In Jugendjahren auf Oldtimerjagd – auf der Fährte der E 18

Nach dem Ende der Dampflokeinsätze bei der Deutschen Bundesbahn richtete sich Ende der 70er Jahre das Interesse der Eisenbahnfreunde häufig auf die E-Loks aus der Vorkriegszeit. Sie waren ebenfalls aussterbende Gattungen und erschienen im Lokbestand der Deutschen Bundesbahn schon ein wenig wie Fossile. Viele Baureihen waren bereits ausgeschieden, bei anderen Baureihen wie der E 04, der E 16 oder E 17 gab es nur noch Restexemplare. In größeren Stückzahlen standen immer noch die Vorkriegsbauarten E 18, E 44 und E 94 im Einsatz. Einzelne dieser Loks waren auch erst in den frühen 50er Jahren gefertigt worden und damit nur wenig älter als die Einheits-E-Loks der Baureihen 141 oder 110 und 140. Das Einsatzgebiet der Vorkriegs-E-Loks lag überwiegend in Süddeutschland.

Zu den Stars unter den Vorkriegs-E-Loks gehörten die Loks der Baureihe E 18 bzw. 118. Diese rd. 108 to schweren Maschinen konnten eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h erreichen. Im Gegensatz zu den Baureihen 144 (E 44) und 194 (E 94), die mit Tatzlagermotoren und Drehgestellen die Entwicklungslinie der nachfolgenden Bundesbahn-E-Loks vorgaben, hatten die Schnellzugloks der BR 118 vier in einem starren Rahmen gelagerte Antriebsachsen mit Radsätzen von 1,60 m Durchmesser und die Achsfolge 1´Do1´. Die Antriebskraft der vier im Rahmen gelagerten Elektromotoren wurde mit einem sog. Federtopfantrieb auf die Antriebsachsen übertragen. Die abgerundeten, windschnittigen Stirnpartien wirkten zeitlos elegant und fanden sich in ähnlichen Variationen bei den frühen Fahrzeugentwicklungen der Deutschen Bundesbahn („Eierkopf“) und selbst noch bei den Schnellfahrloks der BR 103 (E 03) wieder.
Die erstmals 1935 gebauten Loks standen bei der Deutschen Bundesbahn bis 1984 im Einsatz. In den letzten Jahren waren alle Bundesbahn-118er im Bw Würzburg stationiert.

1980_02_22_bw_wuerzburg_118051_u_103129_u_118012_x12f5_fSo wie die Loks der BR 103 zu den Stars der Deutschen Bundesbahn gehörten, so gelten die Loks der BR E 18 als Starloks der Deutschen Reichsbahn. Die 150 km/h schnellen Loks sollten einmal die Fernzüge von München nach Berlin befördern. Am 22. Februar 1980 präsentierten die Loks 118 051 , 103 129 und 118 012 (v.l.n.r.) im Bw Würzburg zeitlose Eleganz.

1980_02_22_bw_wuerzburg_118044_u_144149_x9af4_f 118 044 und 144 149 am 22. Februar 1980 nebeneinander im Bw Würzburg. Während die E 44 bereits Tatzlagermotoren und Drehgestelle als zukunftsweisende Konstruktionsmerkmale verkörpert, wollte man bei der E 18 wegen des ruhigeren Laufs nicht auf ein Fahrwerk in einem festen Rahmen verzichten.

1980_02_22_bw_wuerzburg_111063_u_103129_u_118012_u_150003_u_118035_u_118029_118039_x10af4_f Lokparade an einer der beiden Drehscheiben des Bw Würzburg mit den Loks 111 063, 103 129, 118 012, 150 003, 118 035, 118 029 und 118 039. Von Würzburg aus wurden die Loks der BR 118 u.a. nach Nürnberg, Regensburg, München, Stuttgart und Ulm eingesetzt.

1979_06_23_nuernberg_hbf_118003_2129_x36f4_f Am 23. Juni 1979 wurde 118 003 vor einem Nahverkehrszug nach Regensburg auf dem Nürnberger Hauptbahnhof angetroffen.

1981_04_25_bf_lichtenfels_118008_x14f5_f118 008 stand am 25. April 1981 auf dem Bf. Lichtenfels im Fokus des Eisenbahnfotografen.

Nach 1975 verpasste die DB den drei Lokomotiven 118 013, 118 028 und 118 049 eine Lackierung in der zeitlos hässlichen ozeanblau-beigen Farbe. Die anderen Bundesbahn-E 18 behielten bis zu ihrer Ausmusterung die ansprechende (kobalt-)blaue Farbe.

1981_03_15_muenchen_hbf_118028_li_118028_re_dzug_n_regensburg_x19f7_fAm 15. März 1981 boten 118 029 (links) und 118 029 (rechts, mit D-Zug nach Regensburg) auf dem Münchener Hauptbahnhof Gelegenheit, beide Farbvarianten zu vergleichen.

1979_06_22_bw_bamberg_118049_2128_x1f4_f Am 22. Juni 1979 war die Enttäuschung groß, als die im Bw Bamberg erwartete 118er mit 118 049 ausgerechnet einer der drei Sonderlinge war (oben). Wenig später wurde die Lok nahe des Bahnbetriebswerks dennoch bei ihrem Zugeinsatz fotografiert (unten).
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Nachdem sich die E 18 in Deutschland als leistungsfähig Schnellzuglok gezeigt hatte, bestellte die Österreichische Bundesbahn 1937 bei der Lokfabrik Floridsdorf eine Serie von ursprünglich 8 Lokomotiven, die in Anlehnung an die Baureihe E 18 gebaut wurden. Gegenüber den Reichsbahnloks wiesen sie einige bauliche Abweichungen auf, so u.a. 18 anstatt 15 Dauerfahrstufen und eine kürzere Getriebeübersetzung, womit sie eine größere Anfahrzugkraft (22 200 kg anstatt 21 000 kg) und eine höhere Dauerleistung (3340 kW anstatt 2840 kW) erzielten. Sie sollten auf der österreichischen Westbahn von Salzburg nach Linz eingesetzt werden. Wegen der politischen Ereignisse erfolgte die Auslieferung jedoch als E 18 201 bis 208 (Baureihe E 18.2) an die Deutsche Reichsbahn. Bei der ÖBB wurden die als Reihe 1018 bezeichneten Loks bis 1992 eingesetzt.

Beim Frühschoppen für Eisenbahnfreunde, der am 16.10.2016 ab 10:30 Uhr im Stolberger Hauptbahnhof (Servicepunkt) stattfindet, wird der Eisenbahnfreund Stefan Danners mit einem von ihm produzierten Film über die österreichischen Loks der Reihe 1018 und mit vielen seiner Fotos die von diesen E-Loks ausgehende Faszination spürbar machen.

Fundstücke (zusammengestellt im Herbst 2015)

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Das erste Bild zeigt eine undatierte Ansichtskarte aus dem Verlag des Stolberger Fotografen Lütters.  Wir sehen die heutige Salmstraße im Stadtteil Stolberg-Mühle mit Blick in Richtung Eschweilerstraße/Eisenbahnstraße. Die helle Fläche auf der Straße markiert den Mühlener Markt. Bemerkenswert an diesem Bild ist die zweigleisige Ausführung der Straßenbahnstrecke (Linie 8 von Stolberg Hbf zum Kaiserplatz und zum Stolberger Markt). Hier handelt es sich nicht um eine kurze Ausweiche, sondern tatsächlich um einen längeren zweigleisigen Streckenabschnitt. Wie der Aachener Straßenbahnexperte Reiner Bimmermann erläutert, hat die damalige Aachener Kleinbahn in Stolberg in den 20er- und 30er Jahren an verschiedenen Stellen längere zweigleisige Abschnitte gebaut, um den Betriebsablauf zu verbessern. Schließlich verkehrten die Straßenbahnen hier planmäßig im 15-Minuten-Takt in beiden Richtungen. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg hat man diese zweigleisigen Abschnitte aber wieder zurück gebaut, um das Gleismaterial an anderen Stellen zu verwenden.
Auf den meisten bekannten Fotos von der Straßenbahn in Stolberg sind nur eingleisig ausgebaute Strecken zu sehen. Falls noch andere Fotos/Ansichtskarten mit zweigleisigen Streckenabschnitten bekannt sind, wäre ich deshalb für Hinweise oder auch Kopien sehr verbunden.

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Um 1957 ist diese Luftaufnahme vom Gelände der ehemaligen „KALI-Chemie“ in Stolberg-Atsch entstanden. Im unteren Bildteil erkennt man Atsch-Dreieck und die Werkswohnungen am Schnorrenfeld. Im linken Bildteil bestimmen die Würselener Straße und die Steinbachstraße das Bild. Im oberen Bildteil sind die Gleisanlagen des Stolberger Hauptbahnhofs (Bezirk V) und die von den belgischen Streitkräften genutzte Kaserne „Camp Reine Astrid“ zu sehen. „Fundstücke (zusammengestellt im Herbst 2015)“ weiterlesen

Rückblick auf das Bahnhofsfest in Walheim am 13. und 14. Juni 2015

Am Wochenende vom 13. zum 14. Juni 2015 veranstalteten die Eisenbahnfreunde Grenzland e.V.  ihr schon traditionelles Bahnhofsfest in Walheim. Der Mittelpunkt war wie immer das ehemalige Fahrdienstleiterstellwerk „Wf“ am Bahnübergang „Auf der Kier“. Neu war im Konzept des Jahres 2015 die Verschiebung der „Fressmeile“ in den Umkreis des Stellwerks, die sich als organisatorisch vorteilhafter erwies und vom Publikum gut angenommen wurde.

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Das Bahnhofsfest 2015 bot die Möglichkeiten, die Vennbahn sowohl von einem Schienenfahrzeug aus bei einer Fahrt über die letzten deutschen Vennbahngleise als auch bei einer Fahrt im Oberdeck eines waschechten Berliner Doppelstockbusses zu erleben. In der Gunst der Gäste lag der „Schienenverkehr““ allerdings eindeutig vorne.

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Wer sich für eine  der „Mäxchen“-Fahrten entschied, wurde gleichwohl alleine schon durch den eindrucksvollen  Ausblick vom Oberdeck des Busses belohnt. Während der Fahrt durch das Münsterländchen erhielten die Fahrgäste zusätzlich interessante Informationen über oftmals unbekannte Besonderheiten der heute noch zu sehenden Reste der Vennbahn.

Zu besichtigen waren neben den vereinseigenen Lokomotiven und Waggons auch diverse zugereiste historische Straßenfahrzeuge. Ausgestellt werden u.a. auch Zweiwegefahrzeuge und historische Traktoren.

Die Besucherinnen und Besucher konnten in diesem Jahr endlich auch die historische Diesellok „Anna 20“ wieder mit einem laufenden Motor erleben. Wer es etwas kleiner mochte, konnte dem Bullern des luftgekühlten VW-Motor am „Schienen-Bulli“ (Klv 20) lauschen.

Ein Eindruck vom Bahnbetrieb auf den Vennbahnschienen und dem Bahnhofsfest der EFG aus der Vogelperspektive bietet dieser Link:
https://www.youtube.com/watch?v=pdCvQUM8dLw

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Schlangestehen für eine Fahrt über die letzten erhalten gebliebenen deutschen Vennbahngleise. Die Besucher des Bahnhofsfestes waren geduldige Menschen…

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Einer der Stars des Bahnhofsfestes 2015 war die Lok „Anna 20“, die einen Austauschmotor bekommen hat und rechtzeitig zum Bahnhofsfest wieder ihren urigen Motorsound hören lassen konnte. Der Vorgängermotor war vor dem Stellwerk „Wf“ ausgestellt worden und beeindruckte die Besucher durch seine kolossalen Ausmaße.

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Zu den Stars des Bahnhofsfestes gehörte auch dieses Jahr wieder der Klv 20 5010. Besonders das Drehen der Draisine erregte das Interesse der Besucher. Reizvoll war auch das Zusammentreffen mit einem „Samba-Bulli“ am Bahnübergang „Auf der Kier“ (oben und unten).
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Anläßlich der Veranstaltung „Stolberg goes Irland“ verkehrte am 13. und 14. Juni ein zusätzlicher Euregiobahn-Triebwagen als Sonderzug zwischen Stolberg Hbf und Breinig. Vom Bf. Breinig bestand am 14. Juni 2015 mehrmals die Möglichkeit, vom Euregiobahn-Triebwagen 643 212 aus umzusteigen und mit einem Doppeldeckerbus zum Bahnhofsfest nach Walheim und wieder zurück zu fahren.

Am Ende der zweitägigen Veranstaltungen kann man allen Beteiligten, die zum Gelingen des Bahnhofsfestes 2015 beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön sagen – es war (wieder einmal) klasse!
Es ist schon bemerkenswert, dass ein relativ kleiner Verein wie die „Eisenbahnfreunde Grenzland e.V.“ es schafft, mehr Begeisterung für die Eisenbahn und die regionale Eisenbahngeschichte zu wecken und die Eisenbahn besser und nachhaltiger zu einem Erlebnis zu machen, als es der große Konzern „Deutsche Bahn AG“ vermag. Wann hat die Region Aachen eigentlich zuletzt eine ähnliche Veranstaltung der DB-AG oder ihrer Tochterfirmen erlebt…..?

Fototipps: Dampfzüge zur Adventszeit

letztes Update: 20.12.2014

Vielleicht sind es Erinnerungen aus Kindertagen, als zur Weihnachtszeit im Wohnzimmer eine Modelleisenbahn aufgebaut wurde, die an langen, dunklen Winterabenden Kinderherzen faszinierte und für unvergessliche Stunden sorgte. Gerade in der besinnlichen Adventszeit erfreuen sich urige Dampfzüge und romantische Eisenbahnfahrten großer Beliebtheit. Im Internet ließen sich folgende Fahrten ausfindig machen:

Regionale Dampfeisenbahnen

Bis zum 4. Januar 2015 lohnt das Fahrtenangebot der ZLSM (Südlimburgische Dampfeisenbahn) die Fahrt(en) ins niederländische Simpelveld. Entlang der Strecke von Kerkrade über Simpelveld bis nach Schin op Geul bzw. Valkenburg kann man viele Eindrücke sammeln.
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Rückschau:
Samstag 6. Dezember 2014
Weihnachtsfahrt von Rotterdam über Heerlen und Herzogenrath nach Aachen

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01 1075 erklimmt am 06. Dezember 2014 um 12:51 Uhr kraftvoll – und pünktlich – die Steigung von Herzogenrath nach Kohlscheid.

Der Dampfzug wurde mit Dreizylinder-Schnellzuglok 01 1075 der SSN von Rotterdam über Gouda, Utrecht, Eindhoven, Heerlen, Herzogenrath nach Aachen Hbf gefahren. Weitere Informationen gibt es unter www.stoomstichting.nl.

Hier geht ein herzliches Dankeschön an die Museumseisenbahner der Stoomstichting Nederland (und der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, die im DB-Netz als Veranstalter mitwirkte) für die herrlichen Erlebnisse rund um diese Fahrt. Es war eine Freude, die 01 1075 im Einsatz zu erleben!