von 1945 bis zum 5. Oktober 1959 – Teil 3 der Fotosammlung zur Linie 8 (Stolberg Hbf – Atsch-Dreieck – Mühle – Stolberg-Markt – Vicht-Dreieck – Zweifall)

Teil 3 der Fotosammlung umfasst die letzte Blüte der Linie 8 zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Mitte der  Wirtschaftswunderzeit.


Am 19. Februar 1949 war der Triebwagen 6102 nach der Beseitigung der Kriegsschäden und der Wiederherstellung von zerstörten Brücken auf der Strecke die erste Straßenbahn, die wieder bis Zweifall durchfahren konnte. Damit war die Linie 8 wieder vollständig befahrbar. Rechts am Bildrand steht noch ein Bus des Schienenersatzverkehrs. 

Lebhafte Nachfrage nach den Straßenbahnen, die deshalb häufig mit Beiwagen verkehrten, und zunehmende individuelle Motorisierung der Bevölkerung, die den Straßenbahnzügen den Straßenraum streitig machte, kennzeichneten die Lage der Linie 8 in den 1950er  Jahren.
Wie dicht der Straßenbahnverkehr zwischen Stolberg Hbf und dem Stolberger Markt einmal gewesen ist, zeigt ein Blick in den Sommerfahrplan 1952 der Linie 8:

Dennoch wurde der Straßenbahnverkehr im Stolberger Tal zwischen Atsch-Dreieck und Stolberg-Markt zum Ende des Jahrzehnts, am 05. Oktober 1959,  eingestellt. Ein dichter Busverkehr mit einem verbesserten Angebot, der vom Grund  des Stolberger Tals aus viele fahrgastfreundliche Verbindungen in die auf den Höhen neu entstandenen Wohngebiete etwa in Münsterbusch oder auf  dem Donnerberg bot, ersetzte die Straßenbahnlinie 8.


Am 17. April 1955 wartete der ASEAG-Triebwagen 4214 mit dem Beiwagen 607 an der Endhaltestelle vor dem Stolberger Hauptbahnhof auf Fahrgäste, die mit der Linie 8 in die Stolberger Innenstadt oder in Richtung Vicht und Zweifall fahren wollten. Im Hintergrund ist einer der seinerzeit neuen und modernen Schienenbusse der Deutschen Bundesbahn zu sehen, die von hier aus u.a. nach Walheim oder Jülich verkehrten.


Am Ende der Rhenaniastraße befand sich beim Bahnhofsvorplatz eine Ausweiche, die es den Straßenbahnen beim Fahrtrichtungswechsel ermöglichte, den mitgeführten Beiwagen zu umfahren. Am 24. August 1958 wurden der Triebwagen 5216 und der Beiwagen 455 bei diesem Manöver fotografiert.


Am Beginn seiner Fahrt auf der Linie 8 nach Zweifall hatte der Triebwagen 6211 hier am 03. Oktober 1959 gerade die Blechträgerbrücke der sog. „Verbindungsbahn“ unterquert und die Gebäude der „Fabrik feuerfeste Produkte Peters“ passiert. Gegenüber der hier zu sehenden Einmündung der Probsteistraße befand sich früher ein Gleisanschluss der Aachener Kleinbahn, der dem Güterverkehr  zur Firma „KALI Chemie“ diente.


Der Stadtteil Atsch war einstmals ein Schwerpunkt der Stolberger Industrie. Im Umfeld der mächtigen Schornsteine der ehemaligen Firma „KALI-Chemie“ und der „Fabrik feuerfester Produkte Peters“ wirkt der im Jahre 1957 auf der Rhenaniastraße fotografierte, zum Stolberger Hauptbahnhof fahrende Straßenbahnzug fast wie ein Spielzeug.


Straßenszene am Atsch-Dreieck im Jahre 1957: Ein vom Stolberger Hauptbahnhof kommender Straßenbahnzug biegt nach links in Richtung Oberstolberg und Zweifall ab. Am linken Bildrand ist der Gegenzug sichtbar, der die Kreuzung abwarten muss. Bei dem Fachwerkhaus handelt es sich um ein von der Aachener Kleinbahngesellschaft um 1897 errichtetes Stationsgebäude, das im Jahre 1961 abgerissen wurde.


Im Januar 1958 wurde die Sebastianusstraße ausgebaut. Von dort  geht der Blick hinab auf die Rhenaniastraße, wo gerade eine Straßenbahn der Linie 8 in Richtung Stolberg Hauptbahnhof vorbeifährt. Die Schornsteine der Glashütte gehörten in jenen Jahren zum typischen Bild der Industriestadt Stolberg.


Atsch-Dreieck war nicht nur eine belebte  Umsteigestation, sondern auch eine von vielen Arbeitern aus den umliegenden Fabriken gut frequentierte Haltestelle. Entsprechend befanden sich im direkten Umfeld mehrere Kneipen und Kioske. Am linken Bildrand ist beispielsweise das Gasthaus „Wartburg“ zu sehen. Für den schnellen Konsum gab es zusätzlich u.a. noch den dahinter liegenden Kiosk. Am 01. April 1959 rumpelte der vom Hauptbahnhof her kommende Triebwagen 6428 über die Weichen des Atscher Dreiecks.


Ganz im Trend der Zeit präsentierte sich am 10. September 1957 die Frittenbude am Atsch-Dreieck, die hier am linken Rand des Fotos von dem über die Eisenbahnstraße her eintreffenden Triebwagen 6209 und Beiwagen 451 festgehalten wurde.


Zu den schwärzesten Tagen des Schienenverkehrs in Stolberg zählt der 9. Mai 1949. Auf dem Bahnübergang Eisenbahnstraße wurde damals der Beiwagen 403 einer Straßenbahn der Linie 8 von einem in Richtung Stolberg Hbf fahrenden Personenzug erfasst. Vier Tote und 20 Verletzte sind die traurige Bilanz dieses Unfalles. Links am Bildrand steht der Triebwagen 1217 (oben und unten). Anschließend wurde unmittelbar an diesem Bahnübergang für den Schrankenwärter ein neues, stellwerksähnliches und dreigeschossiges Gebäude mit besserer Übersicht (zuletzt Posten 5)  errichtet. Zusätzlich wurde auf der Straßenbahnstrecke ein Zwangshaltepunkt eingeführt.



Am südlichen Ende der Eisenbahnstraße liegt die Straßenkreuzung mit Cockerillstraße, Eschweilerstraße und Salmstraße. An der Straßenecke Eisenbahnstraße/Cockerillstraße befand sich einstmals die Gaststätte Stein, an der hier im Jahre 1957 gerade ein Triebwagen der Linie 8 auf seinem Weg nach Oberstolberg und Zweifall vorbeikommt.


Im Jahre 1958 wurde die gleiche Situation von erhöhter Perspektive aus aufgenommen. Rechts am Bildrand ist wieder die Gaststätte Stein und die markante „Gasolin“-Werbung zu sehen.


Von erhöhter Perspektive wurde am 28. Januar 1959 auch dieses Motiv festgehalten. Von einem Turm der Mühlener Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt aus geht der Blick in Richtung Oberstolberg.


Zum Ende der 1950er Jahre wurde dieses Motiv mit der  Salmstraße und der Haltestelle Frankenthal eingefangen. Auch hier gehört die Straßenbahn auf der Linie 8 noch zum alltäglichen Bild.


Aus der entgegengesetzten Richtung entstand am 03. Oktober 1959 das Foto von der Begegnung der Triebwagen 5224 (links) und 6228 (rechts) an der Ausweiche Frankenthal. Der ganz links zu sehende Linienbus ergänzte seinerzeit schon das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs. Zwei Tage später endete hier der Straßenbahnbetrieb. Die Verkehrsleistungen auf diesem Teil der Linie 8 wurden vollständig von Bussen übernommen.


Als die St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1659 Stolberg-Stadtmitte hier im Jahre 1959 über die Salmstraße und die Rathausstraße defillierte, wartete die Straßenbahn geduldig den Schützenumzug ab…


Im Jahre 1958 war der Reporter der „Stolberger Nachrichten“ zur Stelle, als an der Haltestelle Frankenthal neue Haltestellenschilder aufgestellt wurden. Das runde Schild markierte damals die Straßenbahnhaltestelle, das darunter angebrachte Schild galt den Bussen.


Selbst das triste Regenwetter konnte 1956 einen unbekannten Fotografen nicht davon abhalten, den ASEAG-Triebwagen 6219 in Höhe der Haltestelle Frankenthal vor den gerade entstehenden markanten Wohn- und Geschäftshäusern gegenüber des  Bastinsweihers abzulichten.

Das moderne Ensemble des neugestalteten Bastinsweihers mit der Grünanlage „Flora“ und den attraktiven Neubauten entlang der Rathausstraße  gehörte Ende der 1950er Jahre zu den Schokoladenseiten von Stolberg, die gerne fotografiert wurden. Häufig war dann auch zufällig eine Straßenbahn der Linie 8 mit im Bild.


Hier waren für die Mutter mit ihren beiden Kindern die Goldfische im Bastinsweiher eindeutig interessanter als die alte Straßenbahn auf der Rathausstraße… –  eine alltägliche Szene, die viele Kinder aus jenen Jahren kennen dürften. 


Als 1957  von den Sitzbänken am Rand des Bastinsweihers aus dieses Bild aufgenommen wurde, durchquerte ein zum Stolberger Hauptbahnhof fahrender Straßenbahntriebwagen mit Beiwagen die Szenerie.


Aus dem Jahre 1957 stammt auch dieses von der Flora aus aufgenommene Foto mit einem Straßenbahntriebwagen der Linie 8.


Stolberger Alltag im Jahre 1957, aufgenommen an der Ecke Rathausstraße/Talbahnstraße. Der unerkannt gebliebene Straßenbahntriebwagen führt den Beiwagen 650 mit in Richtung Stolberg Hbf, als er symbolträchtig von einem ASEAG-Bus überholt wird.


Der winterliche Blick vom Bastinsweiher in Richtung Rathaus und Burg wurde am 27. Januar 1958 auf Zelluloid gebannt. In Höhe Rosenthal ist ein einzelner Straßenbahntriebwagen unterwegs. In den 1950er Jahren verkehrten zeitweise auch Straßenbahnen der Linie 25 bis zur Haltestelle Rosenthal.


1957 fotografierte der Lokalreporter der „Stolberger Nachrichten“  auf der Rathausstraße in Höhe der Stadthalle einen Demonstrationszug. Respektvoll wurde für die Straßenbahn Platz gemacht, damit der Fahrplan eingehalten werden konnte.


Mit diesem an der Einmündung Schellerweg entstandenen Foto wurde am 08. Oktober 1958 die Gefährlichkeit der Rathausstraße mit dem groben Kopfsteinpflaster und den Rillenschienen der Straßenbahn für einen Bericht der „Stolberger Nachrichten“ dokumentiert.


Eher zufällig wurden auch auf dieser Postkarte aus den 1950er Jahren die Gefahren der Straßenbahnschienen für Zweiradfahrer gezeigt. Wer hier nicht aufpasste, kam schnell zu Fall! Das Bild entstand auf der Rathausstraße in Höhe der Einmündung Steinfeldstraße.


Nur etwa zwei Wochen vor der Stillegung der Straßenbahnstrecke 8 wurde die Rathausstraße am 24. September 1959 asphaltiert. Die Straßenbahngleise wurden zunächst noch nicht mit der Asphaltdecke überzogen.


In den frühen 1950er Jahren wurde dieses Postkartenmotiv von der Rathausstraße zwischen Kaiserplatz und Steinfeldstraße produziert. Links am Bildrand markiert das runde H-Schild die Straßenbahnhaltestelle am Rathaus bzw. Kaiserplatz.

Eine andere Schokoladenseite von Stolberg war in den 1950er Jahren die Gegend um das Rathaus mit dem Kaiserplatz und dem zwischen Rathaus und Talbahnstrecke gelegenen Stadtpark. Auch von dort gibt es einige Fotomotive mit Straßenbahn.


Eine um 1955 fotografierte Straßenszene am Stolberger Rathaus, bei der die Position der Straßenbahnhaltestelle gut sichtbar ist. Die geparkte „Isetta“ kündet von den bescheidenen Anfängen des motorisierten Individualverkehrs.


Im Jahre 1957 wurde dieser Blick vom Kaiserplatz auf das Rathaus fotografiert, bei dem der Straßenbahntriebwagen eher zufällig ins Bild gelangte.


Auch als das Heeresmusikkorps aus Münster am 06. Mai 1958 zum Platzkonzert aufspielte, bildete ein gut besetzter Straßenbahntriebwagen auf der Linie 8 den Hintergrund.


Rund ein halbes Jahr später war die Montage der Weihnachtsbeleuchtung in Höhe von Rathaus und Kaiserplatz der eigentliche Anlass für ein Foto. Der anwesende Straßenbahntriebwagen lässt vermuten, dass die elektrische Fahrleitung wohl in Betrieb ist. Dennoch arbeitete der städtische Arbeiter von der Spitze der von der Stolberger Feuerwehr ausgeliehenen Leiter aus offenbar ungeschützt im Leitungsbereich…


Der zwischen Kaiserplatz und Stolberger Markt gelegene enge Steinweg stellte ein Nadelöhr im Verlauf der Straßenbahnlinie 8 dar.  Das  1957 entstandene Bild des Triebwagens 6214 auf dem Weg nach Stolberg-Markt beschreibt sehr deutlich, welche Probleme das Nebeneinander von Straßenbahn und Autoverkehr hier verursachen konnte.


Am 21. Juni 1959 kämpfte sich hier der nach Zweifall fahrende Triebwagen 5224 nahe der Einmündung Stielsgasse durch den entgegenkommenden Straßenverkehr.


Unmittelbar am Beginn des Steinweges wurde am 03. Oktober 1959 der in Richtung Stolberg Hbf fahrende Straßenbahntriebwagen 5224 im Bild festgehalten.


Am südlichen Ende des engen Steinweges verlief das Straßenbahngleis durch eine scharfe S-Kurve über die Burgstraße zum Stolberger Markt.  Ältere Stolberger berichten, dass die Straßenbahntriebwagen dieses Streckenstück häufig laut quietschend oder mit kreischenden Geräuschen passierten. Das Foto entstand am 16. Oktober 1958.


Schon 1959 hatten manche Fotografen das richtige Gespür, die Straßenbahn an markanten Stellen des Stolberger Stadtgebietes zu fotografieren. Zwei Tage vor der Stillegung wurde hier am 03. Oktober 1959 der vierachsige Triebwagen 5224 in der S-Kurve zwischen Steinweg und der Haltestelle Stolberg-Markt an einer der schönsten Stolberger Fotostellen auf Zelluloid gebannt.


An der Haltestelle Stolberg-Markt gab es nicht nur eine Ausweiche für die Straßenbahnen der Linie 8. Hier endeten lange Zeit auch die Straßenbahnen der von Aachen über Brand und Büsbach kommenden Linie 25. Da war es nicht ungewöhnlich, dass hier regelmäßig „Straßenbahntreffen“ stattfanden.  Am 15. Juli 1956 wurde eine solche Situation mit Blick in Richtung Finkensief sehr anschaulich fotografiert. Von links nach rechts sind im Einzelnen zu sehen: Tw 6434 mit Bw 105 als Linie 25, Tw 5216 mit Bw 455 zur Fahrt auf der Linie 8 nach Stolberg Hbf und Tw 6211 mit Bw 458 auf der Linie 8 zur Fahrt nach Zweifall.


Am 24. April 1958 hatte die neu gegründete technische Prüfgruppe der Polizei auf dem Stolberger Markt zu einem Pressetermin geladen. Hier ist der Straßenbahntriebwagen der Linie 8 eher zufällig ins Bild geraten. Im Vergleich zu dem Magirus-Deutz-Lastwagen mit seinem zeitgenössisch-modernen Design wirkt der Straßenbahntriebwagen schon sehr altertümlich.

 

Im Bereich der Einmündung Finkensiefstraße befand sich auf der Zweifaller Straße ein kleines Gleisdreieck, das sowohl von den Straßenbahnen der Linie 25 auf ihrem Weg von/nach Brand und Aachen als auch für unmittelbar von/nach Zweifall führende Betriebsfahrten des Depots Brand aus genutzt wurde. Dieses Gleisdreieck erleichterte zusätzlich auch den Güterverkehr der Straßenbahn.
Hier lag außerdem die Haltestelle “Finkensiefstraße”, die von den Beschäftigten der umliegenden Industriebetriebe gut frequentiert wurde.


Am verregneten 15. Juli 1956 begegnete ein aus dem Tw 6217 und dem Bw 451 gebildeter Zug der Linie 8 an der Einmündung der Finkensiefstraße in die Zweifaller Straße einem aus dem Tw 6434 und dem Bw 107 gebildetem Zug der Linie 25. Beide Straßenbahnen verkehrten in Richtung Stolberg-Markt. Damit Zugkreuzungen an der nur zweigleisigen Ausweiche am Stolberger Markt reibungslos und rasch abgewickelt werden konnte, mussten die aus Richtung Büsbach kommenden  Straßenbahnen die Bahnen der Linie 8, die vom Stolberger Markt in Richtung Hauptbahnhof weiterfuhren, vorlassen.


Im Bereich der Haltestelle „Finkensiefstraße“ nahm ein Reporter der „Stolberger Nachrichten“ am 05. Juli 1958 gleich drei Fotos eines nach Stolberg Hbf fahrenden Straßenbahnzuges der Linie 8 auf, der mit dem Beiwagen 500 verstärkt worden war (oben und 2x unten).

1957 verlief die Zweifaller Straße noch mitten durch das Areal der Bleihütte und danach auf der westlichen Talseite, während die Landstraße nach Mausbach zunächst auf der östlichen Talseite dem Verlauf der Vicht folgte, bis sie am Derichsberg steil aufwärts nach Mausbach führte.  Die Straßenbahnstrecke zwischen  Stolberg und “Vicht-Dreieck” verlief entlang der Vicht zunächst auf der Zweifaller Straße und folgte dann der Straße nach Mausbach. Am Derichsberg schwenkte sie von der Straße ab, überquerte auf einer kleinen Fischbauchträgerbrücke die Vicht, wechselte auf eigenem Bahnkörper die Talseite und stieß am Haus Loh wieder auf die Zweifaller Straße, der sie bis zum “Nachtigällchen“ folgte.


Auf dieser am 03. Oktober 1959 im Bereich Bernhardshammer entstandenen Aufnahme des ASEAG-Triebwagens 5224 strahlt die entlang der Landstraße nach Mausbach verlaufende Straßenbahnlinie 8 ländliche Idylle aus. Die nach Zweifall fahrende Straßenbahn wird in Kürze die nach Mausbach abzweigende Derichsberger Straße verlassen und auf die andere Seite des Vichttales wechseln.


An der Stelle, wo das Straßenbahngleis nach dem Wechsel der Talseite beim „Haus Loh“ wieder auf die Zweifaller Straße einmündet, wurde am trüben 02. Februar 1958 der nach Zweifall fahrende Tw 5224 mit dem angehängten Bw 451 in Farbe abgelichtet. 


Um 1953 entstand dieses Foto des Straßenbahnknotenpunktes  „Vicht-Dreieck“ mit einem Straßenbahntriebwagen auf der Linie 8. Rechts am Bildrand liegt das Wirtshaus „Nachtigällchen“. Bei dem Haus links oben verläuft die Landstraße nach Vicht, während die Straßenbahnstrecke auf dem Talgrund der „Vicht“ folgt. Die rechts am Bildrand sichtbare Kurve gehört zum Verlauf der Landstraße nach Mausbach, auf deren westlichem Seitenstreifen die Straßenbahnlinie nach Gressenich und Eschweiler entlangführte.


Am östlichen Ortseingang von Vicht kamen die Landstraße und die Straßenbahnstrecke von Stolberg wieder zusammen. Bevor die Straßenbahn wieder auf die Landstraße einschwenkte, benutzte sie noch eine eigene Brücke, die bis heute erhalten geblieben ist. Im Jahre 1957 wurden beide Brücken bei einem Hochwasser der Vicht im Bild festgehalten.


Während die Straßenbahnlinie 8 innerhalb der Ortslage Vicht dem Verlauf der Hauptstraße folgte, wurden die Gleise am südwestlichen Ortsende nach Überquerung der Vichtbrücke verschwenkt und die Straßenbahn fuhr anschließend auf eigenem Bahnkörper nach Zweifall weiter. Die Beschilderung an der Vichtbrücke deutete schon darauf hin, dass diese Brücke – wie  viele andere auch – den Bedürfnissen des zunehmenden Straßenverkehrs nicht mehr genügte.
Im Herbst 1957 begannen die Arbeiten für den Neubau dieser Vichtbrücke. Während der Brückenbauarbeiten wurde die Straßenbahnlinie 8 unterbrochen und ein Inselbetrieb zwischen Vicht und Zweifall eingerichtet.


An der gleichen Stelle entstand 1957 dieses Bild von den Bauarbeiten an der neuen, tragfähigeren Brücke. Im Hintergrund links ist der Straßenbahntriebwagen zu erkennen, der im Inselbetrieb nach Zweifall verkehrte.


Aus dem Jahre 1958 stammt dieses Bild, das die Brückenbaustelle aus Richtung Zweifall gesehen  zeigt. Die neue Brücke ist schon im Rohbau fertiggestellt und kann vom Straßenverkehr zumindest einspurig genutzt werden. Der Straßenbahnverkehr auf der Linie 8 ist dagegen immer noch unterbrochen. Der von Stolberg Hbf kommende Triebwagen musste vor der Baustelle enden.


Am 11. April 1958 entstand dieses Foto, das den Lückenschluss der Straßenbahnstrecke nach der weitgehenden Fertigstellung der neuen Vichtbrücke zeigt. Wie die Baustellenabsperrung zeigt, war die Straßenbahnstrecke am 11. April 1958 aber noch nicht wieder befahrbar.


Der rd. 2,5 km lange Endabschnitt der Straßenbahnlinie 8 zählte gewiss zu den schönsten Strecken der Aachener Straßenbahn. Zwischen Jägersfahrt, Junkershammer und dem Sägewerk Krings verlief die Straßenbahn hier zwischen der Landstraße und dem Bachlauf der Vicht. Das am 27. April 1959 aufgenommene Bild des Tw 6228 mit Bw 451 gibt die urige Atmosphäre dieser Überlandstrecke bestens wieder.


In Zweifall endete die Linie 8 vor den Toren der Ortschaft an der Vichtbrücke am Frackersberg. Im Juli 1958 wurde dort der ASEAG-Triebwagen 6211 im Bild festgehalten, als er gerade für die Rückfahrt vorbereitet wurde und den Beiwagen 451 umfuhr.

Falls auch Sie Fotos von der Linie 8 oder anderen Straßenbahnen in Stolberg haben, würde ich mich freuen, wenn Sie es ermöglichen würden, diese zu kopieren und hier ebenfalls zu zeigen (=> mail@eisenbahn-stolberg.de).

Ende (Stand: 06. September 2012)

2 Gedanken zu „von 1945 bis zum 5. Oktober 1959 – Teil 3 der Fotosammlung zur Linie 8 (Stolberg Hbf – Atsch-Dreieck – Mühle – Stolberg-Markt – Vicht-Dreieck – Zweifall)“

  1. Einfach Klasse diese Sammlung an Aufnahmen ! Ich stamme selbst aus Zweifall und bin davon echt begeistert !

    MfG Friedel Roehl

  2. Sehr schöne Bilder und wie man sehen kann waren die Stolberger schon sehr modern. Es ist eine Schande dass es die Bahn nicht mehr gibt, heute wäre das ein Vorzeigeobjekt was sich sehen lassen könnte. Traurig was die Zukunft aus Stolberg gemacht hat.

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