Die Eisenbahn in Stolberg vor 40 Jahren – Schnappschüsse eines Anfängers

Das Jahr 1973 hat für die Internetseite „Eisenbahn in Stolberg“ eine gewisse Bedeutung. Zu dieser Zeit gab es zwar weder das Internet noch die vielfältigen Möglichkeiten, die sich in diesem Zusammenhang für Eisenbahnfreunde bieten. Aber im Jahre 1973 begann ich meine ersten tapsigen Versuche, den Eisenbahnbetrieb in Stolberg zu fotografieren. Mich hatten schon damals die Dampfloks mehr fasziniert als Trans-Europ-Expresszüge oder Schnellfahrlokomotiven, die man auf dem Stolberger Hauptbahnhof seinerzeit ja auch beobachten konnte. Obwohl die Dampfloks vor 40 Jahren in Stolberg noch allgegenwärtig waren, so war doch absehbar, dass ihre Zeit zu Ende ging.

 

„Sonne lacht – Blende 8“ reichte für Eisenbahnfotos nicht aus. Dass eine kurze Verschlusszeit ebenso wichtig ist, lehrte mich die Erfahrung erst später. Meine ersten Fotos waren deshalb natürlich noch mit großen Mängeln behaftet. Dennoch habe ich sie über die Jahre hinweg aufgehoben und kann heute zeigen, was mich im Alter von 12 bis 13 Jahren zu einem Foto verleitete:

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Ungefähr dort, wo sich heute die „Camp-Astrid-Brücke“ befindet, stand ich im Frühjahr 1973 auf der Haldenstraße und versuchte, eine Stolberger Dampflok der BR 50 mit einem bahnhofsinternen Übergabezug bei der Einfahrt in den Rangierbezirk V zu fotografieren. Links am Bildrand markiert das ehemalige Stellwerk „Sb“ den Aufnahmeort.

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Der Bahnübergang der Steinbachstraße bot dem Eisenbahnfreund im Jahre 1973 einen interessanten Aussichtspunkt auf den Stolberger Bahnbetrieb. Das Ausziehgleis des Rangierbezirks V, die Bahnhofseinfahrt für die Strecken von Herzogenrath bzw. Alsdorf und von Würselen sowie die in Sichtweite verlaufende Hauptstrecke Köln – Aachen konnten reichlich Abwechslung bieten – wenn man sich dort nicht an einem Sonntagnachmittag auf die Lauer legte. Im Sommer 1973 musste ich erst noch lernen, dass es eine Wochenendruhe gab…
Mehr aus Langeweile drückte ich damals auf den Auslöser und hielt zumindest die Umgebung in ihrer dampflokfreien Sonntagsstarre fest. Heute erstreckt sich hier das Firmengelände der Firma Kerschgens und macht das Foto zum Zeugnis einer restlos verschwundenen Eisenbahnidylle.

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Eigentlich brauchte ich mich 1973 gar nicht besonders anzustrengen, um Dampfloks zu fotografieren. Vom heimischen Balkon bot sich dieser Blick in Richtung Atsch, der 1973 von montags bis freitags einmal täglich von einem dampfbespannten Zugpaar zum Bahnhof Münsterbusch belebt wurde. Im Frühjahr 1973 musste ich das Fotografieren noch lernen, das Bild des bergauf fahrenden Kurzgüterzuges blieb noch mangelhaft…

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Im Sommer war ich dann aus Schaden und Misserfolg klug geworden. Das Bild eines vom Bahnhof Münsterbusch zurückkehrenden Zuges mit einer der wenigen Stolberger Dampfloks, die keinen Kabinentender hatten, geriet dann schon besser.

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Natürlich wurde auch eine Kabinentenderlok im Bild festgehalten. Nur welche?? – Dass man sich aufschreiben sollte, wann man welche Lok wo fotografiert hatte, lernte ich erst im Laufe des Jahres 1973 ….

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Im Sommer 1973 pilgerte ich nachmittags häufiger zum Bahnhof Münsterbusch, um dort dabei zu sein, wenn der staubige Güterbahnhof einmal am Tag zum Leben erwachte und eine Dampflok der BR 50 vielfältige Rangierarbeiten bewältigte. Vom oberen Bahnübergang Heinrichstraße aus entstand dabei u.a. dieses Anfängerfoto.

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Zu den frühesten Erinnerungen an die erlebte Dampflokzeit in Stolberg gehört für mich dieser Anblick des Bahnbetriebswerkes Stolberg, wie man ihn von der Landstraße zwischen Stolberg und Eschweiler aus sehen konnte. Während die Loknummern noch nicht aufgezeichnet wurden, notierte ich mir zu jener Zeit zumindest schon das Aufnahmedatum: Das Bild spiegelt die Feiertagsruhe im Bw Stolberg am späten Nachmittag des 17. Juni 1973. Da die Stolberger Dampfloks ganz überwiegend im Güterzugdienst eingesetzt waren, zeigte sich das Bahnbetriebswerk hier gut gefüllt.

Falls es bei Ihnen auch Erinnerungen an die Eisenbahn in Stolberg vor 40 Jahren gibt, seien es Geschichten, Anekdoten oder Fotos – über Resonanz und vielleicht auch ihre Bereitschaft, diese Erinnerungen hier zu teilen, freuen sich viele Leser von „Eisenbahn in Stolberg“…

 

 

 

 

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