Fundsachen…

Wer kennt das nicht – schlechtes Wetter, man stöbert ein wenig durch die Eisenbahnfotosammlung und verweilt an dem einen oder anderen Bild etwas länger.

Hier zeige ich einmal einige solcher Motive, die vielleicht auch für andere Menschen interessant sein können oder eigene Erinnerungen wiederbeleben:

1929_BfDueren_Vorplatz_DKB_Tw18_x1F4_F
Ausschnitt aus einer 1929 abgestempelten Ansichtskarte des Bahnhofs Düren. Auf den ersten Blick hat sich das Bahnhofsgebäude kaum verändert. Aber wer weiß noch, dass man dort einst mit der Straßenbahn vorfahren konnte. Hier hat der unbekannte Fotograf den Triebwagen 18 (?) der Dürener Kreisbahn im Bild festgehalten, der schon den Lyra-Stromabnehmer für die Fahrt in Stadtmitte umgelegt hatte und auf neue Fahrgäste wartete.
Damals gab es in Düren mit der meterspurigen Dürener Eisenbahn AG und der normalspurigen Dürener Kreisbahn sogar gleich zwei Betriebe, die mit ihren elektrischen Triebwagen das Umland erschlossen….

1957_Kornelimuenster_Steinbruch_Thelen_x1F4_F
Mitte der 1950er Jahre entstand dieses Luftbild, das nicht nur den ehemaligen Steinbruch Thelen, sondern im Hintergrund auch die Anlagen des Bf. Kornelimünster und im Vordergrund die Bundesstraße 258 mit der parallel entlang führenden Straßenbahnlinie zeigt. Leider war zum Aufnahmezeitpunkt weder auf Meterspur noch auf Normalspur ein Zug unterwegs.

1983_09_27_BfMariagrube_EG_x1F4_F
Am 27. September 1983 fotografierte ich das Empfangsgebäude des Bf. Mariagrube. Auch wenn der Bahnhof da schon seine Bedeutung für den Reisezugverkehr verloren hatte, so zeigte sich das Bahnhofsgebäude dennoch in einem ansehnlichen Zustand. Glücklicherweise blieb das Gebäude erhalten und wurde von privater Hand zeitgemäß saniert. Viele andere Bahnhofsgebäude in der Region, so auch die von den Bahnhöfen Stolberg-Mühle oder Stolberg-Hammer hatten leider nicht dieses Glück.

1984_10_02_beiBfEuchen_EG_Abbauzug_x4F4_F
Ein denkwürdiger Augenblick? – Am Abend des 2. Oktober 1984 mussten Autofahrer zum letzten Mal am Bahnübergang der L 223 in Euchen anhalten. Dafür dauerte der Halt einige Minuten länger als üblich, denn es war der Abbauzug, der die Straße versperrte. Dank moderner Technik dauerte das Entfernen der letzten Schienen aber nicht sehr lange. Die Bahn von heute kennt selbst für den Neubau von Gleisen solche moderne Technik nicht mehr. Heute werden beim Gleisbau die Schwellen mit Hilfe eines Zweiwegebaggers als Fünferpack oder einzeln verlegt und die Kleineisen und Schienen von Arbeitern wieder mit einfachsten Gleisbaugeräten verschraubt. Mit dem abgebildeten Gleisbauzug konnte man schon vor 30 Jahren mehrere hundert Meter Gleis pro Stunde verlegen – heute werden selbst internationale Hauptstrecken für das Auswechseln von 20 km Schienenstrecke sechs Wochen lang komplett gesperrt…

2000_09_10_BfAachenWest_86457_Rgd_mit_Adler_unter_Dampf_x1F2_F
Am Morgen des 10. September 2000 rangierte 86 457 mit dem Nachbau der Lok „Adler“ auf den Gleisen des Bf. Aachen-West. Anlass war die seinerzeit veranstaltete Schau „Dampf 2000“, die eine nie wieder erreichte Zahl von historischen Fahrzeugen in die Region brachte.

2001_03_13_StolbergHbf_140001_x1F2_F
Alltagsbetrieb auf dem Stolberger Hauptbahnhof am 13. März 2001. Doch der Kurzbesuch der ehrwürdigen 140 001 gibt der Szene einen besonderen Reiz. Selbst als langjährig engagierter Fotograf hatte man nur selten das Glück, dieses Urgestein der Deutschen Bundesbahn unter den mehr als 800 Loks der BR E 40 anzutreffen. Für mich war dies die einzige Begegnung mit dieser Lok in Stolberg.

 

3 Gedanken zu „Fundsachen…“

  1. Hallo Herr Keller.
    Seit geraumer Zeit verfolge ich die „Eisenbahn in Stolberg“ mit großer Aufmerksamkeit.
    1966 im Bw Düren eine Lehre zum Starkstromelektriker begonnen, die ich 1969 in der Flm Aachen Rothe Erde beenden konnte. Seitdem tätig in der elektrischen Energieversorgung (Umformerwerk Köln in Gremberghoven) und seit einiger Zeit der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der DB Energie GmbH in Frankfurt am Main. Eisenbahnbegeistert seit ich Denken kann, aber leider keine Fotoausrüstung besessen um alles zu dokumentieren. Viele eigene Erinnerungen werden Dank ihrer Veröffentlichungen wieder wach. Machen sie weiter so und wenn ich dann mal im Ruhestand bin, komme ich auch mal zum Stammtisch nach Stolberg.
    Gruß aus Kreuzau
    Karl-Heinz Athens

  2. Hallo,
    Ihre Anmerkung, dass die Bahn heute keine modernen Gleisbauzüge mehr kennt, kann ich nicht bestätigen. Wir wohnen an der Lahntalbahn, wo vor einigen Jahren die gesamte Bettung inkl. Schwellen und Schienen erneuert wurde. Ich hatte tagelang Gelegenheit, mir alles genau anzusehen. Es ist natürlich noch viel Handarbeit dabei, aber die Hauptarbeit hat der Gleisbauzug automatisiert erledigt. Dasselbe traf auf die Neubaustrecke Köln-Frankfurt zu. Bei kleineren Streckenabschnitten oder Ausbesserungen trifft Ihre Beschreibung schon eher zu. Die Lahntalsignalisierung wird im Moment von den alten mechanischen Stellwerken auf ein elektronisches Zentralstellwerk umgestellt, Wechen werden entfernt, neue Bahnsteige erstellt u. dgl. Da sind natürlich die typischen Zweiwegebagger im Einsatz.
    Sie haben sehr schöne alte Aufnahmen, wie z.B. den Bahnhof Düren!

    1. Hallo Herr Haunzwickl,

      vielen Dank für Ihre Schilderungen von den Gleisbauarbeiten an der Lahntalbahn. Das lässt ja doch noch hoffen… 😉 . Also in der Region Aachen habe ich zumindest in den letzten 10 Jahren solch einen Gleisbauzug nicht mehr gesehen. Hier wurden selbst längere Streckenabschnitte wie Stolberg – Eilendorf in mühseliger Kleinarbeit bearbeitet. Offenbar gibt es doch unterschiedliche Konzepte zur Ablauforganisation beim Auswechseln der Gleise.
      Bei der Neubaustrecke Köln – Frankfurt gibt es meines Wissens auch Abschnitte, auf denen die Gleise unmittelbar auf Betonflächen befestigt sind. Wissen Sie evtl., ob dort auch mit Gleisbauzügen gearbeitet wird/wurde?

      Mit vielen Grüßen

      Roland Keller

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