Vor 50 Jahren – beim Bw Stolberg endete der planmäßige Dampflokeinsatz

Vor 50 Jahren – beim Bw Stolberg endete der planmäßige Dampflokeinsatz

Am Wochenende vom 27. zum 28. September 1975 gab es bei der Deutschen Bundesbahn den seinerzeit regelmäßigen Fahrplanwechsel. Der Sommerfahrplan 1975 endete an einem Samstag, und ab dem folgenden Sonntag begann der Winterfahrplan 1975/76.

Für das Bahnbetriebswerk Stolberg hatte dieser Tag eine besondere Bedeutung, denn zum Ende des Sommerfahrplans 1975 beendete die Bundesbahndirektion Köln dort – ebenso wie beim Kölner Bw Gremberg – den planmäßige Dampflokeinsatz. Bis dahin hatte das Bw Stolberg seine Dampfloks der Baureihen 050 bis 053 im Güterzugdienst rund um Stolberg eingesetzt. Zum Einsatzgebiet gehörten vor allem die Steinkohle- und Kokszüge auf der Strecke Stolberg – Alsdorf – Herzogenrath sowie auf den Verbindungen Siersdorf – Mariagrube – Würselen– Stolberg und Siersdorf – Mariagrube – Alsdorf. Die Grube „Emil Mayrisch“ in Siersdorf und in Alsdorf das Verbundbergwerk „Grube Anna“ und die Kokerei Anna mit über 130 Koksbatterien gaben den Stolberger Dampfloks bis zuletzt reichlich Beschäftigung.

Der Gemeinschaftsbahnhof Alsdorf, der von der Deutschen Bundesbahn und dem Eschweiler Bergwerksverein gemeinsam betrieben wurde, war ein Einsatzschwerpunkt für die Stolberger Dampfloks. Die Fotos zeigen die 051 789 (oben) und die 052 928 (unten, zusammen mit der EBV-Grubenbahnlok Anna 10) nahe der Güterabfertigung Alsdorf und dem Bundesbahn-Fahrdienstleiterstellwerk „Af“.

Daneben wurden die Stolberger Dampfloks vor Güterzügen auf den Strecken Stolberg – Raeren (die letzten Auslandseinsätze von Bundesbahndampfloks!) und Stolberg – Jülich sowie mit Übergabezügen von Stolberg Hbf nach Aachen-Rothe Erde, Aachen-West und Eschweiler Hbf und zu gelegentlichen Schubdiensten in Aachen eingesetzt. Diese Güterverkehrsleistungen wurden ganz überwiegend nur von montags bis freitags erbracht. An Samstagen verkehrten nur wenige Stolberger Dampfloks, weil der lokale und regionale Güterverkehr dann überwiegend ruhte. Die Mehrzahl der Dampfloks war über das Wochenende im heimatlichen Bw Stolberg versammelt.

Somit spielte sich das Ende des fahrplanmäßigen Dampflokeinsatzes hauptsächlich schon am Freitag, dem 26. September 1975, ab.

Am 08. Januar 1975 entstand von der Straßenüberführung Schellerweg aus das Foto der in Richtung Bf. Stolberg-Hammer dampfenden 051 729. Links von der Lok sind noch die letzten Reste der Gleisanlagen des Bf. Stolberg-Mühle zu sehen.

Am 18. April 1975 war 052 928 mit einem kurzen Güterzug zum Bf. Münsterbusch unterwegs. Weil das mitfahrende Personal am Bahnübergang Eisenbahnstraße die Schranken kurbeln und den Bahnübergang Spinnereistraße mit Posten und Fahne sichern musste, legten die dafür zuständigen Eisenbahner den kurzen Streckenabschnitt dazwischen gerne auf der Pufferbohle stehend zurück. Das Foto entstand unmittelbar nach der Abfahrt vom Bahnübergang Eisenbahnstraße, rechts von der Lok kann man die Ruine des Gasthofs „Rosenhof“ erkennen. Auf der Strecke von Stolberg Hbf nach Münsterbusch endete der Dampflokeinsatz bereits Mitte Juni 1975, sie wurde als erste der Stolberger Nebenstrecken auf Dieselbetrieb umgestellt.

Gelegentlich wurden die Stolberger Dampfloks auch im Rangierdienst auf dem Stolberger Hauptbahnhof eingesetzt. Am 06. Februar 1975 war bspw. 051 031 am Ablaufberg im Rangierbezirk V zu sehen.

Von der Eschweilerstraße aus bot das Bw Stolberg diesen rauchigen Anblick. Am 04. September 1975 war auf den offenen Lokständen rechts die 051 494 zu erkennen (oben). Die Innensicht des Bahnbetriebswerks mit den offenen Lokständen wurde einen Tag früher im Bild festgehalten (unten). 

Neben dem Ringlokschuppen gab es im Bw Stolberg noch eine Wagenhalle, die 1975 gelegentlich auch zum Abstellen von Dampfloks genutzt wurde. Auf dem Gleis zwischen Wagenhalle und Drehscheibe wurde 053 031 fotografiert (oben). Sie gehörte zu den letzten vier Dampfloks, die erst Mitte Juni 1976 vom Bw Stolberg zum Bw Duisburg-Wedau abtransportiert wurden und ist bis heute erhalten geblieben. 053 031 war eine der letzten Dampfloks, die die Anschrift des Bw Stolberg trug (unten).

Noch 1975 lagerten im Bw Stolberg stets große Kohlenvorräte. Für die Lokbekohlung benutzt man hier einen umgebauten Eisenbahndrehkran mit einem Greifer, für Notfälle konnte man mit einem Fuchs-Bagger bekohlen. Die Kohlehunte gehörten bereits zum Schrott.

Am 03. September 1975 herrschte auf dem Stolberger Hauptbahnhof zwar nebliges Wetter, aber wegen des bevorstehenden Endes des Dampflokeinsatzes  wurden dennoch einige Fotos aufgenommen. Am Gleis 1a (heute 43) wurde 050 806 mit einem Übergabezug zwischen den Bahnhofsbezirken III und V fotografiert (oben), nahe des Stellwerks „Sa“ wurde eine andere Dampflok mit einem über die Verbindungsbahn geleiteten Übergabezug aufgenommen (unten).

Zum Ende des planmäßigen Dampflokeinsatzes beim Bw Stolberg fand am 27. September 1975 eine Sonderfahrt von Aachen über Düren und Euskirchen nach Gerolstein statt. Die Stolberger Eisenbahner hatten für den Sonderzugeinsatz die fein herausgeputzte Kabinentenderlok 051 864 ausgewählt.

Am Abend des 27. September 1975 ratterte 051 864 mit dem Sonderzug aus Gerolstein auf der Rückfahrt nach Aachen Hbf ohne Halt durch den Stolberger Hauptbahnhof (oben). Rund eine halbe Stunde später kam 051 864 als Leerfahrt von Aachen zurück zum heimatlichen Stolberger Hauptbahnhof (unten).

Im Gegensatz zum Bw Gremberg bedeutete das Ende des planmäßigen Dampflokeinsatzes jedoch noch nicht das völlige Aus für die Stolberger 50er. Obwohl das Bw Stolberg fortan seine Leistungen als Einsatz-Bw mit mehreren vom Bw Düren zur Verfügung gestellten Dieselloks der BR 290 erbringen sollte, behielt das Bw Stolberg zunächst für eine Übergangszeit mehrere Loks der BR 050 bis 053 zur Reserve. Stolberger Lokpersonal war zwar bei vielen Güterzugleistungen nun mit den Dieselloks im Einsatz. Vor einigen besonders schweren Kohlezügen und vor Sonderleistungen wie Militärtransporten und Bauzugdiensten setzte das Bw Stolberg die ihm verbliebenen Dampfloks aber weiterhin ein.

Am 10. Oktober 1975 – nach dem Ende des fahrplanmäßigen Dampflokeinsatzes – bespannten 053 01 und 052 928 einen Militärzug von Raeren nach Stolberg Hbf, als sie kurz vor ihrem Ziel am Bahnübergang Nikolausstraße fotografiert wurden. 

Am Vormittag des 25. Oktober 1975 starteten die beiden Stolberger Loks 050 622 und 050 806 als Leerfahrt von Stolberg Hbf über Würselen und Mariagrube zur Grube „Emil Mayrisch“ nach Siersdorf, um dort 42 mit Steinkohle beladene Fc-Waggons abzuholen. Das Foto entstand im Bahnhofsbezirk V nahe des Stellwerks „Sif“. Auch die 050 622 blieb bis heute erhalten.

Am Abend des 25. November 1975 gelangen im Bw Stolberg stimmungsvolle Fotos der von einem Sondereinsatz zurückgekehrten und in den Lokschuppen einrückenden 052 928 (oben und unten).

Erst gegen Ende November / Anfang Dezember 1975 hatte sich der Diesellokeinsatz so weit stabilisiert, dass die Stolberger Dampfloks nicht mehr regelmäßig angeheizt waren und zumeist ungenutzt im Bw Stolberg stehen blieben.

Nachtrag:
Zum gleichen Thema habe ich auf dieser Homepage auch schon einmal am 26. September 2010 berichtet.

Eine Bitte in eigener Sache:
Falls jemand von dem Sonderzug vom 27. September 1975 und/oder von den letzten Tagen des planmäßigen Einsatzes von Dampfloks des Bw Stolberg Fotos haben sollte, würde ich mich sehr freuen, wenn er mir davon evtl. Kopien zur Verfügung stellen könnte oder die Möglichkeit zum Scannen gewähren würde.
Gerne können solche Fotos auf dieser Homepage gezeigt werden.

 

 

 

Eisenbahn in Stolberg und Eschweiler vor 50 Jahren

Der Blick auf die Eisenbahn kann sehr unterschiedlich sein und sich im Laufe der Zeit verändern.  Was erschien Eisenbahnfreunden vor 50 Jahren in Stolberg interessant?
1974 gab es in der kleinen Kupferstadt ein sehr abwechslungsreiches Bild der Eisenbahn. Die Hauptstrecke Köln – Aachen war seit 1966 elektrifiziert und von einem für die damalige Zeit sehr modernen  Betrieb geprägt. Der Stolberger Hauptbahnhof und auch der Bahnhof Stolberg-Hammer waren mit ihrer Infrastruktur nicht wirklich modern, aber durchaus auf der Höhe der Zeit. Kennzeichnend für Stolberg war allerdings, dass das hiesige Bahnbetriebswerk Stolberg im Gegensatz zu benachbarten Dienststellen wie dem Bw Aachen-West oder dem Bw Düren immer noch Dampflokomotiven einsetzte. Auf den von Stolberg ausgehenden Nebenstrecken wurde der Güterzugverkehr weitgehend mit Dampfloks der Baureihe 50 (bzw. Baureihen 050 bis 053) aus dem Bw Stolberg abgewickelt. Dort, wo auf Nebenstrecken noch Personenverkehr angeboten wurden, kamen Schienenbusse der Baureihe 795 und Akkutriebwagen der Baureihe 515 des Bahnbetriebswerks Düren zum Einsatz.

Da der Bahnbetrieb in Stolberg sehr stark vom Güterverkehr geprägt war, gehörten Dampfloks auf den Nebenstrecken rund um Stolberg und auf dem Stolberger Hauptbahnhof noch zum alltäglichen Bild der Eisenbahn. Auch 1974 bot der Dampflokbetrieb in Stolberg noch viele faszinierende Betriebssituationen, die begeistern konnten. Zugleich gab es in Stolberg viele freundliche und aufgeschlossene Eisenbahner, die sich freuten, wenn jugendliche Eisenbahnfreunde sich für ihre Tätigkeiten und den Bahnbetrieb interessierten. Sie waren stolz, Eisenbahner zu sein und gewährten der interessierten Jugend gerne Einblick in den Bahnbetrieb, erklärten die systematischen Zusammenhänge im weitläufigen Bahnwesen und unterstützten das Interesse für die Eisenbahn. Auch die Deutsche Bundesbahn betrieb eine aktive Jugendarbeit, gab Zeitschriften für junge Menschen wie bspw. „DB mit Pfiff“ heraus und zeigte sich offen für viele Anliegen.

In diesem Umfeld begann ich mit 13 -bis 14 Jahren, in die Stolberger Bahnwelt einzutauchen. Wie bei vielen anderen Gleichgesinnten war die Dampflok, die seit jeher ein Symbol für die Eisenbahn war, natürlich der Magnet. Die Erlebnisvielfalt des Dampflokbetriebs, aber auch das Wissen um sein nahendes Ende, das Bewusstsein, hier Zeuge vom Ende einer technischen Epoche zu sein, animierten dann bald, diese Eisenbahnzeit zumindest noch fotografisch zu dokumentieren. So entstand eine Anzahl von Fotos, die den Bahnbetrieb in Stolberg aus der Sicht eines 13 bis 14-jährigen Schülers zeigen und die mit den damaligen Möglichkeiten aufgenommen wurden….

Der Bahnhof Stolberg-Hammer hatte 1974 für die Stolberger Industrie eine große Bedeutung. Mehrmals am Tag gab es Übergabefahrten zwischen Stolberg Hbf und Stolberg-Hammer, um das Waggonaufkommen zu bewältigen. Am 02. September 1974  war dort u.a. die 051 565 mit einem Güterzug eingetroffen und anschließend mit Rangierarbeiten beschäftigt. (oben und unten).

Vom Bf. Stolberg-Hammer aus wurden mehrere Privatgleisanschlüsse bedient, so u.a. zu den Firmen Prym und Mäurer&Wirtz (Dalli-Werk). Die Bedienung übernahmen – wie hier zu sehen – die Stolberger Dampfloks (oben und unten).

Bei einer Rangierpause konnte die 051 565 auf dem Bf. Stolberg-Hammer vor der Kulisse der Stolberger Burg und der Altstadtkirchen aufgenommen werden.

Schnappschuss während einer Autofahrt von Stolberg nach Vicht Dreieck: Auf dem hohen Damm zwischen dem Bf. Stolberg-Hammer und dem Viadukt über das Rüstbachtal dampft gerade eine Stolberger Dampflok mit einem Übergabezug in Richtung Breinig und Walheim.

Im Mai 1974 ermöglichte ein freundlicher Eisenbahner es, vom Stellwerk „Sm“ des Stolberger Hauptbahnhofs aus die Einfahrt der 050 622 mit einem aus Raeren kommenden Militärzug am Bahnübergang Probsteistraße zu fotografieren. Rechts vom Zug lag 1974 das Gleis der Strecke zum Güterbahnhof Münsterbusch.

Südöstlich des Empfangsgebäudes von Stolberg Hbf gab es 1974 noch die Bahnsteige, an denen Personenzüge nach Walheim und Jülich anhielten. Dort, wo sich heute das Gleis 26 befindet, wartete im Juni 1974 die Stolberger Dampflok 051 565 auf die Ausfahrt in Richtung Eschweiler und Düren.

1974 waren für den Rangierdienst auf dem Stolberger Hauptbahnhof montags bis freitags regelmäßig drei Dieselloks der BR V 60 im Einsatz. Neben dem Dienst am Ablaufberg gehörten auch Übergabefahrten zwischen den einzelnen Rangierbezirken zu ihren Aufgaben. Zwischen den Rangierbezirken IV und V gab es mit der sogenannten „Verbindungsbahn“ eine Direktverbindung, die auf einer Blechträgerbrücke die Strecken nach Walheim und Münsterbusch sowie die Rhenaniastraße und die Probsteistraße querte. Unterhalb der Brücke lag zudem noch der Gleisanschluss der Fabrik für feuerfeste Produkte.

Das Bahnbetriebswerk Stolberg verfügte über eine Bestand von 20 bis 25 Dampfloks der Baureihen 050 bis 053, die insbesondere montags bis freitags mit dem örtlichen Güterverkehr, Schubleistungen auf den Steilrampen in Aachen und Sonderverkehren wie bspw. Güterzügen mit Lademaßüberschreitung, Militärzügen oder Bauzügen gut ausgelastet waren. Kernstück des Betriebswerks waren die Drehscheibe mit dem Ringlokschuppen und die gegenüberliegende Lokleitung (oben und unten).

Der Ringlokschuppen war nach Kriegszerstörungen in zwei Segmente und sechs dazwischenliegende „Freistände“ geteilt. Das östliche Segment (oben) verfügte über ein Dach mit einzelnen Rauchabzügen, während der westliche Schuppenteil eine durchgehende Dachentlüftung hatte.

Beschriftung am Führerhaus der Stolberger Dampflok 051 530-4. Die Stolberger Dampfloks fielen nicht durch einen vorbildlichen Pflegezustand auf . Sie wurden zwar im erforderlichen Umfang instandgehalten, aber sie waren Arbeitsmittel am Ende ihrer Nutzungszeit, in die man nicht mehr viel investieren wollte. Bei größeren Schäden folgte häufig die Ausmusterung und der Ersatz durch eine andere Lok der Baureihe 50, die andernorts entbehrlich war.

Das Bahnbetriebswerk verfügte zu keiner Zeit über eine Großbekohlungsanlage. Seit Anfang der 1970er Jahre hatte man die Bekohlung durch den Einsatz von umgebauten Eisenbahnkränen mit großen Greiferschaufeln spürbar rationalisiert. Als das Betriebswerk Aachen-West 1971 seinen Dampflokeinsatz beendete, übernahm man den dortigen leistungsfähigen Kran, der mit wenigen Schaufelladungen die Kohlenvorräte einer Lok der BR 50 auffüllen konnte (oben). Der Vorgänger des Aachener Bekohlungskrans war 1974 noch abgestellt im Bw Stolberg vorhanden (unten). Vor dem Kran steht ein Waggon für die Gewichte des in Stolberg beheimateten Eichgerätezuges.

051 302 beim Rangieren auf den Gleisen im Westen des Bahnbetriebswerks Stolberg. Hinter der Lok ist noch die alte Bekohlungsanlage mit dem dazugehörigen Bekohlungskran zu erkennen. 1974 wurde diese Anlage nur noch als Notbekohlungsmöglichkeit bereitgehalten.

Die Loks, die vom Bw Stolberg aus zu ihren Einsätzen fuhren, konnten einerseits über das spezielle Lokumfahrgleis, das hier rechts vom Stellwerk „Sl“ verläuft, in den Ostteil des Stolberger Hauptbahnhofs gelangen und von dort insbesondere in die Bahnhofsbezirke II bis IV fahren. Loks, die zum Bezirk V oder in Richtung des Aachener Steinkohlereviers rund um Alsdorf mussten, wurde links vom Stellwerk „Sl“ vorbeigeleitet, wo sie zunächst das Gleis zum dortigen Ablaufberg kreuzten und dann in die Verbindungsbahn einfädeln konnten. Das Foto zeigt den Blick aus der auf dem Ablaufberg eingesetzten 260 588, die hier an einem trüben Tag im März 1974 die aus dem Bw Stolberg ausrückende 050 622 zur Fahrt über die Verbindungsbahn vorbeilassen musste.

Dieses Foto  zeigt, wie 050 788 im April 1974 vom Bw Stolberg ausfährt und rechts am Stellwerk „Sl“ vorbei zum Lokumfahrgleis dampft.

Im Westen des Stolberger Hauptbahnhofs endete die Verbindungsbahn im Bahnhofsbezirk V vor dem Stellwerk „Sif“. Im April 1974 wurde dort die 052 692 fotografiert, als sie zusammen mit einer Diesellok der BR 215 als Leerfahrt zu einer der Gruben des Aachener Bergbaureviers ausfährt.

Die Güterzugstrecke von Stolberg Hbf nach Münsterbusch wurde 1974 zwar montags bis freitags nur noch einmal bedient. Wegen der Steigung waren diese Zugfahrten aber stets eindrucksvoll. Am 10. Januar 1974 war die Kabinentenderlok 052 928 ausnahmsweise einmal tendervoraus zum Bf. Münsterbusch unterwegs (oben). Üblicherweise fuhren die Dampfloks mit dem Schornstein voraus bergan, so wie es da Foto unten aus dem Sommer 1974 mit der 050 788 zeigt. Beide Fotos entstanden nahe des Bahnübergangs Spinnereistraße von der Siegwartstraße aus.

Zwischen der Spitzkehre am Bf. Münsterbusch und der Heinrichstraße entstanden am 30. August 1974 zwei Fotos der 052 549, die in der hier seinerzeit typischen Haldenlandschaft mit einem Übergabezug nach Stolberg Hbf talwärts rollt (oben und unten).

Am Bahnübergang Münsterbachstraße standen 1974 zwei Einfahrsignale für die Strecken aus Walheim bzw. Stolberg-Hammer und aus Münsterbusch. Am 19. Juni 1974 musste die vom Bf. Münsterbusch hergekommene 051 302 hier einen längeren Halt einlegen. Wegen einer Signalstörung und fehlendem Ersatzsignal musste die Zustimmung zur Vorbeifahrt am Halt zeigenden Formsignal am Streckenfernsprecher eingeholt und ein entsprechender Fahrbefehl ausgefüllt werden.

Nicht weit weg vom Stolberger Hauptbahnhof bot sich auch rund um den Bf. Eschweiler-Aue interessanter Eisenbahnbetrieb.  An einem Septembernachmittag wurde dort 1974 nahe der Kreuzung mit der Strecke Köln – Aachen die Einfahrt eines aus Richtung Jülich oder Weisweiler kommenden Güterzuges aufgenommen (oben). Die Zuglok 051 565 konnte wenig später an der gleichen Stelle zusätzlich noch bei einer Rangierfahrt zur Aufnahme weiterer Waggons aufgenommen werden (unten).

Später wurde 051 565 mit dem verlängerten Güterzug in Höhe des Bahnhofsgebäude des Bf. Eschweiler-Aue vor der markanten Dreiergruppe von Ausfahrsignalen aufgenommen (oben und unten).

Am 21. Oktober 1974 verlief der Versuch, in Eschweiler-Aue eine Dampflok auf dem Indeviadukt aufzunehmen, erfolgreich. Hier war es 052 549, die von einer Übergabefahrt zum Eschweiler Hauptbahnhof nach Stolberg Hbf zurückkehrte.

Auf der Rückfahrt von Eschweiler-Aue nach Stolberg konnte man am Abend des 21. Oktober 1974 im Bereich Eschweiler-Pumpe / Kohlenfeld über dem Stolberger Hauptbahnhof „Rauchzeichen“ von dort fahrenden Dampfloks beobachten.

 

Ende

 

vor 45 Jahren: Dampflok-Abschiedsfest im Bw Stolberg


Am 27. September 1975 endete im Bezirk der Bundesbahndirektion Köln der planmäßige Einsatz von Dampflokomotiven. Das Bahnbetriebswerk Stolberg war die letzte Einsatzstelle im Direktionsbezirk. Für eine Übergangszeit hielt man beim Bw Stolberg noch einige Dampfloks der Baureihen 050 – 053 als Reserve bereit, um bei Problemen im Zuge des „Traktionswandels“ gewappnet zu sein. So kam es, dass einige Stolberger Dampfloks auch noch die Jahreswende 1975/76 mit Einsätzen vor Kohlezügen, Militärtransporten und Bauzügen überlebten. Bis zum März 1976 hatte die Bundesbahndirektion Köln durch Ausmusterungen und Abgaben von Loks an die Bw Lehrte und Duisburg-Wedau den Bestand auf vier Loks abgesenkt.
Ende 1975 hatte das Eisenbahnmuseum in Darmstadt-Kranichstein vom Eschweiler Bergwerksverein (EBV) die noch betriebsfähige und auf Bundesbahngleisen zugelassene Lok 4 der 1975 stillgelegten Grube „Carl Alexander“ in Baesweiler gekauft. Bei dieser Lok handelte es sich um eine von der „Lübeck-Büchener Eisenbahn“ beschaffte und der preußischen Gattung G 8.2 sehr ähnliche Maschine, die von der Deutschen Bundesbahn als Splittergattung schon Anfang der 1950er Jahre ausgemustert und verkauft wurde. Das Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein wollte diese einmalige Dampflok vor Sonderzügen im Rheinland einsetzen. Von der Grube in Baesweiler aus wurde die Lok Ende Dezember 1975 zum Bw Stolberg gefahren und dort für die geplanten Sonderzugeinsätze vorbereitet. Aus den Abstimmungsgesprächen mit der Bundesbahndirektion Köln entstand Anfang 1976 die Idee, den Dampflok-Abschied im Kölner Direktionsbezirk mit einem Fest im Bahnbetriebswerk Stolberg würdevoll zu begehen. Innerhalb weniger Wochen wurde ein umfangreiches Programm entworfen. Die Vorbereitung des Dampflok-Abschiedsfestes erfolgte mit viel Idealismus und Improvisationstalent – beides Eigenschaften, die für die Eisenbahner in jenen Jahren zum Berufsethos gehörten.

Auf diesem Faltblatt wurde den Besuchern das Programm des Dampflok-Abschiedsfestes kompakt vermittelt (oben und unten). Für das Dampflok-Abschiedsfest hatten die Grafiker der Bundesbahndirektion Köln ein markantes Logo mit verschiedenen Abwandlungen kreiert, auf dem die beim Bw Stolberg noch eingesetzte Lok 053 031-1 zum Werbeträger avancierte.

Am 2. April 1976 wurde die ehemalige Lok 4 der EBV-Grube „Carl-Alexander“ im Bw Stolberg diversen Probefahrten unterzogen. Beim Dampflok-Abschiedsfest wurde sie am 3. und 4. April mit ihrer letzten Bundesbahn-Betriebsnummer 56 3007 präsentiert. Rechts von ihr ist die seinerzeit beim Bw Stolberg stationierte 050 622-0 zu sehen.

Für das Dampflok-Abschiedsfest wurden die letzten vier betriebsfähigen Dampfloks des Bw Stolberg noch einmal herausgeputzt. Das Bild zeigt die frisch lackierte 051 462-0, die hier die Drehscheibe verlässt, um sich zwischen den Loks 56 3007, 053 031-1 und 24 083 einzureihen.

Am Nachmittag des 2. April 1976 wurde auch die Stolberger 050 622-0 für das Abschiedsfest vorbereitet. Mit neuem Anstrich, aber noch ohne Laternen wurde sie  an der Drehscheibe vor dem Sozialgebäude des Bw Stolberg fotografiert. Im Lokschuppen steht derweil die 1913 von Hanomag gebaute Lok „St Gobain“, die als Werkslok des gleichnamigen Glaswerks ein Stück Stolberger Industriegeschichte verkörpert.

Weil das Bw Stolberg mit seinen letzten vier betriebsfähigen Dampfloks der BR 050 bis 053 das angesetzte Sonderzugprogramm der Deutschen Bundesbahn nicht mehr abdecken konnte, wurden beim Bw Duisburg-Wedau drei weitere Loks dieses Typs ausgeliehen. Neben der hier zu sehenden 050 651-9 gehörte dazu auch die 053 075-8, die mit ihrem Wannentender seinerzeit die „Starlok“ des Bw Duisburg war. Rechts von 050 651-9 steht die Zahnraddampflok 97 502, die aus Tübingen zum Dampflok-Abschiedsfest herbeigeholt worden war.

Am späten Nachmittag des 2. April 1976 waren die von verschiedenen Eisenbahnmuseen und den Bw Rheine und Gelsenkirchen-Bismarck zur Verfügung gestellten Ausstellungsstücke im Bw Stolberg versammelt. Auf diesem Foto sind von rechts nach links die Loks 55 3345, 97 502, 66 002, 23 105, 044 216-0, 042 308-7 und 24 083 zu sehen.

Als das Dampflok-Abschiedsfest am 3. April 1976 um 10 Uhr begann, war das Gelände des Bw Stolberg innerhalb kurzer Zeit mit Besuchern gefüllt. Trotz des enormen Besucherandrangs gab es aber ständig Lokfahrten über die Drehscheibe, im Gelände des Betriebswerks und auf den angrenzenden Gleisen des Stolberger Hauptbahnhofs. Das Dampflok-Abschiedsfest wurde zum Volksfest, bei dem die Bundesbahndirektion Köln „Eisenbahn zum Anfassen“ anbot. Die Stolberger Eisenbahner, die Mitglieder der beteiligten Eisenbahnmuseen und auch die Bahnpolizei managten die Veranstaltung pragmatisch und souverän.

Ausfahrt der Lok „BLE 146“ des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen mit einem der zwischen Stolberg Hbf und Weisweiler verkehrenden Sonderzüge.

Zwischen Stolberg Hbf und Aachen Hbf verkehrten Sonderzüge, die an beiden Seiten mit je einer Lok der BR 050 – 053 bespannt waren. Ursprünglich wurden für diese Sonderzüge vier Waggons der Gattung Bm vorgesehen. Wegen des Besucherandrangs wurden die Pendelzüge im Laufe des 3. April  aber auf sechs Waggons erweitert. Die Fotos zeigen die Ausfahrt aus Stolberg Hbf in Richtung Aachen (oben) und die Einfahrt bei der Rückkehr aus Aachen (unten). Auf den 10 km Fahrtstrecke konnten die Fahrgäste am offenen Fenster neben Volldampf zwischen Stolberg Hbf und Eilendorf auch die Fahrt durch den Nirmer und den Eilendorfer Tunnel sowie über den Burtscheider Viadukt erleben.

Am 3. April 1976 wurde zudem ein Sonderzug von Stolberg zur Jülicher Kreisbahn angeboten, der mit 56 3007 gefahren wurde. Nach der Rückkehr wurde der leere Sonderzug auch mit 56 3007 zum Abstellen wegrangiert. Im Hintergrund links wartet bereits ein aus Weisweiler zurückkehrender Sonderzug auf die Einfahrt an das freigemachte Bahnsteiggleis auf der Vennbahnseite. Wer genau hinschaut, kann im Hintergrund rechts auch einen Militärtransport erkennen, der während des Dampflok-Abschiedsfestes „en passant“ abgewickelt wurde.

Der 3. April 1976 ging mit einem ansehnlichen Sonnenuntergang zu Ende. Bei der Blockstelle Nirm ließ sich der letzte Pendelzug dieses Tages im Licht der tiefstehenden Sonne mit einer romantischen Note in Szene setzen.

Der 4. April 1976 begann mit einem trüben Morgen und endete im Dauerregen. Am Vormittag wurde einer der zwischen Stolberg und Weisweiler verkehrenden Sonderzüge mit Vorspann gefahren. Nachdem die DGEG-Lok „Walsum 5“ den ersten Zug nach Stolberg zurückgebracht hatte, wurde der zweite Zug mit den Loks 98 727 und 89 7159 bespannt (oben und unten).

Am 4. April 1976 gab es außerdem die „Präsidentenzüge“ – mit einem aus Waggons des historischen Rheingoldzuges gebildeten Sonderzug fuhr der Präsident des Bundesbahndirektion Köln vormittags zum belgischen Grenzbahnhof Raeren, um dort eine Delegation der SNCB und andere Gäste aus Belgien zum Besuch des Dampflok-Abschiedsfestes abzuholen. Am Nachmittag wurden die Gäste in gleicher Weise wieder heimgefahren.

Ein weiterer Sonderzug verkehrte am 4. April 1976 als Rundfahrt von Stolberg über Düren – Bedburg – Neuss – Rheydt – Herzogenrath und Aachen. Weil die 56 3007 am Vortag einen Heißläufer hatte, wurde dieser Sonderzug ersatzweise von der 050 622-0 des Bw Stolberg gezogen. Das Foto zeigt diesen Zug am Ichenberger Tunnel in Eschweiler.

Die zwischen Stolberg und Weisweiler verkehrenden Sonderzüge boten den Besuchern des Dampflok-Abschiedsfestes – wie dieses Motiv vom Bf. Weisweiler mit der Lok „Walsum 5“ zeigt – das Flair des Nebenbahnbetriebs vergangener Zeiten.

Mittlerweile liegt das Dampflok-Abschiedsfest der Bundesbahndirektion Köln 45 Jahre zurück. Die Eisenbahn hat sich seitdem krass verändert. Selbst die Deutsche Bundesbahn und mit ihr die traditionsreiche Bundesbahndirektion Köln sind seit 1994 Geschichte. Auch ohne die aktuelle Situation der Covid 19-Pandemie wäre ein solches „Volksfest der Eisenbahn“ heute nicht mehr denkbar. In der Rückschau muss man den Organisatoren und den beteiligten Menschen für ihre Leistung und ihren Idealismus Respekt zollen.
Obwohl das Dampflok-Abschiedsfest mit rd. 80.000 Besuchern zu den größten Veranstaltungen gehört, die die kleine Provinzstadt Stolberg erlebt hat, ist dieses Ereignis heute weitgehend vergessen…

Der Veranstaltungsort von 1976 ist heute kaum noch zu erkennen…

 

vor 40 Jahren: Stolberger Dampfloks vor dem Ende

Am 27. September 1975 endete beim Bahnbetriebswerk Stolberg der planmäßige Dampflokeinsatz. Anfang September 1975 konnte man in Stolberg noch folgende Dampfloks antreffen:
050 023, 164, 185, 622, 788, 806,
051 421, 462, 494, 565, 789, 864,
052 167, 474, 549, 692, 916, 928
053 031

Auch wenn im September 1975 – damals gab es noch keine Sommerzeit – schon früh am Abend das Licht für gute Fotos fehlte und einige trübe Tage zu verzeichnen waren, so spürte ich dennoch den Stolberger Dampfloks nach. In kurzer Zeit sollte die Dampflokzeit Vergangenheit sein…

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Schon am 28. August 1975 konnte ich die 051 494 erwischen, als sie nachmittags auf der Brücke der Verbindungsbahn die Strecken nach Walheim und Münsterbusch sowie die Rhenaniastraße und die Probsteistraße überquerte.

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Vom „Hausbahnsteig“ aus fotografierte ich am Nachmittag des 3. September 1975 die 050 806, als sie mit einem Übergabezug zum Bezirk V das Gleis 1a benutzte.

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Nahe des Stellwerks „Sa“ konnte ich – mehr schlecht als recht – 050 164 abpassen, als sie über die Verbindungsbahn in den östlichen Teil des Stolberger Hauptbahnhofs überwechselte. Das Bild hält zumindest die Erinnerung an die damalige Eisenbahnatmosphäre und die Stimmung wach…

1975_09_03_StolbergHbf_beiStwSt_050622_x2F2_F
Der letzte fotografische Versuch an jenem 3. September 1975 galt der Ausfahrt der 050 622 in Richtung Aachen, die ebenfalls vom „Hausbahnsteig“ aus – gegenüber des Stellwerks „St“ – miterlebt wurde.

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Am 9. September 1975 gönnte ich mir einen intensiveren Fotoausflug in das Bahnbetriebswerk Stolberg. Eine Tagesversicherung war die „Eintrittskarte“. Ein Erinnerungsstück, das bis heute aufbewahrt wurde!

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Im Bahnbetriebswerk gab es zwischen der Lokleitung und dem Sozialgebäude sogar eine kleine und recht gepflegte Grünanlage – Arbeitskultur á la Deutsche Bundesbahn…

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Auf dem Weg vom Lokschuppen zum Bahnhofsbezirk IV musste 050 164 die Drehscheibe benutzen.

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Blick aus dem Ringlokschuppen auf 050 164, die zwischen der Lokleitung (links) und dem Sozialgebäude (rechts) auf das Ausrücken zu einem neuen Einsatz wartete.

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Auf den Abstellgleisen zwischen Bekohlungsanlage und Wagenhalle standen die Dampfloks, die als „Kaltreserve“ vorgehalten wurden. Hier konnten 051 462 und 050 023 angetroffen werden. Hinter der 051 462 stand außerdem noch die Lok 050 185.

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An der Bekohlung war gerade 052 167 eingetroffen – seinerzeit die schönste Dampflok des Bw Stolberg. Vom Dampflokabschied beim Bw Mayen Ende Mai 1975 hatte sie noch aufgemalte silberne Kesselringe und rote Griffstangen behalten.

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Nach dem Ausschlacken und der Versorgung mit Kohlen, Wasser und Sand wurde die 052 167 im Bereich des Ringlokschuppens abgestellt. Über die Drehscheibe erreichte sie den ihr zugedachten Standplatz.

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Auf den im Bw Stolberg „die Freiheit“ genannten Gleisen im Bereich des im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstörten Teiles des Ringlokschuppens waren bereits die Loks 050 164 und 051 565 geparkt. Links davon lauerte im Lokschuppen schon die 215 047, Teil der Dieselkonkurrenz, die wenige Wochen später den Betrieb übernehmen sollte.

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Blick von der Lokleitung aus auf Drehscheibe und Lokstände des Bw Stolberg. Eine unvergessene Erinnerung…

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Am 25. September 1975 entstand dieses Foto vom Rangierbezirk V und seinem Stellwerk „Sif“. Im Hintergrund ist auf den Gleisen noch eine Lok der BR 50 zu sehen. Zwei Tage später endete der planmäßige Einsatz der Dampfloks beim Bahnbetriebswerk Stolberg.

40 Jahre ist es nun her. Neben der beeindruckenden Eisenbahnatmosphäre ist vor allem auch die Freundlichkeit und die angenehme Wesensart der Stolberger Eisenbahner in Erinnerung geblieben. Ohne ihre Offenheit für Eisenbahnfreunde, ihre Freude an der Arbeit als Eisenbahner und ihre Hilfsbereitschaft wäre es heute nicht möglich, diese Rückblicke auf die Stolberger Eisenbahngeschichte zu zeigen.

Wer Fotos aus der Dampflokzeit in Stolberg hat, die er zur Erinnerung an diese Epoche auch einmal anderen Menschen mit einem Herz für die Stolberger Eisenbahngeschichte zeigen würde, ist jederzeit herzlich eingeladen, seine Schätze hier zu zeigen. Fotos von Loks und Bahngebäuden oder Gleisanlagen sind ebenso willkommen wie Bilder aus dem Arbeitsalltag der Eisenbahner. Eine kurze Nachricht an mail@eisenbahn-stolberg.de genügt. Selbstverständlich wird auch gerne beim Kopieren (Scannen bzw. Digitalisieren) geholfen, so dass die Originalfotos natürlich beim Eigentümer/bei der Eigentümerin verbleiben können.

Erinnerungen an den 3. und 4. April 1976

Am 3. und 4. April 1976 veranstaltete die Bundesbahndirektion Köln in Stolberg ihr Dampflokabschiedsfest, das mehrere zehntausend Menschen anlockte und das Bahnbetriebswerk Stolberg für zwei Tage in das Licht der Öffentlichkeit zog. Für viele Stolberger Eisenbahnfreunde ist es nicht ungewöhnlich, an diesem Gedenktag in Ihre Fotosammlung zu schauen und die Eindrücke von damals wieder einmal aufleben zu lassen. Auch nach nunmehr 39 Jahren kann man noch das Glück haben, bei Eisenbahnfreunden auf bislang unbekannte Bilder davon zu stoßen. So danke ich hier Herrn Bellingradt, dass er es ermöglicht, die nachfolgenden sechs Fotomotive aus seiner Sammlung zu zeigen:

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89 7159 (die „Moll´sche T3“) am 3. April 1976 auf der Drehscheibe des Bw Stolberg, in dem seinerzeit die Besucherscharen dicht gedrängt die Vorführungen verschiedenster Dampfloks verfolgten.

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Blick von den Lokbehandlungsanlagen auf die Lokleitung und den Ringlokschuppen am 3. April 1976. Mit den drei links zu sehenden Loks der BR 50 wurden Führerstandsmitfahrten angeboten, ganz rechts stand die riesige Güterzuglok 45 010, die mit ihrer Achsfolge 1´E 1´ und ihren Dimensionen auch als kalte Lok faszinierte.

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Zu den Gästen gehörten mit 044 216 und 044 508 auch zwei Dreizylinderloks, die unter Dampf standen und mit ihrem Drillings-Sound für akustische Abwechslung sorgten.

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Zwischen Stolberg Hbf und Aachen Hbf verkehrte eine große Zahl von Pendelzügen, die beiderseits mit Loks der BR 50 bespannt waren und den Besuchern noch einmal das Reisegefühl aus der Dampflokzeit vermittelten. Hier verlässt ein solcher Zug am 3. April 1976 mit der vom Bw Duisburg-Wedau nach Stolberg entsandten 050 651 den Stolberger Hauptbahnhof.

Während der 3. April 1976 ein sonniger Frühlingstag war, zeigte sich der 4. April trüb und regnerisch. In der zweiten Tageshälfte breitete sich Dauerregen aus.

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Zwischen dem Nirmer und dem Eilendorfer Tunnel dampfte 050 164 am Vormittag des 4. April 1976 mit einem der Pendelzüge in Richtung Aachen Hbf.

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Im Laufe des 4. April 1976 wurde der Regenschirm unentbehrlich. Dennoch ließen sich die Besucher nicht davon abhalten, noch einmal dem Dampflokbetrieb beizuwohnen und im Bahnbetriebswerk zu beobachten, wie die Dampfloks (hier 051 462) mit Kohle und Wasser versorgt und entschlackt wurden.

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Szene an der Ausschlackgrube des Bw Stolberg. Nach Abschluss der Versorgungsarbeiten verlässt 051 462 das Betriebswerk. Links wartet 98 727 , bis das Gleis für sie frei ist.

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Am Vormittag des 4. April 1976 startete 053 031 mit fünf Waggons des Rheingold-Zuges von 1928 von Stolberg Hbf aus nach Raeren.

Im Jahre 2016 gibt es den 40. Jahrestag des Dampflokabschiedsfestes der Bundesbahndirektion Köln zu feiern. Wer weiß, welche Fotos es dann vielleicht noch zu sehen gibt….