Bundesbahn-Nostalgie in Linz/Rhein

Bei einem Ausflug nach Linz am Rhein konnte der Eisenbahnfreund Peter-Josef Otten eine bemerkenswerte Vielfalt an Schienenfahrzeugen aus der Zeit der Deutschen Bundesbahn erleben.

Blick auf das Gelände des ehemaligen Bw Linz mit einem stattlichen Aufgebot an Fahrzeugen aus der Bundesbahnzeit.

Der Bahnhof Linz liegt an der rechten Rheinstrecke und ist Ausgangspunkt einer erst im Jahre 1912 eröffneten rd. 35 km langen eingleisigen Nebenbahn, die ursprünglich nach  Flammersfeld (Strecke Altenkirchen – Siershahn) verlief. Der Höhenunterschied zwischen Linz am Rhein und dem auf den Höhen des Westerwaldes gelegenen Kalenborn beträgt rund 300 m. Auf dieser Strecke waren zwei Zahnradbahn-Abschnitte mit zusammen 5.080 m Länge zu bewältigen, die größte Steigung beträgt 5,7 %. Diese Verbindung ist damit  eine der steilsten Strecken Deutschlands. Ab 1924 setzte die Deutsche Reichsbahn hier Tenderloks der Baureihe 94.5 (pr. T 16.1) mit Gegendruckbremse ein. Der Zahnradbetrieb wurde aber erst 1931 aufgegeben. Den Personenverkehr stellte die DB bereits 1960 ein. Bis 1995 gab es Güterverkehr zur Bedienung eines Basaltsteinbruches in Kalenborn, der zuletzt mit Dieselloks der BR 213 durchgeführt wurde. Nachdem die Deutsche Bahn AG  1997 die Strecke stilllegte, übernahm die private „Eifelbahn Verkehrsgesellschaft“ (EVG) 1998 die Strecke. Schon  1999 wurde zwischen Linz und Kalenborn ein touristischer Verkehr mit einem steilstreckentauglichen historischen Uerdinger Schienenbus (VT  98) aufgenommen, der bis heute floriert. Im ehemaligen Bahnbetriebswerk Linz hat die EVG einen Stützpunkt aufgebaut, von dem aus mittlerweile nicht nur die Fahrzeuge der „Kasbachtalbahn“ eingesetzt werden.
Am 24. November 2019 bot sich dort folgendes Bild:

Ausfahrt der Schienenbusse 798 752-2 und 798 729-0 von Linz in Richtung Kalenborn mit Blick auf die Burg von Ockenfels.

Blick aus dem Schienenbus auf die aus dem Rheintal auf die Höhen des Westerwaldes abzweigende Kasbachtalbahn. Linkerhand verlaufen die Gleise der rechten Rheinstrecke.

Am Ende der Steilstrecke liegt die Ortschaft Kalenborn. An der Bahnhofseinfahrt von Kalenborn wurden 798 752-2 und 798 729-0 am Ziel ihrer anstrengenden Bergfahrt aufgenommen.

Auf dem Bf. Linz traf Peter-Josef Otten u.a. die EVG-Lok 215 086-0 an, die u.a. für den Betrieb auf der Steilstrecke zugelassen ist (oben und unten).

Auch die EVG-Lok 212 309-9 präsentiert sich im klassischen roten Farbkleid der Deutschen Bundesbahn.

Auf den Gleisen der EVG konnte Peter-Josef Otten zusätzlich auch zwei Rangierlok-Klassiker der Deutschen Bundesbahn antreffen, die die EVG in ihrem traditionellen Farbkleid betreibt: 260 109-4 (oben) und 332 901-8 (unten).

Für die Bildspenden von seinem Ausflug nach Linz am Rhein danke ich Peter-Josef Otten an dieser Stelle ganz besonders herzlich. Mögen sie auch andere Eisenbahnfreunde animieren, einmal einen Ausflug mit dem Schienenbus von Linz nach Kalenborn zu unternehmen.
Wer gerne wandert, kann bspw. auch mit dem knatternden Schienenbus bergauf fahren und anschließend durch herrliche alte Laubwälder wieder ins Rheintal zurückwandern. Kurz vor Kasbach empfiehlt sich ggf. auch eine Einkehr bei der im Wald gelegenen Schänke der Steffes-Brauerei. In der Ortschaft Kasbach gibt es zusätzlich einen kleinen, fotogenen Viadukt und nahe des Friedhofes einen Aussichtspunkt, von dem aus man sowohl die Züge auf der rechten Rheinstrecke als auch die Schienenbusse auf der Steilstrecke gut fotografieren kann.

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