Unterwegs zwischen Köln und Stolberg im Jahre 1982

Wer als Berufspendler zwischen Stolberg und Köln unterwegs ist, der wird „seine“ Strecke kennen wie seine Westentasche. Wenn man während der Zugfahrt kurz einnickt und wieder wach wird, weiß man beim Blick aus dem Fenster sogleich, wo sich der Zug gerade befindet. Gleichgültig ob man in Fahrtrichtung rechts oder links sitzt oder ob man in Fahrtrichtung oder gegen die Fahrtrichtung sitzt – man  ist einfach streckenkundig. Beim täglichen immer gleichen Anblick der Bahnhöfe und der Umgebung entlang der Strecke verblasst jedoch gerne die Erinnerung, wie es früher einmal war und wie stark sich die Bahnstrecke und der Bahnbetrieb verändert haben. Blicken wir einmal zurück in das Jahr 1982. Vor 35 Jahren waren noch Waggons im Einsatz, bei denen man die Fenster öffnen konnte und die gute Möglichkeiten boten, am geöffneten Fenster stehend aus dem fahrenden Zug heraus die Bahnstrecke fotografisch zu dokumentieren.
Damals hatte ich noch keine Kamera mit „Winder“, zwischen den einzelnen Fotos musste man die Kamera vom Auge absetzen, den Filmtransporthebel bedienen und das Motiv wieder neu fokussieren. Manche Fotos aus dieser Zeit sind deshalb in der Hektik vielleicht etwas verkantet – aber das nicht mehr wiederholbare Motiv rechtfertigt es, diese Fotos dennoch in ihrem ursprünglichen Zustand zu belassen.

Das Bild des Kölner Hauptbahnhof war 1982 einerseits noch geprägt von den Gepäckkarren des Expressgut- und Reisegepäckdienstes. Eines der Markenzeichen des Intercity-Verkehrs war demgegenüber gerade das Fehlen des Ladegeschäftes am seinerzeit im Fernverkehr noch obligatorischen Packwagen (von IC-Kuriergut, das durch ein Zugfenster ausgetauscht wurde, abgesehen). Man achte auch einmal darauf, wie aufgeräumt und frei nutzbar die Bahnsteige noch sind.

211 083 im Gleisvorfeld des Kölner Hauptbahnhofs. Im „Kölner Dieselnetz“ wurden die Züge überwiegend mit bewährten Loks der BR 211, 212 und 215 und alltagstauglichen Umbauwagen oder Silberlingen gebildet.

Im Rangierdienst ist die „V 60“ in Köln Bbf bis heute ein unverzichtbares Arbeitsgerät geblieben. Mittlerweile gehört diese Baureihe zu den ältesten Fahrzeugtypen der DB-AG.
Wegen des dichten Verkehrs rund um Köln Hbf wurden dort schon in den frühen 50er Jahren Lichtsignale aufgestellt, die teilweise auch – wie hier noch an dem Signalausleger zu sehen – in Sonderbauformen ausgeführt waren.

Köln-Ehrenfeld war 1982 noch ein stark industriell geprägter Stadtteil – mit vielen vom Güterverkehr geprägten Gleisanlagen. In Köln-Ehrenfeld konnte man eine große Güterabfertigung, Laderampen und Ladestraßen mit diversen Kränen beobachten. Im Kölner Stadtgebiet und ins nahe Umland wurden viele Übergabefahrten mit Dieselloks gefahren.

Wo sich in Köln-Ehrenfeld heute eine riesige Brachfläche erstreckt, war 1982 noch ein belebter Güterbahnhof vorhanden (oben und unten).

Neben der Köln-Bonner-Eisenbahn und der Kölner Hafenbahn gehörte auch die Köln-Frechen-Benzelrather-Eisenbahn (KFBE) zu den Nichtbundeseigenen Eisenbahnen, die neben der Deutschen Bundesbahn den Güterverkehr prägten. Passend für ein Bahnunternehmen aus der Region war die V 76 der KFBE eine Lok aus der Fertigung von Klöckner-Humboldt-Deutz (oben und unten).

Noch ein Blick zurück auf die großflächigen Gleisanlagen in Köln-Ehrenfeld.

Auch der Bahnhof Horrem als Verkehrsknoten des Erftkreises verfügte über  großflächige Gleisanlagen für den Güterverkehr. Wer hätte 1982 gedacht, dass dieses Areal 35 Jahre später zu einem großen Parkplatz mutiert ist (oben und unten). Im Hintergrund sind die seinerzeit für die Bahnhöfe Horrem und Quadrath-Ichendorf typischen Waggons für den Transport von Quarzsand zu sehen.

Die Ostseite des Bf. Horrem im Zustand von 1982. Heute ist hier alles verändert.

Blick aus dem Zugfenster hinüber zum Bahnsteig, wo die Züge von Horrem nach Bedburg abfuhren. Eine ähnliche, aber auf ein einziges Gleis zurückgebaute Situation gibt es auch heute noch. Der ebenerdige Verbindungsweg für die Gepäckkarren, der in Begleitung von Bahnmitarbeitern auch als behindertengerechter Zugang genutzt werden konnte, ist heute jedoch ebenso verschwunden wie die elektrische Fahrleitung, die einstmals bis Quadrath-Ichendorf vorhanden war (oben und unten).

Der Bf. Düren bot 1982 noch Verbindungen nach Düsseldorf, Euskirchen, Jülich und Heimbach. Wo sich heute eine Brachfläche mit Wildwuchs erstreckt, befanden sich gepflegte Bahnsteige. Mit den Akkumulatortriebwagen war bei der Deutschen Bundesbahn auch auf den nichtelektrifizierten Strecken eine bewährte und bahntaugliche Form von „Elektromobilität“ eine alltägliche Selbstverständlichkeit (oben und unten).

Auch das war typischer Nebenbahnbetrieb bei der Deutschen Bundesbahn des Jahres 1982: während der Zug aus Köln gerade in Düren einfährt, verlässt der Zug nach Bedburg und Düsseldorf schon den Bahnhof. Solche nicht aufeinander abgestimmten Anschlüsse wurden gerne genutzt, um die vermeintlich unrentablen Nebenstrecken unattraktiv zu machen. Welches Potenzial gerade in den von Düren ausgehenden Nebenstrecken steckte, hat die Dürener Kreisbahn bzw. die Rurtalbahn zwischenzeitlich deutlich gemacht.

Die westliche Ausfahrt des Bahnhofs Langerwehe im Zustand von 1982. Der Bildausschnitt lässt erkennen, dass der Zug hier auf Ersatzsignal gefahren ist (oben und unten).

Beim Halt in Eschweiler Hbf ergab sich aus dem Zug heraus dieser Blick zum Gleisanschluss der Fa. Neuman und die dortige Werklok. Hinter dem Gleis 4 befanden sich 1982 noch drei weitere Gleise auf dem Bahnhofsgelände.

Stolberg Hbf ist erreicht. Das Stellwerk „Sr“ ist heute noch vorhanden, allerdings nur noch als Gebäudehülle. Von den einstmals rd. 60 km Gleisanlagen in Stolberg Hbf betrachtete die Deutsche Bahn AG lediglich die beiden Durchfahrtgleise und ein Ausweichgleis für sich als betriebsnotwendig. Alle anderen Gleisanlagen – soweit noch vorhanden – gehören heute zum Bestand des Infrastrukturunternehmens „Euregio Verkehrsschienennetz GmbH“, das sein Netz von einem zentralen elektronischen Stellwerk aus steuert.

Stolberg Hbf ist auch 2017 noch einer der großen Bahnhöfe in der Region. Gegenüber den Bahnhöfen in Köln-Ehrenfeld, Horrem oder Düren hat sich in Stolberg noch ein relativ umfangreicher Güterverkehr erhalten. In 2016 wurden an verschiedenen Tagen noch 45 bis 50 Waggons vom Knotenbahnhof Stolberg Hbf an den zuständigen Rangierbahnhof in Köln übergeben. Und auch die Loks der BR 140 konnten vor zwei oder drei Jahren in Stolberg Hbf noch angetroffen werden.

Blickt man heute auf die Strecke Köln – Aachen und vergleicht die Motive von 1982 mit der heutigen Situation, so stellt man fest, dass sich durch den Bau der S-Bahn von Köln nach Düren und die Einführung des Taktverkehrs und der Doppelstockwagenparks gravierende Verbesserungen vor allem bei dem aus öffentlichen Mitteln finanzierten Regionalverkehr ergeben haben.

Eisenbahnfotos eines jungen Berufspendlers aus dem August 1980

Zum 1. August 1980 begann mein Berufsleben mit einem Ausbildungsplatz in Köln. Für den täglichen Weg zur Arbeit vertraute ich mich der Deutschen Bundesbahn an – der Beginn einer langen Beziehung als Berufspendler, die bis 1994 von Zuverlässigkeit, Reisekultur und zahlreichen angenehmen Erlebnissen geprägt war. „Früher war alles besser“ – ein Satz, dem ich in Bezug auf die Deutsche Bundesbahn uneingeschränkt zustimme. Gewiss hat die Bundesbahn auch ihre Schattenseiten gehabt. Umfangreiche Stillegungen von Nebenstrecken und eine Stagnation im Angebot der Fahrzeuge für den Nahverkehr gehörten in der Region Aachen und auf der Strecke Köln – Aachen lange Jahre zum Alltag. Aber selbst die damals weit verbreiteten „Silberlinge“, die heute noch als Waggons der Bauart „n“ im Einsatz sind, boten bspw. in Bezug auf die Beinfreiheit, die Gepäckablagemöglichkeiten, die Zuverlässigkeit von Türmechanismen oder der Möglichkeit zur pragmatischen „Klimatisierung“ (einfach das Fenster öffnen!) mehr Fahrkomfort als der Fahrzeugpark, mit dem heutzutage Menschen transportiert werden. Und es gab einfach mehr Eisenbahner, die sich an ihren jeweiligen Dienstposten mit ihrem umfassenden Verständnis vom System Eisenbahn, mit Kompetenz und Engagement um den störungsfreien und flüssigen Betriebsablauf und den zuverlässigen Service für die Fahrgäste gekümmert haben. Vergangene Zeiten…..

Hier zeige ich einmal einige meiner ersten Fotos, die ich Mitte August 1980 als Berufspendler während meiner Wege zur Arbeit aufgenommen hatte:

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Am 11. August 1980, irgendwann zwischen 6 und 7 Uhr am Morgen, rollt 112 496 mit einem Eilzug aus Aachen in Stolberg Hbf ein. Der Zug wird mich an diesem Tag bis nach Köln-Deutz bringen.

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Aus dem geöffneten Abteilfenster heraus entstand in Düren das Foto der noch recht neuen 111 128, die für den künftigen Einsatz auf der S-Bahn Rhein-Ruhr in den damaligen Produktfarben ausgeliefert worden war. Weil viele Loks der BR 111 zum Start des S-Bahn-Betriebes aber nicht direkt benötigt wurden, setzte man sie vorübergehend im gewöhnlichen Reisezugverkehr ein.
111 128 steht hier auf den Mittelgleisen des Bf. Düren vor einem Nahverkehrszug in Richtung Köln. Vor der Aufnahme des S-Bahn-Betriebes zwischen Köln und Düren ergänzten solche Zusatzzüge das Zugangebot zwischen Köln und Aachen.

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Ebenfalls aus dem Zug heraus entstand im Bf. Düren das Foto eines aus Jülich kommenden Akkutriebwagenverbandes. Der im Hintergrund sichtbare Waggon gehörte heute zum Fahrzeugbestand der Eisenbahnfreunde Grenzland e.V. .

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Auf der Heimfahrt hatte ich am 11. August 1980 den Zug in Düren verlassen, um das dortige Geschehen näher zu erkunden. Hier wurden 515 544 und 110 316 auf der Nordseite des Bf. Düren im Bild festgehalten. Während 515 544 aus Jülich kommend am Hausbahnsteig anhält, ist 110 316 mit einem Leerzug abgestellt.

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Der Bf. Düren war 1980 ein Schwerpunkt im Einsatz der Akkutriebwagen des Bw Düren. So gab es auf dem Bahnhofsgelände mehrere Ladestationen, an denen die Batterien der Triebwagen in Pausenzeiten nachgeladen werden konnten. Der hier fotografierte Zug aus 815 734 und 515 562 steht zwar vor einer Ladestation. Die geschlossenen Batterieklappen im Bodenbereich lassen aber erkennen, dass dieser Triebwagen hier lediglich von Eisenbahnern des Bw Düren neben der Ladestation bereitgestellt und im Bild gerade vom Zugpersonal für den nächsten Einsatz übernommen wurde.

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Aus Richtung Köln kommend wurde 110 272 am Nachmittag des 11. August 1980 vor einem Zug nach Aachen fotografiert. Zu Zeiten des Berufsverkehrs konnten die Züge auf der damaligen Kursbuchstrecke 440 durchaus 6 bis 8 Silberlinge aufweisen. Der im Hintergrund sichtbare Güterzug ist mit der Ausrüstung von Schaustellern beladen, die wahrscheinlich nach dem Ende der Annakirmes gerade wieder Düren verlassen.

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Auf der Strecke von Düren über Bedburg und Neuss nach Düsseldorf wurden die Reisezüge ebenfalls überwiegend aus „Silberlingen“ gebildet und mit einer Lok der BR V 100 bespannt. Am Nachmittag des 11. August 1980 hatte ich das Glück, vor einem solchen Zug die beiden Loks 211 052 (links) und  211 085 fotografieren zu können.

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Loks der BR 150 waren in Stolberg Hbf  selten anzutreffen. Als ich am 12. August 1980 aus Köln nach Hause gekommen war, stand in der E-Lok-Abstellgruppe jedoch die 150 137. Zusammen mit 140 646 wurde sie natürlich sofort abgelichtet (oben und unten).
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Wenn ich auf dem Weg zur Ausbildungsstelle den Fotoapparat mitgenommen hatte, fuhr ich an manchen Tagen nach der Rückkehr aus Köln nicht gleich nach Hause, sondern verweilte noch einige Zeit auf dem Stolberger Hauptbahnhof. Am 15. August 1980 entstand dabei das Foto von 110 157, die mit einem Zug nach Aachen durch Stolberg Hbf kam. Damals ein völlig alltägliches Eisenbahnfoto….

 

Gleisbauarbeiten im Jahre 1980

Seit je her ist die Unterhaltung des Fahrweges für den Eisenbahnbetrieb von großer Bedeutung. So gehörten auch die Bahnmeistereien bis zur Bahnreform im Jahre 1994 zu den traditionsreichsten Dienststellen im Organisationsgefüge der staatlichen deutschen Bahnen. Die Mitarbeiter der Bahnmeistereien waren mit den Eigenheiten der Bahnstrecken in ihrem Zuständigkeitsbereich bestens vertraut und konnten anstehende Baumaßnahmen sorgfältig und vorausschauend planen. Für größere Baumaßnahmen konnten sie auf die Dienste verschiedener spezialisierter Baudienststellen (Gleisbauhöfe, Eisenbahnkräne, Gleisbauzüge und Spezialmaschinen) zurückgreifen.

Im Jahre 1980 fanden zwischen Eschweiler Hbf und dem Bf. Langerwehe umfangreiche Gleiserneuerungsarbeiten statt, die ich fotografiert habe. Ein großer Teil der Arbeiten wurde zwar auch nachts durchgeführt und war damit fotografisch für mich nicht abbildbar. Tagsüber habe ich den Bauarbeiten aber mehrmals zugesehen.  Wie es damals dort zuging, mögen die nachstehenden Fotos beschreiben:

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Bei Hücheln war am 23. August 1980 die seinerzeit im Bw Düren stationierte 211 088 vor einem Schotterzug im Einsatz. (Zwischen den Griffstangen erkennt man an der rechten Lokseite im Hintergrund den Turm der Nothberger Kirche.)

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Da während der Gleisbauarbeiten ein eingleisiger Fahrbetrieb auf der Hauptstrecke Köln – Aachen aufrecht erhalten wurde, konnte man mit den im Bauzugdienst eingesetzten Loks Szenen wie diese Begegnung mit der als Falschfahrt in Richtung Köln vorbeikommenden 110 354 aufnehmen.

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In Höhe des Nothberger Friedhofes wurde die von Köln in Richtung Aachen fahrende 110 147 beim Passieren der Baustelle aufgenommen.

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Am östlichen Ortsrand von Nothberg stehend gelang mir dieses Bild mit einem von einer Lok der BR 140 geführten Expreßgutzug, der die Gleisbaustelle passiert.

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Bei Hücheln gab es 1980 noch den Schrankenwärterposten 16. Dort entstand am 23. August 1980 dieses Foto.
Zu diesem Foto hatte ich gefragt, ob ein Leser weiß, welche Arbeiten hier gerade ausgeführt wurden bzw. welche Maschine hier im Einsatz war. Marco Blaumann hat dazu weiterhelfen können und die Erklärung gefunden: mit diesem Gerät kann die Lage von neu verlegten Gleisen ausgerichtet werden. Dieses  Gerät kann die Stempel nach unten herausfahren und hebt somit das  gesamte Gleis mit Schwellen an und kann anschließend die Stempel  horizontal (also zur Seite) bewegen, um so das Gleis nach rechts oder  links zu verschieben. Eine detaillierte Beschreibung des Gerätes ist auf dieser Homepage zu finden: http://www.altenbekener-eisenbahnfreunde.de/Eggetunnel/Gleisbau/gleisbau.html .
Ich bedanke mich für die kompetente Hilfe und Aufklärung zu diesem Foto!

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Aus einem anderen Blickwinkel entstand am Posten 16 dieses Foto. Wegen des eingleisigen Fahrbetriebes ist selbstverständlich auch ein Sicherungsposten im Einsatz. Und die Kinder aus der Umgebung beobachten die Bauarbeiten natürlich mit großem Interesse. Ob eines von ihnen später wohl im Gleisbau tätig geworden ist?

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Baustellenatmosphäre am Posten 16 bei Hücheln, ebenfalls am 23. August 1980 im Bild festgehalten (oben und unten).
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Am 7. September 1980 war ich wieder mit dem Fotoapparat an der Gleisbaustelle zwischen Nothberg und Langerwehe:

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Mit Hilfe dieser Maschine wurde das Schotterbett durchgearbeitet. Der an den Gleisen angeschüttete neue Gleisschotter wurde in das Gleisbett eingebaut, während gleichzeitig der alte Schotter gereinigt wurde. Das aussortierte Material wurde neben dem Gleis abgelegt, wo es später aufgenommen und abtransportiert wurde.

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Die Arbeitsweise der Gleisbaumaschine musste natürlich auch im Detail abgelichtet werden (oben und unten).
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Mit dem Einverständnis der Gleisbauarbeiter konnte die Schotterreinigung auch einmal von dieser Perspektive aus fotografiert werden.

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Hinter der Bettungsreinigungsmaschine folgte auf dem Baugleis die vom Bw Düren für die Bauarbeiten bereitgestellte 290 164 mit einem Schotterzug (oben und unten).
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Auch am 7. September 1980 bot sich bei dem selbstverständlich aufrechterhaltenen eingleisigen Fahrbetrieb wieder die Möglichkeit, interessante Begegnungen festzuhalten. Mit einem Zug in Richtung Aachen wurde bspw. die formschöne 110 366 fotografiert.

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Hier war es 110 114, die mit einem Zug in Richtung Köln die Gleisbaustelle passierte.

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Unbeeindruckt von der vorbeifahrenden E-Lok der BR 110 gingen diese Bahnmitarbeiter ihren Kontroll- und Vermessungsarbeiten am neuverlegten und eingeschotterten Gleis nach.

Wie Gleisbauarbeiten heutzutage durchgeführt werden, kann der interessierte Leser derzeit zwischen Aachen und Düren an mehreren Stellen beobachten, so etwa im Bereich des Bf. Aachen-Rothe Erde, zwischen Stolberg Hbf und Eschweiler Hbf sowie westlich von Düren. Im Jahre 2015 wurde die einstmals wichtige Strecke zwischen Köln und Aachen wegen der Bauarbeiten allerdings aber sechs Wochen lang vollständig gesperrt, so dass Zugbegegnungen wie 1980 nicht mehr zu fotografieren sind.

 

Schienenersatzverkehr wegen Gleiserneuerungsarbeiten – ein Erfahrungsbericht

Am 3.7.2015 habe ich den Weg von Stolberg Hbf nach Düren mit dem „Schienenersatzverkehr wegen Gleiserneuerungsarbeiten“ (SEV) einmal ausprobiert. Üblicherweise benutze ich als Berufspendler den RE 10111, der Stolberg Hbf von Gleis 2 aus um 6:00 Uhr in Richtung Köln und Hamm verlässt und den Bf. Düren um 6:17 Uhr erreicht. Köln Hbf erreicht der RE 10111 gewöhnlich zwischen 6:42 und 6:48 Uhr.

Die Bahnfahrt am 3.7.2015 war demgegenüber „sonderfahrplanmäßig“. Auf dem Bahnsteig am Gleis 43 des Stolberger Hauptbahnhofs traf man nur rd. 10 Fahrgäste an. Die meisten der sonst rd. 40 auf den RE 10111 wartenden bekannten Gesichter fehlten.

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Um 6:57 Uhr rollte 643 204 auf dem Bahnsteiggleis 43 in den Stolberger Hauptbahnhof ein. Wegen des richtig eingeschätzten geringen Fahrgastaufkommens sollte ein Talent-Triebwagen für diese Fahrt vollkommen ausreichend sein.

Die schwach besetzte Euregiobahn RB 29007 aus Aachen, die nur aus einem Triebwagen der BR 643.2 bestand, traf pünktlich am Gleis 43 in Stolberg Hbf ein, fuhr um 5:59 Uhr ab nach Langerwehe und traf störungsfrei um 6:13 Uhr am Bf. Eschweiler-Weisweiler ein, wo fast zeitgleich auch die aus zwei Triebwagen gebildete RB 29000 nach Aachen Hbf kreuzte. An den Zwischenstationen war nur sehr geringes Fahrgastaufkommen gewesen, so dass die Euregiobahn insgesamt nur zur Hälfte besetzt war. Am Bf. Eschweiler-Weisweiler standen für die wenigen Fahrgäste mit Zielen in Richtung Düren und Köln schon zwei Gelenkbusse der SEV-Linie B nach Düren bereit, von denen aber nur einer gebraucht wurde – und auch der war nur halb voll.

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Eschweiler-Weisweiler als temporärer Umsteigebahnhof: Hier mussten die Fahrgäste auf dem Weg nach Düren in einen der beiden bereitstehenden Gelenkbusse der SEV-Linie B umsteigen.

Von Eschweiler-Weisweiler aus begann die Busfahrt um 6:21 Uhr (planmäßig war die Abfahrt für 6:18 Uhr vorgesehen). Sie führte dann dem umständlichen Verlauf der Umgehungsstraße folgend am Kraftwerk Weisweiler vorbei zur Autobahnauffahrt Weisweiler. Ältere Fahrgäste wissen noch, dass man in Weisweiler vom Frankenplatz aus auf ausgesprochen kurzem Weg zur Autobahnauffahrt gelangen konnte. Der Linienbus fuhr in gemächlichem Tempo vorschriftsmäßig auf der Autobahn bis zur Abfahrt Düren und von dort über die B 56 nach Düren und zum Dürener Busbahnhof, wo die Busfahrt gegen 6:38 Uhr endete. Der dortige kostenpflichtige Pendlerparkplatz auf der Nordseite des Bahnhofs hatte übrigens zu dieser Zeit auch noch etwa 10 freie Plätze zu bieten. Der SEV-Bus aus Weisweiler traf damit passend für die Weiterfahrt mit dem RE9 (10951) mit der Abfahrt 6:45 Uhr nach Köln und Hennef ein, auch das Umsteigen klappte gut. Am gleichen Bahnsteig stand außerdem noch einer der „Verstärker-RE1-Züge“ mit den alten Waggons aus den 60er Jahren, der als RE 10171 um 6:59 Uhr mit Fahrtziel Köln und Düsseldorf abfuhr. Insgesamt hat es also rd. 20 Minuten länger gedauert, um von Stolberg nach Düren zu gelangen. Dies heißt gleichzeitig aber auch: man benötigt mehr als die doppelte Fahrzeit als normalerweise üblich. Durch die Pufferzeiten für den Anschlusszug erfordert der Ersatzverkehr für Reisende in Richtung Köln faktisch sogar rd. 30 Minuten mehr Fahrzeit. Bei regulärem Fahrbetrieb dauert eine Fahrt zwischen Stolberg und Köln demgegenüber nur rd. 42 bis 45 Minuten.

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Blick aus einem nur schwach besetzten SEV-Bus auf die Autobahnausfahrt Düren. Der mit höchstens 80 km/h fahrende Bus wurde zwar von allen PKWs und LKWs überholt, aber die Fahrt verlief zügig und sicher. Fahrten mit einem Linienbus über die Autobahn gibt es soo häufig auch nicht zu erleben…

Für Notfälle ist der Schienenersatzverkehr wegen Gleiserneuerungsarbeiten  möglicherweise annehmbar. Für den täglichen Weg nach Köln zur Arbeit, zur Schule oder zur Universität ist er jedoch kaum vertretbar.

Als leidgeplagter Bahnpendler zwischen Stolberg und Bonn hat der Autor es vorgezogen, sich für die Zeit der Bauarbeiten als zuverlässige Alternative eine Fahrgemeinschaft zu suchen. So konnten die Wege zur Arbeit und zurück bereits vier mal staufrei, wesentlich komfortabler als in den engen Regionalzügen und in einer wesentlich kürzeren Fahrzeit (nur ~60 Minuten auf der Straße gegenüber rd. 90 Minuten auf der Schiene) zurückgelegt werden.

Fazit: Mit der Sperrung der Strecke zwischen Aachen und Düren bietet die Deutsche Bahn AG zwangsläufig Gelegenheit, Alternativen zum öffentlichen Personennahverkehr zu suchen und im Alltagsbetrieb auszuprobieren. Als Berufspendler erhält man reale Vergleichsmöglichkeiten und kann für sich selbst entscheiden, ob man der Bahn treu bleiben möchte.

Die Fahrgemeinschaft als baustellenbedingte Ausweichmöglichkeit hat sich für mich insgesamt – und nicht nur von den Zeiten her – als eindeutig vorteilhafter erwiesen. Für die Nutzung der Bahn auf dem Weg zur Arbeit spricht somit eigentlich nur noch der günstigere Fahrpreis.

Die Bahnkunden hatten im Jahre 2015 durch mehrere Streikaktionen, die völlig überraschende Betriebseinstellung wegen eines Unwettters und die jetzige Streckensperrung mehrfach Gelegenheit zu lernen: die Bahn ist längst kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr und es gibt Alternativen zur Bahn!

Eigentlich muss man sich die hinter den Erwartungen zurückbleibenden Leistungen von DB-Regio NRW zwischen Aachen und Köln nicht mehr antun…

 

50 Jahre E 03 – auch in der Region Aachen…

(letzte Ergänzung: 10. März 2015)

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103 240 am 24. September 1988 auf dem Stolberger Hauptbahnhof.

Am 11. Februar 1965 lieferte die Firma Henschel in Kassel die Lok E 03 002 an die Deutsche Bundesbahn aus. Sie war die erste Vorserien-Lokomotive einer Baureihe, die zur Legende werden sollte. Im März 1965 wurde die E 03 001 übergeben, der bis Juni 1965 die Loks E 03 003 und 004 folgten. Von dieser schweren sechsachsigen, für den schnellen Reisezugverkehr konstruierten „Schnellfahrlokomotive“ wurden zunächst nur diese vier Prototypen gebaut, um sie eingehend zu erproben. 1968 erhielten die vier Vorauslokomotiven die Loknummern von 103 001 bis 103 004. Erst als die vier Loks ihre Serienreife unter Beweis gestellt hatten, wurden von 1970 bis 1974 insgesamt 145 Serienlokomotiven gebaut, die als 103 101 bis 245 in Betrieb genommen wurden. Als erste Serienlokomotive wurde 103 109 am 27. Mai 1970 ausgeliefert, als letzte wurde am 11.Juli 1974 die 103 245 abgenommen.

Die Loks der BR E 03 bzw. 103 gehören neben den Dieselloks der BR V 200 und den Dieseltriebwagen der BR VT 11.5 zu den markantesten Loks der Deutschen Bundesbahn. Mit einer Dauerleistung von 7.440 kW (10.116 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h waren sie seinerzeit die stärksten einteiligen Lokomotiven der Welt. Die dynamisch wirkende Kopfform der Lokomotiven wurde von der TH Hannover durch Versuche im Windkanal ermittelt. Am 26. Juni 1965 erreichte ein fahrplanmäßiger, mit Reisenden besetzter Zug der Deutschen Bundesbahn zwischen München und Augsburg zum ersten Mal eine Geschwindigkeit von 200 km/h – bespannt von einer der ersten vier Loks der BR E 03! Ein Stück Zeitgeschichte erlebte auch die E 03 002 am 25. Juni 1966. Mit einem Sonderzug von München nach Mülheim an der Ruhr beförderte sie die legendären „Beatles“ während ihrer einzigen Deutschlandtour, der „BRAVO-Beatles-Blitztournee“, zu ihren beiden Konzerten in der Essener Grugahalle.

Ihr Haupteinsatzgebiet waren zunächst die exklusiven Trans-Europ-Express-Züge. Als die Deutsche Bundesbahn Anfang der 70er Jahre das „Intercity“-Netz aufbaute, prägten die Loks der BR 103 das Gesicht dieses revolutionären neuen Zugangebots. Bis heute ist die BR 103 die leistungsstärkste Loktype, die eine deutsche Staatsbahn je im Liniendienst eingesetzt hat. Über 25 Jahre lang waren diese Loks vor schweren, aus 10 bis 14 Waggons gebildeten Intercity-Zügen über lange Strecken mit planmäßigen Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h im Dienst. Sie erreichten durchschnittlich Laufleistungen zwischen 35.000 und 42.000 km pro Monat bzw. rd. 350.000 km im Jahr. 103 157 fuhr im Juli 1972 an 31 Betriebstagen 50.251 km und hält damit bis heute den Rekord der höchsten erbrachten Laufleistung in Deutschland.

Bereits in den 1970er Jahren wurde die 103 118-6 mit einem geänderten Getriebe ausgestattet und für eine Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h zugelassen. Am 12. September 1973 erreichte sie zwischen Gütersloh und Neubeckum eine Höchstgeschwindigkeit von 252,9 km/h. Am 14. Juni 1985 stellte die mit einer speziellen Getriebeübersetzung versehene 103 003 mit einem Versuchszug des Bundesbahnzentralamtes Minden zwischen Brackwede und Neubeckum mit einer Geschwindigkeit von 283 km/h einen bis 1993 gültigen Geschwindigkeitsrekord auf deutschen Schienen auf.

Ab dem Sommerfahrplan 1988 gingen die Zugleistungen der Baureihe 103 erstmals zurück, weil die ersten Serienexemplare der ebenfalls 200 km/h schnellen Baureihe 120 mit Drehstromantrieb in Dienst gestellt wurden. Die zahlreichen Tunnel auf der neuen Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg setzten den Einsatz druckertüchtigter Fahrzeuge voraus, wozu die 103 nicht zählte. Mit der schrittweisen Einführung des ICE ab Mitte 1991 verlor der InterCity allmählich seinen Status als Spitzenprodukt der Deutschen Bahn, und damit sank die Bedeutung der Baureihe 103 weiter. Ab 1997 begann die Ausmusterung der legendären Loks. Im Jahre 2003 endete ihr regulärer Einsatz. Einige Loks sind lange Jahre darüber hinaus betriebsfähig erhalten geblieben (bspw. 103 113, 103 184, 103 235, 103 245) und wurden im Sonderreiseverkehr und sogar vor Planzügen eingesetzt. Selbst nach 50 Jahren kann man im Jahre 2015 noch einzelne „E 03“-Loks im Betrieb erleben.

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Bis zum Dezember 2014 wurde das Zugpaar IC 118/119 zwischen Stuttgart und Münster planmäßig mit einer Lok der BR 103 bespannt. Am 11. September 2014 wurde dabei 103 235 im Einsatz vor dem IC 118 auf dem Bonner Hauptbahnhof fotografiert.

 

Aus diesem Grund soll hier einmal den Spuren der Baureihe 103 in der Region Aachen nachgegangen werden.

Als die Strecke Köln – Aachen – Lüttich im Mai 1966 auf elektrischen Fahrbetrieb umgestellt wurde, verkehrten die festlich geschmückten Sonderzüge noch mit Loks der BR E 10 und belgischen Mehrsystemloks. Auch bei der Aufnahme des elektrischen Fahrbetriebes zwischen Aachen und Mönchengladbach im Mai 1968 wurden die Eröffnungssonderzüge „nur“ mit Loks der BR E 10 bespannt.
Doch schon im Juli 1967 sorgte die Schnellfahrlok E 03 004 für Aufsehen, als sie bei Hochgeschwindigkeitsmessfahrten zwischen Aachen und Stolberg zum Einsatz kam, bei denen im Bereich des neu gebauten Nirmer und des Eilendorfer Tunnels die Druckverhältnisse bei Zugbegegnungen in Tunnelröhren untersucht wurden.

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Im Juli 1967 wurde die damals gerade zwei Jahre alte 103 004 im Bezirk III des Stolberger Hauptbahnhofs vor dem Start zu einer Messfahrt in Richtung Aachen im Bild festgehalten.

Wann und mit welchen Zugleistungen die ersten Loks der BR 103 planmäßig nach Aachen Hbf bzw. in die Region kamen, ist mir nicht genau bekannt. Gleichwohl dürften sie vor TEE-Zügen und internationalen Fernreisezügen schon Anfang der 70er Jahre in Aachen anzutreffen gewesen sein. Einen tragischen Hinweis auf den frühen Einsatz der BR 103 liefert das Eisenbahnunglück vom 29. Februar 1972, bei dem die vor dem E 1766 (Hamburg – Aachen) eingesetzte 103 173 im Bf. Kohlscheid auf  215 044 prallte, die kurz zuvor eine Schubleistung erbracht hatte.
Meine ersten Bilddokumente von Loks der BR 103 in Stolberg sind im Februar 1975 entstanden.

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Am 06. Februar 1975 fotografierte ich aus dem Stellwerk „St“ heraus, wie 103 154 mit dem D 240 (Moskau – Paris) durch den Stolberger Hauptbahnhof raste.

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre gehörte die BR 103 für mich zum alltäglichen Erscheinungsbild der Deutschen Bundesbahn. Wenn keine „standesgemäßen“ Züge als Rückleistungen bereitstanden, konnte man diese Loks mit „Füll-Leistungen“ selbst vor Eil- und Nahverkehrszügen beobachten.

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Bei diesem Foto diente die Lok der BR 103 nur als ansprechender Vordergrund bei der Bildgestaltung. Dennoch zeigt das Foto vom 28. August 1975, dass die BR 103 schon zu dieser Zeit zwischen Aachen und Köln auch vor Eil- und Nahverkehrszügen eingesetzt wurde.

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Als am 03. und 04. April 1976 im Bw Stolberg das Dampflokabschiedsfest der Bundesbahndirektion Köln veranstaltet wurde, hatte man dort 103 217 als Vertreterin der modernen Bundesbahn ausgestellt. Sie dürfte allerdings zu den am wenigsten fotografierten Loks dieser Veranstaltung gehört haben.

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Am 15. September 1978 wurde 103 189 in Düren an der Dreigurtbrücke über die Rur mit einem D-Zug fotografiert. An zweiter Stelle läuft ein Waggon der SNCF.

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Auf dem Bf. Düren entstand am 15. September 1978 auch das Foto von  103 240, die dort mit einem zeittypischen, aus „Silberlingen“ gebildeten Eil- oder Nahverkehrszug einem Akkutriebwagenverband mit 815 710 begegnete.

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Der D 435 „Parsifal“ gehörte zwischen Aachen und Köln auch einmal zu den Stammleistungen der BR 103. Am 09. Oktober 1979 wurde der D 435 wegen der Lokführerschulung auf die neuen, für die S-Bahn Rhein-Ruhr beschafften Loks der BR 111 aber von 111 139 durch Stolberg Hbf gezogen, während 103 130 – ohne Stromabnehmer am Fahrdraht – nur mitgeschleppt wurde.

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Selbst vor Expressgutzügen mussten sich die Loks der BR 103 zwischen Köln und Aachen verdingen, wie das am frühen Morgen des 23. Dezember 1981 auf dem Stolberger Hauptbahnhof aufgenommene Foto von 103 239 belegt.

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Als die Deutsche Bundesbahn im Jahre 1985 das Jubiläum „150 Jahre Eisenbahn in Deutschland“ feierte, war der Ruhm von Fahrzeugen wie dem einstigen TEE-Triebwagen 601 001 und 601 005 ebenso wie der 103 216, die am 18. August 1985 auf dem Aachener Hauptbahnhof zusammentrafen, schon verblasst. Mit dem ersten Prototyp des ICE und den ersten Serienfahrzeugen der Drehstromlok BR 120 waren ihre Konkurrenten bereits auf den Plan getreten.

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Der zwischen Aachen und Hamburg verkehrende IC „Karolinger“ gehörte in den 80er Jahren zu den Starzügen auf der Strecke Köln – Aachen. Am Morgen des 23. April 1986 brauste 103 193 vor diesem IC durch den Stolberger Hauptbahnhof.

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Ein für die 80er Jahre alltägliches Bild des Aachener Hauptbahnhofs. Loks der BR 103 waren auf dem Grenzbahnhof häufig anzutreffen. Am 24. Juni 1986 war 103 191 neben den an ihrer Ladestation aufgestellten Akku-Steuerwagen 815 784 und 815 782 geparkt.

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Ab 1979 kamen die Vorserienloks der BR 103 in den Versuchsdienst und wurden von den Bundesbahnzentralämtern Minden und München aus eingesetzt. Hier absolvierten sie auch verschiedenste Versuchs- und Messfahrten für die Erprobung neuer Eisenbahnfahrzeuge. Erst 1997 endete der Versuchsbetrieb mit der letzten Vorserienmaschine 750 001, der ehemaligen E 03 001. Bei einem solchen Einsatz konnte 103 001 am 25. Juni 1986 auf dem Aachener Hauptbahnhof angetroffen werden.

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Am Abend des 10. September 1987 wurde 103 205 mit dem langen, nach Aachen Hbf verkehrenden N 3012 bei der Einfahrt in den Eschweiler Hauptbahnhof fotografiert.

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Am 24. September 1988 feierte man das hundertjährige Bestehen des Stolberger Hauptbahnhofs mit seinem 1888 errichteten Bahnhofsgebäude. Auch zu diesem Anlass wurde mit 103 240 eine der seinerzeit schon legendären Loks der BR 103 ausgestellt. Der Lokführer der 103 240 schaut offenbar etwas irritiert auf den Schienenbus des Eisenbahnamateurklubs Jülich herab, der in den Farben lackiert war, die seinerzeit dem hochwertigen Reisezugverkehr vorbehalten waren…

In den 90er Jahren erlebten die Loks der BR 103 vor Interregiozügen auf der Strecke Aachen – Herzogenrath – Mönchengladbach ihre letzte Blütezeit in der Region. Doch auch auf der Strecke Köln – Aachen war sie zu dieser Zeit vor den internationalen D-Zügen von Köln nach Oostende noch regelmäßig anzutreffen.

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Als Düren noch belgische Garnisonsstadt war, hielten die zwischen Köln und Oostende verkehrenden D-Züge regelmäßig dort. Der Eisenbahnfreund Arno Mörkens, dem ich für seine Bildspenden an dieser Stelle herzlich danke, hat an einem Sommerabend im Jahre 1986 fotografiert, wie 103 235 mit einem solchen, aus Köln kommenden Zug gegen 20:30 Uhr auf Gleis 1 des Dürener Bahnhofes einläuft (oben). An einem anderen Sommerabend 1986 nutzte Arno Mörkens das gute Licht, um einen von Oostende kommenden Zug in Düren aufzunehmen. Zuglok dürfte hier 103 154-0 gewesen sein.
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103 167 in klassischer Lackierung, mit aufgeschraubtem DB-Keks aus Aluminium auf den Stirnseiten und mit Pufferverkleidungen, auf der Rangierfahrt vom oder zum Zug in der Halle des Aachener Hauptbahnhofs, aufgenommen im Jahre 1988.

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Zu den „Exoten“ unter den Loks der BR 103 gehört auch die 103 233, die als einzige ihrer Baureihe einen Anstrich in „verkehrsrot“ erhielt. Diese Lackierungsvariante geht auf eine Marketingaktion des Modelleisenbahnherstellers „Roco“ zum Abschied der BR 103 aus dem regulären Betriebseinsatz zurück. Im September 2000 konnte man sie als Teil einer in der Region Aachen bis heute wohl einzigartigen Fahrzeugschau  („Dampf 2000“) auf dem Bf. Aachen-West bestaunen. Für die Bildspende bedanke ich mich an dieser Stelle bei dem Eisenbahnfreund Karl-Heinz Frohn.

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Im Jahre 2002 waren die meisten Loks der BR 103 im seinerzeit aktuellen Farbschema in rot und mit „Lätzchen“ unterwegs. So konnten  auf dem Stolberger Hauptbahnhof am 12. Januar 2002 vor einem aus SNCB-Waggons gebildeten D-Zug von Köln nach Oostende 103 217 (oben) und am 20. April 2002 vor einem D-Zug in die Gegenrichtung die 103 122 (unten) angetroffen werden.2002_04_20_StolbergHbf_103122_SNCB_DZug_x1F4_F

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An einem verregneten Tag im September 2002 entstanden auf dem Aachener Hauptbahnhof die Fotos von 103 126 bei der Begegnung mit einem der beim Start der Euregiobahn dort eingesetzten dreiteiligen Talenttriebwagen der BR 644 (oben) und in voller Breitseite (unten).
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Ein im September 2002 alltäglicher Schnappschuss aus dem am Kölner Betriebsbahnhof vorbeifahrenden Zug nach Aachen: die mit einem Intercity bereitgestellte 103 144 wartete auf das Einrücken in den Kölner Hauptbahnhof.

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Für Einsätze vor einem speziellen  DB-Touristikzug hatte 103 220 eine exotische Sonderlackierung erhalten. Nachdem dieses gefloppte Zugangebot sang- und klanglos wieder beerdigt worden war, blieb 103 220 noch jahrelang mit ihrer einzigartigen Lackierung im regulären Betriebsdienst. Im November 2002 konnte sie mit dem schon recht verblichenen Farbdesign vor einem Interregio auf dem Kölner Hauptbahnhof fotografiert werden.

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Nach der Ausmusterung der meisten Loks der BR 103 wurden die Loks 103 113, 103 184 und 103 235 häufig in Köln für Sondereinsätze bereitgehalten. Zeitweise pendelten sie auch mit einem nostalgischen zweiklassigen IC im Stil der 80er Jahre zwischen Köln und Norddeutschland. Zum Waschen wurde diese Zuggarnitur mehrfach nach Aachen Hbf gebracht. Am Abend des 20. September 2011 gelang auf dem Stolberger Hauptbahnhof der Schnappschuss von 103 184 bei einer solchen Überführungsfahrt.

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Zu den Paradeleistungen der verbliebenen betriebsfähigen Loks der BR 103 gehören zweifellos Einsätze vor dem Nostalgie-Trans-Europ-Express „Rheingold“, der zusammen mit dem Aussichtswagen („Domecar“) ein stimmiges Ensemble bildet. Am 03. Juni 2012 beehrte 103 235 den Stolberger Hauptbahnhof mit dem Zwischenhalt dieses Zuges und sorgte wenige Minuten lang für außergewöhnliche Eisenbahnatmosphäre.
Im Januar 2015 ist 103 235 allerdings aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und hat nun beim Eisenbahnmuseum in Koblenz eine neue Heimat gefunden.

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Eine schöne Frau kann nichts entstellen – eine schöne Lok aber wohl doch…
Am Abend des 19. Februar 2015 konnte man im Vorfeld des Kölner Hauptbahnhofs die mittlerweile von der Firma „railadventure“ betriebene 103 222 antreffen. So lobenswert es sein mag, dass die Lok von dieser Firma betriebsfähig erhalten und eingesetzt wird – über das Farbkonzept sollte man sich dort noch einmal Gedanken machen!  🙁

 

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