlässlich der schon ein Vierteljahrhundert zurückliegenden und doch noch so präsenten Ereignisse soll damit an die Zeit erinnert werden, als die Region nördlich von Aachen allerorten vom Steinkohlebergbau geprägt war und dort auch der Bahnbetrieb ganz im Zeichen der Kohle stand.

Am 19. Oktober 1979 entstand bei den ländlichen Weiten am Rande der Bergbaustadt Würselen das Foto des nach Jülich davon eilenden Akkutriebwagens  515 625. Links im Hintergrund heben sich die Anlagen der Grube Anna in Alsdorf aus dem Horizont empor.

Sowohl die Strecke von Aachen-Nord nach Jülich als auch die beiden Querspangen von Stolberg nach Kohlscheid und nach Herzogenrath führten mitten durch Bergbaugebiete hindurch und waren stark vom Steinkohlebergbau geprägt. Wenige Monate vor der Einstellung des Reisezugverkehr zwischen Stolberg, Alsdorf und Herzogenrath wurde am 30. August 1984 der Akkutriebwagen 515 612 beim ehemaligen Haltepunkt Wilhelmschacht (heute: Alsdorf-Busch) vor einer Kohlehalde aufgenommen.

Auf der eingleisigen Strecke von Stolberg über Alsdorf nach Herzogenrath waren zumeist lange Kohlenzüge oder Leerzüge anzutreffen. 290 344 mit nur einem Waggon von Alsdorf nach Herzogenrath fahren zu sehen, war am 30. August 1984 ein seltener Anblick!

Bei Alsdorf-Busch quälte sich am gleichen Tag 215 114 mit einem Leerzug aus belgischen Kokswaggons die Steigung aus dem Wurmtal bis nach Alsdorf bergan. Solche Züge prägten das Alltagsbild auf den Gleisen zu den Bergwerken.

Kohleland! – In der Umgebung des Eduardschachtes wimmelte es am 14. April 1989 geradezu von Kohlehalden. Die Umgebung von Alsdorf-Busch war damals noch sehr stark vom Steinkohlebergbau geprägt.

Blick vom Fuß der Bergehalde bei Alsdorf-Busch hinüber zum Verbundbergwerk Anna mit Kokerei und E-Werk.

Die Grube Anna war damals das Herz der Stadt Alsdorf. Das mitten in der Stadt gelegene Bergwerk mit der Kokerei prägte das Leben der Stadt auf vielfältige Weise. Für Eisenbahnfreunde lag hier die „Schokoladenseite“ von Alsdorf.

Blick nach Merkstein anno 1984. Auch hier sind es Fördergerüste, Halden und Bahnanlagen, die das Landschaftsbild beherrschen.

Bergarbeiterkolonien, Bahnanlagen und Schrebergärten bestimmten auch in Merkstein das Ortsbild. Der im Hintergrund nach Alsdorf fahrende Feinkohlezug bot am 6. Mai 1980 den willkommenen Anlass, die Szenerie bildlich festzuhalten.

Die Grubenbahn-Dampflok des Eschweiler Bergwerks-Vereins und die Möglichkeit, ihnen vom Rand der Bahnanlagen aus hautnah bei ihren Rangierarbeiten zwischen der Kokerei und den Förderschächten der Grube Anna zuschauen zu können, machten Alsdorf für Eisenbahnfreunde zu einem magischen Ort mit hoher Anziehungskraft. Am 30. August 1984 überraschte der EBV zwischen den Kohlezügen zur Abwechslung  mit  diesem modellbahnmäßigen Grubenbahn-Arbeitszug.

Die Loks der BR 215 waren im Aachener Bergbaurevier rd. 20 Jahre lang die Lastesel der Deutschen Bundesbahn. Im Laufe ihres Einsatzes waren sie vom Arbeitsalltag zwischen Bergwerken, Kokerei und staubigen Kohlezügen deutlich gezeichnet. Der am 20. Februar 1984 im Bild festgehaltene Zustand von 215 110 spiegelt den Alsdorfer Eisenbahnalltag realistisch wider.

Auch bei Eis und Schnee konnten sich die Menschen in den Bergbaustädten des Wurmreviers auf den Nahverkehr der Deutschen Bundesbahn verlassen. Mit der Schließung der Bergwerke veränderte sich aber die Eisenbahninfrastruktur. Als am 4. Januar 1979 im Alsdorfer Personenbahnhof das Foto des Akkutriebwagens 515 626 entstand, konnte man den Schienenpersonennahverkehr noch rege nutzen. Am 28. Dezember 1984 folgte die Stillegung des Reisezugverkehrs von Stolberg über Alsdorf nach Herzogenrath. Es sollte 32 Jahre dauern, bis man diese Strecke wieder durchgehend mit der Euregiobahn befahren konnte.

Wer Interesse hat, die Erinnerung an das Ende des Steinkohlebergbaus in der Region Aachen zu pflegen und die Endzeit dieser Epoche einmal aus der Sicht von Eisenbahnfreunden wahrzunehmen, dem sei der Frühschoppen für Eisenbahnfreunde im Servicepunkt des Stolberger Hauptbahnhofs am 17. Dezember 2017 (Beginn: ab 10:30 Uhr) empfohlen.

 

Buchtipp: „Bollenien – Eine kurze Episode in den belgisch-deutschen Beziehungen“


Bollenien – Eine kurze Episode in den belgisch-deutschen Beziehungen

Dass zwischen April 1949 und August 1958 einige deutsche Ortschaften unter belgischer Auftragsverwaltung standen, ist – außer bei denen, die es erlebt haben und die davon betroffen waren – nahezu unbekannt.
„Bollenien“, benannt nach dem belgischen General, der diese belgische Verwaltungszone leitete, war das Produkt komplizierter Verhandlungen um die deutsche Westgrenze, die seit 1945 unter alliierter Führung mit den Benelux-Ländern geführt worden waren. Ende März 1949 hatte man sich auf diese Verwaltungszone verständigt, die dann am 23. April 1949 – noch vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland – an Belgien abgetreten wurde. Ab Ende 1950 führte die Bundesrepublik Deutschland dann bilaterale Verhandlungen mit Belgien, die im September 1956 in den deutsch-belgischen Ausgleichvertrag einmündeten. Kurz nach seiner Ratifizierung endete die belgische Verwaltungszeit in Bollenien mit der Rückgabe der Gebiete am 28. August 1958.

In seinem interessanten Buch spürt Michael Heinzel den Spuren dieses nur rd 20 km² kleinen, zwischen Aachen-Bildchen, Losheim und Hemmeres gelegenen, nicht einmal zusammenhängenden und anfangs nur 1.001 Einwohner zählenden Gebietes nach – gründlich, mit Blick für Alltag und Erfahrungen der Menschen und ebenso mit einem Blick für längerfristige Entwicklungen. Er beleuchtet die jahrelange Unsicherheit für die Betroffenen und die Beschränkungen ihrer Freizügigkeit und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung in der wichtigen Phase des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Autor richtet seinen Blick dabei auch auf die in diesem Gebiet verlaufenden Verkehrswege, insbesondere die Vennbahn, und deren wechselnde Bedeutung für die Bewohner des Grenzlandes.
Wer heute an unseren offenen Grenzen zweifelt, braucht nur wenige Jahrzehnte zurückzugehen, um zu erkennen, was geschlossene Grenzen für die Menschen in der uns vertrauten Region entlang der deutsch-belgischen Grenze bedeuten können. Der Autor führt deutlich vor Augen, dass die heutige Lebenssituation hier keine Selbstverständlichkeit ist und warum ein stetiger Einsatz für die Bewahrung des erreichten Zustandes lohnenswert ist.

Michael Heinzels neues Buch zeigt sechzig Jahre nach dem belgisch-deutschen Staatsvertrag und der Gründung der EWG denjenigen Menschen, die an der europäischen Idee zweifeln, am Beispiel „Bolleniens“ sehr anschaulich, wo wir herkommen und was wir riskieren, wenn wir das Erreichte in Frage stellen.

Mein Tipp: absolut lesenswert!

Siehe hierzu ergänzend den Beitrag des BRF „Kuriosum der Geschichte: Michael Heinzel mit zweitem Buch über Bollenien“ vom 02. Oktober 2017. In einem ausführlichen und interessanten Gespräch erklärt Michael Heinzel dort auch, wie er als ein Autor aus Bonn auf diese besondere belgisch-deutsche Grenzgeschichte kommt.

Bollenien – Eine kurze Episode in den belgisch-deutschen Beziehungen
erschienen im Verlag des Königlichen Geschichtsvereins „Zwischen Venn und Schneifel“ aus St. Vith.
Preis: 15 Euro.
ISBN 978-3-00-056599-1