Erhaltet das Stellwerk Lf in Lissendorf !

Das Foto zeigt das Stellwerk „Lf“ des Bf. Lissendorf am 13. Mai 1982

Das markante Stellwerk auf der Südseite des Bf. Lissendorf ist das älteste noch erhaltene mechanische Stellwerk an der Eifelstrecke Köln-Trier. Viele Eisenbahnfreunde kennen und lieben das Stellwerk als Fotostandpunkt und haben es überregional bekannt gemacht. Es verdeutlicht die wichtige Rolle, die die Bahn für die Entwicklung der Eifel einst hatte. Es ist Zeugnis einer „analogen“ mechanischen Technik, die zwar personalintensiver, aber auch deutlich stabiler war als die heutige computerbasierte Technik. Das Stellwerk bietet eine seltene Möglichkeit, die ausgeklügelte bewährte Signal- und Sicherungstechnik zu erhalten.

Zur Zeit bilden ca. 70 Mitglieder und weitere an der Bahn- und Kulturgeschichte interessierten Bürger das Team „Freunde des Stellwerks Lissendorf“. Da weder der Vorbesitzer (Deutsche Bahn AG) noch der jetzige Eigentümer sich für den Erhalt einsetzten, versucht der Verein dieses kulturgeschichtliche Denkmal (Gebäude und Technik) zu erhalten. Wenn es den Mitstreitern um Lothar Schun gelingt, ihre Pläne umzusetzen, gibt es in unmittelbarer Nähe des Eisenbahn-Museums Jünkerath ein weiteres Highlight, welches Eifeler Eisenbahngeschichte dokumentiert.
Ein Antrag auf eine Leader-Förderung mit einem professionell aufbereiteten Planungskonzept war zwar bereits eingereicht, ist aber bisher leider erfolglos geblieben, weil sich die Förderbestimmungen verschärft haben. Für dieses Projekt muss nun auch eine Finanzierungsbestätigung oder Kreditbereitschaftserklärung einer Bank vorgelegt werden. Letzteres wäre nur mit einer Bürgschaft der Ortsgemeinde (oder einer gleichwertien Lösung)  möglich gewesen. Leider hat der Ortsgemeinderat – obwohl der Verein kein Geld, sondern nur eine Art Bürgschaft für einen begrenzten Zeitraum benötigt – hierfür nicht die notwendige Mehrheit gefunden, so dass mit einem Abstimmungsergebnis von 6 Ja, 6 Nein und 1 Enthaltung die Finanzierung nicht mehr im geforderten Sinne dargestellt werden konnte.

Das Projekt wurde jetzt bei der Aktion „Team mit Stern“ angemeldet und auch zugelassen.
Deshalb hier die Bitte: Unterstützt dieses Projekt im Internet durch Vergabe von möglichst vielen Sternen (maximal 5) und positive Kommentare und setzt euch auch in eurem Freundes- und Bekanntenkreis dafür ein. Die Internetadresse hierfür ist:  http://www.team-mit-stern.de/

Am 13. Mai 1982 bot der Bf. Lissendorf mit seinem einzigartigen Stellwerk eine gute Fotostelle für die Aufnahme von 215 119 mit einem Reisezug in Richtung Gerolstein.

Ostereier für Eisenbahnfreunde

In ihren jungen Jahren entwarf die Deutschen Bundesbahn verschiedene Triebfahrzeuge, die als zeittypische Gemeinsamkeit eine Ei-förmige Kopfform hatten. Ostern ist eine gute Gelegenheit, Eisenbahnfreunden ein paar solcher „Eierköpfe“ ins Nest zu legen….

Im Bw Altenbeken boten die rundlichen Formen der 220 031 am 22. August 1982 einen interessanten Kontrast zu den kantigen Formen der Lokschuppenkonstruktion.

„Osterfelder Ostereier“ – aufgenommen im Sommer 1982 im Bw Wanne-Eickel.

In der ersten Hälfte der 80er Jahren waren alle Loks der BR 221 von ihrem Heimat-Bw Oberhausen-Osterfeld aus im Ruhrgebiet im Einsatz. Während der Fahrt in einem Akkutriebwagen boten sich im Kohlenpott immer wieder Gelegenheiten für Schnappschüsse der Loks im Güterzugdienst (oben und unten).

Typisch für den Nahverkehr im Ruhrgebiet waren jahrzehntelang die Elektrotriebwagen der BR 430. Am 10. Juli 1982 konnte man auf dem Dortmunder Hauptbahnhof die Eiform des 430 110 bewundern.

Am verregneten 21. August 1982 wurde einer der einstigen Ferntriebwagen des Typs VT 08 im Bf. Walkenried fotografiert. Bis 1984 wurden diese Dieseltriebwagen als BR 613 vom Bw Braunschweig aus im Regionalverkehr eingesetzt. Walkenried war seinerzeit der letzte Bahnhof vor der Zonengrenze. Der nahegelegene Grenzübergang Ellrich durfte nur von Güterzügen passiert werden.

Für den Eilzugverkehr entwickelte die Deutsche Bundesbahn ähnliche Dieseltriebwagen als VT 12.5 . An einem Sommerabend im Jahre 1982 wurde einer der mittlerweile als BR 612 bezeichneten Triebwagen in Lübeck Hbf bei der Ausfahrt nach Hamburg-Altona fotografiert.

Auch unter den Akku-Triebwagen gab es „Eierköpfe“. Wegen ihrer langgestreckten Form und ihrem Haupteinsatzgebiet waren sie unter dem Spitznamen „Limburger Zigarren“ bekannt geworden. Am 3. August 1981 wurden 517 005 und 517 008 auf einer kleinen Brücke bei Niedererbach im Westerwald fotografiert.

Zu den letzten Einsatzgebieten der Limburger Zigarren gehörte u.a. die Strecke von Wiesbaden über die „Eiserne Hand“ nach Diez und Limburg.
Dort entstand am Abend des 13. Oktober 1980 auf dem Bf. Bad Schwalbach das Foto des nach Wiesbaden abfahrenden 517 001.

Im Eisenbahnknotenpunkt Altenbeken stand die einstige Bundesbahn-Starlok 220 031 am 22. August 1982 im Fokus.

Hier schließt sich der Ei-förmige Rundkurs: 220 031 rückt am 22. August 1982 für die Dauer ihrer Einsatzpause in den Ringlokschuppen des Bw Altenbeken ein. Kurz danach entstand das  Lokfoto vom Beginn dieses Beitrages.

Allen Eisenbahnfreunden ein frohes und friedliches Osterfest!

Unterwegs zwischen Köln und Stolberg im Jahre 1982

Wer als Berufspendler zwischen Stolberg und Köln unterwegs ist, der wird „seine“ Strecke kennen wie seine Westentasche. Wenn man während der Zugfahrt kurz einnickt und wieder wach wird, weiß man beim Blick aus dem Fenster sogleich, wo sich der Zug gerade befindet. Gleichgültig ob man in Fahrtrichtung rechts oder links sitzt oder ob man in Fahrtrichtung oder gegen die Fahrtrichtung sitzt – man  ist einfach streckenkundig. Beim täglichen immer gleichen Anblick der Bahnhöfe und der Umgebung entlang der Strecke verblasst jedoch gerne die Erinnerung, wie es früher einmal war und wie stark sich die Bahnstrecke und der Bahnbetrieb verändert haben. Blicken wir einmal zurück in das Jahr 1982. Vor 35 Jahren waren noch Waggons im Einsatz, bei denen man die Fenster öffnen konnte und die gute Möglichkeiten boten, am geöffneten Fenster stehend aus dem fahrenden Zug heraus die Bahnstrecke fotografisch zu dokumentieren.
Damals hatte ich noch keine Kamera mit „Winder“, zwischen den einzelnen Fotos musste man die Kamera vom Auge absetzen, den Filmtransporthebel bedienen und das Motiv wieder neu fokussieren. Manche Fotos aus dieser Zeit sind deshalb in der Hektik vielleicht etwas verkantet – aber das nicht mehr wiederholbare Motiv rechtfertigt es, diese Fotos dennoch in ihrem ursprünglichen Zustand zu belassen.

Das Bild des Kölner Hauptbahnhof war 1982 einerseits noch geprägt von den Gepäckkarren des Expressgut- und Reisegepäckdienstes. Eines der Markenzeichen des Intercity-Verkehrs war demgegenüber gerade das Fehlen des Ladegeschäftes am seinerzeit im Fernverkehr noch obligatorischen Packwagen (von IC-Kuriergut, das durch ein Zugfenster ausgetauscht wurde, abgesehen). Man achte auch einmal darauf, wie aufgeräumt und frei nutzbar die Bahnsteige noch sind.

211 083 im Gleisvorfeld des Kölner Hauptbahnhofs. Im „Kölner Dieselnetz“ wurden die Züge überwiegend mit bewährten Loks der BR 211, 212 und 215 und alltagstauglichen Umbauwagen oder Silberlingen gebildet.

Im Rangierdienst ist die „V 60“ in Köln Bbf bis heute ein unverzichtbares Arbeitsgerät geblieben. Mittlerweile gehört diese Baureihe zu den ältesten Fahrzeugtypen der DB-AG.
Wegen des dichten Verkehrs rund um Köln Hbf wurden dort schon in den frühen 50er Jahren Lichtsignale aufgestellt, die teilweise auch – wie hier noch an dem Signalausleger zu sehen – in Sonderbauformen ausgeführt waren.

Köln-Ehrenfeld war 1982 noch ein stark industriell geprägter Stadtteil – mit vielen vom Güterverkehr geprägten Gleisanlagen. In Köln-Ehrenfeld konnte man eine große Güterabfertigung, Laderampen und Ladestraßen mit diversen Kränen beobachten. Im Kölner Stadtgebiet und ins nahe Umland wurden viele Übergabefahrten mit Dieselloks gefahren.

Wo sich in Köln-Ehrenfeld heute eine riesige Brachfläche erstreckt, war 1982 noch ein belebter Güterbahnhof vorhanden (oben und unten).

Neben der Köln-Bonner-Eisenbahn und der Kölner Hafenbahn gehörte auch die Köln-Frechen-Benzelrather-Eisenbahn (KFBE) zu den Nichtbundeseigenen Eisenbahnen, die neben der Deutschen Bundesbahn den Güterverkehr prägten. Passend für ein Bahnunternehmen aus der Region war die V 76 der KFBE eine Lok aus der Fertigung von Klöckner-Humboldt-Deutz (oben und unten).

Noch ein Blick zurück auf die großflächigen Gleisanlagen in Köln-Ehrenfeld.

Auch der Bahnhof Horrem als Verkehrsknoten des Erftkreises verfügte über  großflächige Gleisanlagen für den Güterverkehr. Wer hätte 1982 gedacht, dass dieses Areal 35 Jahre später zu einem großen Parkplatz mutiert ist (oben und unten). Im Hintergrund sind die seinerzeit für die Bahnhöfe Horrem und Quadrath-Ichendorf typischen Waggons für den Transport von Quarzsand zu sehen.

Die Ostseite des Bf. Horrem im Zustand von 1982. Heute ist hier alles verändert.

Blick aus dem Zugfenster hinüber zum Bahnsteig, wo die Züge von Horrem nach Bedburg abfuhren. Eine ähnliche, aber auf ein einziges Gleis zurückgebaute Situation gibt es auch heute noch. Der ebenerdige Verbindungsweg für die Gepäckkarren, der in Begleitung von Bahnmitarbeitern auch als behindertengerechter Zugang genutzt werden konnte, ist heute jedoch ebenso verschwunden wie die elektrische Fahrleitung, die einstmals bis Quadrath-Ichendorf vorhanden war (oben und unten).

Der Bf. Düren bot 1982 noch Verbindungen nach Düsseldorf, Euskirchen, Jülich und Heimbach. Wo sich heute eine Brachfläche mit Wildwuchs erstreckt, befanden sich gepflegte Bahnsteige. Mit den Akkumulatortriebwagen war bei der Deutschen Bundesbahn auch auf den nichtelektrifizierten Strecken eine bewährte und bahntaugliche Form von „Elektromobilität“ eine alltägliche Selbstverständlichkeit (oben und unten).

Auch das war typischer Nebenbahnbetrieb bei der Deutschen Bundesbahn des Jahres 1982: während der Zug aus Köln gerade in Düren einfährt, verlässt der Zug nach Bedburg und Düsseldorf schon den Bahnhof. Solche nicht aufeinander abgestimmten Anschlüsse wurden gerne genutzt, um die vermeintlich unrentablen Nebenstrecken unattraktiv zu machen. Welches Potenzial gerade in den von Düren ausgehenden Nebenstrecken steckte, hat die Dürener Kreisbahn bzw. die Rurtalbahn zwischenzeitlich deutlich gemacht.

Die westliche Ausfahrt des Bahnhofs Langerwehe im Zustand von 1982. Der Bildausschnitt lässt erkennen, dass der Zug hier auf Ersatzsignal gefahren ist (oben und unten).

Beim Halt in Eschweiler Hbf ergab sich aus dem Zug heraus dieser Blick zum Gleisanschluss der Fa. Neuman und die dortige Werklok. Hinter dem Gleis 4 befanden sich 1982 noch drei weitere Gleise auf dem Bahnhofsgelände.

Stolberg Hbf ist erreicht. Das Stellwerk „Sr“ ist heute noch vorhanden, allerdings nur noch als Gebäudehülle. Von den einstmals rd. 60 km Gleisanlagen in Stolberg Hbf betrachtete die Deutsche Bahn AG lediglich die beiden Durchfahrtgleise und ein Ausweichgleis für sich als betriebsnotwendig. Alle anderen Gleisanlagen – soweit noch vorhanden – gehören heute zum Bestand des Infrastrukturunternehmens „Euregio Verkehrsschienennetz GmbH“, das sein Netz von einem zentralen elektronischen Stellwerk aus steuert.

Stolberg Hbf ist auch 2017 noch einer der großen Bahnhöfe in der Region. Gegenüber den Bahnhöfen in Köln-Ehrenfeld, Horrem oder Düren hat sich in Stolberg noch ein relativ umfangreicher Güterverkehr erhalten. In 2016 wurden an verschiedenen Tagen noch 45 bis 50 Waggons vom Knotenbahnhof Stolberg Hbf an den zuständigen Rangierbahnhof in Köln übergeben. Und auch die Loks der BR 140 konnten vor zwei oder drei Jahren in Stolberg Hbf noch angetroffen werden.

Blickt man heute auf die Strecke Köln – Aachen und vergleicht die Motive von 1982 mit der heutigen Situation, so stellt man fest, dass sich durch den Bau der S-Bahn von Köln nach Düren und die Einführung des Taktverkehrs und der Doppelstockwagenparks gravierende Verbesserungen vor allem bei dem aus öffentlichen Mitteln finanzierten Regionalverkehr ergeben haben.

Einst und jetzt am Beispiel Alsdorf

Es gibt Orte, die einen nicht mehr loslassen. Für viele Eisenbahnfreunde dürfte der Bereich um das alte Stellwerk und den Güterschuppen am Bahnhof Alsdorf solch ein Ort sein. Wo sich heute der sterile Bahnhof Alsdorf-Annapark befindet, gab es bis 1992 eine Kombination von Eisenbahn und Bergbau mit Gänsehaut-Feeling…

Am 5. Februar 2017 war ich dort wieder einmal vorbeigekommen und fotografierte den von Herzogenrath nach Stolberg Hbf fahrenden Euregiobahn-Triebwagen 643 222 (oben). In der Erinnerung verbindet sich dieser Anblick gerne mit jenem Nachmittag am 22. März 1978, als ich dort vor der Kulisse der „dampfenden Anna“ einen rasant vorbeiknatternden Schienenbus aufgenommen hatte (unten).

Ein beliebter Platz war seinerzeit auch der Güterschuppen mit seiner Verladerampe, die einen guten Blick über die Anlagen des Grubenbahnhofs geboten hatte. Heute eine verkommene Gegend mit einem Blick auf klägliche Reste des einstigen pulsierenden Herzes der Stadt Alsdorf (oben). Am 15. September 1988 entstand wenige Meter links von dieser Stelle das Foto der Diesellok 290 392 vor den gewaltigen Dampfwolken, die etwa alle 10 Minuten durch das Kokslöschen  erzeugt wurden (unten).
Am 2. Mai 1980 konnte der Eisenbahnfreund dort die Grubenbahnlok „Anna 8“ und die Bundesbahnlok 290 306 antreffen, die sich beide vor schweren Zügen abplagen mussten.

Vom 6. Mai 1980 stammt die Aufnahme dieser Betriebsszene mit der Diesellok 290 164, dem nach Herzogenrath sausenden Akkutriebwagen 515 578 und den beiden Grubenbahnloks „Anna 2“ (links) und „Anna 8“ (rechts).

Man kann die Erinnerung bewahren und durch Fotos wachhalten. Aber man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Wie es einmal war, so wird es nicht wieder sein. So kann man es auch verschmerzen, wenn mit dem Abtransport der Lok „Anna 9“ wieder ein Stück Alsdorfer Kulturgut verschwindet oder im fluffigen Energeticon die Grubenbahnlok „Anna 8“ mehr schlecht als recht die Zeit überdauert und sich die Räder plattsteht. Sie sind ohnehin nur noch Aschereste einer verloschenen Zeit. Fossile einer abgeschlossenen industriellen Epoche, die gar nicht mehr widerspiegeln können, was einmal ihre Arbeitswelt war. Die Stätten, an denen Generationen von Menschen tausendfach schwer geschuftet haben und durch die die Stadt groß geworden ist, waren es nicht wert, erhalten zu werden. Sie fanden zuletzt kaum mehr Wertschätzung. Ein Trend, der bis heute anhält. Kohlekraftwerke und Kohlebergbau ganz allgemein sind heute schon regelrecht verpönt und in der Politik „Schmuddelkinder“, mit denen keiner mehr spielen will….

Rückblick: Winterreise in die Eifel vor 35 Jahren

Für den 16. Januar 1982 verkündete der Wetterbericht für die Eifel  seinerzeit sonniges Winterwetter. Auf der Eifelquerbahn gab es im Winterfahrplan 1981/82 noch bis in den Samstagnachmittag hinein Reisezugverkehr. Und mit meinem „Tramper-Monats-Ticket“ konnte ich damals nach Lust und Laune spontan über die Schienen der Deutschen Bundesbahn cruisen. Da ich in jenen Jahren außerdem gerade dabei war, die Eisenbahnen in der Eifel zu erkunden, nutzte ich jenen Samstag für eine Tour in die winterliche Eifel….

Der Eifeler ist es ja gewöhnt, sich im Winter zu behaupten. Da machten die Eisenbahner keine Ausnahme. Im Bw Gerolstein stand der Schneepflug an der Drehscheibe in Bereitschaft, um jederzeit kurzfristig eingesetzt zu werden. Am 16. Januar 1982 war es zwar knackig kalt, aber der Schneepflug musste nicht zum Einsatz kommen.

Nach der Anreise von Stolberg über Köln und Euskirchen stieg ich in Gerolstein um. Mit einem sechsteiligen Schienenbusverband ging es auf der eingleisigen Eifelquerbahn von Gerolstein zunächst bis Daun. Für die Fahrt durch die winterliche Vulkaneifel war der Schienenbus mit seinem Panoramablick natürlich wie geschaffen. Bei Rockeskyll bot sich dieser Blick auf die stetig ansteigende Strecke.

Da der Fahrplan für die Nebenbahntour genügend Zeitreserven bot und an fast jeder Station Reisende ein- und ausstiegen, hatte das freundliche Zugpersonal nichts dagegen, das während der planmäßigen Halte flott Fotos gemacht wurden. Wegen der Zugmeldung an den Bf. Daun blieb auch am Hp Rengen Zeit, um mit der gebotenen Vorsicht dieses Motiv aufzunehmen. Erst hier fiel auf, dass von der vorangegangenen Fahrt noch die Schlussscheiben vor den Lampen waren…

In Daun gab es einen längeren Halt, weil dort der Schienenbusverband in zwei Dreiteiler getrennt wurde. Während der eine Schienenbus wieder nach Daun zurückfuhr, wählte ich den anderen zur Weiterfahrt bis zum Bf. Mayen-Ost. Beim Aufenthalt in Daun bot sich die Gelegenheit, auch die 290 329 aufzunehmen, die mit einem Güterzug von Ehrang über Wengerohr und Wittlich auf der Mosel-Maare-Bahn bis nach Daun gekommen war. Hier wartete sie nach dem Abschluss ihrer Rangierarbeiten auf die Rückfahrt. Bis es soweit war, gab es für die Eisenbahner im Büro des Fahrdienstleiters aber noch einen warmen Pott Kaffee…

Auf der Weiterreise von Daun nach Mayen kreuzten sich im Bf. Darscheid zwei Schienenbusse.

Halt im 520 m über NN gelegenen Bf. Uersfeld/Eifel. Auch hier wurde die Zeit, die der Zugführer für die Zugmeldung benötigte, für ein Foto vom Halt des Schienenbusses genutzt. Die gepflegten Bahnanlagen und der vorbildliche Zustand des winterlichen Bahnhofs sind aus heutiger Sicht beachtenswert – damals war es das alltägliche Bild der Deutschen Bundesbahn.

Bei der Rückfahrt reichte im Bf. Darscheid die Zeit für ein Foto, weil auch dort wieder eine Zugmeldung an den Bf. Daun erforderlich war. Jetzt war anstelle des Schienenbusses aber ein Zug aus vier Umbauvierachserwaggons im Einsatz, der von 211 219 nach Gerolstein gezogen wurde.

Halt im Bf. Dockweiler-Dreis, der mit 561 m über NN der höchstgelegene Bahnhof der von Gerolstein (381 m) über Daun (405 m) nach Mayen-Ost (271 m) verlaufenden Eifelquerbahn ist.  Weil es von hier aus nur noch bergab ging, hatte der Lokführer der 211 219 keine Einwände, auch hier noch das Fotografieren zu ermöglichen.

Wer Lust bekommen hat, noch mehr Fotos von dieser stimmungsvollen Winterfahrt in die Eifel zu sehen, ist herzlich eingeladen, zum Frühschoppen für Eisenbahnfreunde zu kommen, der am 19. Februar 2017 ab 10:30 Uhr im Servicepunkt des Stolberger Hauptbahnhofs stattfindet. Dort besteht Gelegenheit, diese Fahrt über die winterliche Eifelquerbahn virtuell noch einmal  zu unternehmen.