Mit 01 150 und dem „Feuerwerksexpress“ am 5. Mai 2018 durch die Region

Die „Eisenbahnfreunde Niederrhein/Grenzland e.V.“ veranstalteten am 5. Mai 2018 eine Dampfloksonderfahrt von Oberhausen über Mönchengladbach und Aachen nach Remagen, die wieder einmal die prächtige Schnellzuglok 01 150 in die Region führte. Während viele Eisenbahnfreunde, die  den Weg des Sonderzuges als Zaungäste säumten, eher ein kurzes, punktuelles Dampflokerlebnis hatten, bot sich dem Mitfahrer im Zug ein völlig anderer Blickwinkel. In Reisezugwaggons aus der Zeit des Wirtschaftswunders, die einen Reisekomfort boten, den man im alltäglichen Bahnbetrieb heute nicht mehr erleben kann, war es ein Genuss, die schnelle Fahrt der 01 150 am offenen Fenster mit allen Sinnen wahrzunehmen. Dank der Bildspenden einiger Eisenbahnfreunde, denen ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank ausspreche, lässt sich wieder ein vielseitiger Rückblick auf diese Fahrt zeichnen. Ein besonderer Dank gilt natürlich auch den „Eisenbahnfreunden Niederrhein/Grenzland e.V.“ , ohne deren Engagement diese Dampfloksonderfahrt nicht stattgefunden hätte.

Peter-Josef Otten fotografierte am Bahnhof Übach-Palenberg die Durchfahrt des von 01 150 gezogenen Sonderzuges.

Karl-Heinz Frohn lauerte der 01 150 südlich des Bahnhofs von Übach-Palenberg am Bahnübergang Bruchhausener Straße bei Schloss Rimburg auf (oben und unten).

In Herzogenrath wurde 01 150 u.a. vom Eisenbahnfreund Tom Schmidt erwartet, der sie dort bei der Einfahrt (oben) und bei der Ausfahrt (unten) fotografierte.

Dem RE 9 von Aachen nach Siegen folgend, lief 01 150 pünktlich um 14:31 Uhr in Stolberg Hbf ein (oben und unten), wo sich zahlreiche Fotografen versammelt hatten.

Vom Bahnsteig am Gleis 43 des Stolberger Hauptbahnhofs hat Marcus Voigt die majestätische 01 150 mit ihren Antriebsrädern von 2 m Durchmesser gut in Szene gesetzt.

Aus dem Zug heraus wurde bei Eschweiler Hbf die Einfahrt der 01 150 in den Ichenberger Tunnel und bei Düren die Fahrt über die Dreigurtbrücke (unten) eingefangen.

Peter-Josef Otten hatte die 01 150 bei der Einfahrt in den Bf. Düren (oben) und nach dem Abkuppeln vom Zug bei der Fahrt zum Wassernehmen (unten) auf einem Seitengleis des Bf. Düren fotografiert.

In Düren ergaben sich interessante Motive vom Zusammentreffen der Euregiobahn in Gestalt von 643 216 mit der nostalgischen 01 150 (oben) sowie vom Zusammentreffen der am Schluss des Sonderzuges angehängten Centralbahn-Lok 110 278 mit einer von der Rurtalbahn eingesetzten modernen Gravita (unten).

Stefan Danners hatte den Sonderzug bei der Einfahrt von Gleis 1 aus (oben) und bei der Ausfahrt von der Brücke Schoellerstraße aus (unten) fotografiert.

Nach dem Verlassen des Bf. Düren ergab sich gegen 16 Uhr im Bereich des ehemaligen Vorbahnhofs ein Zusammentreffen der kraftvoll beschleunigenden 01 150 mit dem ICE von Frankfurt/M. nach Brüssel.

Wenige Augenblicke später erfasste Peter-Josef Otten den vorbeidonnernden Sonderzug an der S-Bahn-Station Merzenich.

In der langen Kurve im Süden des Bf. Köln-West ließ sich 01 150 auch aus dem Sonderzug heraus gut in Szene setzen.

Nach einer flotten und authentischen Schnellzugfahrt kam das Fahrtziel Remagen viel zu schnell in Sicht. Gerne wäre man am Zughaken der 01 150 mit dem Sonderzug noch dem Lauf der linken Rheinstrecke gefolgt…

In Remagen wurde 01 150 abgespannt, um anschließend nach Köln-Nippes zurückzufahren und von dort aus andere Leistungen zu übernehmen. Beim Umsetzen in Remagen zeigte sich 01 150 den Fotografen nochmals von ihrer Sonnenseite.
Die Rückfahrt des Sonderzuges übernahm die Centralbahn-Lok 110 278, die bereits als Schlusslok am Sonderzug von Oberhausen nach Remagen mitgelaufen war.

Gegen 00:15 Uhr erhielt 110 278 mit dem Sonderzug Ausfahrt aus Remagen.

Gegen 2 Uhr nachts entstand beim Verkehrshalt in Stolberg Hbf das letzte Foto des Sonderzuges.

Vier Tage Volldampf bei Wind und Wetter – Rückblick auf das „Dampfspektakel 2018“

Nach vier Jahren Pause erfreute das Land Rheinland-Pfalz mit dem Nahverkehrszweckverband Rheinland-Pfalz Nord (Koblenz) die Eisenbahnfreunde in diesem Jahr wieder mit einem „Dampfspektakel“. Rund um Trier wurde auf sechs Strecken und mit mehreren Dampfloks  sowie acht Zuggarnituren vier Tage lang Volldampf geboten. Ein informatives Programmheft, das u.a. Bildfahrpläne für die jeweiligen Strecken und Einsatztage enthielt, bot gute Orientierung und ermöglichte eine individuelle Planung. Nur der Wettergott meinte es nicht so gut mit den Fotografen und Filmern. Dichte Wolken und teils heftige Regengüsse oder stetiger Wechsel von Sonnenschein und Wolken durchkreuzten manche Planung und machten die erfolgreiche Motivwahl oftmals zur Glückssache. Andererseits sorgten Frühtemperaturen von nur 4 Grad und das teils nasse Wetter für gute Dampfbildung. Nach vier Tagen „Disneyland für Eisenbahnfreunde“ konnte manch gutes Foto nach Hause gebracht werden. Hier gibt es einen Rückblick auf diese vier erlebnisreichen Tage zu sehen:

Samstag, 28. April 2018

Wer aus der Region Aachen durch die Eifel in Richtung Trier anreiste, konnte auf dem Weg dorthin schon einen zusätzlichen Sonderzug erleben, der von 01 150 über die Eifelbahn nach Saarburg gezogen wurde. Beim Bf. Blankenheim-Wald wurde 01 150 angetroffen, als sie mit blasenden Sicherheitsventilen die Steigung von Nettersheim heraufkam.

Nachdem 01 150 im Bf. Blankenheim-Wald von der örtlichen Feuerwehr mit frischem Wasser versorgt worden war, donnerte sie rd. eine Stunde später bei Schmidtheim dem Scheitelpunkt der Eifelbahn entgegen.

Peter-Josef Otten, dem ich hier für seine umfangreiche Bildspende danke, passte den Sonderzug nach Saarburg u.a. bei Birresborn ab, wo 01 150 (oben) und die von der Brohltalbahn beigesteuerte Schublok 218 396 (unten) in voller Fahrt nach Trier sausten.

Zuvor hatte Peter-Josef Otten nahe bei der Erlöserkirche in Gerolstein schon eine andere Schnellzuglok dieser Baureihe – 01 202 – mit einem Sonderzug aus Trier aufgenommen.

Bei Mürlenbach setzte Peter-Josef Otten 78 468 mit einem Sonderzug nach Trier bei Sonnenschein in Szene.

Wenige Kilometer weiter südlich hatte sich die Sonne schon rar gemacht, als 78 468 mit ihrem Zug das Kloster in St. Thomas passierte.

Nachdem 01 150 ihren Sonderzug bis in den Raum Trier gebracht hatte, verkehrte sie mit ihrem Wasserwagen als Leerfahrt nach Gerolstein. Auf dem Weg dorthin wurde sie hier an der Kyll kurz vor Densborn erwartet.

Stefan Danners, dem ich ebenfalls für seine zahlreichen Bildspenden danke, erwischte kurz vor dem Trierer Hauptbahnhof 03 1010, als sie dort mit einem Sonderzug aus Saarbrücken einlief.

Im Rahmen des Dampfspektakels gab es zusätzlich auch interessante Loks anderer Traktionsarten zu sehen, die dort als Reservefahrzeuge oder als Sonderzugloks unterwegs waren. So traf Stefan Danners in Trier u.a. die „Rheingold-Lok“ E 10 1239 an.

Leider wurde das „Dampfspektakel“ gleich am ersten Tag von einem Unfall überschattet, weil ein unaufmerksamer Besucher beim Fotografieren mit seinem Tablet auf dem Trierer Hauptbahnhof rückwärts vom Bahnsteig ins Gleis stürzte und bei der gerade vorbeirollenden 01 202 zwischen Lok und Tender geriet. Nachdem man den Tender angehoben hatte, konnte der Mann schwerverletzt geborgen worden. Anstelle der 01 202 kam deshalb V 200 033 auf der Eifelbahn zum Einsatz. Oben ist sie bei der Ausfahrt aus dem Kyllburger Tunnel zu sehen, unten an der Engstelle beim Kloster in St. Thomas, wo Peter-Josef Otten eigentlich die 01 202 erwartet hatte.

Stefan Danners hat der V 200 033 auf ihrer Rückfahrt von Gerolstein nach Trier in Kyllburg  aufgelauert. Hierzu wählte er den Fotostandpunkt auf dem nördlichen Portal des Kyllburger Tunnels.

 

Sonntag, 29. April 2018

Als 52 8195 am Morgen den Bf. Bitburg-Erdorf mit einem Sonderzug nach Gerolstein verließ, gab es eine kurze Regenpause. Das nasse und kalte Wetter ermöglichte dabei eine sehenswerte Dampfwolke.

Für die Rückfahrt der 52 8195 nach Trier wurde ein Fotostandpunkt bei dem kleinen Ort Usch gewählt, wo die Kamera im Schutz eines Regenschirmes zum Einsatz kam.

Am späten Vormittag hatte 78 468 einen Sonderzug von Trier nach Gerolstein gefahren. Nach der Ankunft im Bf. Gerolstein (oben) wurde die Lok abgekuppelt und zum Ergänzen der Vorräte sowie zum Drehen ins Bw Gerolstein gefahren. Auch wenn das Bw-Gelände für Besucher verschlossen war, konnten über den Zaun hinweg nahe der Drehscheibe dennoch Fotos von 78 468 geschossen werden (unten).

Kurz vor dem Bf. Gerolstein wurde 01 202 mit einem Sonderzug aus Trier am Kyllufer  erwartet. Auch wenn spielende Kinder Steine ins Wasser warfen, eine Entenschar vorbeischwamm und der Wind immer wieder für Wellenbildung sorgte – am Ende konnte doch eine ansprechende Spiegelung fotografiert werden.

Als 52 8195 an diesem Sonntag zum zweiten Mal einen Sonderzug nach Gerolstein bespannte, wurde erneut der Ort Usch aufgesucht. Allerdings wurde die Lok aus der entgegengesetzten Richtung aufgenommen.

Gegen 18 Uhr verließ 78 468 mit einem Zug nach Trier den Bf. Bitburg-Erdorf. Weil die Kurve in der südlichen Bahnhofsausfahrt dabei bestens im Sonnenlicht lag, hatte sich dort eine bunte Schar von Fotografen aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Großbritannien, Dänemark und Deutschland zum gemeinsamen Dampflokerlebnis eingefunden.

 

Montag, 30. April 2018

Am Vormittag sorgte 01 202 mit einem Sonderzug nach Saarbrücken bei der Ausfahrt aus Konz für reichlich Dampf und Rauch.

Bei Saarburg bot 03 1010 mit ihrem Sonderzug nach Trier ein ansprechendes Fotomotiv. Ein erst vor kurzem gerodeter Hang nahe beim dortigen Friedhof ermöglichte einen weiten Panoramablick ins Saartal und auf die Saarstrecke.

Auch wenn die Fotografen danach „sickenass“ waren, so entstanden im Saartal zwischen Konz und Saarburg am Nachmittag trotz schwieriger Witterungsbedingungen recht passable Fotos von 01 1075 mit einem Sonderzug nach Saarbrücken (oben) und von der nach Trier eilenden 01 202 (unten).

Als 01 1075 am nasskalten und trüben Abend gegen 19:35 Uhr den letzten Sonderzug des Tages nach Trier Hbf gebracht hatte, konnte bei den anschließenden Rangierarbeiten diese Szene mit der V 60 447 und der 01 1075 eingefangen werden.

 

Dienstag, 1. Mai 2018

Der Wonnemonat Mai begann mit Frühtemperaturen von rund 5 Grad und Sonnenschein. Ideale Bedingungen für Dampflokfotografen, die sich dann in großer Zahl auch bei der Burgruine Ramstein nahe Kordel einfanden, als dort 78 468 mit einem Sonderzug nach Trier vorbeidampfte.

Bei Kordel entstand auch das Foto der 52 8195, die am Vormittag mit einem Sonderzug nach Trier unterwegs war.

Der zum Haltepunkt rückgebaute Bf. Auw an der Kyll mit seinem im Baustil der 50er Jahre angebauten Stellwerk war ein willkommener Fotostandpunkt für ein Foto von der Durchfahrt der nach Gerolstein dampfenden 01 202.

Der Nachbarbahnhof Speicher  bot nachmittags die Kulisse für 78 468, die einen Sonderzug nach Bitburg-Erdorf brachte.

Der letzte „Dampfspektakel-Sonderzug“ wurde am Friedrich-Wilhelm-Tunnel nördlich von Speicher aufgenommen. 52 8195 hatte die Ehre, die letzten Dampfwolken über die Eifelbahn zu hauchen…

Für die gelungene Veranstaltung ist den Veranstaltern und allen Beteiligten Dank und Anerkennung auszusprechen. Es waren vier erlebnisreiche und angenehme Tage rund um Trier.

Da im Rahmen dieses Beitrages nur ein Ausschnitt des „Dampfspektakels 2018“ gezeigt werden konnte, ist für den „Frühschoppen für Eisenbahnfreunde“ am 17. Juni 2018 eine ausführliche Nachlese zu diesem Event geplant. Wer sich daran mit seinen Fotos bzw. Filmen beteiligen möchte, ist hierzu herzlich eingeladen.
Wegen der Zeitplanung wird um kurze Nachricht an „mail@eisenbahn-stolberg.de“ gebeten.

 

 

Abbruch des ehemaligen Stellwerks „Saf“ in der Nacht vom 25. zum 26. April 2018

Das ehemalige Stellwerk „Saf“ des Bf. Stolberg-Altstadt wurde in der Nacht vom 25. zum 26. April 2018 vollständig abgerissen. Die EVS hatte hierzu in der Nacht zwischen 23:10 Uhr und 4:40 Uhr die Talbahnstrecke in diesem Bereich gesperrt. Die beauftragte Baufirma „Balter“ aus Losheim/Eifel hatte die Baustelle gegen 23 Uhr soweit vorbereitet, dass mit den Abbrucharbeiten begonnen werden konnte. Schon während des Abbruchs wurden die Abbruchmaterialien nach Schadstoffen und Deponieklassen getrennt und großenteils in Containern abtransportiert. Die Mauerwerksreste sollen später recycelt werden.  Bauleiter Ulrich Hoffmann und sein Team führten den Abbruch routiniert und zügig durch, so dass schon gegen 2:45 Uhr die oberirdischen Aufbauten des Stellwerks dem Erdboden gleichgemacht waren. Die nachfolgende Fotoserie zeigt die Abrissarbeiten und dürfte ohne weitere Erläuterungen den Verlauf des Stellwerksabbruchs gut dokumentieren.













Ein kleines Detail am Rande: Bauleiter Ulrich Hoffmann fand in einer Mauerwerksnische ein relativ gut erhaltenes Zeitungsblatt vom 10. Oktober 1909:

Einen besonderen Dank spreche ich an dieser Stelle dem Abbruchteam der Firma „Balter“ und den Mitarbeitern der anderen beteiligten Firmen aus, dass sie die Fotodokumentation freundlich und offen unterstützt haben. Ein weiterer Dank gilt natürlich auch dem Hinweisgeber, der dafür sorgte, dass der Chronist rechtzeitig zur Stelle war.

Abbruch des Stellwerks „Saf“ hat begonnen

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle zu erfahren war, soll der Abbruch des Stellwerks in der Nacht vom 25. zum 26. April 2018 stattfinden. Wer es miterleben will, sollte sich zwischen 23 Uhr und 4 Uhr Zeit nehmen…

Wer in den letzten Tagen mit aufmerksamen Augen den Bahnübergang Aachener Straße überquert hat, dem werden Veränderungen am ehemaligen Stellwerk „Saf“ aufgefallen sein. Rund um das Stellwerk wurden Bauzäune aufgebaut und an der Fassade im Obergeschoss sind bereits Teile der Eternitplattenverkleidung entfernt worden. Untrügliche Zeichen dafür, dass der Abbruch des Stellwerks nun wohl unmittelbar bevorsteht!

Mit dem Stellwerk „Saf“ wird eines der letzten historischen Eisenbahngebäude beseitigt, dass der Eisenbahnknotenpunkt Stolberg noch aufzuweisen hat. Und das Stellwerk „Saf“ zeigt noch einen relativ authentischen Zustand. Andere Eisenbahnbauten aus der Frühzeit der Eisenbahn, die man in Stolberg noch antreffen kann, wurden erheblich verändert. So ist das Bahnhofsgebäude in Breinig durch die private Nutzung  weitgehend entstellt. Und auch das Gebäude des Stolberger Hauptbahnhofs wurde letztlich von einem Bahnhofsgebäude zu einem Verwaltungsgebäude mit integrierter Leitstelle umfunktioniert. Auch wenn es auf den ersten Blick äußerlich eine historische Hülle behalten hat, so fallen beim Vergleich mit Fotos aus der „Vor-EVS-Zeit“ doch deutliche Änderungen auf, die als Kompromiss für eine zeitgemäße Nachnutzung wohl hingenommen werden mussten, aber den Wert des Denkmals doch mindern, weil es eben kein Bahnhofsgebäude mit den zeittypischen Attributen mehr ist…

Bei manchen Eisenbahnbauten kann man verstehen, dass sie aus betrieblichen Gründen zeitgemäßen Bedürfnissen weichen müssen. So liegt es beispielsweise beim Viadukt über das Rüstbachtal, der in seiner heutigen Gestalt nicht mehr zukunftsfähig ist. Aber muss man das Stellwerk „Saf“ wirklich aus zwingenden Gründen beseitigen? Eine Störung des Bahnbetriebes verursacht es nicht. Gibt es für dieses historische Gebäude keine alternative Folgenutzung? Ist eine profane Veränderung der Straßensituation nahe des Bahnübergangs wirklich wichtiger als der Erhalt des Denkmals, einem der letzten Zeugnisse einer großen Stolberger Eisenbahnvergangenheit?  In der jüngeren Zeit hat man vergeblich nach „Altstadt-Toren“ gesucht. Hier wäre eines, dass für Generationen von Stolbergern zum Stadtbild gehört hat und das mit seiner Beschriftung und etwas Umfeldgestaltung für diesen Zweck nutzbar gewesen wäre. Aber Stolberg hat leider kein Empfinden für seine Eisenbahntradition. Wo nur die Burg und die Kupferhöfe im Kopf sind, ist für Eisenbahngeschichte kein Raum. Stolberg hat auch seine Innenstadtbahnhöfe Stolberg-Mühle  (1974) und Stolberg-Hammer (1979) bedenkenlos dem Zeitgeist geopfert, selbst als man schon über die Altstadtsanierung nachdachte. Wer zum Vergleich den Eschweiler Talbahnhof betrachtet, der wird vielleicht bemerken, was man in Stolberg einfach weggeworfen hat. Weiter so….? – die Würfel sind gefallen.


Wer das Stellwerk „Saf“ noch einmal ablichten und es zumindest in der persönlichen Sammlung bildlich bewahren möchte, der sollte bald tätig werden…

Die ersten Wunden sind dem historischen Stellwerk bereits zugefügt worden.

Buchtipp: „Verkehrsknoten Aachen“


In der vergangenen Woche ist das neue Buch „Verkehrsknoten Aachen“ des EisenbahnKurier Verlags in den Handel gekommen. Es kann ab sofort im Buchhandel zum Preis von 24,80 € bezogen werden.

Das Buch „Verkehrsknoten Aachen“ ist bereits der 20. Band in der Verkehrsknoten‐Reihe des Eisenbahn‐Kurier Verlages. Ein kleines Jubiläum also, mit dem nun auch der Kaiserstadt Aachen die verdiente Ehre zu Teil wird, in den Kreis der Städte aufgenommen zu werden, deren besonders interessantes und vielfältiges Verkehrsgeschehen im Format dieser Reihe dokumentiert wird. Und zu sehen und zu staunen gab es wahrlich genug in Aachen. Es reicht von den Eisenbahnen mit ihren Haupt‐, Neben‐ und Steilstrecken im Dreiländereck, auf denen bis 1968 noch „Dampf pur“ herrschte über das weitverzweigte, äußerst vielfältige und reizvolle Straßen‐ und Kleinbahnnetz mit zum Teil ausgeprägten Überland-Charakter sowie die Privat‐ und Werksbahnen im Aachener Steinkohlerevier, Fahrzeughersteller, Busse und O-Busse bis hin zum Flug‐, Straßen‐ und projektierten Wasserverkehr. Vieles ist unwiederbringlich verschwunden: Die Dampflokomotiven und ihre Betriebswerke, die eleganten TEE-Triebwagen, die Vennbahn und die Kraftpost, alle Straßenbahnen und O‐Busse sowie die traditionsreiche Waggonfabrik Talbot, um nur einige Abgänge zu nennen.
Das Buch beleuchtet vor allem die spannende Szenerie der fünfziger und sechziger Jahre mit Ausflügen in die Zeit davor und danach. Viele Ansichten aus dem Stadtbild leben nur in der Erinnerung und auf Fotos fort. Sie zu bewahren, darzustellen und einzuordnen war Aufgabe der beiden Verfasser, der sie sich gerne gestellt haben. Tauchen Sie mit dem nun vorliegenden Band ein in die wunderbare Welt des Verkehrsknotens Aachen, der bei näherer Betrachtung viele kleine Verkehrsknoten in sich birgt, seien es die verkehrsreichen Plätze und Bahnhöfe in der Innenstadt oder die zahlreichen Gleisdreiecke, Verknüpfungs‐ und Umsteigepunkte im Umland, wie Eschweiler, Mariadorf, Stolberg‐Atsch, Vicht und viele andere.

Das Buch kann in Aachen u.a. bei einem der Autoren selbst in der St. Pauls-Apotheke (Jakobstraße, nahe beim Aachener Markt) oder beim Modell Center Aachen (Hünerbein), Markt 9-15, 52062 Aachen, gekauft werden.
In der Stolberger Bücherstube (Buchhandlung Krüpe) ist das Buch ebenfalls im Sortiment.