40 Jahre Dampfbetrieb auf der Selfkantbahn

Am Wochenende vom 13. zum 14. August 2011 feierte Deutschlands westlichste Museumseisenbahn das Jubiläum „40 Jahre Dampfbetrieb auf der Selfkantbahn“.

Im Jahre 2011 präsentiert sich die Selfkantbahn als professionelle Museumseisenbahn, die einem Museumskonzept folgt und einen guten Ausbauzustand erreicht hat. Aus dem einstmals bescheidenen ländlichen Bahnhof „Langbroich-Schierwaldenrath“ der „Geilenkirchener Kreisbahn“ (GKB) ist ein zeitgemäßer Betriebsmittelpunkt einer agilen Museumsbahn geworden. Heute findet der Besucher hier einen Lokschuppen mit Werkstatt und eine große Fahrzeughalle, mehrere Bahnsteige und umfangreiche Gleisanlagen vor. Dennoch gibt es als Relikt der GKB immer noch die Rübenverladerampe und die Gaststätte am Bahnhof, in der schon in der Frühzeit des Museumsbahnbetriebes so manche Nikolausfeier stattgefunden hat.


Museumsbahnbetrieb im Jahre 2011 – Am 17. Juli 2011 stand die ehemalige MEG-Lok 101, die im Jahre 2002 von der Selfkantbahn gekauft werden konnte, in Schierwaldenrath abfahrbereit am Bahnsteig.


Zu den Urgesteinen der Selfkantbahn gehört die Lok 20. Am 17. Juli 2011 stand sie auf der Westseite des Bahnhofs Schierwaldenrath in der Umgebung von Fahrzeughalle und Lokschuppen (oben und unten).


Ein Blick in die großzügig bemessene, saubere und helle Fahrzeughalle der Selfkantbahn, in der die Museumsfahrzeuge (hier die Lok 46 der Mittelbadischen Eisenbahngesellschaft)  geschützt aufbewahrt werden können.

Nach 40 Jahren Dampfbetrieb darf man ruhigen Gewissens einmal in die jungen Jahre der „Selfkantbahn“ zurückblicken. Der Vergleich mit dem heute erreichten Zustand der Selfkantbahn unterstreicht, mit wie viel Ehrgeiz und Beharrlichkeit, aber zugleich auch mit wie viel Fleiß und Liebe die Museumsbahner ihre Idee eines lebendigen Kleinbahnmuseums verwirklicht haben. Den Aufbau dieser Museumseisenbahn darf man übrigens mit Recht als Pioniertat bezeichnen – schließlich handelt es sich um die zweitälteste Museumsbahn in Deutschland. Nur die Museumsbahn zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf in der Grafschaft Hoya ist noch früher gegründet worden.

Von entscheidender Bedeutung für den Start der Museumsbahn war vor allem das Vorhandensein einer meterspurigen Kleinbahnstrecke.


Dieser von der Selfkantbahn auf der Rückseite von Fahrplan-Handzetteln abgedruckte Streckenplan zeigte den letzten von der Geilenkirchener Kreisbahn betriebenen Streckenabschnitt, der im Jahre 1971 beim Start des Museumsbahnbetriebes gleichzeitig die Museumsbahnstrecke bildete. Für die Besucher der Museumsbahn wurden bereits interessante Fotostellen angegeben, die bis heute beliebt sind.

Im Selfkant, einer abgelegenen, weitgehend ebenen Gegend im Kreis Heinsberg, in der sich auch der westlichste Zipfel Deutschlands befindet, hatte sich die Reststrecke der Geilenkirchener Kreisbahn (GKB) von der Kreisstadt Geilenkirchen bis zum ländlichen Bahnhof Langbroich-Schierwaldenrath erhalten. Die Gleise der Geilenkirchener Kreisbahn, die noch im Dezember 1969 das Streckenstück zwischen Gangelt und dem Bahnhof Langbroich-Schierwaldenrath stillgelegt hatte, erhielten ab 1969 durch die Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS) eine Zukunftsperspektive.

Gerade noch rechtzeitig vor der Stillegung wurden die letzten Streckenkilometer von idealistischen Eisenbahnfreunden als zweite Museumseisenbahn Deutschlands in die Gegenwart gerettet und sollten als lebendiges Museum für die aussterbende Gattung der Kleinbahnen eine neue Funktion erhalten.

Imposante Landschaften oder kühne Kunstbauten als touristische Anziehungspunkte sind im Selfkant nicht zu finden. Und auch der zusammengetragene bunte Fahrzeugpark fand im „volkstümlichen“ Umkreis der Museumsbahn anfangs nicht die ihm gebührende Wertschätzung. Breite Schichten der Bevölkerung hätte man nur mit „Bimmelbahn-Romantik“ ansprechen können. Doch die ersten Fahrten auf der anfangs noch der Geilenkirchener Kreisbahn gehörenden Strecke konnte der junge Verein zunächst nur mit einer der seinerzeit wenig nostalgisch anmutenden GKB-eigenen Deutz-Loks und dem Beiwagen 212 der Aachener Straßenbahn unternehmen. Ein wichtiger Schritt beim Aufbau eines Museumsbahnbetriebs war da schon der Kauf der drei rotlackierten zweiachsigen Personenwagen 45, 54 und 56 von der „Mittelbadischen Eisenbahnen AG“ im August 1970.

Ein weiterer bedeutender Schritt auf dem Weg zur Museumseisenbahn war im Frühjahr 1970 der Kauf einer Bn2t-Dampflok (mit 900 mm Spurweite!). Auch wenn es sich dabei um eine erst 1956 gebaute Industriebahnlok der Klöckner-Hütte in Hagen-Haspe handelte, so ähnelte die Lok den typischen Dampfloks von Kleinbahnen. Der markante Schornstein erinnert ein wenig an die Neubau-Dampfloks der jungen Deutschen Bundesbahn, die in den gleichen Jahren entstanden sind. Nach der Umspurung  und verschiedenen Umbauten nahm die Lok ab dem 10. Juli 1971 ihren Dienst auf der meterspurigen Selfkantbahn auf. Von da an konnte die IHS mit der als Nr. 19 bezeichneten Lok und den Personenwagen 45, 54 und 56 im August 1971 einen stilreinen kleinbahntypischen Zug einsetzen. Der 14. August 1971 gilt seither als offizieller Beginn des „dampfenden“ Museumsbahnbetriebes.

Im Jahre 1971 rumpelten die Museumszüge noch vom „Kreisbahnhof“ Geilenkirchen aus über die ausgefahrenen Schienen der GKB in den Selfkant und firmierten unter dem zutreffenden Namen „Historische Eisenbahn Geilenkirchen – Langbroich-Schierwaldenrath“.


Das Bahnhofsgebäude der Geilenkirchener Kreisbahn – aufgenommen am 20. November 1976 kurz vor dem Abriss. Das rote Gebäude am rechten Bildrand ist das Bahnhofsgebäude der Deutschen Bundesbahn.

Die robuste Bauart der Dampflokomotive 19 bewährte sich im Betriebseinsatz bei der Selfkantbahn. Als die Hasper Hütte stillgelegt wurde, kaufte die IHS 1972 dort auch die beiden ebenfalls 1956 gebauten Schwestermaschinen 20 und 21. Die Lok 20 nahm 1973 ihren Dienst bei der Selfkantbahn auf, die Lok 21 folgte 1974 in den Betriebsdienst. Die „ruhmreiche“ Lok 19 wurde allerdings schon 1977 abgestellt und ist seitdem nicht wieder „zum Leben erwacht“.

Obwohl die Amateur-Eisenbahner der IHS innerhalb kurzer Zeit respektable Leistungen vollbracht hatten, wurden diese Pioniere der Museumsbahn anfangs eher belächelt als tatkräftig unterstützt. Auch wenn der junge Verein „Interessengemeinschaft historischer Schienenverkehr“ immerhin wieder einen Personenverkehr auf der GKB anbot – bei vielen offiziellen Stellen betrachtete man seine Pläne mit großer Skepsis. Kaum einer gab der „historischen Bahn“ eine lange Überlebenschance, außer einer wohlwollenden Betriebsleitung in Geilenkirchen gab es keinerlei öffentliche Förderung. Weder gab es um 1971 in Deutschland ein Vorbild für den Betrieb einer „richtigen Eisenbahn nur durch / für Hobby-Eisenbahner“, noch war der Selfkant eine Urlaubsregion, noch gab es große EU-Programme oder eine Schwemme von ABM-Projekten wie nach der Wende.

Den Erfolgen der Museumseisenbahn standen deshalb zunächst erhebliche Rückschläge gegenüber.


Die einstige Wurmbrücke der Geilenkirchener Kreisbahn, aufgenommen am Abend des 20. November 1976. Im Jahre 1973 musste hier der Schienenverkehr eingestellt werden.

Einige Tage vor der offiziellen Eröffnung des Museumsbetriebes war der Güterverkehr der GKB stillgelegt worden und der junge Verein war jetzt der einzige Nutzer der Strecke, der auch die komplette Unterhaltung zu übernehmen hatte. Mit der endgültigen Betriebseinstellung der GKB musste die Betriebsführung im Sommer 1971 neu geregelt werden. Die IHS konnte dieses Problem durch die Gründung einer eigenen Eisenbahngesellschaft lösen und betrieb ihre Museumsbahn fortan als öffentliche Eisenbahn des allgemeinen Verkehrs. Auch für die Unterhaltung der Gleisanlagen musste nun die IHS selbst sorgen. 1972 wurde der öffentliche Personenverkehr zwischen Geilenkirchen und Gillrath wegen des schlechten Gleiszustandes untersagt. Schließlich wurde die Strecke zwischen Gillrath und Geilenkirchen 1973 durch einen Straßenneubau unterbrochen. Nach diesen Entwicklungen war aus der Geilenkirchener Kreisbahn eine neue Bahn hervorgegangen, die sich ab etwa 1972/73 den Namen „Selfkantbahn“ zulegte.


Die Museumsbahn führte zwar seit 1973 den Namen „Selfkantbahn“, sie versprühte aber noch jahrelang manches von der Urigkeit der Geilenkirchener Kreisbahn. Der Wandel von der morbiden Kreisbahn zur gepflegten Museumsbahn vollzog sich eher langsam. Das lag zu einem guten Teil daran, dass die Museumsbahner nach der Abtrennung von der Kreisbahnwerkstatt und dem Lokschuppen in Geilenkirchen im Jahre 1973 häufig improvisieren mussten, um den Fahrbetrieb fortsetzen zu können. Zudem zehrte auch die anfangs nur in mühsamer Handarbeit zu leistende Unterhaltung der maroden Kreisbahnstrecke viel von der Schaffenskraft der Aktiven auf.


Aus der Frühzeit der Selfkantbahn stammt diese im Sommer 1973 verkaufte Broschüre. Das Titelbild zeigt die Lok 19 mit zwei zweiachsigen Personenwagen der MEG sowie einem Vierachser der Dürener Eisenbahn AG. Bei dem Aufnahmeort handelt es sich um das „Gelindchen“, einem seinerzeit dicht an der Strecke stehenden Paar alter Linden, die inmitten der weitläufigen ebenen Landschaft mit weitgehend ausgeräumter Feldflur einen markanten Punkt bildeten. Bei der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS) war man 1973 sicherlich sehr stolz, dem Publikum den hier abgebildeten Zug präsentieren zu können. Der Vierachser IHS 119, dessen letzte Heimat die Sylter Inselbahn war und der gewissermaßen auf der grünen Wiese für den Fahrbetrieb auf der Selfkantbahn hergerichtet wurde, kündete 1973 symbolträchtig vom Wachstum des Kleinbahnmuseums und der Schaffenskraft der emsigen Museumsbahner.

Einige der Probleme und Hoffnungen, die die junge Museumsbahn in dieser Zeit begleiteten, lässt diese Streckenkarte aus dem Jahre 1973 sichtbar werden:

Grund für die Stillegung des Abschnitts von Geilenkirchen bis Gillrath waren der Abriss der Wurmbrücke und einer Straßenbrücke bei der ehemaligen Molkerei in Geilenkirchen und die Tieferlegung einer Straße in Gillrath. Unter erheblichen Anstrengungen gelang es, die geplante Aufhebung des zweiten großen Bahnübergangs in Gillrath im Rahmen der Verbreiterung der B56 rückgängig zu machen und den hinteren Streckenabschnitt von Gillrath nach Schierwaldenrath zu retten.
Aus der Sturm- und Drangphase des Vereins um 1973 entstammend, kündet diese Karte ebenso von den damaligen Visionen: Neben dem Wiederaufbau bis Gangelt und einer Neubaustrecke bis zum Hochwildgehege waren gar die Teilelektrifizierung und ein teilweiser dreischieniger Ausbau bis Birgden für die Normalspur-Straßenbahnfahrzeuge der IHS geplant….

Doch danach kam schnell die Ernüchterung: Der Betrieb und der Unterhalt der Strecke und der Fahrzeuge war wesentlich aufwändiger und teurer als gedacht und der Verein war finanziell nicht gut aufgestellt. So galt es zunächst, dem Verein ein tragfähiges finanzielles Fundament zu verschaffen. In diesem Rahmen wurden auch die Projekte des Wiederaufbaus nach Geilenkirchen und/oder Gangelt „zunächst“ auf Eis gelegt.

Als Markenzeichen verwendete die Selfkantbahn in ihren jungen Jahren gerne und häufig eine stilisierte Bildkomposition mit der ersten Museumszuggarnitur, oftmals ergänzt durch das Gelindchen im Bildhintergrund. Sie zierte als Logo viele Handzettel und Informationsblätter oder warb als Aufkleber für einen Besuch von Deutschlands westlichster Museumsbahn:

Ein Aufkleber aus den frühen 1970er Jahren

Typische Kleinbahnatmosphäre konnte die IHS ihren Besuchern in den 70er Jahren oft mit den Fahrzeugen der Mittelbadischen Eisenbahngesellschaft (MEG) bieten.

Hier zwängt sich der bei der IHS als T 1 bezeichnete ehemalige T 13 der MEG durch die enge Kurve am Bf. Birgden.


Aus dem Fenster eines MEG-Personenwagens heraus entstand am 27. November 1977 diese Foto einer Zugkreuzung mit dem ehemaligen MEG-T 13 im Bf. Birgden.

Mit dem Ende des Dampflokeinsatzes bei der Deutschen Bundesbahn bot die Selfkantbahn Gelegenheit, weiterhin Dampfbetrieb zu erleben. In den Jahren 1976/77 wies man dort auf diese „Marktlücke“ besonders hin, wie dieser zeitgenössische Handzettel belegt…..

1976 konnte die Selfkantbahn das fünfjährige Dampfbetriebs-Jubiläum feiern.

Das Infoblatt zeigte noch einmal die „Startpackung“ aus dem Jahre 1971 am Haltepunkt Gelindchen.


Im alltäglichen Fahrbetrieb des Jahres 1976 gab es dagegen schon solch vielfältige Garnituren zu sehen wie hier am 29. August 1976 zwischen Birgden und Hp Gelindchen.

Die Selfkantbahn war zwar nicht die erste deutsche Museumsbahn. Aber sie ist die Erfinderin der Nikolausfahrten auf deutschen Museumsbahnen! Die erste Nikolausfahrt fand dort schon am 6. Dezember 1971 statt. Seinerzeit fuhr der Museumszug zu seinem Treffen mit St. Nikolaus noch vom Geilenkirchener Kreisbahnhof ab. Ab 1973 wurden die Nikolausfahrten ab dem Bf. Gillrath zu einer festen Einrichtung.

Am 5. Dezember 1976 besteigt St. Nikolaus den Wagen 115.

Dem Eisenbahnfreund bieten die Nikolausfahrten nebenbei noch Gelegenheit, den Zugbetrieb unter Bedingungen zu fotografieren, die der reguläre Fahrplan sonst nicht bietet.

Hier Lok 21 am 27. November 1977 bei ihrer Fahrt in die Dunkelheit……

An dem Wochenende um den 14. August herum feiert die Selfkantbahn alljährlich ihren Geburtstag mit einem besonderen Fahrplan, bei dem alles zum Einsatz kommt, was fahren kann.


Zum Geburtstag im August 1977 gab es bei schönstem Wetter mit den Loks 19 und 21 Fahrten mit Vorspann und Zweizugbetrieb mit wechselnden Zugbildungen zu sehen.


Am 14. August 1977 bot dies Gelegenheit, die Lok 19 auch im Einsatz vor GmP abzulichten. Oben war die Nikolauskurve in Birgden das Fotomotiv, unten die Felder zwischen Gelindchen und Birgden.


Doch auch die normalen Fahrtage der Selfkantbahn bieten immer wieder Abwechslung. Am 4. Juni 1979 verkehrte beispielsweise dieser von Lok 21 gezogene und für die Selfkantbahn eher untypische Kurzzug, aufgenommen zwischen Gillrath und Birgden nahe dem Gelindchen.


Dieses Bild vom 12. August 1979 lässt erkennen, dass die Selfkantbahn eine beständige Komponente ihrer Region geworden ist. Verändert hat sich mittlerweile weniger die Bahn, sondern vielmehr das am Bahnübergang stehende Haus. Und auch die dort wartenden Autos sind von Typ und Farbe heute kaum noch im Straßenbild präsent….. Lok 21 oder ihre Schwester Lok 20 rattern dagegen immer wieder über diesen Bahnübergang in Birgden.


Veränderungen im „medialen Erscheinungsbild“ der Selfkantbahn zeigt dieses mit Zeitcolorit behaftete Infoblatt aus den 70er Jahren. Damals waren eine Lok mit rostigem Kessel und von Verwitterung gezeichnete Waggons offenbar nicht anstößig, heute würde solch ein Auftreten mit der Museumseisenbahner-Ehre wohl nicht mehr vereinbar sein….

Zu Pfingsten 1980 (25. und 26. Mai) feierte man das 10-jährige Bestehen der IHS.


Am 25. Mai 1980 verkehrte u.a. die IHS-Lok 20 in neuem Lack und mit dem Namensschild „Haspe“ verziert auf der Strecke, hier fotografiert vor der Kirche von Birgden.


Beim Zweizugbetrieb kommt kleinbahnmäßige Sicherungstechnik zum Einsatz. Das hier praktizierte Verfahren der Stabsicherung ist zwar primitiv aber zuverläsdsig – nur wer den entsprechenden Stab hat, darf  den betreffenden Streckenabschnitt befahren. Auf dem Kreuzungsbahnhof Birgden kam es am 25. Mai 1980 zu dieser „fliegenden Stabübergabe“.

Um 1980 konnte endlich eine eigene Werkstatt errichtet werden, der in den 90er Jahren der Lokschuppen und die Museumshalle folgten und eine deutliche Professionalisierung der Museumsbahn bewirkten.


Gelegentlich sind die Fahrzeuge der Selfkantbahn auch „auswärts“ im Einsatz. Hier war beispielsweise die Lok 21 am 27. September 1986 auf einen Tieflader verladen worden und wartete auf dem Betriebshoif der Kreiswerke Heinsberg in Geilenkirchen auf den Abtransport, um mit ihr bei einer nur im rheinischen Köln möglichen Geburtstagsparade für den damaligen Kölner Regierungspräsidenten Dr. Franz-Josef Antwerpes mitzuwirken und nebenher Werbung für die Selfkantbahn zu machen.


1984 konnte die Selfkantbahn die 1930 gebaute Lok „Regenwalde“ erwerben. Mit ihrer Achsfolge 1´C1´ und ihrer Heißdampfausführung ist sie eine sehr „moderne“ Kleinbahnlok. Nach langwieriger Aufarbeitung war sie von 1990 bis zum Jahre 2008 auf der Selfkantbahn im Einsatz und avancierte in dieser Zeit zum Markenzeichen. Oben ist sie am 22. Juni 2000 am Bw Schierwaldenrath zu sehen, das untere Foto zeigt sie am 29. Juni 2000 bei Birgden.

Um den Museumsbahnbetrieb abwechslungsreicher zu gestalten, verleihen oder tauschen die Museumseisenbahnen gelegentlich untereinander  Lokomotiven und Fahrzeuge. Auf diese Weise kamen bspw. die Lok „Franzburg“ des DEV aus Bruchhausen oder Loks der Harzer Schmalspurbahnen auf der Selfkantbahn zum Einsatz.
Ein besonderer Höhepunkt war dabei der „Flachland-Einsatz“ der Harzer Lok 99 5901 im Sommer des Jahres 2000, der Erinnerungen an die Mallet-Loks der Geilenkirchener Kreisbahn weckte.


Lok 99 5901 der Harzer Schmalspurbahnen am 22. Juni 2000 im Bahnhof Schierwaldenrath (oben) und am 29. Juni 2000 beim Hp. Gelindchen (unten).


Und auch das gehört zur Selfkantbahn und prägt ihren Charakter: geselliges Beisammensein unter Gleichgesinnten…

 

Ich gratuliere der Selfkantbahn zum 40. Jahrestag des Dampfbetriebs und wünsche ihr für die Zukunft stets gute Fahrt und immer ausreichend Druck im Kessel!

Ein Gedanke zu „40 Jahre Dampfbetrieb auf der Selfkantbahn“

  1. Hallo Herr Keller,

    ein toller Abriss über die Geschichte der Selfkantbahn!!!!

    Ich war am Sonntag zuweilen. Mich hat die Bahn schon in meiner Kindheit begleitet und ich würde sagen, sie war der Grundstein für mein Hobby und meinen Beruf!

    Leider hat es einmal viele Vereine in unsere Region geben!!!!

    Die Selfkantbahn hat überlebt, was an ihrem Konzept und dem Maß an Realitäten zu verdanken ist. Ich habe diese Veranstaltung genutzt und bin den Verein beigetreten, wenn auch erstmal inaktiv!

    In diesem Sinne!!!

    Danke für den Beitrag.

    Im übrigen ein sehr schöne Seite!!!

    MFG und schönen Abend!

    Michael Bettighofer

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