10. Juni 2016 – offizielle Eröffnung des letzten Bauabschnittes der Strecke Stolberg – Alsdorf – Herzogenrath

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Am 10. Juni 2016 wurde der „Ringschluss“ auf der traditionsreichen Strecke von Herzogenrath über Alsdorf bis nach Stolberg Hbf vollzogen. Nach langdauernden Bau- und Sanierungsarbeiten konnte das letzte Teilstück von Eschweiler-St. Jöris über Merzbrück nach Stolberg in Betrieb genommen werden. Damit kann ab dem 12. Juni 2016 wieder auf der gesamten Strecke von Stolberg Hbf über Alsdorf nach Herzogenrath, die volkstümlich mittlerweile „Ringbahn“ genannt wird, der Schienenpersonenverkehr aufgenommen werden. Nachdem die Deutsche Bundesbahn auf der 1870 eröffneten Strecke am 28. Dezember 1984 den Reisezugverkehr eingestellt hatte, bekommt diese eingleisige Nebenstrecke nun ein zweites Leben geschenkt und kann sich wieder zu einem wichtigen Verkehrsträger im Nordteil der Städteregion Aachen entwickeln.

2016_06_10_bei_Stolberg_Lehmsiefen_643720_EroeffnungsSz_StJoeris_Stolberg_x1_F 643 220/720 hatte die Ehre, dieses sieben Kilometer lange Stück als Eröffnungssonderzug zu befahren. Mit der Zielanzeige „RB 20 Stolberg Hbf“ passierte er hier das Trogbauwerk im Bereich Lehmsiefen, bevor er wenig später auf dem Stolberger Hauptbahnhof eintrifft.

2016_06_10_Stolberg_Hbf_Gl44_643720_EroeffnungsSz_StJoeris_Stolberg_bei_Ankunft_x2_FNach der Ankunft trafen sich auf dem Bahnsteig an dem speziell für die Züge in Richtung Alsdorf und Herzogenrath angelegten Gleis 44 langjährige und aktuelle Wegbegleiter aus Politik und Verbänden, aus Ministerien und Wirtschaft sowie einige Berufseisenbahner und eine Gruppe von Eisenbahnfreunden aus der Region. Auf dem Bahnhofsvorplatz, vor der Betriebszentrale der EVS im Stolberger Hauptbahnhof, war eigens für diesen Anlass ein Festzeit aufgebaut worden. Auch der Bahnsteig war für die Ankunft des Eröffnungszuges geschmückt worden (oben und unten).
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2016_06_10_Stolberg_Hbf_Gl44_EroeffnungsSz_StJoeris_Stolberg_im_Festzelt_BM_Gruettemeier_x5_FDr. Tim Grüttemeier, Stolbergs Bürgermeister, beleuchtete die Schritte zum Ausbau der Euregiobahn und erinnerte an den erzwungenen Wechsel von Komplettfinanzierung auf Salami-Taktik. Er blickte aber auch in die Zukunft und den bevorstehenden Bau eines Parkhauses sowie die Aufwertung des Hauptbahnhof-Umfeldes.

2016_06_10_Stolberg_Hbf_Gl44_EroeffnungsSz_StJoeris_Stolberg_im_Festzelt_MinDir_Paulsberg_x6_FKarin Paulsmeyer, Ministerialdirigentin im NRW-Verkehrsministerium, zeigte sich beeindruckt von der Erfolgsgeschichte der „Euregiobahn“ und der von der EVS geschaffenen Infrastruktur.
In der späteren Podiumsdiskussion erklärte sie, die Elektrifizierung der Euregiobahn sei im neuen ÖPNV-Bedarfsplan „indisponibel vorgesehen“. Allerdings stehe das Projekt unter einem Finanzierungsvorbehalt. Im Hinblick auf angestrebte Änderungen der Finanzverteilung für die Länder sei nun die Bundesregierung am Zuge. NRW erhofft sich davon mehr Zuschüsse, die dann auch der Euregiobahn zu Gute kommen sollen.

2016_06_10_Stolberg_Hbf_Gl44_EroeffnungsSz_StJoeris_Stolberg_im_Festzelt_Talkrunde_x7_FEVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil berichtete, die EVS habe seit Beginn 110 Millionen Euro in den Ausbau der Eisenbahn-Infrastruktur investiert, 80 Millionen davon stammen von der öffentlichen Hand.

Christian Hartrampf, bei der EVS als Geschäftsführer für die technische Seite zuständig, schilderte, dass allein für den „Betontrog“ im Bereich Lehmsiefen 4500 Kubikmeter Beton und 500 Tonnen Stahl verbaut werden mussten.

2016_06_10_Stolberg_Hbf_Gl44_EroeffnungsSz_StJoeris_Stolberg_Pressefoto_x8_FDas offizielle Pressefoto mit den Menschen, die jüngst zum erfolgreichen Abschluss des letzten Bauabschnittes im Besonderen und zur Erfolgsgeschichte der Euregiobahn „im Allgemeinen“ beigetragen haben.

2016_06_10_Stolberg_Hbf_Gl44_643720_EroeffnungsSz_StJoeris_Stolberg_x4_FWährend im Festzelt gefeiert wurde, sonnte sich der „Eröffnungs-Triebwagen“ 643 220/720 auf Gleis 44 am geschmückten Bahnsteig (oben und unten). Mittlerweile hatten Eisenbahner die Zielanzeige in „Sonderfahrt“ umgeändert.
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2016_06_10_Stolberg_Hbf_643720_u_643212_x10_FNatürlich lief der Alltagsbetrieb auf dem Stolberger Hauptbahnhof weiter. So konnte bspw. die Begegnung des „Sonderfahrt-Talents“ 643 220 (links) mit dem nach Düren ausfahrenden 643 212 (rechts) fotografiert werden.

Beim Ausklang der Festveranstaltung hatte man für die Abreise der Gäste drei Fahrten von Stolberg Hbf über Eschweiler-St. Jöris nach Herzogenrath vorgesehen. So verließ 643 220 den Stolberger Hauptbahnhof als erster dieser Zusatzzüge (mit dem Ziel Aachen Hbf) und wurde durch das Gespann aus 643 209 und 643 216 ersetzt, das von Gleis 44 aus das zweite Angebot für die Rückfahrt bildete.

2016_06_10_Stolberg_Hbf_Gl43_u_44_643709_u_643_li_u_643_re_x15_FVor der Abfahrt ergab sich eine Begegnung von 643 209 und 643 216 mit 261 025, die den Anschluss der Firma Kerschgens bedient hatte.

2016_06_10_Mitfahrt_in_643716_Stolberg_Hbf_Gl44_Ausfahrt_Hp1_x18_FAuch für Eisenbahnfreunde ergab sich die Gelegenheit, bei dieser wenig ausgelasteten Fahrt die neue Strecke erstmalig zu befahren. Beim Blick über die Schulter der Lokführers hinweg ergab sich die Möglichkeit, auch einmal die Sicht der Lokführer im Bild festzuhalten. Hier zunächst „freie Fahrt“ für den neuen Streckenabschnitt…

2016_06_10_Mitfahrt_in_643716_bei_Stolberg_Lehmsiefen_x19_F… die trockene Durchfahrung des Feuchtgebietes am Lehmsiefen und die aufwendige Unterquerung der Strecke Köln – Aachen …

2016_06_10_Mitfahrt_in_643716_ehem_Abzw_Quinx_x19_F… an der ehemaligen Abzweigung Quinx. Die Grünfläche links vom Gleis ist die Trasse der Strecke nach Würselen und Kohlscheid …

2016_06_10_Mitfahrt_in_643716_Merzbrueck_x20_F… die Passage am Flugplatz Merzbrück mit dem Bahnübergang der Bundesstraße 264. Eine elektrische Fahrleitung würde hier den Flugbetrieb beeinträchtigen, die Silos und Lagergebäude der Landwarenhandelsfirma offenbar jedoch nicht …

2016_06_10_Mitfahrt_in_643709_bei_Stolberg_Lehmsiefen_x21_F… und in der Gegenrichtung nochmals das Trogbauwerk an der Unterquerung der Strecke Köln – Aachen …

2016_06_10_Mitfahrt_in_643709_Einfahrt_Stolberg_Hbf_Gl44_x22_F.. schließlich noch die Einfahrt in den Stolberger Hauptbahnhof zum Bahnsteiggleis 44.

Es hat Freude gemacht, die offizielle Inbetriebnahme des Streckenabschnittes von Eschweiler-St. Jöris nach Stolberg Hbf mitzuerleben. Eine Strecke, die für die Eisenbahn in Stolberg die Anbindung an die Städte im Nordteil der Städteregion deutlich verbessert, ist in zeitgemäßer Form wiederbelebt worden.
Der Euregioverkehrsschienennetz GmbH (EVS) gebührt Anerkennung für das geschaffene Werk und Dank für die gelungene Festveranstaltung. Möge die neue Verbindung viele Bahnkunden zum Mitfahren anregen und lebhafte Nachfrage finden!

Auch wenn es „Jammern auf hohem Niveau“ ist, sei aus Sicht des geschichtsbewussten Eisenbahnfreundes und langjährigen Eisenbahnfotografen ein kleiner Kritikpunkt angemerkt: Da erst die offizielle Inbetriebnahme des 9. Bauabschnittes auch die Nutzung der Gesamtstrecke ermöglicht und sie gleichzeitig auch erhebliche Auswirkungen auf den Gesamtbetrieb und das Fahrplangefüge der Euregiobahn hat, hätte dem offiziellen Eröffnungssonderzug ein Hinweisschild auf die Bedeutung dieses Ereignisses und ein wenig Schmuck gut zu Gesicht gestanden. Der „Lückenschluss“ auf der Ringbahnstrecke hat gewiss eine andere Bedeutung und Außenwirkung als etwa die Inbetriebnahme des Abschnittes von Alsdorf-Poststraße nach Eschweiler-St. Jöris. Bei späterer Betrachtung der Bilder von diesem denkwürdigen Tag sieht man eigentlich nur einen x-beliebigen Euregiobahn-Triebwagen.
Nachdem man schon die prächtigen Zuglaufschilder aus Blech aufgelegt hatte, wäre es doch sicher ein Leichtes gewesen, eine „Folienversion“ davon auch am Sonderzug anzubringen...

 

Der Ring schließt sich…. – ab 12. Juni 2016 wieder regelmäßiger Reisezugverkehr von Stolberg über Alsdorf nach Herzogenrath

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Ab Sonntag, dem 12. Juni 2016, gibt es wieder Schienenpersonenverkehr auf dem direkten Weg von Stolberg Hbf über Alsdorf nach Herzogenrath. Es fahren wieder Euregiobahnzüge durch den Propsteierwald und Merzbrück von Stolberg aus in den Nordkreis!

1984_12_28_Stolberg_Hbf_515564_N79761797_xF3_FAm 28. Dezember 1984 stellte die Deutsche Bundesbahn ihren Personenverkehr von Stolberg über Alsdorf nach Herzogenrath ein. Die letzte Nebenstrecke der Region Aachen verlor ihren Reisezugverkehr. Der Akkutriebwagen 515 564 hatte die zweifelhafte Ehre, die letzte Zugleistung zu fahren.

1978_04_21_Stolberg_Hbf_Gl99_795617_u_995457_x1F4_FVon 1954 bis 1978 prägte der Schienenbus (Baureihe VT 95 bzw. 795) das Bild des Personenverkehrs zwischen Stolberg und Herzogenrath. Der einmotorige, 150 PS starke zweiachsige Triebwagen bekam hier den liebevollen Beinamen „Kumpelexpress“.  Am 21. April 1978 standen 795 617 und 995 457 am legendären Gleis 99 des Stolberger Hauptbahnhofs zur Fahrt ins Aachener Bergbaurevier bereit.

1978_Stolberg_Hbf_Gl99_515626_x1F3_FNach dem Schienenbus wurde der Akkutriebwagen (hier 515 626) bis 1984 auf der Strecke eingesetzt.

1980_08_21_StolbergHbf_vl515577u815784u515563_x1F5_FUmweltfreundlichen Bahnbetrieb mit Akkutriebwagen gab es seit 1960 auf den Nebenstrecken rund um Aachen. Hier begegnen sich am 21. August 1980 die „Akkublitze“ 515 577 und 815 784 auf dem Weg von Aachen Hbf nach Jülich und 515 563 als „Kumpelexpress“ nach Herzogenrath auf dem Stolberger Hauptbahnhof. Wenige Monate zuvor fuhren die Akkutriebwagen von Jülich noch weiter über Hochneukirch bis nach Mönchengladbach. Über den asphaltierten Weg für den Expressgutverkehr gab es damals auch einen unkomplizierten behindertengerechten Bahnsteigzugang, auf dem örtliche Bahnmitarbeiter bei Bedarf Rollstuhlfahrern auf dem Weg zum Bahnsteig halfen.
1983_08_03_beiMerzbrueck_215113_215116_KohlenzugnStolberg_x2F4_FDie eingleisige Strecke von Stolberg Hbf über Alsdorf nach Herzogenrath diente neben dem Personenverkehr vor allem auch der Abfuhr von Kohle aus dem Aachener Bergbaurevier. In Alsdorf befand sich zudem in den 60er Jahren die größte Kokerei Deutschlands. Täglich wurden von Alsdorf aus zwischen 400 und 450 beladene Waggons versandt. Und die leeren Waggons mussten dorthin ja auch bereitgestellt werden. Höchstleistungen auf der eingleisigen Strecke!
Oben schleppen 215 113 und 215 116 bei Merzbrück einen Kohlezug nach Stolberg Hbf, unten befördert 290 306 bei St. Jöris einen Güterzug nach Alsdorf.
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1975_06_13_Stolberg_Hbf_052916_x1F3_FBis Anfang 1976 konnte man im Kohlenverkehr auch noch Dampfloks des Bw Stolberg erleben, hier war es 052 916, die am 13. Juni 1975 mit einem Kohlenzug aus Alsdorf die Hauptstrecke Köln-Aachen unterquerte (oben). An gleicher Stelle wurde am 27. Februar 1979 515 673 auf der Hauptstrecke Köln-Aachen abgelichtet (unten).
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1978_05_27_Hp_Mariagrube_Blick_aus_795240_auf_Alsdorf_grau_x1F7best_FBlick aus dem Schienenbus auf die Silhouette von Alsdorf, aufgenommen am 27. Mai 1978 beim Haltepunkt Mariagrube.
Die Zeiten haben sich geändert – aber die Personenzüge rollen wieder!

1979_01_04_HpStJoeris_515518_x1F2_FAlle reden vom Wetter – wir nicht! Das konnten auch die Bundesbahner unterschreiben, die am bitterkalten 4. Januar 1979 bei eisigem Wind am Haltepunkt St. Jöris mit ihrem Akkutriebwagen unterwegs waren.

Wünschen wir der Euregiobahn auf der Ringbahn allzeit gute und freie Fahrt!

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Bahnhofsfest in Walheim vom 04. bis zum 05. Juni 2016

Bahnhofsfest der Eisenbahnfreunde Grenzland e.V. in Walheim am 04. und 05. Juni 2016

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Wie jedes Jahr veranstalten die Eisenbahnfreunde Grenzland e.V. auch in diesem Jahr ein Bahnhofsfest in Walheim. Nicht nur Eisenbahnfreunde und ihre Familien, sondern alle Menschen mit einem Herz für die Eisenbahn, sind herzlich dazu eingeladen.

Das Fest findet am Wochenende vom 04. bis zum 05. Juni 2016 jeweils ab 11.00 Uhr auf dem Bahnhofsgelände zwischen der Vennbahnstraße und dem Stellwerk „Auf der Kier“ in Walheim statt. Zu besichtigen sind neben den vereinseigenen Lokomotiven und Waggons auch zugereiste historische Straßenfahrzeuge. Ausgestellt werden u.a. auch Zweiwegefahrzeuge und historische Traktoren. Wie schon in den letzten Jahren hat das historische Stellwerk die Türen für interessierte Besucher geöffnet.

Auch in diesem Jahr finden wieder Fahrten über einen Teil der historischen Vennbahnstrecke statt!
Für das leibliche Wohl sorgen Grill- und Getränkestand sowie die gemütliche Cafeteria im Eisenbahnwaggon. Kinder können sich u.a. auf der Hüpfburg, beim Rangierspiel, Dosenwerfen oder Kinderschminken vergnügen.

Neu zu sehen gibt es in diesem Jahr die „neuen“ B3yg-Umbauwagen des Vereins sowie den Hilfsgeräte- und Bauzugwagen der AIXrail GmbH, die in den letzten Tagen nach Walheim gelangt sind.
Weitere Informationen gibt es ggf. auch auf der Homepage der EFG.

Euregiobahnfahrten nach Breinig
Im Zusammenhang mit der Veranstaltung „Best of  Stolberg goes…“ finden am Wochenende 4./5. Juni 2016 zwischen Stolberg-Altstadt und Breinig im Stundentakt Sonderfahrten der Euregiobahn statt
(Samstag: Stolberg Hbf ab 17:40 Uhr / Stolberg-Altstadt ab 17:48 Uhr / Breinig an 18 Uhr; Breinig ab 18:11 Uhr / Stolberg-Altstadt an 18:24 Uhr / Stolberg Hbf an 18:31 Uhr im Stundentakt bis 23:40 Uhr bzw. 0:11 Uhr.
Sonntag: im Stundentakt von 12:40 Uhr bis 18:40 Uhr ab Stolberg Hbf bzw. 13:11 Uhr bis 19:11 Uhr ab Breinig.)

Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich feiert 40-jähriges Bestehen

Mit „großem Bahnhof“ im Bahnhof Jülich feierte der Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich (EAKJ) am Sonntag, dem 17. April 2016 sein 40-jähriges Bestehen. Bei einem „Tag der offenen Tür“ bot der Verein in der ehemaligen Wartehalle des Bahnhofs Jülich und in seinen an der Gleisseite gelegenen Clubräumen viele Attraktionen.

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Der Vereinsvorsitzende Rudi Haas begrüsste am Beginn der Veranstaltung die zahlreich erschienen Besucher mit einer kurzweiligen Ansprache, in der er vielseitige n Aktivitäten und die Geschichte des Vereins schilderte. Bei seinem Streifzug durch die am 17. Mai 1976 beginnende Vereinsgeschichte schilderte Rudi Haas als Höhepunkt des Vereinslebens die eigenen Vereinsfahrzeuge wie die Uerdinger Schienenbusse der Baureihen VT 95 und VT 98 nebst Steuer- bzw. Beiwagen und die stolze Dampflok 50 1724. Ab 1980 führte der EAKJ mit den vereinseigenen Schienenbussen eigenständige Sonderfahrten zu Ostern, Nikolaus und Vatertag durch.

1987_08_22_beiBfAachenNord_EAKJ_795445_995497_795627_Sf_x35F3_FAm 22. August 1987 beförderten der EAKJ mit seinen Uerdinger Schienenbussen 795 445 und 795 627 sowie dem Beiwagen 995 497 Eisenbahnfreunde auf Nebenstrecken durch die Region Aachen. Das obere Foto zeigt die Sonderfahrt zwischen dem ehemaligen Gleisdreieck in Haaren und dem Bf. Aachen-Nord, das untere Bild entstand auf der Strecke Stolberg – Würselen zwischen der Abzweigung Quinx und Broichweiden.
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Die mit der Bahnreform 1994 verbundenen Umstände erzwangen jedoch im Oktober 2001 die Einstellung der Fahrten und den Verkauf der Fahrzeuge. Seit 2002 widmet sich der EAKJ mit seinen derzeit 49 Mitgliedern (Stand: 16.4.2016) hauptsächlich dem Modellbahnbau, insbesondere .die Teilbereiche Digitalisierung und Modulbauweise, die den schadlosen Transport der Anlage ermöglicht . Beide Themen wurden mit regem Fahrbetrieb auf mehreren Schauanlagen gezeigt. Gern gesehene Jubiläumsgäste waren der Modelleisenbahnclub Aachen und der Gemeinschaft Kerpen-Düren mit ihren modularen Anlagen.

Den geeigneten Schirmherrn fand der Club Mit dem seit Kindertagen eisenbahnbegeisterten Bürgermeister Axel Fuchs hatte der EAKJ einen geeigneten Schirmherrn gefunden. Axel Fuchs eröffnete die Feierlichkeiten offiziell und standesgemäß mit einer uralten Eisenbahnglocke, die einst beim Bf. Jülich zum Ankündigen der Reisezüge benutzt worden war. Fuchs lobte das rege Vereinsleben des EAKJ und regte zu einer Namensänderung in „Eisenbahner Profi-Klub“ an. Und der Schirmherr, dessen Großvater Eisenbahnvorsteher in Linnich war, sprach von seiner Vision, dass der Wissenschafts- und Hochschulstandort einen neuen, repräsentativen Bahnhof für Jülich benötige. Aus Sicht der Stadt eine Notwendigkeit!

2016_04_17_Juelich_40J_EAKJ_BDEF_Praesident_Hans_Dieter_Schmidt_x1_FHans-Dieter Schmitz, Pressereferent des Bundesverbandes Deutscher Eisenbahnfreunde (BDEF), lobte den EAKJ vor allem für seine nachhaltige Jugendarbeit und stellte die Auszeichnung des EAKJ mit dem Ehrenpreis für soziales Engagement durch den Kreis Düren in 2013 heraus. Er bescheinigte dem EAKJ eine vierzig Jahre fortdauernde beispielgebende Öffentlichkeitsarbeit.

2016_04_17_Juelich_40J_EAKJ_Clubanlage_Gueterabfrertigung_x4a_FSzenen von der an diesem Tag dicht umlagerten Klubanlage des EAKJ (oben und unten).
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2016_04_17_Juelich_40J_EAKJ_Clubanlage_Brueckenmotiv_x4_FWer genau hinschaute, konnte auf der großen Clubanlage des EAKJ in der Modellbahnwelt auch viele humorvoll ausgestaltete Szenen in 1:87 entdecken….

2016_04_17_Juelich_40J_EAKJ_Bf_Heimbach_MGKD_Aachen_x6_FAuf reges Publikumsinteresse stieß auch eine Modulanlage der Strecke Düren – Heimbach im Maßstab 1:160. Hier der Bahnhof Heimbach mit zwei typischen Zügen aus der Bundesbahn-Zeit.

2016_04_17_Juelich_40J_EAKJ_Bf_Ettenheim_MEC_Aachen_x3_FAuch auf der Anlage des MEC Aachen konnte man einen Vertreter der einstmals in Jülich zahlreich anzutreffenden Akkumulatortriebwagen der Baureihe ETA 150 bzw. 515 im Einsatz sehen.

Bei Kindern und Jugendlichen war der Lokfahrsimulator, d.h. die Nachbildung eines Führerstandes vor dem sich ein Monitor befand und mit Simulations-Software ein authentisches Lokfahrerlebnis erzeugte eine der größten Attraktionen. Lokführer Christian Jüntgen hatte immer „volles Haus“.

Den Aktiven des EAKJ gebührt Dank und Anerkennung für diese Geburtstagsveranstaltung. Möge der EAKJ sich auch in Zukunft so prächtig weiterentwicken!

 

 

 

Tag der Archive am 6. März 2016 erstmals auch bei der Stadtverwaltung Stolberg

Am 6. März 2016 hat die Stadt Stolberg erstmals am bundesweiten „Tag der Archive“ teilgenommen. Das Thema des Jahres 2016 lautete „Mobilität im Wandel“ und weckte natürlich auch das Interesse von Eisenbahnfreunden.
Tag_der_Archive_6_3_2016_Flyer_FIn Kooperation mit dem Stolberger Heimat- und Geschichtsverein, dem Museum in der Torburg, dem Arbeitskreis Mausbacher Geschichte, der Ortsgruppe Breinig des Eifelvereins und dem Museum Zinkhütter Hof sowie Herrn Alfred Reimund aus Alsdorf-Zopp lud die Stadt Stolberg von 12 Uhr bis 17 Uhr in das Foyer des Alten Rathauses ein und bot ein interessantes Programm. Das Stolberger Stadtarchiv hatte eine vielseitige Plakatausstellung erstellt, die beteiligten Vereine und Heimatkundler stellten ihre Arbeit vor, es gab einen Bücherflohmarkt und stündlich wurden Führungen durch das Stadtarchiv angeboten.

2016_03_06_Stolberg_Christian_Altena_Rathausschluessel_Tag_der_Archive_x1_FChristian Altena, der neue Leiter des Stolberger Stadtarchivs, erläuterte den Besuchern die Aufgaben und Arbeitsweise des Stadtarchivs und präsentierte einige der „Schätzchen“ – wie hier einen Originalschlüssel des historischen Rathauses (oben) oder das anläßlich des Stadtjubiläums von 1956 angelegte und aufwendige verzierte Gästebuch (unten).
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Bei der zum Thema „Mobilität im Wandel“ auf Stolberg bezogenen Plakatausstellung gab es u.a. folgende Motive zu entdecken, die Eisenbahn-interessierte Menschen besonders ansprechen dürften:

1972_Stolberg_Blaustrasse_BR50_Gz_Einfahrt_Bf_Stolberg_Muehle_x1_FEin sehr ortstypisches Motiv – eine Lok der BR 50 fährt in den Bf. Stolberg-Mühle ein. Im Hintergrund prägt die Schlackenhalde der Zinkhütte Münsterbusch – im Volksmund gerne auch als „Monte Schlacko“ bezeichnet – die Szenerie…

1972_Stolberg_Jordanstrasse_ASEAG_Bus_Buessing_x3_FNur wenige Schritte entfernt entstand das Foto mit dem seinerzeit typischen Linienbus der ASEAG. Die Haltestelle „Frankental“ mit mehreren Busstellplätzen an Rathausstraße und Jordanstraße war von den 1960er bis in die 1990er Jahre der zentrale Nahverkehrs-Knotenpunkt von Stolberg. Sie verlor ihre Bedeutung erst mit dem Bau des Rendezvouspunktes am ehemaligen Mühlener Bahnhof. Am rechten Bildrand, ungefähr dort, wo sich die ältere Dame befindet, lag in jenen Jahren das „Toulouse“,  eine sehr beliebte Stolberger Schülerkneipe.

1950_Stolberg_Kaiserplatz_Karnevalszug_Tramgleis_x5_FAuf diesem Foto kann man das unmittelbar vor dem Rathaus vorbeiführenden Gleis der Straßenbahn noch gut erkennen. Bis 1959 verkehrten dort im 15-Minuten-Takt in beiden Richtungen Triebwagen der Linie 8 von Stolberg-Markt bis Atsch-Dreieck und Stolberg Hbf.

1950er_Jahre_Stolberg_am_Bue_Aachener_Strasse_x4_FAm Bahnübergang Aachener Straße gab es wegen der damals häufigen und langen Schließzeiten der Bahnschranke sogar einmal eine Fußgängerunterführung. Rechts von dem Handwagen kann man hier einen der Treppenabgänge sehen.

1972_Stolberg_Eisenbahnstrasse_BR50_Gz_nach_Hbf_x2_FDort, wo sich heute der Hp. Stolberg-Schneidmühle befindet, wurde hier ein von Stolberg-Hammer zum Hauptbahnhof fahrender Güterzug im Bild festgehalten. Das solide und in aufwendiger Handarbeit gestaltete schmiedeeiserne Geländer hat mittlerweile über 100 Jahre überdauert und ist zwischen den Bahnübergängen Eisenbahnstraße und Nikolausstraße sowie stückweise auch bis zum Schnorrenfeld bis heute erhalten geblieben. Wie viele Stolberger Kinder mögen wohl hier schon dicht am Geländer stehend die unvergessliche Faszination genossen haben, die besonders von den bergauf dampfenden Zügen und ihren schwer arbeitenden Loks ausgegangen ist…?

Die Plakatausstellung des Stadtarchivs ist übrigens noch bis zum 18. März 2016 im Foyer des Alten Rathauses in Stolberg (Kaiserplatz) zu sehen.

Für die interessante Veranstaltung möchte ich allen Beteiligten bei der Stadt Stolberg und den oben genannten Stellen ein herzliches Dankeschön sagen. Der Besuch hat sich gelohnt – es war eine sehr interessante Veranstaltung, die gerne wiederholt werden darf…  😉