Frühschoppen-Rückblick 2019

Kurzübersicht:

20. Januar 2019: „Eisenbahnstrecken in der Westeifel“ – eine Rückschau auf die Strecken von Gerolstein über Prüm und Pronsfeld nach Bleialf und die vom Bf. Pronsfeld abzweigenden Linien nach Neuerburg und Waxweiler.
17. Februar 2019: „Die Strecke von Stolberg-Altstadt (Stolberg-Hammer) nach Walheim gestern und heute“ mit einem besonderem Blick auf den Bf. Breinig.
17. März 2019: „Von Bamberg nach Hof“ – Dietrich Nikel berichtet von seinen Erlebnissen rund um Hof und an der „Schiefen Ebene“ in den Jahren von 1972 bis 1976.
14. April 2019: (Letzter) Güterzugbetrieb auf der Schmalspurbahn von Warthausen nach Ochsenhausen im Jahre 1983
19. Mai 2019: Rückblick auf das Bahnwesen in der Region Aachen in der Bundesbahnzeit von etwa 1960 bis 1990
16. Juni 2019: Der Geowissenschaftler Dr. Ulrich Stanjek informierte in seinem Vortrag „Als die Bahnen laufen lernten“ über die Frühgeschichte der Eisenbahn und stellte sein gleichnamiges  Buch vor.
21. Juli 2019: Ausfall
18. August 2019: Dietrich Nikel berichtete über seine Reisen im August 1976 und im Oktober 1977 von Oberbayern über den Brenner nach Norditalien, in den Südosten von Österreich sowie an die Grenze zu Ungarn, wo er den seinerzeit dort noch eingesetzten Dampflokomotiven nachspürte.
15. September 2019: „Mit der Deutschen Bundesbahn auf Schienenwegen durch die Region Aachen“ – eine virtuelle Reise von Aachen über Düren und Jülich ins Wurmrevier mit Fotos aus der Zeit von 1960 bis 1985.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 20. Januar 2019
Am 20. Januar 2019 hieß das Thema „Eisenbahnstrecken in der Westeifel“. Dabei wurden die Strecken von Gerolstein über Prüm und Pronsfeld nach Bleialf und die vom Bf. Pronsfeld abzweigenden Linien nach Neuerburg und Waxweiler betrachtet.
Im September 2018 wurde mit dem Abriss einer Brücke über die Bundesstraße 410 bei Gerolstein-Lissingen jede Hoffnung auf eine evtl. Wiederinbetriebnahme vereitelt.

Vermeintlich „heile“ Bahnwelt am 27. Juni 1980 auf dem Bf. Prüm mit 211 220 vor einem Güterzug aus der Westeifel nach Gerolstein und einem VT 98 als Nahverkehrszug von Prüm nach Gerolstein. Schon drei Monate später endete der Schienenpersonenverkehr auf dieser Strecke.

Nach einer kurzen historischen Betrachtung der Strecken und diverser Bahnhöfe lag der Fokus auf einer Rückschau auf den Restgüterverkehr nach Pronsfeld und Neuerburg in den 1980er Jahren.
Als die Gerolsteiner 211 083 am 30. November 1984 in den Bf. Neuerburg einfuhr, zeigt sich die Eifel mit bestem Herbstwetter von ihrer schönen Seite.

Ein Vergleich mit der Situation im Jahre 2018 beendete den virtuellen Besuch der Westeifelbahnen.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 17. Februar 2019
Im Jahre 2019 will die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) die Strecke von Stolberg-Altstadt nach Breinig gründlich sanieren und modernisieren, damit dort im Dezember 2019 wieder der Regionalbahnverkehr aufgenommen werden kann. Gleichzeitig kann die Strecke von Stolberg-Hammer nach Walheim auf ihr 130-jähriges Bestehen zurückblicken. Im Rahmen des Frühschoppens wurden darum noch einmal der aktuelle Zustand vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten und die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten betrachtet. Die Eisenbahnbauten und Bahnanlagen in Breinig werden dabei einen thematischen Schwerpunkt bilden.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom  17. März 2019:


Am 17. März 2019 ging es beim Frühschoppen um den Dampflokeinsatz beim Bahnbetriebswerk Hof zu Anfang der 1970er Jahre. Die Deutsche Bundesbahn konzentrierte ihre letzten Loks der Baureihe 01 beim Betriebswerk Hof in Oberfranken, wo sie u.a. vor Schnellzügen von Bamberg nach Hof eingesetzt wurden und zwischen den Bahnhöfen Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast einen Streckenabschnitt mit sehr starker Steigung, die sog. „Schiefe Ebene“, bezwingen mussten. Durch diese Einsätze wurde die Region um Hof seinerzeit zur Pilgerstätte für Fotografen und Dampflokenthusiasten aus aller Welt.  Im Jahre 1973 endete dort der planmäßige Einsatz der Schnellzugdampfloks der Baureihe 01 der Deutschen Bundesbahn.
Der Eisenbahnfreund Dietrich Nikel lud zu einer kurzweiligen Rückschau auf seine Erlebnisse rund um Hof und die „Schiefe Ebene“ in jenen Jahren ein. Die Besucher des Frühschoppens konnten anhand von Fotos und Filmsequenzen noch einmal in die Faszination eintauchen, die in jenen Jahren vom Dampflokbetrieb ausging. Silvia und Arno Mörkens hatten ein Spur-I-Modell einer Dampflok der Baureihe 01 mit Altbaukessel im typischen Erscheinungsbild der DB ausgestellt, das die Eleganz dieser einstigen Starlok der Deutschen Bundesbahn hervorragend widerspiegelte

Das nahe bei Hof und am Fuß der „Schiefen Ebene“ gelegene Deutsche Dampflokmuseum im ehemaligen Bahnbetriebswerk Neuenmarkt-Wirsberg pflegt bis heute die Tradition des  Dampflokeinsatzes in Deutschland und zehrt ein Stück weit auch vom legendären Dampflokeinsatz auf der „Schiefen Ebene“. Unter den dort ausgestellten Loks befindet sich u.a. auch die einstmals beim Bw Hof eingesetzte Schnellzugdampflok 01 164 (links), die so manchen Schnellzug über die Steigung zwischen Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast („Schiefe Ebene“) geschleppt hat.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 14. April 2019:

Am 29. März 1983 war 251 902 vor einem der letzten Güterzüge auf der Schmalspurbahn von (Biberach/Riß – ) Warthausen nach Ochsenhausen im Einsatz. Das Foto zeigt die Lok beim Rangieren im typisch württembergischen Bahnhof Ochsenhausen.

Unter dem Thema „Güterzugbetrieb auf der Schmalspurbahn von Warthausen nach Ochsenhausen im Jahre 1983“ wurden die Besucher des Frühschoppens zur „schwäbischen Eisenbahn“ mitgenommen. Die württembergische 750mm-Schmalspurbahn von Warthausen nach Ochsenhausen war die letzte Schmalspurbahn der Deutschen Bundesbahn auf dem Festland. Zum 31. März 1983 stellte die DB dort den Gesamtverkehr ein. Bis in die letzten Betriebstage gab es einen stattlichen Güterverkehr, der oftmals den Einsatz von zwei täglichen Zugpaaren erforderte. Roland Keller dokumentierte einen der letzten Betriebstage am Ende der Bundesbahnzeit auf der heutigen Museumseisenbahn „Öchsle“. Anschließend wurde ein Film gezeigt, der die Vielfalt der heutigen Museumsbahn „Öchsle“ beleuchtete.

251 902 mit einem Güterzug von Ochsenhausen nach Warthausen am Vormittag des 29. März 1983 beim schwäbischen Reinstetten.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 19. Mai 2019:

Blick auf die Ostseite des Aachener Hauptbahnhofs mit dem Stellwerk „Ao“, das bis Mitte der 1960er Jahre nahe bei der Unterführung der Kasinostraße stand.

Roland Keller blickte mit einer bunt gemischten Fotodokumentation auf das Bahnwesen in der Region Aachen in der Bundesbahnzeit von etwa 1960 bis 1990 zurück, bei dem insbesondere der Aachener Hauptbahnhof und der Bf. Mariagrube mit der Strecke zur Grube Emil Mayrisch in Siersdorf sowie die Strecke Aachen Nord – Würselen – Jülich im Mittelpunkt standen. Unter anderem wurde an viele längst verschwundene Stellwerke und die einstmals weitläufige Gleisanlagen dieser Bahnhöfe erinnert. Gleichzeitig wurden auch die Veränderungen beim Fahrzeugeinsatz im Laufe der vergangenen Jahrzehnte auf vielen zeitgenössischen Fotos  sichtbar.

Bauarbeiten auf dem Aachener Hauptbahnhof im Frühjahr 1966 mit einem Seilbagger unter den noch stromlosen Fahrleitungsanlagen.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 16. Juni 2019:
Der Geowissenschaftler Dr. Ulrich Stanjek informierte in seinem Vortrag „Als die Bahnen laufen lernten“ über die Frühgeschichte der Eisenbahn und stellte sein im Eigenverlag herausgegebenes Buch mit dem Titel „Als die Bahnen laufen lernten“ zur Frühgeschichte der Eisenbahn (ISBN  978-3-9819899-0-8) vor. Die Geschichte des spurgebundenen Verkehrs in Deutschland ist wesentlich älter als die Eisenbahn selbst. Sie beginnt bereits mit dem Anlegen von Spurrillen in der Antike und mit der Verwendung von Schienen im Bergbau. Von Schlitten über Schubkarren bis hin zu Transportbehältern mit vier Rändern, die Hunte genannt wurden, entwickelten Bergleute schon früh Lasten-Wagen, die untertage den Transport von Erzen und Kohle erleichterten.

Dr. Ulrich Stanjek beim Signieren seines Buches für Teilnehmer des Frühschoppens.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 18. August 2019:

Im Sommer 1976 hatte die Deutsche Bundesbahn den Einsatz von Dampflokomotiven weitgehend beendet. Lediglich im Ruhrgebiet und auf der Emslandbahn von Rheine nach Emden konnten Eisenbahnfreunde noch einige dampfende Güterzugloks im Einsatz erleben. Doch was machten Eisenbahnfreunde, die in Süddeutschland lebten und weiterhin die Faszination von Dampflokomotiven erleben wollten? Sie mussten sich umorientieren. Dietrich Nikel, der in jenen Jahren in Bayern wohnte, berichtete anhand seiner Fotos und Tondokumente, wie er 1976 und 1977 in den südlichen Nachbarländern nach den letzten Dampfloks suchte und wo er in Norditalien und Österreich fündig wurde. Neben den kraftvoll arbeitenden Dampfloks fanden dabei auch elektrische Oldtimerloks sein Interesse. Dietrich Nikel zeigte, dass Eisenbahnfreunde selbst in manchen bekannten Urlaubsregionen durchaus auf ihre Kosten kommen konnten. Durch das Werdenfelser Land führte seine Reise über den Brenner nach Franzensfeste (Fortezza) und Mestre in Italien sowie zum österreichischen Erzberg, nach Spittal an der Drau und an die ungarische Grenze zur Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG bzw. ungarisch Győr-Sopron-Ebenfurti Vasút Zrt. (GySEV).
Im Anschluss schilderte auch Stefan Danners, wie er einige Jahre später die „GySEV“ und die ungarischen Strecken im Grenzgebiet um Sopron erlebte.

Dietrich Nikel berichtete in informativer und zugleich humorvoller Weise von seinen Reisen zu den Dampfloks am Erzberg und bei der „GySEV“ (im Hintergrund) und würzte dies mit zahlreichen Anekdoten und Reiseerlebnissen.

 

Rückblick auf den Frühschoppen vom 15. September 2019:


Unter dem Titel „Mit der Deutschen Bundesbahn auf Schienenwegen durch die Region Aachen“ gab es eine virtuelle Zeitreise in die Bundesbahnzeit zwischen den 1960er und den 1980er Jahren, als man die erste Eisenbahnstrecke der Region elektrifizierte und im Wurmrevier noch Steinkohle förderte. Die virtuelle Bahnreise führte mit einer Vielzahl von Fotos über die Haupt- und Nebenstrecken zwischen Aachen, Düren, Jülich und Herzogenrath.  Auf dem Aachener Hauptbahnhof wurden die Umbauarbeiten zur Einführung des elektrischen Fahrbetriebs gezeigt, der Bf. Düren war ohne Fahrleitungen und mit seinen einstigen mechanischen Stellwerken zu sehen. Im Aachener Bergbaurevier wurde der Bahnbetrieb von Schienenbussen, Akkumulatortriebwagen und langen Kohlezügen geprägt. Dort standen insbesondere die einstmals weitläufigen Gleisanlagen der Bahnhöfe in Alsdorf, Merkstein und Mariagrube im Fokus.

Zum Ausgleich für die längere Bahnfahrt gab es (als „Versuchsballon“) zusätzlich noch einen Blick auf den Verkehr auf Stolbergs Straßen vor rd. 40 bis 50 Jahren, als das alltägliche Straßenbild von Autos geprägt war, die heute zu den „Oldtimern“ zählen.

 

 

 

 

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